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Potsdam hatte am 31.12.2025 185.137 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Potsdam
Brandenburgs Landeshauptstadt ist zugleich die Stadt mit den meisten Einwohnern im Land; sie liegt an der Havel, gehört zu den wirtschaftlich gedeihenden Orten des Ballungsraums Berlin und grenzt südwestlich an die Bundeshauptstadt. Die Stadtfläche beträgt 188,26 Quadratkilometer, und im Stadtgebiet liegen unter anderem die Havel, die Nuthe, der Griebnitzsee, der Templiner See, der Heilige See und der Jungfernsee. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 185.137 Einwohner.
Urkundlich greifbar wird der Stadtname in den Formen Poztupimi von 993, postamp von 1317 und Potstamp um 1500; alle drei kommen aus dem Slawischen und meinen die Siedlung eines Mannes namens Potstampin — die geläufige Übersetzung unter den Eichen hält der Forschung dagegen nicht stand. Im 7. Jahrhundert, nach den Völkerwanderungen, legte der slawische Stamm der Heveller an der Havel gegenüber der Nuthemündung eine Burg an; genannt wird der Ort als Poztupimi zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde König Ottos des Dritten an das Stift Quedlinburg vom 3. Juli 993, und sein Gewicht rührte daher, dass er den Havelübergang beherrschte. Albrecht der Bär nahm den Ort 1157 ein und rief die Mark Brandenburg ins Leben; 1317 taucht er unter dem Namen Postamp erstmals als Burg und vor allem als Stadt in einer Urkunde auf, 1345 bekam er das Stadtrecht und blieb über Jahrhunderte eine kleine Marktstadt. Den Hohenzollern gehörte die Stadt von 1416 an, bis der Erste Weltkrieg 1918 endete und mit ihm die Monarchie in Deutschland unterging; verwüstet wurde sie unterdessen vom Dreißigjährigen Krieg und von zwei Großbränden.
Der kurmärkische Landtag von 1653, auf dem der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm dem Landadel Macht nahm, leitete in Brandenburg die Zeit des Absolutismus ein; er kaufte die verpfändeten Stadtgebiete Stück für Stück zurück und beschloss, den Ort neben Berlin zu seiner zweiten Residenz auszubauen — mit dem Umbau des Stadtschlosses und der Verschönerung der Umgebung setzte ab 1660 ein Schub ein. Erst das Toleranzedikt von 1685 brachte so viel Zuwanderung, dass sich die entvölkerten Landstriche wieder füllten; vor allem verfolgte protestantische Hugenotten aus Frankreich suchten Schutz in den brandenburgischen Gebieten, rund 20.000 Menschen nahmen das Angebot an, und ihr Fachwissen brachte die Wirtschaft voran. Zum gewichtigen Garnisonsort wurde die Stadt unter dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm dem Ersten: die Einwohnerzahl stieg kräftig, und in der ersten wie der zweiten Barocken Stadterweiterung entstanden neue Wohnquartiere; auf seinen Befehl gehen zudem Garnisonkirche, St. Nikolai und Heilig-Geist-Kirche zurück, die das Stadtbild fortan bestimmten.
Dessen Sohn Friedrich der Zweite hing den Gedanken der Aufklärung an und reformierte den preußischen Staat; er wollte, dass die Stadt auch äußerlich eine Residenz sei, und ließ Straßen und Plätze deshalb umfassend umgestalten — der Alte Markt wurde vollständig neu angelegt, und die Bürgerhäuser bekamen barocke Fassaden. Auf Wunsch des Königs kam 1750 der Aufklärungsphilosoph Voltaire an den Hof von Sanssouci und blieb dort bis 1757. Napoleon rückte 1806 mit seinen Truppen ein; als die französische Besatzung vorüber war, machte Friedrich Wilhelm der Dritte die Stadt ab 1815 zu einem Verwaltungszentrum, und 1838 nahm mit der Strecke nach Berlin die erste preußische Eisenbahnlinie den Betrieb auf. In der Märzrevolution von 1848 brachen die aufgestauten Spannungen des Vormärz auf; König Friedrich Wilhelm der Vierte zog im selben Monat in die vermeintlich ruhigere Nachbarstadt um. Im Neuen Palais setzte Wilhelm der Zweite, letzter preußischer König und deutscher Kaiser, 1914 seine Unterschrift unter die Generalmobilmachung gegen die Entente-Mächte; mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Novemberrevolution ging die Zeit der Monarchie zu Ende, Wilhelm floh 1918 in die Niederlande, und die Stadt war ihren Rang als Residenz endgültig los.
Gleich zu Beginn der NS-Zeit, am 21. März 1933, wurde der Tag von Potsdam begangen: bei einem inszenierten Staatsakt reichte Reichspräsident Paul von Hindenburg dem frisch ernannten Reichskanzler Adolf Hitler die Hand — als Sinnbild dafür, dass sich die alte Ordnung mit dem Nationalsozialismus verband. In der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs, am 14. April 1945, richtete ein britischer Bombenangriff im Stadtzentrum schwere Schäden an: Hauptbahnhof, Stadtschloss, Langer Stall und Garnisonkirche brannten völlig aus, während das Areal um den Neuen Markt, das Holländische Viertel und der Norden der Altstadt weitgehend unversehrt blieben.
Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 tagten die Siegermächte auf Schloss Cecilienhof, dem Wohnsitz des letzten deutschen Kronprinzen Wilhelm von Preußen; am Schluss dieser Potsdamer Konferenz stand das Potsdamer Abkommen, das die Teilung Deutschlands und die Besetzung in vier Zonen festschrieb. Als 1961 die Berliner Mauer gebaut wurde, war die unmittelbare Verbindung nach West-Berlin gekappt; den Übergang an der Glienicker Brücke nutzte man im Kalten Krieg zum Austausch von Agenten.

Auf einen gemeinsamen Antrag beider deutscher Staaten hin erklärte die UNESCO die hiesigen Schlösser und Parks schon 1990 zum Welterbe; dazu zählen seither die Parkanlagen Sanssouci, Neuer Garten, Babelsberg und Glienicke samt ihren Schlössern, ebenso die Pfaueninsel, und ab 1992 auch Schloss und Park Sacrow mit der Heilandskirche. Um 14 Denkmalbereiche wuchs das Welterbe 1999; dazu gehören der Kaiserbahnhof, das Belvedere auf dem Pfingstberg, die Sternwarte am Babelsberger Park, die russische Kolonie Alexandrowka sowie Schloss und Park Lindstedt. Auf dem Stadtgebiet umfasst es damit 1337 ha Parkanlagen mit 150 Gebäuden aus den Jahren zwischen 1730 und 1916.
Fast 20 Schlösser und Palais gehören zur Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft, und als Wahrzeichen der Stadt gilt Schloss Sanssouci mit seinen Parkanlagen: nach eigenen Skizzen ließ Friedrich der Große von 1745 bis 1747 ein kleines Sommerschloss im Rokokostil bauen, dessen Lage südwestlich der Residenzstadt Berlin an das Verhältnis von Versailles zu Paris denken lässt. Am westlichen Ende des Parks Sanssouci steht das Neue Palais; Friedrich der Große begann den Bau 1763, unmittelbar nach dem Siebenjährigen Krieg, und schon 1769 war er fertig — über 200 Räume, vier Festsäle und ein Rokokotheater standen bereit, und mehr als 400 Statuen antiker Götter schmücken Fassade und Dachbalustrade. Auf dem Höhenzug zwischen Klausberg und Schloss Sanssouci entstand von 1851 bis 1864 im Auftrag Friedrich Wilhelms des Vierten das Orangerieschloss: 300 Meter misst seine Front, gebaut im Stil der italienischen Renaissance nach dem Vorbild der Villa Medici in Rom und der Uffizien in Florenz.
Nah am Ufer des Heiligen Sees, im Neuen Garten, ließ Friedrich Wilhelm der Zweite von 1787 bis 1792 das Marmorpalais bauen; Carl von Gontard und ab 1789 Carl Gotthard Langhans schufen dort ein Schloss im Frühklassizismus. Den Wüsten Berg ließ Friedrich der Große 1744 mit Weinterrassen bepflanzen und damit urbar machen; als sich das Gelände nach Westen ausdehnte, entstand bis zum Neuen Palais eine schnurgerade Hauptallee von rund 2,5 Kilometern. Den Park Babelsberg formten Peter Joseph Lenné und Fürst Hermann von Pückler-Muskau: ab 1833 verwandelten sie das hügelige, zur Havel hin abfallende Gelände in eine Parklandschaft; neben den beiden Schlössern erlaubt der 46 Meter hohe Flatowturm einen Blick über die Stadt, und am schwersten traf den Park der Mauerbau von 1961.

Seit den Jahren der Weimarer Republik gehört die Stadt zu den Filmzentren Deutschlands und der Welt: die UFA drehte hier Der blaue Engel, Die Feuerzangenbowle, Melodie des Herzens und Metropolis, später entstanden bei der DEFA Die Legende von Paul und Paula, Spur der Steine sowie Der Untertan. Im späten 20. Jahrhundert verlagerte sich die Arbeit der Babelsberger Studios und der vielen hier ansässigen Produktionsfirmen auf Kino, Serie und Fernsehen im In- und Ausland — etwa Gute Zeiten, schlechte Zeiten, Sonnenallee, Dark oder Babylon Berlin —, und die Dichte dieser Filmunternehmen hat den Standort zu einem Ort europäischer Popkultur gemacht.
Studio Babelsberg, 1912 hier gegründet, gehört in Europa zu den modernen Stätten der Film- und Fernsehproduktion. Nach der Darstellung der Deutschen UNESCO-Kommission wurde Potsdam 2019 als Stadt des Films in das Netzwerk der Creative Cities aufgenommen. Im Marstall am Alten Markt, einem Bau des Stadtschlosses von 1669, erzählt das 1981 gegründete Filmmuseum die Geschichte des Films mit Schwerpunkt auf den Babelsberger Studios.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, CC, DZT_BAR
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Damit niederländische Handwerker in die Stadt zögen, ließ der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm der Erste zwischen 1733 und 1740 das Holländische Viertel bauen; die Leitung übernahm Jan Bouman, selbst einer der ersten Siedler, und das geschlossene Quartier mitten in der Stadt zählt 134 Häuser aus rotem Ziegel, die zwei Straßen in vier Blöcke gliedern. Für die zwölf verbliebenen russischen Sänger eines Chores wurde 1826 und 1827 im Norden die Kolonie Alexandrowka angelegt; Lenné gab ihr den Grundriss eines Hippodroms mit eingelegtem Andreaskreuz, und weil die Häuser Hohenzollern und Romanow verwandtschaftlich wie freundschaftlich verbunden waren, trug sie als Erinnerungsdenkmal den Namen des 1825 gestorbenen Zaren Alexander. Über tausend Jahre Geschichte hat die Stadt, doch kein Bauwerk aus dem Mittelalter steht mehr; die jeweiligen Herrscher bewiesen mit ehrgeizigen Bauvorhaben ihre Neigung zu Kultur und technischem Können.






