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Groß-Umstadt hatte am 31.12.2025 21.171 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 54 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Groß-Umstadt
Groß-Umstadt liegt am nordöstlichen Rand des Odenwalds, dort, wo das Mittelgebirge in das Rhein-Main-Gebiet ausläuft. Die Stadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist Mittelzentrum des östlichen Kreisgebiets und trägt den Beinamen Odenwälder Weininsel.
Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 21.171 Einwohner, ungefähr die Hälfte davon in der Kernstadt, der Rest in acht eingemeindeten Stadtteilen. Am 1. Januar 1977 schlossen sich Dorndiel, Heubach, Kleestadt, Klein-Umstadt, Richen und Semd mit der Kernstadt zur heutigen Stadt zusammen.

Urkundlich taucht der Ort im Jahr 741 als Autmundisstat auf. Wenig später, 766, kam die Umstädter Mark, zu der auch Groß-Umstadt gehörte, an das Kloster Fulda. Stadtrechte besaß Umstadt seit mindestens 1263, samt einer Stadtmauer.
Ein Fuldaer Fürstabt, der sich für seine Wahl hoch verschuldet hatte, verpfändete 1374 Anteile an der Stadt. So entstand ein Kondominat, und baulich zeigt es sich bis heute in zwei Schlossbauten, dem Hanauer und dem Pfälzer Schloss. Später wechselten die Partner: 1504 eroberte ein hessischer Landgraf die Stadt im Landshuter Erbfolgekrieg, und der Reichstag zu Worms ordnete 1521 die Verhältnisse neu, nun als Herrschaft zwischen Hessen und der Pfalz.
Die Große Pest der Jahre 1634 bis 1636 dezimierte die Bevölkerung, und aus dem aufstrebenden Verwaltungssitz wurde eine unbedeutende ländliche Kleinstadt. Die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt übernahm 1802 die Herrschaft, und 1806 wurde sie zum Großherzogtum erhoben.
Am historischen Marktplatz steht das Renaissance-Rathaus, das zwischen 1596 und 1605 gebaut wurde. Gleich daneben erhebt sich die evangelische Stadtkirche, die auf den Fundamenten einer römischen villa rustica ruht; ihr Hauptbau stammt aus der Zeit von 1465 bis 1494.

In der Altstadt stehen neben vielen Fachwerkhäusern noch sechs von einst sieben Schlössern und Adelshöfen, darunter das Wambolt’sche Schloss im Renaissancestil und das Darmstädter Schloss, das früher Hanauisches Schloss hieß. Das Curti-Schloss dagegen wich 1963 einem Erweiterungsbau des Max-Planck-Gymnasiums.
Ein Bau der Stadt steht heute nicht mehr in ihr. Die jüdische Gemeinde lebte in einer Stadt, in der bei der Wahl 1933 60 % für die NSDAP stimmten. Die Synagoge der jüdischen Gemeinde von 1874 wurde 1938 im Inneren verwüstet, aber nicht angezündet, weil man ein Übergreifen der Flammen auf die Altstadt fürchtete. Man brach sie 1978 ab und baute sie ab 1983 im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach wieder auf. Heute zeigt sie dort eine Ausstellung über jüdisches Leben im ländlichen Hessen.

Auf dem Binselberg im Stadtteil Klein-Umstadt steht ein Windpark aus vier Anlagen. Zwei davon gingen 1999 in Betrieb, zum Jahreswechsel 2010/2011 kamen zwei weitere hinzu.

Im Stadtteil Heubach reicht eine Bohrung 800 Meter tief in den Boden; sie war im Juni 2012 fertig und beheizt seit Anfang 2013 einen mittelständischen Industriebetrieb mit Erdwärme. Es war ein staatlich gefördertes Pilotprojekt mit wissenschaftlicher Begleitung.
Den Beinamen Odenwälder Weininsel trägt die Stadt, weil hier seit Langem Wein wächst: Schon im 9. Jahrhundert nennt ein Register des Klosters Fulda für Umstadt 20 Winzer und sieben Weinberge, und heute gehört die Stadt zum Anbaugebiet Hessische Bergstraße. Etwa jeder Achte in der Stadt hat portugiesische Wurzeln, und das prägt die Feste. Zu Santo Tirso in Portugal besteht deshalb seit 1988 eine Partnerschaft. Sie steht neben der Verbindung zu Saint-Péray, die seit 1966 besteht, und der zu Dicomano in der Toskana, unterzeichnet am 17. September 2010. Beim Winzerfest im September treffen sich Gäste aus allen drei Partnerstädten.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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