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Halle (Saale) hatte am 31.12.2025 226.186 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 44 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Halle (Saale)
Halle liegt am Nordwestrand der Leipziger Tieflandsbucht, unterhalb der Stelle, an der die Weiße Elster mündet; der größere Teil der Stadt breitet sich östlich der schiffbaren Saale aus, die sich hier in mehrere Arme aufteilt und eine weite Aue bildet. Unter der Stadt liegen Salzquellen, die schon in vorgeschichtlicher Zeit angezapft wurden; das Salz machte Halle reich. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 226.186 Einwohner auf 135,03 Quadratkilometern.

Salzquellen, entstanden durch eine geologische Besonderheit — die Hallesche Marktplatzverwerfung —, wurden auf dem Gebiet der heutigen Stadt schon in vorgeschichtlicher Zeit angezapft, und neuere Grabungen auf dem Markt zeigen, dass das Salz seine Bedeutung durchgehend behielt. Auf die vorgeschichtliche Besiedlung folgten vermutlich die Hermunduren, danach Angeln und Warnen und schließlich die Wenden, bei denen der Ort Dobrebora hieß. Als Halla erscheint der Ort zum ersten Mal 806, und zwar im Chronicon Moissiacense. Das Erzbistum Magdeburg, dem Halle bis zum Jahr 1680 angehörte, geht auf eine Gründung Ottos des Ersten von 968 zurück.
Um 1120 wurde die Stadt umfassend erweitert; möglich machte das der wachsende Salzhandel und der Reichtum, der daraus floss — er lag anfangs bei den Erzbischöfen. Seit Ende des 12. Jahrhunderts formierte sich die Innung der Pfänner: freie Unternehmer, denen es gelang, ihre Lehnsanteile an Solgütern in freies Eigentum zu überführen. So entstand ein selbstbewusstes Bürgertum; 1263 setzte es gegenüber dem Magdeburger Erzbischof Rupertus einen Vertrag durch, der diesem untersagte, im Umkreis einer Meile eine Burg zu errichten oder weitere Solbrunnen anzulegen — über Jahrhunderte hinweg machten die Pfänner die Politik der Stadt.
Urkundlich tauchte Halle erstmals 1281 als Mitglied der Hanse auf, und 1310 wurde die Selbstverwaltung der Stadt vertraglich festgehalten. Die Mitgliedschaft blieb aber lose: Einladungen zu Hansetagen kamen regelmäßig, doch folgte man ihnen selten, und politisch ließ man Magdeburg und Braunschweig entscheiden; dass Salz, der wichtigste Ausfuhrartikel der Stadt, je auf hansischen Kauffahrern transportiert worden wäre, lässt sich nicht belegen. Als Erzbischof Ernst von Wettin am 18. März 1479 eine neue Regimentsordnung erließ, war die Hansezugehörigkeit faktisch beendet; erst 1518 wurde Halle dann endgültig, wie zahlreiche andere Städte auch, als abgedankt und abgeschnitten geführt.
Der Erzbischof bekam seine Burg dann doch: 1478 war es mit der rund 200 Jahre alten Selbständigkeit der Stadt vorbei, 1484 ließ Erzbischof Ernst der Zweite in der Nordwestecke die Moritzburg als befestigtes Wohnschloss aufführen, und 1503 zog er feierlich ein — gedacht war der Bau als Zwingburg gegen die selbstbewussten Salzwirker. Bis 1680 war Halle Haupt- und Residenzstadt des Erzbistums Magdeburg. Der Kardinal Albrecht von Brandenburg, dessen Lieblingsresidenz die Stadt war, brach 1541 mit seinem gesamten Hofstaat und allen beweglichen Kunstschätzen des Domes nach Mainz und Aschaffenburg auf, als die Reformation hier Einzug hielt.
Nach dem Tod des letzten erzbischöflichen Administrators, Herzog August von Sachsen, kam Halle 1680 samt dem ganzen Erzstift Magdeburg an das Kurfürstentum Brandenburg und mit diesem ab 1701 an das Königreich Preußen; bis 1714 amtierte es als Hauptstadt des preußischen Herzogtums Magdeburg. Während der Napoleonischen Kriege nahm am 17. Oktober 1806 die Division Dupont aus dem Korps Bernadotte die Stadt im Sturm und warf anschließend die preußische Reservearmee. Als Ergebnis des Wiener Kongresses kam Halle 1815 zurück an Preußen, das es dem Regierungsbezirk Merseburg in der neu gebildeten Provinz Sachsen zuordnete.
Am 12. Juli 1694 entstand die Universität Halle mit zunächst vier Fakultäten; als künftiges Hauptgebäude diente ihr die Ratswaage am Marktplatz. Gemeinsam mit den 1698 gegründeten Franckeschen Stiftungen wurde die alma mater halensis zu einer Hochburg der bürgerlichen Frühaufklärung. Mit den durch August Hermann Francke 1698 begründeten Stiftungen steht Halle am Anfang der sozial-humanistischen Bildung in Deutschland.

Aus dieser Verbindung ging eine Reihe von Einrichtungen hervor, die es vorher nicht gab. 1710 riefen Freiherr von Canstein und August Hermann Francke dort die erste Cansteinsche Bibel-Anstalt ins Leben, und schon 1708 hatte Christoph Semler in Halle die erste deutsche Realschule eröffnet. In Halle befindet sich heute die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, dazu die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik und die Burg Giebichenstein Kunsthochschule.
Die Universität hat einen Bruch überstanden. Preußen hatte Frankreich am 9. Oktober 1806 den Krieg erklärt und fünf Tage darauf, am 14. Oktober 1806, bei Jena und Auerstedt verloren; kurz danach kam Kaiser Napoleon nach Halle und verfügte die Auflösung der Universität, deren Hauptgebäude, die Ratswaage, erst Lazarett und dann zeitweise Schlachthaus wurde. Der Frieden von Tilsit beendete im Juli 1807 den Vierten Koalitionskrieg, Halle wurde im Dezember 1807 Teil des neu gebildeten Königreichs Westphalen, und nach dem Sieg über Napoleon 1813 erfolgte die Wiedergründung der Universität.
Die Stadt ist bis heute Wissenschaftsstandort: hier sitzen das Landesverwaltungsamt, die Cyberagentur des Bundes, die Kulturstiftung des Bundes und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina.
1341 begann der Bau eines starken Turms zwischen Waage und Rathaus, des Runden Turms oder Leipziger Turms, der bis 1835 zur sicheren Unterbringung der städtischen Privilegien diente. 1418 begann der Bau am Roten Turm, einem Glockenturm, den man Gott zur Ehre und der Stadt samt ihrer Umgebung zur Zierde aufführte; später wurde er zum Wahrzeichen Halles.
Die Marktkirche verdankt ihre ungewöhnliche Gestalt einer Zusammenlegung, und die ging von einem Günstling des Kardinals aus: Hans von Schönitz, der bei Kardinal Albrecht in Gunst stand, betrieb, dass die beiden Kirchen am Marktplatz vereinigt wurden; zwischen 1530 und 1554 riss man die romanischen Basiliken St. Gertraud und St. Marien ab und setzte zwischen die stehengebliebenen Türme — Blaue Türme und Hausmannstürme — die nunmehr viertürmige Marktkirche, an der sich der Übergang von der Gotik zur Renaissance ablesen lässt. Schönitz selbst fiel im September 1534 in Ungnade, kam auf der Burg Giebichenstein in Haft und wurde im Juni 1535 hingerichtet; das erregte die Bürger ebenso wie Albrechts prunkvolle Lebensführung über seine Verhältnisse, und die Proteste führte Martin Luther an, der dem Kardinal Verschwendung, Prunksucht und Konkubinate vorhielt.

Durch Albrechts Bautätigkeiten erhielt Halle einige Strukturen der Renaissance: er ließ an der Moritzburg und am Dom arbeiten und die Neue Residenz errichten, veränderte den Grundriss der Stadt aber auch dadurch stark, dass er etliche Gebäude niederlegen ließ — das Kloster Neuwerk, die Lambertikapelle, das Cyriakshospital. Albrecht hatte ständig Geldnöte und veräußerte deshalb Teile des Halleschen Heiltums und wertvolle Reliquien; sein finanzieller wie moralischer Bankrott trug dazu bei, dass die Reformation 1541 schneller Fuß fasste.
Der schwerste Verlust an alter Bausubstanz kam nicht durch den Krieg, sondern danach: das Alte Rathaus, beim Luftangriff vom 31. März 1945 schwer getroffen, aber wiederherstellbar, und die Ratswaage nebenan fielen Ende der 1940er Jahre der Spitzhacke zum Opfer, und 1965 verschwand auch das eben erst baulich erneuerte Hotel Zur Börse am Marktplatz. In den 1980er Jahren büßte die Altstadt durch flächige Abrisse teils wertvolle historische Substanz ein; aus jener Zeit stammen die Beispiele einer Innenstadterneuerung in industrieller Plattenbauweise.
Am 17. Juni 1953 beteiligten sich in Halle mehr als 90.000 Menschen an Demonstrationen gegen die DDR-Regierung. Bereits am Morgen marschierten circa 9.000 Beschäftigte des Waggonbaus Ammendorf nach Halle hinein; gefordert wurde, die Regierung zu stürzen, sofort gesamtdeutsch zu wählen und die politischen Gefangenen freizulassen. Bis Mittag standen bis zu 40.000 Bürger fröhlich und friedlich auf dem Marktplatz.
Um halb drei kippte die Lage. Bereits um 14:30 Uhr ging an die DDR-Polizeikräfte der Stadt der Schießbefehl. In der Stadt kam es am Nachmittag zu einer Gefangenenbefreiung: unter dramatischen Umständen holten die Demonstranten sämtliche 248 inhaftierten Frauen und drei Männer aus der Haftanstalt an der Kleinen Steinstraße heraus.
Es konstituierte sich das zentrale Streikkomitee, besetzt mit Leuten aus verschiedenen hallischen Betrieben und angeführt von seinem Sprecher Herbert Gohlke; für 18 Uhr rief es zu einer Kundgebung auf dem Hallmarkt auf, zu der am Abend über 60.000 Menschen friedlich zusammenkamen. Von 16 Uhr an setzten örtliche SED-Funktionäre, Sowjetoffiziere und MfS-Verantwortliche ihre Gegenmaßnahmen in Gang: Panzer der Sowjetarmee rollten in die Innenstadt und riegelten den Marktplatz ab. Vor dem Gefängnis Roter Ochse kamen bei den Demonstrationen mindestens vier Menschen ums Leben, und von 21 Uhr an setzten die DDR-Sicherheitskräfte die Ausgangssperre mit Waffengewalt und Härte durch.
Dass Halle seine Altstadt behalten hat, ist das Ergebnis einer Verhandlung in den letzten Kriegstagen. Der Chef der Schutzpolizei Oberst Max Baltersee setzte gemeinsam mit dem halleschen Universitätschemiker Theodor Lieser, dem Chefarzt des Elisabethkrankenhauses Walther Hülse, dem Standortältesten der Lazarette Carl Moritz Seeland und Felix Graf von Luckner, den man erst am 10. April 1945 an die Spitze des städtischen Sicherheitsdienstes gestellt hatte, den Oberbürgermeister unter Druck, mit den Amerikanern in Verbindung zu treten. In Begleitung des damaligen Majors Karl Huhold suchte Luckner am 16. April 1945 General Terry de la Mesa Allen auf, den Kommandeur jener 104. US-Infanteriedivision, die Halle stürmen sollte, und beide handelten eine friedliche Übergabe der Stadt aus.
Bereits etwa 1000 startbereite alliierte Bomber blieben am Boden, nachdem die Verhandlungen erfolgreich gewesen und die deutschen Verteidiger abgezogen waren; der Stadt blieb damit eine größere Zerstörung erspart. Am 17. April 1945 rückten US-amerikanische Truppen in Halle ein; zuvor hatte Artilleriefeuer den Roten Turm in Brand gesetzt und weitgehend zerstört, und auch Marktkirche und Georgenkirche wurden getroffen. Die Rolle Luckners bei Kriegsende blieb über Jahre umstritten; die wissenschaftliche Aufarbeitung setzte 2005 ein, als die Stadt ein Gutachten zu seiner Person in Auftrag gab.
Weil Halle nach dem Zweiten Weltkrieg flächig weniger zerstört war als andere Städte der DDR, floss zunächst wenig Geld in die städtebauliche Entwicklung. Die erste größere Stadterweiterung, die Wohnstadt-Süd, nahm 1959 ihren Anfang; es folgten die Wohnstadt Heide-Nord und die Silberhöhe, zusammen über 20.000 Wohneinheiten für mehr als 50.000 Menschen. Das umfangreichste Baugebiet kam in den 1960er Jahren hinzu: die Chemiearbeiterstadt Halle-West, ausgelegt zunächst auf etwa 70.000 Menschen; 1967 wurde daraus die selbständige Stadt Halle-Neustadt, die das bis zur Wiedervereinigung 1990 blieb, und über lange Zeit banden sich dort erhebliche Bauressourcen des Bezirks.
Heute fällt die Stadt eher durch ihr Grün auf. Die Deutsche Zentrale für Tourismus führt Halle neben Kassel, Essen und Osnabrück unter den Städten, die sich bei Parks, Botanischen Gärten und Auen besonders hervortun. Dazu passt der Wasserreichtum des Stadtgebiets: rechnet man Nebenarme, Hochwasserentlaster, Schleusen, Schleusenkanäle und Hafenbecken zusammen, kommt man auf 47 km Wasserläufe innerhalb der Stadt, und hinzu treten ungefähr 180 stehende Gewässer, die Menschen angelegt haben.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Im Stadtgebiet finden sich außerdem das Kunstmuseum Moritzburg, das Händel-Geburtshaus sowie das Landesmuseum für Vorgeschichte, in dem die Himmelsscheibe von Nebra liegt — sie gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.






