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Seifhennersdorf hatte am 31.12.2025 3.516 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 37 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Seifhennersdorf
Die Landstadt Seifhennersdorf liegt im Süden der Oberlausitz zwischen Mandau und Leutersdorfer Wasser, hart an der tschechischen Grenze. Die Stadt umfasst 19,12 Quadratkilometer und liegt auf 360 m Höhe.
Zusammengewachsen sind Niederhennersdorf entlang der Mandau sowie die Ansiedlungen Seifen und Scheibe im Tal des Leutersdorfer Wassers. Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 3.516 Einwohner. Der Ort hat seit dem Mauerfall Ende 1989 rund 40 Prozent seiner Einwohner eingebüßt.
Der Ort entstand nach 1250 und wurde vermutlich von mainfränkischen Bauern als Waldhufendorf angelegt. Im Jahr 1352 wird er erstmals erwähnt; im 14. Jahrhundert hieß er „Henrych“, „Heinrichstorph“ oder „Henricivilla“ und gehörte zur Herrschaft Tollenstein.
Im Jahr 1584 kaufte der Stadtrat von Zittau das Niederdorf für 16.000 Taler und 100 ungarische Gulden, das Oberdorf blieb bei den Tollensteinern. Zwischen 1780 und 1800 setzte sich der heutige Ortsname durch.
Von Januar 1944 bis 16. März 1945 bestand im Ort ein Außenlager des KZ Flossenbürg; 30 Häftlinge mussten Zwangsarbeit für die Waffen-SS leisten. Bei Kriegsende am 8. Mai 1945 standen sowjetische Truppen im Neugersdorfer Wald, am folgenden Tag besetzten sie den Ort kampflos.
1974 wurde Seifhennersdorf zur Stadt erhoben. Am 30. August 2009 lehnten die Bewohner mit 65 Prozent die für 2011 geplante Stadt Oberland ab, ein Zusammenschluss mit Neugersdorf und Ebersbach/Sa.
Zwischen 1796 und 1798 ließ man nach Plänen des Baumeisters Carl Christian Eschke anstelle der alten Dorfkirche einen Neubau errichten. Die klassizistische Kreuzkirche bot 2450 Menschen Platz.
In der Nacht vom 22. zum 23. März 1935 brannte sie aus. Schon 1936 war der Wiederaufbau abgeschlossen; den Innenraum gestaltete der Zittauer Architekt Richard Schiffner neu.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden Webereien, Konfektionsbetriebe, eine Maschinenfabrik und eine Holzschuh- und Pantoffelfabrik. In der Mitte des Jahrhunderts erschloss man kleinere Braunkohlenlagerstätten, 1903 wurde der Kohlenabbau endgültig eingestellt.

Der Bahnanschluss kam 1874 nach Eibau, der Streckenschluss nach Zittau folgte 1876. Der Bau von Fabriken, Bahnhof, einem 190 m langen Viadukt und neuen Schulen veränderte das Ortsbild nach 1870 merklich.
Im Jahr 1911 baute die Leipziger Pianoforte-Fabrik Zimmermann ein Zweigwerk in Seifhennersdorf, das 1992 an C. Bechstein überging. Bechstein fertigt hier mit etwa 280 Mitarbeitern, Stand Sommer 2020, Klaviere und Flügel.
Ein anderes Erbe ist die Fallschirmkonfektion: Seit 1938 nähte die Firma Henking hier, später der VEB Bekleidungswerke, heute Spekon Sächsische Spezialkonfektion.
Zwei Grenzübergänge führen zu den Nachbarstädten Rumburk und Varnsdorf. Der Bahnhof Seifhennersdorf ist Endpunkt der internationalen Reisezüge aus Liberec, Zittau und Varnsdorf. Von März 2015 bis Juni 2023 fuhren jedoch keine Züge, bis ein gesicherter Bahnübergang den Verkehr wieder ermöglichte.
Bundesweit bekannt wurden 2012 die sogenannten Schulrebellen: Eltern führten den Unterricht der Mittelschule auf eigene Faust weiter, um deren Fortbestehen ein jahrelanger Rechtsstreit geführt wurde. Seit 2015 werden wieder regulär fünfte Klassen gebildet.
Das Karasek-Museum neben dem Rathaus zeigt eine Oberlausitzer Heimatstube und erinnert an das Räuber- und Schmugglerunwesen am Ende des 18. Jahrhunderts. In der Läuterau umfasst die Puppensammlung der Familie Büttrich 1700 Exemplare.

Aus dem Ort stammen der Architekt und Simplicissimus-Karikaturist Bruno Paul und die Schwimmerin Rica Reinisch, die 1980 Olympiasiegerin in Moskau wurde.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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