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Bremen, Stadt hatte am 31.12.2025 588.413 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 51 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bremen, Stadt
Bremen liegt zu beiden Seiten der Weser, gut 60 Flusskilometer vor deren Mündung in die Nordsee. Das Stadtgebiet ist etwa 38 Kilometer lang und 16 Kilometer breit und vollständig von niedersächsischem Staatsgebiet umschlossen — mit einer Ausnahme, dem Überseehafengebiet, das als Exklave mitten in Bremerhaven liegt. Und auf dem Marktplatz steht seit 1404 eine Steinfigur, die das Selbstverständnis dieser Stadt in ein Bild fasst: der Roland.
Ende 2025 zählte die Stadt 588.413 Einwohner.
Bis ins 8. Jahrhundert lässt sich Bremen als Bischofsstadt und Kaufmannssiedlung zurückverfolgen, doch zunächst war das hier unsicheres Missionsgebiet: der Missionar Willehad hielt 782 fest, dass man ihn fortgejagt und zwei seiner Priester getötet habe. Karl der Große erhob die Stadt 787 zum Bischofssitz. Seit dem späten 9. Jahrhundert war sie mit Hamburg zum Erzbistum Hamburg-Bremen vereint, und unter Erzbischof Adalbert gewann sie im 11. Jahrhundert erstmals Einfluss auf Reichsebene. Schon ab 965 durfte die Stadt Zölle erheben und Münzen prägen. Mit dem Gelnhauser Privileg unterstellte Kaiser Friedrich Barbarossa Bremen 1186 zugleich mit dem Stadtrecht der kaiserlichen Gerechtigkeit und machte es damit in gewissem Sinne zur Reichsstadt; aus demselben Jahr stammt das Schriftstück, das ein Bürgergremium belegt. 1260 trat die Stadt der Hanse bei, war dort aber zeitweise ein unsicherer Bündnispartner. Der Freihandel ließ Bremen aufblühen, und der Wohlstand jener Zeit ist an den Bürgerhäusern am Marktplatz bis heute ablesbar. Als Zeichen der abgeschüttelten erzbischöflichen Herrschaft errichteten die Bürger 1404 den Roland, und ab 1405 bauten sie ihr Rathaus.
Zum Schutz des Seehafens legte man bei der Umwallung durch Johan van Valckenburgh am Westufer der Weser die befestigte Neustadt an. Weil der Fluss immer stärker versandete, kamen die Handelsschiffe an der Schlachte kaum noch an Land; deshalb legten niederländische Konstrukteure von 1619 bis 1623 flussabwärts in Vegesack einen künstlichen Hafen an. Im Dreißigjährigen Krieg erreichte Bremen mit dem Linzer Diplom Kaiser Ferdinands des Dritten die Anerkennung seiner Reichsunmittelbarkeit und führte ab 1646 den Titel einer kaiserlichen und Freien Stadt des Heiligen Römischen Reichs. Sicher war das nicht: 1741 musste die Stadt im zweiten Stader Vergleich Konzessionen machen.
1783 begannen Bremer Kaufleute einen direkten Transatlantikhandel mit den Vereinigten Staaten, und 1802 beauftragte die Stadt den Landschaftsgärtner Isaak Altmann damit, die Befestigung in die heutigen Wallanlagen umzugestalten. Napoleon ließ die Stadt 1806 besetzen und schlug sie 1811 als Hauptstadt des Département des Bouches-du-Weser dem französischen Staat zu; 1814 zogen die französischen Truppen ab. Weil die Weser weiter versandete, legte Bremen 1827 auf angekauftem hannoverschem Grund die Siedlung Bremerhaven an; den Vertrag unterzeichnete am 11. Januar Bürgermeister Johann Smidt. 1847 ging die Bahnstrecke von Wunstorf in Betrieb, 1848 wurde die Torsperre abgeschafft, und ab 1853 entstand in den Vorstädten die Reihenhausbebauung mit den Bremer Häusern. Rund 35.000 Einwohner zählte Bremen 1812; 1875 fiel die Marke von hunderttausend, und 1911 lebte hier bereits eine Viertelmillion Menschen.
Die NS-Zeit traf zuerst die jüdische Gemeinde. 1438 Mitglieder hatte die Jüdische Gemeinde im Lande Bremen zu Beginn des Jahres 1933; in den Novemberpogromen 1938 traf es Geschäfte und Privathäuser, die geplündert wurden, den verwüsteten jüdischen Friedhof und beide Synagogen, die zerstört wurden — fünf Menschen wurden ermordet. Am 18. November 1941 wurden 440 Juden ins Ghetto Minsk deportiert.
Dann kam der Krieg in die Stadt. Im Luftkrieg zerstörten 173 Angriffe 62 Prozent der städtebaulichen Substanz, rund 4000 Menschen kamen dabei ums Leben; der Einmarsch britischer Truppen am 26. April 1945 beendete die nationalsozialistische Herrschaft. 1947 gaben sich die Bremer ihre Verfassung, 1949 wurde Bremen ein Land der Bundesrepublik.
Das Alte Rathaus ist ein rechteckiger, zweigeschossiger Saalgeschossbau, begonnen 1405 und 1410 vollendet. Die große Halle im Erdgeschoss mit ihren Eichensäulen diente den Kaufleuten und für Theateraufführungen, im Obergeschoss liegt ein Festsaal. Anfang des 15. Jahrhunderts gotisch erbaut, wurde der Bau im frühen 17. Jahrhundert im Stil der Weserrenaissance erneuert; die Fassade verbindet gotische Steinstatuen von Kaiser und Kurfürsten mit Skulpturenschmuck der Spätrenaissance. Davor steht die Rolandstatue von 1404, die die Rechte und Privilegien der Freien Reichsstadt verkörpert; sie ist 5,47 Meter hoch und misst mit Baldachin 10,21 Meter. Beide zusammen wurden 2004 in die Welterbeliste eingeschrieben.
Gleich daneben erhebt sich das Neue Rathaus von 1913, eine Neorenaissance nach Plänen von Gabriel von Seidl; gegenüber liegt der Schütting, das Haus der Kaufleute. Am Marktplatz beginnt außerdem die Böttcherstraße, zwischen 1922 und 1931 zur Martinikirche und zur Weser hin ausgebaut — bezahlt von dem Kaffeekaufmann Ludwig Roselius.
Zwei Kirchen gehören zum Bild des Marktes. Der evangelische Bremer Dom ist teils romanisch, teils früh-, teils spätgotisch und war Sitz der Erzbischöfe. Die Liebfrauenkirche neben dem Rathaus entstand 1229 frühgotisch.

Der Schnoor ist ein mittelalterliches Gängeviertel und wahrscheinlich der ursprüngliche Siedlungskern. Seinen Namen verdankt er dem Schiffshandwerk: In einem Bereich wurden Seile und Taue hergestellt, Schnoor heißt Schnur, im Nachbarbereich Draht und Ankerketten, Wieren heißt Draht. Zahlreiche Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert stehen dort noch.
Aus der Weserrenaissance blieben neben dem Rathaus der Schütting von 1538, die Stadtwaage von 1587, das Essighaus von 1618 und das Gewerbehaus von 1620 erhalten. Prägender für das Alltagsbild ist aber ein Reihenhaustyp mit englischen Wurzeln: von der Mitte des 19. Jahrhunderts an prägte das Bremer Haus den Wohnungsbau bis in die 1930er Jahre — in Schwachhausen und im Ostertor als großer Typ für wohlhabendere Bürger, in Walle und Gröpelingen in der knappsten Form mit ein bis zwei vollen Etagen.
Die Geschichte des Bremer Hafens ist die Geschichte eines Rückzugs vor dem eigenen Fluss. Seit dem 13. Jahrhundert diente die Schlachte als Hochseekai; als die Weser versandete, entstand von 1619 bis 1623 in Vegesack ein künstlicher Hafen. Als auch das nicht mehr reichte, kaufte die Stadt 1827 Grund vom Königreich Hannover und legte Bremerhaven an. Erst zwischen 1886 und 1895 machte eine Korrektur der Fahrrinne die Weser für Seeschiffe wieder bis Bremen befahrbar.
1857 wurde der Norddeutsche Lloyd gegründet, später folgten weitere Schifffahrtsgesellschaften. Schon 1817 war auf der Werft von Johann Lange das erste von Deutschen gebaute Dampfschiff entstanden; der Raddampfer Die Weser verkehrte bis 1833 als Passagier- und Postschiff zwischen Bremen, Vegesack, Elsfleth und Brake. 1928 wurde in Bremerhaven die Columbuskaje eingeweiht, von der aus das Passagierschiff Bremen das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung gewann.
Was über diese Kais kam, prägt die Stadt bis heute: Fisch-, Fleisch- und Molkereiprodukte, Tee, Reis und Tabak, Wein und Zitrusfrüchte — und Baumwolle, die an der Bremer Baumwollbörse gehandelt wird. Eines dieser Güter hat sogar ein Verfahren hervorgebracht, denn in einem Bremer Kontor wurde der koffeinfreie Kaffee erfunden. Den Hafenumschlag besorgt heute die BLG Logistics Group, in den Kontoren sitzen Großhändler wie C. Melchers und Atlanta.

Und wenn ein Hafenbecken nicht mehr gebraucht wird, wird es zugeschüttet: 1998 verfüllte und überbaute Bremen das Becken des Überseehafens, seit 2000 entsteht auf rund 300 Hektar das Stadtviertel Überseestadt. Der Weser Tower von 2009 mit einem Aussichtspunkt auf 80 Metern gehört dazu.
Ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn, die nie in Bremen ankommen: Die Stadtmusikanten sind die Erzählung, die man mit dieser Stadt verbindet, und sie haben ihr ein reales Denkmal eingebracht. Die Bronzeplastik von Gerhard Marcks steht seit 1953 an der Westmauer des Rathauses, an der Nordecke zum Liebfrauenkirchhof. Hier endet die Deutsche Märchenstraße, die in Hanau beginnt. Nebenan im Domshof wird die Geschichte der vier Tiere einmal pro Woche live und lebensgroß erzählt, kostenlos.

Seit dem 31. Oktober 2023 ist Bremen UNESCO-Literaturstadt, und der Titel ruht auf Einrichtungen, die älter sind als er. Den Literaturpreis der Stadt vergab von 1954 an der Senat, seit 1962 die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung; seit 1977 kommt ein Förderpreis hinzu. Radio Bremen verleiht seit 2001 auf dem Krimifestival einen Preis für Kriminalliteratur, das Internationale Literaturfestival gehört zu den großen Veranstaltungen der Stadt, und die Stadtbibliothek im Forum Am Wall zählt rund 1,3 Millionen Besucher im Jahr.
Einen Platz in der Weltliteratur hat die Stadt ohnehin: Daniel Defoe lässt seinen 1719 erschienenen Robinson Crusoe erzählen, sein Vater sei ein Fremder aus Bremen gewesen, der es als Kaufmann zu Wohlstand brachte.
Bremen ist Standort der Automobil-, Schiffbau-, Stahl-, Elektronik- und Nahrungsmittelindustrie. Als führender privater Arbeitgeber gilt die Mercedes-Benz Group; in ihrem Werk im Stadtteil Sebaldsbrück, das bis 1963 der Borgward GmbH gehörte, laufen unter anderem C-Klasse, T-Modell und der Roadster SL vom Band. Zahlreiche Zulieferer haben sich in unmittelbarer Nähe angesiedelt, unter ihnen die Hella Fahrzeugkomponenten GmbH; außerdem steht in Sebaldsbrück ein großes Bahnwerk der Deutschen Bahn.
Schiffbau und Stahl haben einen Strukturwandel hinter sich, den nicht alle überlebt haben: Die beiden großen Werften AG Weser und Bremer Vulkan gibt es nicht mehr, die Stahlwerke Bremen wurden von Arcelor übernommen und gehören seit 2006 zu ArcelorMittal. Vom traditionellen Schiffbau ist der Hauptsitz der Lürssen-Gruppe geblieben, die Yachten und Marineschiffe baut.
Gewandelt hat sich stattdessen die Luft- und Raumfahrt, und sie prägt die Stadt heute als Spitzentechnologiestandort. Airbus-Flügel werden in Bremen endmontiert; Airbus Defence and Space und die OHB-Technologiegruppe bauen hier Module und Bauteile für weltraumtaugliche Laboratorien, für Trägerraketen und für Satellitensysteme. Rheinmetall und Atlas Elektronik entwickeln hier Elektronik für militärische und zivile Anwendungen. An der Universität ist einer der größeren deutschen Technologieparks gewachsen, in dem rund 7500 überwiegend hochqualifizierte Menschen arbeiten; dazu gehört auch der Fallturm von 1990.
Der vierte Zweig ist zugleich der handfesteste: die Nahrungsmittelindustrie, von der Brauerei Beck und Co. bis zur deutschen Zentrale von Mondelēz International. Die Handelskammer, die die Interessen der Bremer Kaufmannschaft vertritt, sitzt bis heute im Schütting am Markt.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, CC, DZT_HANSE, DZT_MAER
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