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Hamburg hatte am 31.12.2025 1.869.473 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 63 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Hamburg
Hamburg liegt dort, wo Bille und Alster die Unterelbe erreichen, rund 100 Kilometer vor der Mündung des Stroms in die Nordsee — und ist doch vom Wasser her gebaut. Der Tidehafen zieht sich an der Elbe ungefähr von der Veddel bis Finkenwerder, vor allem am Südufer der Norderelbe; verbunden sind die beiden Ufer im Osten über die Elbbrücken und weiter westlich über den Alten wie den Neuen Elbtunnel.

Der Hafen liegt in einer Landschaft, die über Jahrhunderte umgebaut wurde. Nördlich wie südlich der Elbe liegt Geest — höheres Gelände, aufgebaut aus Sand und Geröll, das die Gletscher der Eiszeiten hinterlassen haben. Die Marschen direkt am Strom durchzogen jahrhundertelang Nebenarme, und das Flutwasser der Nordsee lief über sie hinweg und ließ Sand und Schlick zurück; heute ist die Elbe auf beiden Seiten eingedeicht, ihre Nebenarme sind trockengelegt, umgeleitet, kanalisiert oder abgedeicht. In den Außenorten stehen noch alte Deiche aus einer Zeit, in der Hochwasser ganze Viertel unter Wasser setzte.
Groß geworden ist die Stadt als Umschlagplatz: erst als Mitglied der Hanse, dann mit einem Freihafen, dessen Speicherstadt heute Welterbe ist. Schwer getroffen wurde sie dabei immer wieder, 1842 durch den großen Brand, 1943 durch die Luftangriffe und 1962 durch die Sturmflut. Davon, und von dem, was die Stadt heute ausmacht, erzählen die folgenden Abschnitte.
Feste Behausungen sind für den Ort, den der antike Gelehrte Claudius Ptolemäus noch Treva nannte, seit dem 4. Jahrhundert vor Christus nachgewiesen; vom 4. bis ins 6. Jahrhundert setzten sich Sachsen im nordelbischen Raum fest. Die Hammaburg kam im 8. Jahrhundert hinzu; Karl der Große ließ dort im Jahr 810 eine Taufkirche bauen, mit der der heidnische Norden missioniert werden sollte. Ein Bistum stiftete Ludwig der Fromme hier 831, kurz darauf zum Erzbistum erhoben; doch bald nach der Reichsteilung von Verdun 843 fielen Wikinger in die Gegend ein, später die slawischen Abodriten, und der Erzbischof zog mit seinem Amtssitz nach Bremen.
Am westlichen Alsterufer ließ Graf Adolf der Dritte von Schauenburg und Holstein im 12. Jahrhundert eine Handels- und Marktsiedlung anlegen. Das Hafenrecht, das Kaiser Friedrich der Erste Barbarossa dieser Siedlung angeblich 1189 verlieh, und Handelsvorrechte für die gesamte Unterelbe machten den Ort im Mittelalter zu einem blühenden Handelsplatz — mit zeitweise 600 Brauereien galt er als Brauhaus der Hanse. Als frühes Mitglied des Kaufmannsbundes Hanse wuchs Hamburg im 14. Jahrhundert zum deutschen Umschlag- und Stapelplatz zwischen Nord- und Ostsee.
Als Reichsstadt galt Hamburg endgültig ab 1510. Die Börse öffnete 1558 und gehörte damit zu den frühesten in Deutschland; 1678 kam am Gänsemarkt unter dem Namen Opern-Theatrum die erste deutsche Oper hinzu, und in der Reformationszeit wurde der Stadtstaat ohne Blutvergießen evangelisch. Kulturell lag der Höhepunkt im 17. und 18. Jahrhundert, wozu 1767 auch die Gründung des Hamburgischen Nationaltheaters gehörte. Vom Dreißigjährigen Krieg blieb die Stadt weitgehend unberührt und nutzte ihn sogar, um ihre Stellung im Handel auszubauen.
Die Zugehörigkeiten wechselten oft: der dänischen Krone unterstellt, ohne dies je förmlich anzuerkennen, Teil des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und schließlich Hauptstadt des Départements Elbmündung im französischen Kaiserreich. Der russische General Bennigsen belagerte die Stadt 1813. Nach dem Wiener Kongress trat die Freie Stadt 1815 dem Deutschen Bund bei, gehörte ab 1867 dem von Otto von Bismarck betriebenen Norddeutschen Bund an und blieb 1871 Gliedstaat des nun Deutsches Reich genannten Bundesstaates. Die Neuzeit prägten der große Brand von 1842, die Choleraepidemie 1892 und der starke Zuwachs an Fläche und Einwohnern, den das Groß-Hamburg-Gesetz 1937 brachte.
Was Hamburg groß gemacht hat, kam zu einem guten Teil aus dem Binnenland. Das Salz aus Lüneburg etwa wurde in die nahen, einst eher kleineren Hansestädte Hamburg und Lübeck verschifft. Aus dieser Umschlagfunktion wurde über Jahrhunderte die Grundlage der Stadt, und der Hamburger Hafen macht Hamburg zusammen mit dem internationalen Flughafen bis heute zu einem bedeutenden Logistikstandort.
Im Hafen entschied sich später eine Frage, die Hamburg lange beschäftigt hatte: der Zoll. Seit der Reichsgründung 1871 war Hamburg ein Bundesstaat des Deutschen Reiches, sein Staatsgebiet lag damals außerhalb des Zollgebiets. Das Zollanschlussabkommen vom 25. Mai 1881 legte zwischen Stadt und Reich den Bau eines Freihafens fest, damit Hamburg dem Deutschen Zollverein beitreten konnte: Handel im Hafen sollte zollfrei bleiben, und dafür brauchte es ein Gelände, das rechtlich außerhalb des deutschen Zollgebiets lag. Dort sollte das alte Vorrecht der hiesigen Kaufleute weitergelten, eingeführte Ware ohne Zoll zu lagern, zu veredeln und zu verarbeiten; mit dem Beitritt zum Deutschen Zollverein 1888 ging der erste Abschnitt der Speicherstadt als Freihafengebiet in Betrieb.

Was dort lagerte, hat eine Vorgeschichte, die nicht im Hafen liegt: in der deutschen Kolonialgeschichte kam der Stadt erhebliches Gewicht zu, beim Einfuhrhandel mit Kolonialware ebenso wie beim Zuschnitt des staatlichen Kolonialismus; in den Speichern lagen unter anderem Kaffee, Kautschuk, Palmöl und Kakaobohnen. Der Kaffee kam überwiegend aus Süd- und Mittelamerika; von Brasilien über Guatemala bis Mexiko saßen hanseatische Händler dort selbst als Plantagenbesitzer. Formal waren viele dieser Länder längst keine Kolonien mehr, doch koloniale Strukturen bestimmten weiter, wie dort produziert wurde; Brasilien beendete die Sklaverei offiziell erst 1888, ohne dass sich vor Ort etwas zum Besseren wandte.
Der Freihafen ist inzwischen Geschichte. Zum 1. Januar 2003 schied die Speicherstadt aus dem Freihafengebiet aus, das 2013 ganz aufgelöst wurde; gemeinsam mit dem Neubauquartier auf dem Großen Grasbrook bildet sie seit dem 1. März 2008 den Stadtteil HafenCity im Bezirk Hamburg-Mitte.
Zwischen 1883 und 1927 entstand die Speicherstadt in drei Bauabschnitten südlich der Altstadt, auf den früheren Elbinseln und Wohnquartieren Kehrwieder und Wandrahm, als Teil des Hamburger Freihafens; fertig war der erste Abschnitt 1888. Die Bauleitung lag bei Franz Andreas Meyer, dem Oberingenieur der Hamburger Baudeputation.
Das Areal hat einen erstaunlich klaren Zuschnitt. Samt Fleeten nimmt sie rund 26 Hektar ein, misst im nordöstlichen Hamburger Hafen etwa 1,5 Kilometer in der Länge bei 150 bis 250 Metern Breite und reicht von Kehrwiederspitze und Sandtorhöft im Westen bis zum einstigen Teerhof an der Oberbaumbrücke im Osten. Bau und Bewirtschaftung lagen ab 1885 bei der Hamburger Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft, von Beginn an einer Aktiengesellschaft. Ihren Sitz nahm sie im 1902 vollendeten Speicherstadtrathaus am St. Annenufer, dessen Neorenaissance sich von den backsteingotisch wirkenden Speichern abhebt.
Die alliierten Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs kosteten etwa die Hälfte der Bausubstanz; westlich des Kehrwiederstegs, wo fast nichts stehen blieb, verzichtete man auf den Wiederaufbau und errichtete ab 1994 das Hanseatic Trade Center. Die meisten Häuser dagegen wurden unter dem Architekten Werner Kallmorgen weitgehend nach altem Vorbild wiederhergestellt; von ihm stammen auch einige Neubauten der Nachkriegsmoderne, die sich einpassen — etwa die 1956 fertiggestellte Kaffeebörse am Pickhuben und das Bürohaus von 1959 gegenüber am Sandtorkai.
Denkmalgeschützt ist das Quartier seit 1991; am 5. Juli 2015 kam es zusammen mit dem benachbarten Kontorhausviertel als Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus in die Liste des UNESCO-Welterbes. Damit steht heute unter dem Schutz der Welterbeliste, was einmal als zollrechtliche Enklave für den Handel gebaut worden war.

Operation Gomorrha hieß die Luftschlacht um Hamburg, geplant im Rahmen der Combined Bomber Offensive und vom 24. Juli bis zum 3. August 1943 von britischen Verbänden geflogen, erstmals gemeinsam mit US-amerikanischen. In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 1943 warf die Royal Air Force ihre zweite große Angriffswelle als Flächenbombardement, und mehrere Umstände ließen daraus einen Feuersturm werden; schätzungsweise 34.000 Menschen starben bei diesen Angriffen, weite Teile der Stadt lagen danach in Trümmern, und ungefähr 900.000 Einwohner verließen sie oder wurden evakuiert. Benannt ist die Operation nach der biblischen Erzählung von Sodom und Gomorrha, in der Gott beide Städte für ihre Sündhaftigkeit mit einem Regen aus Schwefel und Feuer auslöscht. Der Krieg endete für Hamburg am 3. Mai 1945 mit der kampflosen Übergabe an die englischen Truppen.
Zu diesen Jahren gehört auch ein Kapitel, das nicht von außen kam. Bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten lebten etwa 19.000 Juden in Hamburg; in der Reichspogromnacht 1938 wurden fast alle Synagogen der Stadt zerstört. Von Oktober 1941 bis Februar 1945 brachten 17 Deportationszüge über 5.000 Hamburger Juden in Ghettos und Lager im Osten und nach Theresienstadt. Insgesamt verloren mehr als 8.877 Hamburger Juden durch die Verfolgung ihr Leben.
In Neuengamme richtete die SS 1938 ein Konzentrationslager ein, zunächst als Außenlager von Sachsenhausen, später mit mindestens 86 eigenen Außenlagern bis an die dänische Grenze. Von den rund 100.000 Häftlingen, die meisten aus den besetzten Ländern, starben mindestens 50.000. Heute erinnert die KZ-Gedenkstätte Neuengamme an sie.
Die nächste Katastrophe kam vom Wasser, gegen das sich die Stadt seit Jahrhunderten eindeicht: Bei der Sturmflut von 1962 brachen vor allem in Neuenfelde, Wilhelmsburg und Finkenwerder die Deiche, und in Hamburg starben 315 Menschen. Knapp ein Sechstel des Stadtgebiets stand unter Wasser, 20.000 Menschen verloren ihre Wohnung. Die Behörden hatten die Gefahr verkannt, und Zuständigkeiten waren ungeklärt; die Leitung des Krisenstabs übernahm Innensenator Helmut Schmidt erst, als andernorts längst Soldaten im Einsatz waren.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT, DZT_HANSE, DZT_SEA
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Danach wurden die Deiche auf Hamburger Gebiet verstärkt und auf mindestens 7,2 Meter über Normalnull erhöht. Als die Flut vom 3. Januar 1976 in Hamburg einen Meter höher auflief als 1962, hielten sie.
Die Bevölkerungskurve zeigt, wie tief die Einschnitte der Nachkriegszeit waren und wie sich die Stadt verändert hat. Den bislang höchsten Einwohnerstand mit 1,899 Millionen nach dem Melderegister erreichte Hamburg im Jahre 2019, zuvor lag der Höchststand mit 1,86 Millionen im Jahre 1964; nach 1964 führte Stadtflucht zu einem Bevölkerungsrückgang bis 1986 auf rund 1,6 Millionen Einwohner. Ende 2025 zählte die Stadt 1.869.473 Einwohner, bei mehr als 828.000 von ihnen lag ein Migrationshintergrund vor, etwa 41,9 Prozent der Hamburger Bevölkerung.
Nach außen wirkt die Stadt heute vor allem über das, was aus dem Wiederaufbau gewachsen ist. Weit über die Stadt hinaus bekannt sind das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn und die 2017 eröffnete Elbphilharmonie als Konzerthaus; seit 1996 tagt hier außerdem der Internationale Seegerichtshof.






