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Hannover hatte am 31.12.2025 522.803 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 62 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Hannover
Hannover liegt im Tal der Leine, dort wo das Niedersächsische Bergland ins Norddeutsche Tiefland übergeht. Schon im Mittelalter führte ein wichtiger Handelsweg von Nord nach Süd durch das Leinetal und querte hier eine Flussfurt; im 19. Jahrhundert legte man die Eisenbahn auf dieselbe Linie, und als im 20. Jahrhundert der Mittellandkanal die Ost-West-Achse ergänzte, lag die Stadt am Kreuz dieser Verkehrswege.
Aus dieser Lage wurden nacheinander eine Residenz, eine Industriestadt und ein Messeplatz. Ende 2025 zählte die Landeshauptstadt 522.803 Einwohner auf 204,15 Quadratkilometern.
Wo später Alt- und Neustadt lagen, fanden sich Spuren einer recht ausgedehnten Besiedlung aus römischer Kaiserzeit, wie der Stadthistoriker Helmut Plath festhielt; unter der Aegidienkirche kamen Tongefäßreste jener Zeit zutage, und aus einem alten Leinearm wurde ein Denar des römischen Kaisers Severus Alexander geborgen. Gewachsen ist das heutige Hannover aus einer mittelalterlichen Siedlung an einer hochwassersicheren Stelle des Leineufers; daher rührt vermutlich auch der Name — Honovere, am hohen Ufer —, was allerdings umstritten ist. Ganz in der Nähe ließ sich die Leine an einer seichten Furt überqueren, weil die Niederung dort nur 500 m breit ist und ein Werder hilft; genau dort kreuzten sich zwei Fernstraßen.
Auf eine Marktsiedlung an dieser Stelle deuten schon Hinweise aus der Zeit um das Jahr 950; genannt wird der Vicus Hanovere aber erst um 1150 in den Hildesheimer Miracula Sancta Bernwardi. Heinrich der Löwe ließ den Ort im 12. Jahrhundert ausbauen und gab ihn den Grafen von Roden zu Lehen, die von der Wasserburg Lauenrode in der Leineniederung bei Limmer aus regierten. Das Stadtprivileg erhielt Hannover 1241 als Teil des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg vom Braunschweiger Herzog, und seither ist auch ein Rat belegt; im Lüneburger Erbfolgekrieg kam 1371 das Große Privileg hinzu, das der Stadt weitgehende Rechte zusprach — Zoll- und Mühlenrechte ebenso wie die eigene Befestigung.
Ab 1350 trat an die Stelle der alten Wälle und Gräben mit Palisaden eine acht Meter hohe Stadtmauer mit 34 Türmen, und ab 1392 sicherte zusätzlich eine Landwehr das Vorfeld. Wirtschaftlich ging es damals erstmals kräftig aufwärts, die Stadt trat der Hanse bei; hannoversche Kaufleute führten im 15. Jahrhundert etwa Leinwand nach London aus, handelten mit Tuch in Flandern und bezogen Pelze und Häute aus Nowgorod, Tran und Wachs aus Norwegen sowie Heringe und Butter aus Südschweden. Im 16. Jahrhundert lockerten sich diese hansischen Verbindungen, und um 1620 schied Hannover aus dem Bund aus. Seit 2019 gehört die Stadt wieder der Neuen Hanse an.
Herzog Georg von Calenberg machte die festungsartig ausgebaute Stadt 1636 zu seiner Residenz, und als Residenzstadt blühte Hannover in den folgenden 80 Jahren erneut auf. Herzog Johann Friedrich berief 1676 Gottfried Wilhelm Leibniz zum Hofrat und Leiter seiner Bibliothek; der in Leipzig geborene Philosoph und Mathematiker, auf den unter anderem das Dualsystem zurückgeht, blieb bis zu seinem Tod in der Stadt, die 2005 ihre Landesbibliothek und 2006 ihre Universität nach ihm benannte. Sein Briefwechsel gehört, wie der Goldene Brief, zum Weltdokumentenerbe der UNESCO; beide liegen in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, und begraben ist Leibniz in der Neustädter Kirche. Neuntes Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reiches war Hannover ab 1692, nachdem Herzog Ernst August dafür 1682 die Primogenitur eingeführt hatte.
Den Titel einer UNESCO City of Music trägt Hannover seit 2014, und er hat eine lange Vorgeschichte. Das Niedersächsische Staatsorchester, das heute im Opernhaus spielt, wurde schon 1636 als Hofkapelle gegründet. Von 1710 bis 1712 war Georg Friedrich Händel Kapellmeister am Hof des Kurfürsten Georg Ludwig, und 1859 wurde hier das erste Klavierkonzert von Johannes Brahms uraufgeführt, dessen Orchestrierung er gemeinsam mit dem Konzertmeister Joseph Joachim entwickelt hatte.
Heute reicht die Szene von der NDR Radiophilharmonie, 1950 als Rundfunkorchester gegründet, über Chöre wie den Knabenchor Hannover bis zum Jazz Club Hannover auf dem Lindener Berg, der 1978 die Ehrenbürgerschaft von New Orleans erhielt.
Auch in der Rockmusik hat die Stadt einen Namen. Die 1965 gegründeten Scorpions bezeichnen Hannover als ihre Heimat, in den 1980er Jahren kamen Fury in the Slaughterhouse und Heinz Rudolf Kunze aus der hiesigen Szene, und 2010 gewann die Sängerin Lena Meyer-Landrut für Deutschland den Eurovision Song Contest.

Als Verkehrsknoten von Gewicht und Standort kriegswichtiger Betriebe wurde Hannover ab 1940 in über hundert alliierten Luftangriffen getroffen. 48 Prozent der Stadt lagen danach in Trümmern, 50 Prozent der Wohnhäuser und 40 Prozent der Industriearbeitsplätze waren zerstört, 6782 Menschen kamen um. Nicht wieder aufgebaut wurde die Aegidienkirche; ihre Ruine mahnt heute an die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft. Am 10. April 1945 besetzte die neunte US-Armee die Stadt.
Den Wiederaufbau leitete Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht planvoll und rigoros: nach den schweren Zerstörungen ordnete man die früher kleinteilige Stadtstruktur und das Straßennetz vollständig neu und richtete beides an den damals geltenden Vorstellungen einer autogerechten Stadt aus. Besonders die Innenstadt im zentralen Bereich des Aegidientorplatzes und der Georgstraße bekam mehrspurige Umfahrungen, die über Kreisverkehre verknüpft wurden, und der Fernverkehr der alten Reichsstraßen, der zuvor durch das Zentrum lief, wurde auf Schnellstraßen um es herumgeleitet. Für den Messeschnellweg schlug man eine Schneise mitten durch den Stadtwald Eilenriede.
Der historische Stadtgrundriss blieb nur an der Oberfläche erhalten: das grobmaschige Netz der neuen Straßen zeichnet die alten Hauptlinien allenfalls ungefähr nach, und kennzeichnend für den Wiederaufbau sind Stadträume, die von der historischen Struktur abweichen. Diese Planung galt damals als vorbildlich, wirkt bis heute nach und machte die Stadt überregional bekannt. Später erwiesen sich ihre Konzepte als überholt: die Postmoderne nahm sich wieder jene Straßenführungen und Plätze zum Vorbild, die das 19. Jahrhundert geprägt hatte, und nicht den Nachkriegsstädtebau, der mit der autogerechten Planung unkritisch Ideen aus den USA übernommen hatte.
Was Luftkrieg und Nachkriegsplanung an historischer Bausubstanz gekostet hatten, weckte vereinzelt den Wunsch nach Rekonstruktionen einst prägender Gebäude: die im Krieg zerstörten Fassaden des Leibnizhauses entstanden bis 1983 neu, die des Schlosses Herrenhausen im Großen Garten bis 2013. Heute prägen zahlreiche öffentliche Grünanlagen, viel Straßenkunst und etliche Baudenkmale das Bild, darunter repräsentative Bauten der Norddeutschen Backsteingotik und der Hannoverschen Architekturschule sowie des Klassizismus und des Backsteinexpressionismus.

Der Anschluss an Preußen verbesserte die Bedingungen für die hannoversche Industrie: mit dem Ende des Zunftzwangs und der Gewerbefreiheit kam Wachstum, das in den Aufschwung der Gründerzeit mündete. Zwischen 1871 und 1912 stieg die Einwohnerzahl von 87.600 auf 313.400; die Schwelle zur Großstadt mit 100.000 Einwohnern überschritt die Stadt 1873. Eine erste Pferdebahn ging 1872 in Betrieb und wurde ab 1893 zur elektrischen Straßenbahn ausgebaut.
Zwei hannoversche Erfindungen dieser Jahre sind bis heute im Regal zu finden. Ferdinand Sichel brachte 1881 den ersten gebrauchsfertigen Tapetenkleister heraus, und Hermann Bahlsen ließ 1902 eine der ersten Leuchtreklamen Deutschlands anbringen. Von der Keksfabrik, mit der Bahlsen groß wurde, stehen Fabrik- und Verwaltungsgebäude bis heute unter Denkmalschutz, ebenso das Pelikanwerk.
Mit dem Wachstum änderte sich auch die Stellung der Stadt. Seit der preußischen Annexion 1866 war sie Provinzhauptstadt. Der Aufschwung fiel in die Ära des Stadtdirektors Heinrich Tramm, 1891 in dieses Amt gewählt und 27 Jahre darin tätig; er bestimmte in dieser Zeit Politik und Verwaltung der Stadt. Kreisfrei wurde Hannover 1883 und zugleich Sitz des aus dem Amt Hannover hervorgegangenen Landkreises sowie des Regierungsbezirks, der aus der Landdrostei Hannover entstand. 1920 kam die Stadt Linden mit Alt- und Neu-Linden, Limmer, Davenstedt, Badenstedt, Bornum und Ricklingen hinzu, wodurch die Einwohnerzahl um etwa 80.000 auf 400.000 wuchs.
Ihre heutige Rolle bekam die Stadt 1946. Im August 1946, nach der Auflösung Preußens, wurde sie Hauptstadt des Landes Hannover. Nachdem dieses Land im November 1946 mit den Freistaaten Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe fusionierte, ist Hannover Landeshauptstadt Niedersachsens.
Überregional bekannt wurde die Stadt nach dem Krieg als Messeplatz. Die Geschichte der Deutschen Messe AG reicht bis 1947 zurück; auf dem Messegelände mit seinen 24 Hallen finden jährlich rund 60 Messen und Fachveranstaltungen statt, zu denen über eine Million Menschen kommen. Von 1986 bis 2018 lief hier die Cebit, viele Jahre lang die weltgrößte Computermesse.
Eine U-Bahn zu bauen beschloss der Rat 1965; danach wurde jahrzehntelang am Tunnelnetz gearbeitet, im Wesentlichen bis 1993, als in der Nordstadt die C-Nord-Strecke eröffnete. Unter der Innenstadt entstanden dabei Tunnel, an die man die vorhandenen Straßenbahnstrecken anschloss — so wurde daraus die Stadtbahn Hannover —, und als die Bauarbeiten vorüber waren, bekamen der Kröpcke und die Lister Meile Fußgängerzonen. Die erste Bundesgartenschau hatte bereits 1951 im Stadtpark stattgefunden.
Mit der Expo 2000 richtete Deutschland erstmals eine Weltausstellung aus, und zwar hier. Unter dem Motto Mensch, Natur, Technik beteiligten sich 155 Nationen; die 18 Millionen Besucher blieben hinter den anfänglichen Erwartungen zurück.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: CC, DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.

Dann zog der Landesherr weg, und das hatte eine unerwartete Folge. Als Kurfürst Georg Ludwig 1714 als Georg der Erste den britischen Thron bestieg, verlegte er seine Residenz nach London; in der Verwaltung setzte sich daraufhin ein Kreis von Adels- und Beamtenfamilien fest, und die Stadt, zuvor stark vom Hof abhängig, verödete zusehends. Auch Schloss und Garten Herrenhausen lagen bald brach — und gerade deshalb blieb der Garten von zeitgenössischen Umbauten verschont und in seinem barocken Zustand erhalten. Seit 1814 war die Stadt Hauptstadt des Königreichs Hannover. Mit dem Tod Wilhelms des Vierten endete 1837 die 123 Jahre währende Personalunion der Königreiche Großbritannien und Hannover.






