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Jena hatte am 31.12.2025 109.353 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 53 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Jena
Jena liegt eng im Tal der Saale, und wer vom Bahnhof in die Innenstadt geht, sieht zuerst einen runden Turm aus Glas und Beton. Der JenTower ist 144,5 Meter hoch und entstand 1972. Geplant war er als Forschungszentrum für Zeiss, genutzt hat ihn dann die Universität. Dass ein Bau zwischen Industrie und Hochschule die Silhouette einer mittelgroßen Stadt bestimmt, passt: In Jena haben sich Wissenschaft und Industrie seit dem 19. Jahrhundert so eng verbunden wie an wenigen anderen Orten. Aus einer kleinen Hochschule, an der um 1800 für einige Jahre Philosophen und Dichter lehrten, und aus einer Werkstatt für Mikroskope ist die Stadt gewachsen, die Jena heute ist.
Das Stadtgebiet misst 114,76 Quadratkilometer und reicht von den Saalewiesen bis auf die bewaldeten Muschelkalkhänge, auf denen der Bismarckturm und die Ruine der Burg Burgau stehen. 1975 überschritt ihre Einwohnerzahl zum ersten Mal die Grenze von 100.000 Einwohnern. Ende 2025 zählte Jena 109.353 Einwohner und gehört damit zu den wenigen ostdeutschen Städten, die ihre Einwohnerzahl über Jahrzehnte halten konnten.
Eine erste Erwähnung der Stadt stammt aus der Zeit zwischen 830 und 850; das Stadtrecht erhielt der Ort um 1230. Lange war Jena eine kleine Landstadt unter vielen, gelegen dort, wo die Leutra in die Saale mündet, 143 Meter über dem Meeresspiegel. Das änderte sich 1548. Die Ernestiner hatten im Schmalkaldischen Krieg Wittenberg und damit ihre Universität verloren, und die Söhne des gefangenen Kurfürsten Johann Friedrich gründeten im ehemaligen Dominikanerkloster von Jena eine Hohe Schule als Ersatz. 1558 wurde sie als Universität feierlich eröffnet.
Ihre große Zeit erlebte die Universität am Ende des 18. Jahrhunderts. 1789 kam Friedrich Schiller als Professor für Geschichte nach Jena und blieb zehn Jahre. 1794 wurde Johann Gottlieb Fichte berufen – sein Sohn Immanuel Hermann Fichte kam in Jena zur Welt –, 1798 folgte Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, und von 1801 bis 1807 lehrte Georg Wilhelm Friedrich Hegel hier. Die Philosophie des Deutschen Idealismus wurde zu einem guten Teil in Jenaer Hörsälen entwickelt.

Die Universität war auch politisch ein Ort des Aufbruchs. 1815 gründeten Studenten in Jena die Urburschenschaft, die sich für ein geeintes Deutschland einsetzte. An sie erinnert das Burschenschaftsdenkmal über der Stadt.
Wo das alles begann, lässt sich noch ablesen. Das Collegium Jenense, die Alte Universität, das Dominikanerkloster, die Kollegienkirche, das Lutherhaus und das Melanchthonhaus stehen bis heute; das Stadtschloss dagegen ist verschwunden. Aus der engen Verbindung mit der optischen Industrie wuchs später eine Forschungslandschaft, die über die Universität hinausreicht: Zu ihr gehören das Abbeanum, die Universitäts-Sternwarte mit dem Astrophysikalischen Institut und der Botanische Garten, die heute als Denkmale geschützt sind.
Wie sehr die Hochschule den Stadtgrundriss bestimmt, zeigt auch die Denkmalliste. Sie führt das Accouchierhaus, in dem Geburtshilfe gelehrt wurde, den Döbereiner Hörsaal, den Anatomieturm und die ehemalige Veterinäranstalt – lauter Häuser, die für einzelne Fächer gebaut wurden. Dazwischen stehen ältere Zeugen der Stadtbefestigung wie der Pulverturm, der Rote Turm und der Landgrafenturm auf der Höhe.
Für wenige Jahre war Jena ein Zentrum der deutschen Literatur. Zwischen 1796 und 1803 lebten und arbeiteten hier die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel, Caroline Schlegel, Novalis und Ludwig Tieck. Mit ihnen im Gespräch standen Fichte und Schelling, deren Philosophie die Romantiker stark beeinflusste.

Was diesen Kreis ausmachte, war weniger ein gemeinsames Programm als eine Arbeitsweise. Man schrieb, las einander vor, stritt und übersetzte gemeinsam; Kritik, Dichtung und Philosophie sollten nicht mehr getrennt sein. Vom 11. bis zum 15. November 1799 kam die Gruppe in Jena zusammen – eine Begegnung, die in der Literaturgeschichte als Höhepunkt ihrer gemeinsamen Zeit gilt. Kurz danach zerstreute sich der Kreis wieder.
Nur wenige Kilometer entfernt lag Weimar, und Schiller wie Goethe verband viel mit der Saalestadt. Goethe, Minister in Weimar, bekam 1807 von seinem Herzog Carl August offiziell die Zuständigkeit für die Universität Jena übertragen. Die Nähe zum Weimarer Hof hat viel dazu beigetragen, dass eine kleine Universitätsstadt Gelehrte und Dichter anzog.
Zur literarischen Spur der Stadt gehören auch die hier Geborenen: der Märchendichter Johann Karl August Musäus, dessen Volksmärchen der Deutschen zu den frühen Sammlungen dieser Art zählen, und die Malerin Louise Seidler, die dem Weimarer Kreis nahestand.
Das Ende dieser Epoche fiel mit einem militärischen Ereignis zusammen. Am 14. Oktober 1806 schlugen die Truppen Napoleons bei Jena und Auerstedt die preußische Armee. Die Doppelschlacht veränderte die politische Landkarte Mitteleuropas, und die Stadt erscheint seither in Geschichtsbüchern auch als Ort dieser Niederlage.
Am 17. November 1846 eröffnete der Mechaniker Carl Zeiß in Jena eine Werkstatt für feinmechanische und optische Instrumente. Die ersten Mikroskope entstanden noch nach Erfahrung und durch Ausprobieren. Den Wendepunkt brachte ab 1866 der Physiker Ernst Abbe, der Mikroskope erstmals auf der Grundlage genauer Berechnungen konstruierte. Um die Theorie in Glas umzusetzen, fehlte allerdings das richtige Material. Das lieferte der Chemiker Otto Schott, der 1884 in Jena ein glastechnisches Laboratorium gründete, aus dem das Unternehmen Schott hervorging.

Abbe prägte nicht nur die Technik, sondern auch die Unternehmensform. 1889 gründete er die Carl-Zeiss-Stiftung, der die Firmen gehören sollten, und legte 1896 in einem Statut fest, wie mit Gewinn und Beschäftigten umzugehen sei. Dieses Statut gilt als frühes Beispiel für soziale Regeln in einem Industrieunternehmen.
Die optische Industrie hat Jena baulich geprägt. Die zweite und die dritte Werkstatt von Carl Zeiss stehen unter Denkmalschutz, ebenso das ehemalige Hauptwerk mit seinem Verwaltungshochhaus und das frühere Südwerk; das Deutsche Optische Museum erzählt die Geschichte des Fachs. 1926 bekam die Stadt ein eigenes Zeiss-Planetarium, an das in der Innenstadt bis heute der Straßenname Am Planetarium erinnert; die Projektoren dafür waren eine Entwicklung des Unternehmens. Von der Industrie ist mehr geblieben als ein Firmenname. Wer durch die Stadt geht, stößt auf die ehemalige Gießerei des Carl-Zeiss-Südwerks, auf nummerierte Werkbauten wie Bau 15 und Bau 23 und auf zwei Hochbunker aus den Kriegsjahren. Zusammen mit dem Deutschen Optischen Museum ergibt das einen Rundgang, der die Geschichte des Fachs an konkreten Adressen erzählt.







Stand des Portraittextes: 2026-09-17.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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Nach 1945 wurde die Firmengeschichte geteilt. Die amerikanischen Truppen brachten Fachleute nach Oberkochen in Württemberg, wo im Westen ein neues Zeiss-Unternehmen entstand. In Jena wurde daraus der volkseigene Betrieb VEB Carl Zeiss Jena. Nach der Wiedervereinigung wurde er in mehreren Schritten umgebaut und neu geordnet.
Die Spur der Stadt in der Technik- und Wissenschaftsgeschichte reicht bis in die Gegenwart. John B. Goodenough, einer der Entwickler des Lithium-Ionen-Akkus, kam am 25. Juli 1922 in Jena zur Welt; den Nobelpreis für Chemie erhielt er 2019.





