Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Großschönau hatte am 31.12.2025 5.081 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 36 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Großschönau
Großschönau liegt im sächsischen Landkreis Görlitz direkt an der Grenze zu Tschechien. Sie umfasst 23,82 Quadratkilometer und liegt auf 350 m Höhe. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Gemeinde 5.081 Einwohner.
Im Tal der Mandau, in die an dieser Stelle Lausur und Pochebach fließen, breitet sich die Gemeinde aus. Als Hausberg gilt der Hutberg mit 371,5 m.

Großschönau ist Verwaltungssitz der Verwaltungsgemeinschaft Großschönau-Hainewalde. Der Gemeindeteil Waltersdorf, der am 1. Januar 2003 eingemeindet wurde, ist staatlich anerkannter Erholungsort. Seit 2008 gehört Großschönau zum Landkreis Görlitz, davor ab 1994 zum Landkreis Löbau-Zittau. Im Jahr 1867 wurde Neuschönau in die Gemeinde integriert.
Fränkische Siedler legten den Ort wahrscheinlich als Waldhufendorf an. Als „Magnum Sonow“ wird er 1352 urkundlich genannt. Der Zusatz Groß unterscheidet ihn vom etwa zehn Kilometer östlich gelegenen Kleinschönau, dem heutigen Sieniawka in Polen, das bis 1945 zu Deutschland gehörte.
Von 1587 an unterstand Großschönau über 250 Jahre dem Zittauer Rat als Grundherrn. Im Jahr 1666 schickte dieser die Leineweber Friedrich und Christoph Lange nach Holland, um Damastweberei zu lernen. Schon bald kannte man Großschönauer Leinendamast weit über die Landesgrenzen hinaus.
Im Jahr 1834 vereinfachte die Jacquardtechnik die aufwendige Damastweberei. Um 1834 ernährte die Damastmanufaktur etwa 3800 Menschen, drei Viertel der Einwohner. Schon 1856 stellte der Fabrikant Carl Heinrich Schiffner in Großschönau einen Frottierwebstuhl auf.
Mehr als 70 Jahre lang fertigte man in Großschönau Schlauchboote, Rettungswesten, Rettungsflöße und Campingzelte.
Im Zweiten Weltkrieg wurde auch diese Fertigung in die Kriegswirtschaft eingespannt: Die Firma Hänsch musste 1942 auf Befehl Räume und Personal der Deutschen Schlauchbootfabrik für die Rüstungsfertigung bereitstellen. Neben dem Personal vor Ort mussten dort Zwangsarbeiter und zum Teil Kriegsgefangene arbeiten.
Mit dem Kriegsende kam der Bruch: Weil der Betrieb für die Rüstung gefertigt hatte, enteignete man 1946 drei Fünftel des Grundbesitzes und die Gebäude der Firma Hänsch. Im Jahr 1972 wurde sie in der DDR komplett verstaatlicht. Der verstaatlichte Betrieb wurde 1990 stillgelegt.
Nach der Wiedervereinigung versuchten es einige Mitarbeiter mit der Reprivatisierung des Betriebes. Im Jahr 2008 schloss die nordirische Geschäftsleitung den reprivatisierten Betrieb endgültig, und die gesamte Belegschaft wurde arbeitslos.
Der Ort trägt seit einiger Zeit den Marketingnamen „Textildorf Großschönau“. Das Ortsbild prägen Umgebindehäuser, die größtenteils Weberhäuser waren, und für ein Dorf ungewöhnlich viele Fabrikantenvillen.
Das Deutsche Damast- und Frottiermuseum zeigt die Tradition der Damastweberei, die bis 1666 zurückreicht. Zu den Raritäten zählt ein funktionstüchtiger Damastwebstuhl von 1835. Regelmäßige Ortsführungen gibt es durch das Textildorf und durch Waltersdorf entlang des Umgebindehaus-Denkmalpfades. Ein Textillehrpfad führt mit Wissensstationen zu Orten der Textilindustrie, gestern und heute. Die Textilindustrie prägt nach wie vor die Wirtschaftsstruktur, doch der Charakter der Gemeinde befindet sich im Wandel.
Heute führen die Frottana-Textil GmbH und die Damino GmbH die Textiltradition fort.






Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.


