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Bremerhaven hatte am 31.12.2025 118.502 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 43 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bremerhaven
Bremerhaven ist die Antwort auf ein Problem, das Bremen hatte: Die Weser versandete, die Schiffe wurden größer, und die alte Hansestadt drohte von ihrem eigenen Fluss abgeschnitten zu werden. Statt den Fluss zu vertiefen, kaufte Bürgermeister Johann Smidt 1827 dem Königreich Hannover ein Stück Land an der Mündung der Geeste ab. Was daraus wurde, liegt bis heute rechtlich in Bremen und geografisch mitten in Niedersachsen.

Bestimmt wird die Stadt von drei Gewässern: Weser, Geeste und Lune. Ende 2025 zählte sie 118.502 Einwohner. Ihre Geschichte lässt sich als Folge von drei wirtschaftlichen Phasen erzählen, benannt nach dem, was nacheinander durch ihre Häfen ging: Menschen, Fisch und Stahlboxen.
Vor der Stadt lagen Dörfer — Weddewarden, Geestendorf, Wulsdorf und Lehe, das Amtssitz und Marktort wurde. Das Gebiet an der Geestemündung war lange umstritten; Schweden begann dort ab 1672 mit dem Bau der Festungsstadt Carlsburg, vollendet wurde sie nie. Ab 1814 gehörte das Gebiet zum Königreich Hannover.

Genau dieses unvollendete Festungsgelände kaufte Bremen. Die Übergabe erfolgte am 1. Mai 1827, und der neue Ort bekam den Namen Bremerhaven; er bildet heute den Stadtteil Mitte. Im selben Jahr lebten dort 19 Menschen, und als erstes Schiff lief die schwedische Schaluppe Lyk good an. Bis 1830 stand der Alte Hafen, in den als erstes Schiff der amerikanische Schoner Draper einlief. 1837 begann der Seebäderverkehr, und von 1849 bis 1853 lag hier die Kriegsflotte des Admirals Brommy.
Hannover reagierte auf seine Weise: 1845 setzte es südlich davon eine Konkurrenzgründung in die Marsch, die am 26. Juni 1847 Geestemünde getauft wurde und ebenfalls einen Hafen bekam. Zwei Städte, zwei Häfen, ein Fluss — die Rivalität sollte achtzig Jahre dauern.
Der Neue Hafen entstand von 1847 bis 1852, und die Auswanderung wurde zum Geschäft. 1854 verließen 76.875 Menschen über Bremerhaven Europa, die meisten Richtung Vereinigte Staaten. 1851 hatte Bremerhaven das Stadtrecht erhalten, 1857 gründete sich der Norddeutsche Lloyd, der regelmäßige Liniendienste nach New York oder Baltimore einrichtete, zuerst mit dem Dampfer Bremen, und dessen Dampfer Kaiser Wilhelm der Große 1897 das Blaue Band gewann, und von 1873 bis 1876 entstanden der Kaiserhafen I und die Kaiserschleuse. Die Schiffe wuchsen schneller als die Schleusen: Weil die großen Lloyd-Dampfer nicht mehr durchpassten, fand die Abfertigung von 1890 bis 1897 im niedersächsischen Nordenham statt.

Die zweite Fracht kam in den 1860er Jahren, und zwar nicht in Bremerhaven, sondern im hannoverschen Geestemünde: Dort wurden Fische von Segelschiffen angelandet und ab 1866 per Bahn nach Bremen geschickt. 1885 ging mit der Sagitta ein deutscher Hochseefischdampfer in Dienst, und die Zahl der anlandenden Schiffe stieg so rasch, dass die Kaje überlastet war. 1896 war der Fischereihafen I in Geestemünde fertig, ab 1908 erschloss ihn die Straßenbahnlinie 4.
Der Wettbewerb der beiden Städte endete durch Verwaltungsakt. Am 1. November 1924 wurden Lehe und Geestemünde zur Stadt Wesermünde vereinigt, und 1925 war der Fischereihafen II fertig. Die beiden Auktionsgesellschaften einigten sich darauf, nur noch in Wesermünde zu versteigern. Damit war entschieden, wo der Fisch verkauft wurde.
Danach begann eine Reihe von Namens- und Gebietswechseln, die man kaum erfinden könnte. 1938 wurde der Überseehafen aus Bremerhaven herausgelöst und als Exklave der Stadt Bremen zugeschlagen. 1939 kam die restliche Stadtgemeinde Bremerhaven zur preußischen Stadt Wesermünde; aus 26.790 und 86.041 Einwohnern wurde eine Großstadt mit rund 113.000. Nach dem Krieg gehörte Wesermünde von 1946 bis 1947 zur britischen, danach wieder zur amerikanischen Besatzungszone, wurde der Freien Hansestadt Bremen eingegliedert und 1947 in Bremerhaven umbenannt. Die Stadt diente in der Folge als Versorgungshafen der US Army.

Die dritte Fracht kam in Stahlkisten. Der Containerterminal wurde ab 1968 gebaut und seit 1978 abschnittsweise verlängert; die Stromkaje misst heute knapp 5 km und hat 14 Liegeplätze. Im selben Jahr, in dem der Terminalbau begann, erreichte die Einwohnerzahl mit 148.931 ihren höchsten Stand — und begann danach zu fallen. 2012 wurde mit 108.323 ein Tiefpunkt erreicht. 2010 kam die bis dahin niedersächsische Luneplate als Ortsteil zum Stadtteil Fischereihafen.
Als die Hochseefischerei wegbrach, setzte die Stadt auf Wissenschaft und auf Besucher. Das Deutsche Schifffahrtsmuseum nach Entwürfen von Hans Scharoun kam 1972 bis 1975 hinzu, die Hochschule Bremerhaven wurde 1975 gegründet, ihre zentralen Gebäude entwarf Gottfried Böhm. 1980 entstand das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung nach Plänen von Oswald Mathias Ungers; der Erweiterungsbau an der Fischereihafenschleuse von Otto Steidle wurde 2004 bezogen.
Die zweite Linie war touristisch und erzählte die eigene Geschichte zurück: 1991 bekam das aus dem Morgenstern-Museum hervorgegangene Historische Museum seinen Neubau, 2005 öffnete das Deutsche Auswandererhaus am Neuen Hafen, 2009 das Klimahaus am Alten Hafen. Wer nach ausgewanderten Vorfahren sucht, kann heute in der Deutschen Auswanderer-Datenbank des Historischen Museums online recherchieren. Eine Stadt, die Menschen fortgeschifft hat, macht daraus heute eine Ausstellung — das ist bemerkenswert ehrlich und wirtschaftlich zugleich.
Heute stehen damit zwei Standbeine nebeneinander, die wenig miteinander zu tun haben: der Containerumschlag an der Stromkaje und eine Wissenschafts- und Museumslandschaft, die vom Meer lebt und zugleich die eigene Hafen- und Auswanderungsgeschichte erzählt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_SEA
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1927 war die Columbuskaje mit dem Columbusbahnhof fertig, ein Bahnhof unmittelbar am Wasser. Von den Anlagen, die der Krieg zerstörte, wurde vieles wieder aufgebaut; die zweite Fahrgastanlage entstand 1962. Im selben Jahr bewährte sich ein anderes Bauwerk: Kennedybrücke und Sturmflutsperrwerk bewahrten die Stadt fünf Monate nach ihrer Fertigstellung vor der Sturmflut. Wer die Silhouette dieser Jahrzehnte sucht, findet sie am Leuchtturm Bremerhaven von 1854, an der Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche von 1855, am Bismarckturm, am Richtfunkturm und am Rundfunksender im Bürgerpark.






