Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Herborn, Stadt hatte am 31.12.2025 20.276 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Herborn, Stadt
Herborn liegt im mittleren Dilltal, das der Fluss von Nord nach Süd durchzieht; im Westen steigt der Westerwald an, im Osten die Hörre. Ende 2025 zählte die Stadt 20.276 Einwohner in der Kernstadt und mehreren Stadtteilen, darunter Burg, Hörbach und Schönbach.

Der Altstadtkern gilt als geschlossene Fachwerkanlage, in der Baudenkmale aus acht Jahrhunderten stehen. Schon vor dem Ersten Weltkrieg warb die Stadt mit dem Beinamen „Nassauisches Rothenburg“ für sich.
Urkundlich erwähnt ist Herborn erstmals 1048; Stadtrechte erhielt der Ort 1251, wobei die Grafen von Nassau sie betrieben hatten. Um die Herborner Mark tobte lange der Streit zwischen den Grafen von Nassau und den Landgrafen von Hessen, die sogenannte Dernbacher Fehde, die sich von etwa 1230 bis 1333 hinzog.
1584 gründete Graf Johann von Nassau-Dillenburg die Hohe Schule, eine reformierte Hochschule, die für Calvinisten in Europa rasch zu einer bedeutenden Ausbildungsstätte wurde. Ein Promotionsrecht bekam sie nie, denn der Kaiser verweigerte ihr trotz der guten Lehre die Universitätsprivilegien. Unter ihren Studenten war der Pädagoge Johann Amos Comenius, der von 1611 bis 1613 in Herborn lernte. 1817 schloss das Herzogtum Nassau die Hochschule; geblieben ist ein Theologisches Seminar im Schloss.

Aus der Druckerei der Hohen Schule stammt die Bibelübersetzung des Johannes Piscator, die ab 1602 entstand und das kirchliche Leben reformierter Gemeinden bis in die Niederlande, die Schweiz und die USA prägte.
Der Dreißigjährige Krieg traf die Stadt zweimal. Ein Unfall bei der Einquartierung von Soldaten löste 1626 ein Feuer aus, dem 214 Häuser zum Opfer fielen. Gegen Ende des Krieges pflegte die Bürgerschaft 50 schwedische Soldaten und gewann damit den Schutz der schwedischen Armee, aber auch den Ruf einer „Lazarettstadt“, der bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs anhielt.
Die jüdische Gemeinde Herborns wurde 1942 im Holocaust ausgelöscht; das Gedenkbuch des Bundesarchivs verzeichnet 67 jüdische Einwohner Herborns namentlich, die deportiert und überwiegend ermordet wurden. Verfolgt wurden auch Kranke: Zahlreiche Patienten der psychiatrischen Kliniken der Stadt wurden im Rahmen der sogenannten Aktion T4, des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms, verschleppt und getötet.
Die heutige Stadt entstand zum 1. Januar 1977, als sich Herborn mit Burg, Herbornseelbach, Hirschberg, Hörbach, Merkenbach und Schönbach zusammenschloss. Zweimal war Herborn Gastgeber des Hessentags, 1986 und 2016; im zweiten Jahr verlieh ihm die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa den Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“.
Das Rathaus stammt aus dem Jahr 1589 und wurde 1626 nach dem Stadtbrand wieder aufgebaut; um das Gebäude läuft ein Fries mit den Wappen Herborner Bürgerfamilien. Im Juni 2010 wurde bekannt, dass Rathaus und Hohe Schule unter dem Schutz der Haager Konvention für Kulturgut stehen.
Der Bau der Hohen Schule diente ursprünglich als Altes Rathaus und ist seit 1324 belegt. Das Schloss ist seit 1350 erwähnt und beherbergt heute das Theologische Seminar der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Vom Ring der Stadtmauer stehen noch Türme wie der Dillturm.

Zahlreiche Fachwerkhäuser, teils mit Schiefer verkleidet, säumen die Gassen und die drei Marktplätze Buttermarkt, Kornmarkt und Holzmarkt. Der Marktbrunnen stammt von 1732.

Am 7. Juli 1987 starben sechs Menschen bei einem Tanklastwagenunfall mitten in der Stadt, 38 wurden verletzt. Auf der abschüssigen B 255, die kilometerlang in den Ort hineinführt, hatten die Bremsen des Aufliegers versagt, und der mit 34.000 Litern Kraftstoff beladene Wagen stürzte in einer Kurve vor einer Eisdiele um. Der auslaufende Kraftstoff lief in die Kanalisation, explodierte und setzte zwölf Häuser in Brand; auf rund 500 Metern brannte auch die Dill samt ihrem Uferbewuchs. Zum Löschen kam sogar die Berufsfeuerwehr aus Frankfurt am Main.
Entschärft wurde die Gefällestrecke erst nach einem weiteren Unfall in derselben Straße. Seitdem lassen sich zwei Schikanen nur mit höchstens 30 km/h durchfahren, und schnellere Fahrzeuge werden zwangsweise auf eine mit Rollkies gefüllte Notfallspur geleitet, in der sie zum Stehen kommen.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.





