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Leipzig hatte am 31.12.2025 615.932 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 58 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Leipzig
Leipzig entstand dort, wo sich zwei große Handelsstraßen kreuzten, die Via Regia und die Via Imperii, und aus seinem Marktrecht erwuchs die Messe. Leipzig liegt im Ballungsraum Leipzig und Halle, in dem etwa 1,2 Millionen Menschen leben, und ist mit Halle und weiteren Städten Teil der polyzentralen Metropolregion Mitteldeutschland. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 615.932 Einwohner auf 297,8 Quadratkilometern.
Beiderseits der Parthe entstand um das Jahr 900 eine slawische Siedlung — Grabungen im Bereich des heutigen Matthäikirchhofs haben das bestätigt —, und in den Schriftquellen erscheint der Ort zuerst 1015, als Thietmar von Merseburg eine urbs Libzi erwähnte. Für das Gründungsjahr steht 1165: damals verlieh der Meißner Markgraf Otto der Reiche der Siedlung dort, wo Via Regia und Via Imperii einander kreuzen, Stadt- und Marktrecht; gleichzeitig begannen die beiden großen Kirchbauten, Thomaskirche und Nikolaikirche. Der Name wird üblicherweise als Stadt der Linden gedeutet, vom sorbischen Wort Lipsk, das Linden-Ort bedeutet, und im Sorbischen und Polnischen ist Lipsk immer noch in Gebrauch.
Auf eben jenes Marktrecht von 1165 geht die Leipziger Messe zurück; Markgraf Albrecht der Stolze bestätigte 1190 den Jubilatemarkt und den Michaelismarkt, und von 1218 an sind die ersten Kaufleute und Handwerker der Stadt namentlich in Urkunden fassbar. Ein eigenes Haus am Markt erwarben die Tuchmacher 1341, das erste Gewandhaus, und von 1420 an schlugen Nürnberger Kaufleute hier ihre Waren für den Weg nach Polen um. Kurfürst Friedrich der Zweite gestattete 1458 den Neujahrsmarkt; seither ging hier in großem Umfang Ware um — sächsisches Silber, Zinn, Edelsteine, Seide, Pelze und Metalle.

1497 verlieh der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian der Erste Leipzig das Reichsmesseprivileg, und 1507 erhielt die Stadt das Stapelprivileg, was bedeutete, dass im Umkreis von 115 Kilometern keine Messen veranstaltet werden durften und das Lagern von Gütern vor der Stadt verboten war. Für den Güteraustausch zwischen Ost- und Westeuropa wurde Leipzig zum wichtigsten deutschen Handelsplatz; ins Gewicht fielen dabei vor allem der Handel mit Fellen und deren Verarbeitung zu Pelzhalbfabrikaten für das Kürschnerhandwerk. Neben London wurde der Leipziger Brühl zum internationalen Handelsplatz der Pelzwirtschaft, und daran hing auch das Gewicht der hiesigen jüdischen Gemeinde; 1913 stammten noch 40 Prozent des städtischen Steueraufkommens aus der Pelzbranche. Im Frühjahr 1895 wandelte sich die Warenmesse zur weltweit ersten Mustermesse, und 1937 erhielt Leipzig den Titel Reichsmessestadt.
Neben dem Handel prägten Universität, Glaubensstreit und Kriege die Stadt. Am 2. Dezember 1409 nahm die Universität Leipzig als Alma Mater Lipsiensis ihren Anfang; 1519 lud sie Martin Luther, Andreas Karlstadt und Philipp Melanchthon zum Streitgespräch mit dem katholischen Theologen Johannes Eck in die Pleißenburg — als Leipziger Disputation ist die Begegnung überliefert. 1539 haben Luther und Justus Jonas die Reformation hier endgültig eingeführt. An diese Geschichte knüpft der Ehrentitel Reformationsstadt Europas an, den die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa der Stadt 2016 zusprach.
Den Aufschwung der Stadt brach der Dreißigjährige Krieg: die Einwohnerzahl sank von 18.000 auf 12.000, fünfmal lag die Stadt zwischen 1631 und 1642 unter Belagerung, und von 1642 bis 1650 hielten die Schweden sie besetzt. Am 17. September 1631 unterlagen im Umland die Kaiserlichen unter Tilly in der Schlacht bei Breitenfeld schwer, und 1813 erlitten Napoleons Truppen in der Völkerschlacht bei Leipzig die entscheidende Niederlage gegen die verbündeten Heere Österreichs, Preußens, Russlands und Schwedens.
In der Tragödie Faust setzte Goethe seinem Studienort ein Denkmal als Klein-Paris: in Auerbachs Keller lässt er einen Studenten sagen, mein Leipzig lob ich mir — es sei ein klein Paris, das seine Leute bilde. Die Bezeichnung setzte sich in der Umgangssprache des 19. Jahrhunderts fest, während die Stadt fortschrittlich und auf dem Weg zur Großstadt war. In Leipzig studierte Goethe, widerwillig, Jura.
Die Stadt hat ihm dafür ein Denkmal gesetzt: Seine Bronzestatue steht auf hohem Sockel auf dem Naschmarkt vor der Alten Handelsbörse, fast genau zwischen der Thomaskirche, der Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs und des Thomanerchors, und der Nikolaikirche, dem Ausgangspunkt der friedlichen Revolution in der DDR. Nur drei Jahre lebte Goethe in Leipzig, doch es waren wichtige Jahre, auch weil sein Erstlingsroman auf der Leipziger Buchmesse erschien.
Am 20. April 1825 wurde in Leipzig der Börsenverein der Deutschen Buchhändler gegründet; zu diesem Zeitpunkt war die Stadt eines der Zentren des deutschen Buchhandels und Verlagswesens. Leipzigs beherrschende Rolle im deutschsprachigen Verlagswesen und Buchgewerbe gipfelte im späten 19. Jahrhundert und in den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg: von den etwa 600.000 Einwohnern arbeitete 1914 rund jeder Zehnte in diesen Zweigen, und das Statistische Jahrbuch führte allein 323 Druckereien mit 18.307 Beschäftigten auf. Ihren Sitz hatten hier namhafte Verlage — Velhagen und Klasing, Barth, Hirzel, Baedeker, Seemann, das Bibliographische Institut, Brockhaus, Teubner, Reclam —, im Musikalienhandel Breitkopf und Härtel, Carl Friedrich Peters und Friedrich Hofmeister; und die zentralen Einrichtungen von Buchbranche und Bibliothekswesen saßen mit Deutschem Buchhändlerhaus, Deutschem Buchgewerbehaus und Deutscher Bücherei ebenfalls in der Stadt, gebündelt im Graphischen Viertel östlich der Altstadt. Die Deutsche Bücherei entstand 1912 in Leipzig und sammelte bis zur deutschen Teilung als alleinige Stelle die gesamte deutschsprachige Literatur ab 1913; 1990 ging sie in Die Deutsche Bibliothek auf, die 2006 den Namen Deutsche Nationalbibliothek erhielt.
Der Thomanerchor entstand 1212 gemeinsam mit der Thomasschule als Klosterschule für zwölf Knaben, und mit der Reformation ging beides 1519 an den Stadtrat über. Als Thomaskantor amtierte von 1723 bis zu seinem Tod 1750 der Leipziger Musikdirektor Johann Sebastian Bach; heute zählt der Chor etwa 100 Thomaner zwischen 9 und 18 Jahren und singt dreimal wöchentlich in der Thomaskirche.
Das Gewandhausorchester wurde 1781 gegründet und bespielt drei Häuser: die Thomaskirche, die Oper Leipzig und das Gewandhaus. Chefdirigenten waren unter anderem Riccardo Chailly, Herbert Blomstedt, Kurt Masur, Václav Neumann, Bruno Walter, Wilhelm Furtwängler, Arthur Nikisch und Felix Mendelssohn Bartholdy; seit 2018 führt Andris Nelsons als Gewandhauskapellmeister den Taktstock. Das Gewandhausorchester spielt seit 1840 bei allen Vorstellungen der Oper Leipzig. Am 2. April 1843 rief Felix Mendelssohn Bartholdy mit dem Conservatorium der Musik die erste deutsche Musikhochschule ins Leben; im gleichen Jahr kam die erste Ausgabe der Illustrirten Zeitung heraus.

Die Oper in Leipzig steht in einer über dreihundertjährigen Tradition: 1693 entstand am Brühl das erste Opernhaus, das dritte bürgerliche seiner Art — nach der Oper am Gänsemarkt in Hamburg und dem Teatro San Cassiano in Venedig. Neben dem hier geborenen Richard Wagner sind Georg Philipp Telemann, Heinrich Marschner und Albert Lortzing in diese Geschichte eingeschrieben; das heutige Opernhaus stand 1960 am Augustusplatz fertig, dort, wo bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg das Neue Theater stand.

Am 1. Oktober 1879 nahm hier das Reichsgericht seine Arbeit auf, oberste Instanz des 1871 gegründeten Deutschen Reiches in Zivil- und Strafsachen; seine Aufgabe entsprach der des heutigen Bundesgerichtshofs, und ab 1895 saß es im neuen Reichsgerichtsgebäude, in dem inzwischen das Bundesverwaltungsgericht untergebracht ist. Während der Leipziger Prozesse sollten dort Verbrechen des Ersten Weltkriegs aufgeklärt und die Täter abgeurteilt werden; in der Weimarer Republik wiederum wirkte das Urteil des Gerichts zum sogenannten Preußenschlag vom 25. Oktober 1932 umstritten am Aufstieg der Nationalsozialisten mit. Im Dezember 1933 lief hier der Reichstagsbrandprozess gegen Marinus van der Lubbe, der zum Tode verurteilt und im Januar 1934 in Leipzig hingerichtet wurde; Freisprüche weiterer Angeklagter führten zur Einrichtung des Volksgerichtshofs, und die Auflösung des Gerichtes erfolgte 1945.

Während des Zweiten Weltkrieges trafen von 1943 bis 1945 häufige Luftangriffe die Stadt und richteten in der Innenstadt schwere Zerstörungen an: bis zu 60 Prozent der Bausubstanz waren betroffen, etwa 6000 Menschen kamen um. Am 18. April 1945 erreichten Einheiten der 1. US-Armee Leipzig, die Rote Armee übernahm es am 2. Juli 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt wirtschaftlich stark an Gewicht, weil sie in der Sowjetischen Besatzungszone und dann in der DDR lag, und das schlug sich in stetig sinkenden Einwohnerzahlen nieder: von 1950 bis 1989 waren es rund 87.000 Personen weniger.
1989 halfen die von der Nikolaikirche ausgehenden Montagsdemonstrationen, das Ende der DDR einzuleiten. Da die DDR-Behörden jede Gewalt gegen die Ordnungsmacht und jede Zerstörung propagandistisch ausschlachteten, demonstrierte man hier unter der Losung Keine Gewalt; als Demonstranten am 4. Dezember 1989 die Bezirksverwaltung für Staatssicherheit besetzten, war es mit der staatlichen Überwachung in der Stadt vorbei. 1990 kamen die Stadt und weite Teile des Bezirks Leipzig zum Freistaat Sachsen.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT, DZT_GOETHE
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Eine Besonderheit in Leipzig ist die Zahl erhaltener Komponistenhäuser, in denen meist Museen eingerichtet wurden: die Talstraße 10 mit der Edvard-Grieg-Gedenk- und Begegnungsstätte, das Schumann-Haus, in dem Robert und Clara Schumann ihre ersten vier Ehejahre wohnten, sowie das Wohn- und Sterbehaus von Felix Mendelssohn Bartholdy. Damit sich dieses musikalische Erbe besser vermarkten lässt, arbeitet eine UNESCO-Initiative auf einen Welterbetitel für die Stadt hin; geplant ist dafür unter anderem die Notenspur, ein etwa 5,1 Kilometer langer Spaziergang entlang der Wohn- und Arbeitsorte der Komponisten.





