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Emden hatte am 31.12.2025 49.009 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 36 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Emden
Der Name dieser Stadt kommt von einer Mündung, die es nicht mehr gibt. Das Flüsschen Ehe floss auf heutigem Stadtgebiet in die Ems; aus der Lage an dieser Mündung wurde Amuthon, daraus Emuthon, dann Embden und schließlich Emden.
Zweimal hat das Wasser hier über den Wohlstand entschieden. 1509 verlegte eine Sturmflut den Lauf der Ems, und der Hafen begann zu verlanden — eine Bedrohung, gegen die die Stadt um 1600 einen Leitdamm bauen ließ. Und im 19. Jahrhundert wurde derselbe Hafen wertvoll, weil er der nächstgelegene inländische Seehafen des aufsteigenden Ruhrgebiets war. Dazwischen liegt die Zeit des niederländischen Aufstands gegen Spanien, in der Emden eine der wichtigen Hafenstädte Nordeuropas war — nicht aus eigener Kraft, sondern weil aus den Niederlanden Verfolgte kamen und ihre Handelsverbindungen mitbrachten. Ende 2025 zählte die Stadt 49.009 Einwohner.
Die Geschichte beginnt um das Jahr 800 mit einer friesischen Handelssiedlung an der Emsmündung, angelegt auf einer Warft. Dass von hier aus gefahren wurde, belegt eine Erwähnung von 1224: In jenem Jahr wird ein Emder Handelsschiff in London genannt.
Im 14. und 15. Jahrhundert geriet die Stadt wiederholt mit der Hanse aneinander, weil von Emden und anderen ostfriesischen Orten aus die Seeräuber um Klaus Störtebeker unterstützt wurden. Die Folge waren mehrfache Besetzungen durch hanseatische, vor allem hamburgische Truppen; erst 1447 zogen die Hamburger endgültig ab.
Der Übergang in die frühe Neuzeit lässt sich auf 1495 datieren. In jenem Jahr schickte Graf Edzard den Emder Bürgermeister Hompe Hayen zum Reichstag von Worms, wo König Maximilian der Stadt ihr Wappen verlieh: das Engelke up de Muer, das Engelchen auf der Mauer, das sie bis heute führt. In derselben Zeit bestätigte der Kaiser das Stapelrecht, das sich die Stadt wohl schon ab 1412 selbst zugestanden hatte; 1497 folgte ein Vertrag mit Münster über dessen Anerkennung. Wer auf der Ems an Emden vorbeiwollte, musste seine Waren zuvor drei Tage lang zum Kauf anbieten.
Den Aufstieg brachte ein fremder Krieg. Wer als Niederländer vor den Spaniern floh — Patrizier, Kaufleute, Reeder, Handwerker —, brauchte eine neutrale Hafenstadt in erreichbarer Nähe, und die nächste war Emden. Der Reichtum jener Jahrzehnte erlaubte es, die Ems durch einen Leitdamm in ihr altes Bett zurückzuführen; der Damm hielt bis 1616. Aus derselben Zeit stammen der Emder Wall, der die Stadt im Dreißigjährigen Krieg vor einer Einnahme bewahrte, das Rathaus von 1574 bis 1576, das Hafentor von 1635 und die reformierte Neue Kirche von 1643.
Politisch führte dieses Selbstbewusstsein 1595 zur Emder Revolution, in deren Verlauf der ostfriesische Graf in die Nachbarstadt Aurich vertrieben wurde. Der 1604 berufene Stadtsyndikus Johannes Althusius stärkte die Stellung der Stadt weiter. Eine freie Reichsstadt war Emden nie von Rechts wegen — mit den Niederlanden als Schutzmacht und weitgehender Unabhängigkeit vom Grafenhaus war es eine allerdings faktisch. Als die Exilanten nach 1648 heimkehrten, nahmen sie Kapital und Verbindungen mit; bis 1744 sank die Einwohnerzahl von rund 15.000 um 1600 auf etwa 7000.
Mit den Niederländern kam eine Konfession. Durch das Wirken Johannes a Lascos und weiterer reformierter Theologen wurde Emden zu einer wichtigen Stadt des Calvinismus — der Beiname Genf des Nordens stammt aus dieser Zeit. Der polnische Reformator, eigentlich Jan Łaski, wirkte zwischen 1540 und 1555 hier.
Was davon blieb, ist zunächst ein Archiv und eine Büchersammlung, die seit 1559 besteht. Aus ihr wurde 1995 nach dreijähriger Bauzeit die Johannes a Lasco Bibliothek, untergebracht in den Ruinen der Großen Kirche und öffentlich zugänglich mit dem Schwerpunkt reformierter Protestantismus. 2001 wählten der Deutsche Bibliotheksverband und die Zeit-Stiftung sie zur Bibliothek des Jahres.
Die zweite reformierte Kirche der Stadt steht noch ganz. Die Neue Kirche wurde von 1643 bis 1648 von dem Emder Stadtbaumeister Martin Faber erbaut und ist der Noorderkerk in Amsterdam nachempfunden — auch das ein Nachhall der niederländischen Jahrzehnte. Vom selben Baumeister stammt das Hafentor von 1635, das von mehreren künstlerisch bedeutenden Stadttoren des frühen 17. Jahrhunderts erhalten geblieben ist; über dem Torbogen steht ein lateinischer Sinnspruch, der Gott für Emden Brücke, Hafen und Segelwind nennt.
Neben den reformierten Gemeinden hatte Emden eine jüdische Gemeinde; ihre Synagoge war 1834 bis 1836 erbaut worden. Im Nationalsozialismus wurde diese Gemeinde ausgelöscht. In der Pogromnacht zum 10. November 1938 zündeten Emder SA-Leute die Synagoge an; die jüdischen Männer der Stadt verschleppte man über Oldenburg ins KZ Sachsenhausen, aus dem sie erst nach Wochen zurückkamen. Ende Januar 1940 wies die Gestapo-Leitstelle Wilhelmshaven auf Betreiben ostfriesischer Landräte und des Emder Magistrats an, dass Juden Ostfriesland bis zum 1. April 1940 zu verlassen hätten. Im Oktober 1941 gehörte Emden zu den ersten zwölf Städten des Reichs, aus denen Juden in den Osten deportiert wurden. Während der NS-Zeit wurden 465 jüdische Bürger der Stadt ermordet.
Erhalten ist nur ein jüdischer Friedhof; auf dem Friedhof an der Bollwerkstraße erinnert ein Mahnmal an die ermordeten Juden. Heute leben kaum noch Menschen jüdischen Glaubens in Emden.
Den zweiten Aufstieg brachte die Kohle. Nach den Einigungskriegen und mit dem Aufstieg des Ruhrgebiets wurde der Emder Seehafen wichtig, weil er vom Revier aus der nächstgelegene inländische Seehafen war; der Dortmund-Ems-Kanal und weitere Kanäle verbesserten den Weg nach Süden. Durch großzügige Einpolderungen entstanden Flächen für Industrie, und 1903 wurden die Nordseewerke gegründet. Die Nesserlander Schleuse ging 1888 in Betrieb, die Große Seeschleuse 1913 mit einer Binnenlänge von 260 Metern — damit war der zuvor tideabhängige Hafen auch für große Schiffe erreichbar. Umgeschlagen wurden vor allem Kohle nach draußen und Eisenerz zurück.
Aus dieser Epoche steht noch ein Bauwerk im Betrieb. Die Kesselschleuse aus den 1880er Jahren verbindet als Rundkammerschleuse vier Wasserstraßen miteinander, steht unter Denkmalschutz und erfüllt weiterhin ihre Aufgabe im Emder Wasserstraßennetz.

Der 6. September 1944 beendete das alte Emden. Rund 80 Prozent der Innenstadt gingen an jenem Tag verloren und mit ihnen fast der gesamte historische Baubestand; die U-Boote bauenden Nordseewerke wurden kaum getroffen. Ein besonderer Grund für den Angriff geht aus den Aufzeichnungen der Royal Air Force nicht hervor, und es war der letzte auf die Stadt. Der Wiederaufbau zog sich bis in die frühen 1960er Jahre; als beendet erklärt wurde er 1962 mit der Wiedereröffnung des Rathauses, das heute das Ostfriesische Landesmuseum beherbergt.
Die Nachkriegswirtschaft ruht auf einer Entscheidung von 1964: der Grundsteinlegung des Volkswagenwerks. Ab 1965 lief dort der Käfer vom Band, seit 1977 der Passat, und der Konzern zog den Im- und Export seiner Fahrzeuge in Emden zusammen. Dazu kam die Energie: 1977 kam über die Europipeline norwegisches Erdgas an der Knock an Land. 2022 kündigte der Energieversorger EWE an, hier mit Strom aus Wind und Sonne Wasserstoff herstellen zu wollen; der Bau begann 2025, das Investitionsvolumen wird mit rund einer Milliarde Euro angegeben. Eine Lithium-Raffinerie soll Ende 2026 in Betrieb gehen.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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Kulturell zehrt die Stadt vom Hafen und von zwei Söhnen. Im Ratsdelft liegen drei Museumsschiffe: das 1915 gebaute Feuerschiff Amrumbank, der Logger Stadt Emden mit einer Ausstellung zur Heringsfischerei und der 1963 in Dienst gestellte Seenotkreuzer Georg Breusing. Die Kunsthalle geht auf eine Initiative des gebürtigen Emders Henri Nannen zurück und wurde am 3. Oktober 1986 eröffnet; ihr Schwerpunkt liegt auf Neuer Sachlichkeit und deutschem Expressionismus. Das Otto-Huus zeigt seit 1986 den Werdegang des hier geborenen Komikers Otto Waalkes.







