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Ingolstadt hatte am 31.12.2025 140.799 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 59 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Ingolstadt
Ingolstadt liegt an der Donau in Oberbayern, auf 368 m Höhe, und das Stadtgebiet umfasst 133,35 Quadratkilometer. Am 31. Dezember 2025 zählte die kreisfreie Stadt 140.799 Einwohner. Die Marke von 100.000 überschritt sie 1989, seitdem zählt sie zu den Großstädten in Deutschland.
Vier Rollen haben die Stadt geformt, und jede hat Bauten hinterlassen: Sie war Hauptstadt eines eigenen Herzogtums, Universitätsstadt, Landesfestung und ist heute Standort der Autoindustrie. Die historische Altstadt ist im Wesentlichen erhalten.
Die erste schriftliche Erwähnung stammt vom 6. Februar 806. In der Reichsteilungsurkunde Karls des Großen erscheint die villa Ingoldesstat, ein Königshof, der seit 788 karolingisch gewesen war. 841 übertrug Ludwig der Deutsche das Kammergut an seinen Kanzler Gozbald, den Abt des Klosters Niederaltaich; die Urkunde nennt erstmals die Größe des Ortes mit insgesamt 34 Hufen.
Um 1250 erhielt Ingolstadt Stadtrechte, und um 1280 ist eine erste Stadtmauer nachweisbar. Eine gemauerte Stadtbefestigung wurde 1362 unter Herzog Meinhard urkundlich gestattet. 1392 wurde Bayern geteilt, und Ingolstadt wurde Haupt- und Residenzstadt eines eigenen Herzogtums unter Stephan dem Kneißel, bis 1447 Bayern-Ingolstadt an Bayern-Landshut fiel. Ludwig der Gebartete, der 1447 starb, brachte die Stadterweiterung mit 87 Türmen zum Abschluss, die der Stadt den Beinamen die Hunderttürmige einbrachte. Die halbrunden Türme machten die Mauer zu einem Vorbild, unter anderem für Donauwörth, Aichach und Pappenheim.
Am 23. April 1516 erließen die Herzöge Wilhelm und Ludwig in Ingolstadt eine neue Landesordnung, deren Textpassage heute meist als bayerisches Reinheitsgebot bezeichnet wird. Im Jahr 1537 wurde die Stadt zur Landesfestung ausgebaut, die sie 400 Jahre blieb; davon stammt der Name Schanz, und viele Ingolstädter nennen sich noch heute Schanzer.

Im April 1632 belagerte der Schwedenkönig Gustav Adolf die Stadt im Dreißigjährigen Krieg und brach die Belagerung nach wenigen Tagen ab. Sein Pferd, ihm bei einem Erkundungsritt weggeschossen, wurde präpariert und ist heute im Stadtmuseum zu sehen. Am 30. April 1632 starb in der Stadt der Feldherr der katholischen Liga, Graf Tilly, an einer Verwundung.
Ende 1799 schleiften die Franzosen die Festung, und bald darauf verlor die Stadt auch ihre Universität; die Einwohnerzahl halbierte sich nahezu. Die neue Hauptlandesfestung wurde 1828 begonnen und beschäftigte bis 1848 gut 5.000 Bauarbeiter. 1861 standen 7.193 Zivilisten 12.750 Uniformierten gegenüber, und jede Bebauung im Festungsrayon musste das Militär bewilligen. 1867 kam der Eisenbahnanschluss, und erst 1937 wurde Ingolstadt der Status als Festung aberkannt.
Am 13. März 1472 wurde Ingolstadt Sitz der ersten bayerischen Universität, die Herzog Ludwig der Reiche mit päpstlichem Privileg gegründet hatte. Das brachte den Zuzug von etwa 600 Universitätsangehörigen. 1520 kam das Pädagogium hinzu, 1549 das Jesuitenkolleg, und aus der Stadt wurde ein Hauptort der Gegenreformation. Der Professor Johannes Eck gehörte zu den heftigsten Gegnern Luthers, und 1520 erschien in Ingolstadt seine Schrift zur Verteidigung des päpstlichen Primats.
Im 18. Jahrhundert wurde die medizinische Fakultät ausgebaut und erlangte europaweite Bedeutung. Aus dieser Zeit stammt die Alte Anatomie von 1723, ein spätbarocker Bau im Stil einer Orangerie. Am 1. Mai 1776 gründete Adam Weishaupt im Umfeld der Universität den Illuminatenorden. 1799 zog die französische Revolutionsarmee ein, und die Universität ging nach Landshut und 1826 nach München, wo sie heute Ludwig-Maximilians-Universität heißt. Erst 1989 wurde Ingolstadt wieder Universitätsstadt. Im ehemaligen Anatomiegebäude zeigt seit 1973 das Deutsche Medizinhistorische Museum die Entwicklung der Medizin.
In der Stadt stehen 403 Baudenkmäler. Aus der Zeit der Stadtwerdung stammt die Moritzkirche von 1234, eine dreischiffige gotische Basilika mit romanischen Bauteilen, daneben der Herzogskasten, das Alte Herzogsschloss. Von der zweiten Umwallung aus dem 14. Jahrhundert sind weite Teile der Mauer und das Kreuztor erhalten.

Das Neue Schloss und das Münster Zur Schönen Unserer Lieben Frau gehen auf Ludwig den Gebarteten zurück und zeigen die Spätgotik der Zeit des souveränen Herzogtums. Auf ihn geht auch die Hohe Schule zurück, das 1429 gestiftete Pfründnerhaus, in dem ab 1472 die Universität untergebracht war. Das Birnbaumhäusl aus der Zeit um 1470 gehört zu den erhaltenen Bürgerhäusern der Spätgotik.
Die Kirche Maria de Victoria, die Asamkirche, wurde zwischen 1732 und 1736 als Oratorium der Studentenkongregation erbaut und ist wegen ihres monumentalen Deckenfreskos berühmt.

Große Teile der klassizistischen Festung des 19. Jahrhunderts sind erhalten, vor allem am Brückenkopf mit dem Reduit Tilly und den Türmen Baur und Triva, an deren Gestaltung Leo von Klenze mitwirkte. Zum Gelände der Landesgartenschau von 1992 gehört der Klenzepark, der Teil des grünen Gürtels um die Innenstadt ist.

Am 27. April 1933 wählte der neu gebildete Stadtrat zwei NSDAP-Mitglieder zum Zweiten und Dritten Bürgermeister; damit war die Macht der Nationalsozialisten in der Stadt übernommen. Mehr als 50 Menschen brachte man ins Konzentrationslager Dachau. Beim Novemberpogrom 1938 verwüsteten SA-Leute die Synagoge im Stegmeier-Haus; damals lebten noch 46 jüdische Einwohner in der Stadt, die Hälfte der ursprünglich rund 100 hatte sie verlassen.
Die Stadt blieb lange von Bomben verschont. Erst im Januar 1945 begannen alliierte Luftangriffe, die mehrfach folgten und vor allem die südliche und östliche Innenstadt sowie den Bahnhofsbereich schwer trafen. Weit über 600 Menschen kamen ums Leben. Zu den zerstörten Bauten gehörte die barocke Augustinerkirche von Johann Michael Fischer; bei ihrer Zerstörung starben über 100 Menschen. Danach mussten etwa 5.000 Flüchtlinge und Vertriebene untergebracht werden, was den Wohnraum zusätzlich verknappte.
Nach dem Krieg fanden viele Unternehmen in leeren Kasernen und Festungsarealen Ersatz für zerstörte Produktionsstätten. Anfang Dezember 1945 wurde in Ingolstadt das Zentraldepot für Auto Union Ersatzteile gegründet, aus dem im September 1949 mit Krediten der Staatsregierung und Marshallplan-Hilfen die Auto Union GmbH entstand. Die Markenrechte an Audi, DKW, Horch und Wanderer gingen an das neue Unternehmen, weil die Chemnitzer Auto Union AG im August 1948 aus dem Handelsregister gelöscht worden war.
Das erste DKW-Motorrad aus Ingolstadt hieß 1949 RT 125 W, das W stand für West, um es von den Modellen aus der DDR abzugrenzen. Anfang der 1960er Jahre entstanden im Raum Ingolstadt fünf Raffinerien. Das Audi museum mobile im Audi Forum zeigt die Firmengeschichte mit über 50 Autos und mehr als 30 Fahr- und Motorrädern.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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Die Gegenwart hat eigene Bauten hinzugefügt. Ein Beispiel moderner Architektur ist das von Gunter Henn gestaltete Audi Forum.






