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Freising hatte am 31.12.2025 48.953 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 59 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Freising
Freising liegt an der Isar, etwa 30 Kilometer nördlich von München. Die Große Kreisstadt umfasst 88,59 Quadratkilometer; neben der Isar fließt auch die Moosach durch das Stadtgebiet. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 48.953 Einwohner.
Über der Stadt erhebt sich der Domberg, auf dem seit dem frühen Mittelalter der Bischof saß. Heute prägen den Ort zwei Gegensätze: das barock überformte Geistliche Zentrum in der Altstadt und im Westen der Campus Weihenstephan, wo die Technische Universität München und eine Hochschule für angewandte Wissenschaften ihre Fakultäten haben.
Der Name der Stadt geht auf Frigisinga zurück, die Siedlung eines Frigis. Um 715 wurde der Ort zur Residenz der bairischen Agilolfinger, mit Burg, Wohnsitz und einer Marienkapelle. Herzog Grimoald holte den fränkischen Wanderbischof Korbinian, der offiziell 724 aus Arpajon bei Paris nach Freising kam. Die kanonische Anerkennung des Bischofssitzes folgte 739 durch Bonifatius, und 788 ging der Burgberg in kirchlichen Besitz über und wurde zum Domberg.
Im Hochmittelalter war der Domberg als „mons doctus“, als Gelehrtenberg, bekannt. Das Bürgertum konnte sich anders als in Augsburg oder Regensburg nicht aus der bischöflichen Herrschaft lösen. 996 verlieh Kaiser Otto III. der Stadt das Markt-, Münz- und Zollrecht, und in derselben Urkunde taucht erstmals der Name Ostarrichi auf, aus dem später Österreich wurde. Bischof Otto von Freising schrieb 1143 seine Weltchronik und gründete um 1140 das Kloster Neustift am Stadtrand.
Nach einem Brand am 5. April 1159 begann der Bau des romanischen Doms. 1294 wurde Freising zum Hochstift, und 1359 verlieh Bischof Albert der Stadt die Stadtrechte. Im Dreißigjährigen Krieg forderte 1632 der schwedische König Gustav Adolf 30.000 Gulden und brandschatzte die Stadt dennoch. Zum tausendjährigen Bistumsjubiläum 1724 ließ Bischof Eckher den Dom von den Brüdern Asam renovieren.

Die Säkularisation beendete 1802 die geistliche Herrschaft der Fürstbischöfe. Der Sitz des neuen Erzbistums München und Freising wurde 1821 nach München verlegt. Sieben Klöster fielen weg, und ein Großteil der Bevölkerung war plötzlich ohne Arbeit; es dauerte über ein Jahrzehnt, bis sich die Stadt erholte. 1858 eröffnete die erste Bahnstrecke von München über Freising und Landshut nach Regensburg.
Schon im Frühmittelalter hatte der Domberg eine Domschule, Bibliotheken und Schreibstuben. Zwischen 972 und 1039 entstanden hier die Freisinger Denkmäler, drei slowenische Texte in lateinischer Schrift. Um 1080 wurde im Chor des Doms das Dreikönigsspiel uraufgeführt, ein lateinisches Weihnachtsspiel, das als Text erhalten ist. Schon 873 bat Papst Johannes VIII. den Bischof Anno, einen Orgelbauer und Organisten nach Rom zu schicken, und im 10. Jahrhundert entstand hier das Kirchenlied Petrusleich.
Der Benediktinerpater Karl Meichelbeck verfasste im Auftrag von Bischof Eckher eine neue Chronik, die Historia Frisingensis. Eine Realschule trägt heute seinen Namen, die Karl-Meichelbeck-Realschule.
Der Dom St. Maria und St. Korbinian geht auf eine Marienkirche um 715 zurück. Nach Bränden wurde er 860 und 1159 neu gebaut und 1619 sowie 1724 barock umgestaltet. Die Romanik lieferte den wuchtigen Bau, die Gotik 1481 die Wölbung des Langhauses und der Barock die reiche Ausstattung. Seit dem Wegzug des Bischofssitzes 1821 ist er Konkathedrale des Erzbistums München und Freising.
Das städtische Zentrum bildet der Marienplatz mit der Stadtpfarrkirche St. Georg und dem Rathaus. St. Georg entstand um 1440 im spätgotischen Stil, und der 84 Meter hohe Turm mit Laternenkuppel wurde bis 1689 vollendet. Bischof Albrecht Sigismund stiftete 1674 die Mariensäule als Zeichen der überwundenen Pest. Vor der Stadt liegt Neustift, dessen Klosterkirche St. Peter und Paul um 1700 von Giovanni Antonio Viscardi entworfen wurde.
Die Bayerische Denkmalliste verzeichnet mehr als 250 denkmalgeschützte Bauwerke in Freising. Von der Stadtbefestigung stehen nur noch der Bürgerturm und der Karlsturm, weil im 19. Jahrhundert wegen des Verkehrs alle mittelalterlichen Stadttore abgetragen wurden. Seit dem 21. Dezember 2012 erklingt das Glockenspiel im Rathaus zweimal täglich.

Die Benediktinerabtei Weihenstephan wurde 1020 gegründet und blieb nach der Säkularisation als Brauerei und landwirtschaftlicher Musterbetrieb erhalten. Die Hochschulen entstanden aus den Forst- und Landwirtschaftsschulen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die leeren Klostergebäude einzogen. Heute gilt der Campus Freising-Weihenstephan als „Grünes Zentrum Bayerns“.

Auch das geistliche Bildungswesen hat Tradition: 1697 gründete Bischof Eckher das Lyzeum am Marienplatz, das 1834 als Theologische Hochschule neu eingerichtet wurde. In den Gebäuden ist heute die Dombibliothek untergebracht. Das Diözesanmuseum in einem Bau von 1868 bis 1870 auf dem Domberg zeigt eine große kirchliche Kunstsammlung.
Ein wichtiger Arbeitgeber der Region ist der Flughafen München, der aber nur zu einem Teil auf Freisinger Gebiet liegt. Der Halbleiterhersteller Texas Instruments eröffnete 1966 seine Zweigstelle in Freising und beschäftigt am europäischen Konzernsitz heute mehr als 1.000 Mitarbeiter. Im Ortsteil Attaching fertigt Krones Brauereianlagen und übernahm 1983 die Maschinenfabrik Anton Steinecker. Bier wird in Freising bis heute an mehreren Orten gebraut, in der Staatsbrauerei Weihenstephan ebenso wie im Hofbrauhaus Freising.
Entsprechend groß ist der Zustrom: 2021 lag der Pendlersaldo bei 18.388 Arbeitskräften, die täglich hereinkommen.
Zum Korbiniansfest kommen jedes Jahr Pilger aus aller Welt in den Dom. Der Korbiniansschrein wird aus der Krypta nur bei diesem Fest und bei der Priesterweihe in den Kirchenraum gebracht; bei der abschließenden Vesper trägt man ihn durch den Kreuzgang.
Im September findet zehn Tage lang das Freisinger Volksfest in den Luitpoldanlagen statt, und an einem Samstag im Juli organisieren die Sportvereine das Altstadtfest. Heute prägt die Stadtkapelle das Blasmusikwesen; sie begleitet das Volksfest, den Korbiniansfestzug und städtische Empfänge.

Jenseits der Blasmusik hat die Stadt auch Popmusik hervorgebracht: Überregional bekannt sind die Freisinger Bands Blumentopf, RPWL und Schein.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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