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Weimar hatte am 31.12.2025 65.566 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 42 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Weimar
Weimar ist eine kreisfreie Stadt in Thüringen; ihre Altstadt schmiegt sich in einen Bogen der Ilm, südöstlich vom Ettersberg und ungefähr in der Mitte zwischen dem westlich gelegenen Erfurt und dem östlich gelegenen Jena. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 65.566 Einwohner.
In Weimar kreuzen sich auf engem Raum vier Linien: eine Bibliothek, die Goethe fünfunddreißig Jahre lang beaufsichtigte; eine Kunstschule, die 1919 unter dem Namen Bauhaus antrat; eine Nationalversammlung, die im selben Jahr im Nationaltheater tagte und einer Republik ihren Namen gab; und ein Konzentrationslager, das die Nationalsozialisten ab 1937 auf dem Ettersberg errichteten.
Die überlieferten Aufzeichnungen über Weimar reichen bis ins Jahr 899 zurück: eine Urkunde, ausgestellt am 11. März 899, nennt den Ort Wigmara, und hinter diesem Namen stecken die althochdeutschen Wörter wīh, also Heiligtum, und mer, also See — ursprünglich hieß der Ort demnach Heiligtumsee. Kaiser Otto der Zweite erwähnte auf einer am 3. Juni 975 für Fulda ausgestellten Urkunde eine Siedlung namens Burg Weimar; sie wird als Geburtsurkunde der Stadt geführt, auch wenn offen bleibt, ob das heutige Weimar überhaupt gemeint war. Zwischen 946 und 1346 existierte die Grafschaft Weimar als eigenständige politische Einheit, und im Jahr 1250 ist erstmals von einer Siedlung die Rede, die sich schon früher im Schutz der Burg gebildet haben musste.
Erst im Jahr 1410 erhielt Weimar die Stadtrechte; damit stand es rechtlich auf einer Stufe mit den übrigen Städten der Wettiner. Was danach an Aufschwung begann, machte 1424 ein verheerender Stadtbrand zunichte; beim Wiederaufbau zog man vor allem eine Konsequenz: die Befestigung der Burg wurde auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet, sodass ein doppelter Mauerring entstand: zwei Mauern in acht bis zehn Metern Abstand, dazu zehn Türme und vier Tore, die man eigens befestigte. Reste davon stehen noch, unter anderem der Kasseturm am Goetheplatz. Im Jahr 1552 machte Herzog Johann Friedrich der Großmütige Weimar zum Hauptort seines Herzogtums Sachsen-Weimar; Haupt- und Residenzstadt sollte es bis 1918 bleiben.
Von 1561 bis 1681 kam es auch in Weimar zu Hexenverfolgungen, bei denen sechs Menschen angeklagt wurden; zwei Frauen wurden 1669 und 1676 enthauptet und verbrannt. Am 4. Oktober 1653 wurde der Weimarer Zwiebelmarkt zum ersten Mal abgehalten; angefangen hatte er als Handelsplatz für Obst und Feldfrüchte, heute ist er ein Volksfest, das weit über Thüringen hinaus Gäste anzieht.

Unter der Großherzogin Maria Pawlowna und ihrem Sohn Carl Alexander nahm die Stadt noch einmal Fahrt auf: 1842 holte man Franz Liszt als Kapellmeister her, 1849 floh Richard Wagner hierher zu seinem Förderer, der später sein Schwiegervater werden sollte, und 1850 brachte Liszt Wagners Lohengrin in Weimar zur Uraufführung. Im Jahr 1860 gründete Carl Alexander die Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar; zum Lehrkörper gehörten Arnold Böcklin, Franz Lenbach und Reinhold Begas, und was sie prägten, ist der Kunstgeschichte als Weimarer Malerschule geläufig. Im Jahre 1864 wurde in Weimar die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft gegründet.
Herzog Carl August galt als tolerant und aufgeklärt; er gab seinem Staat 1816 als erster deutscher Monarch eine Verfassung, und dieses Dokument trug sogar den Namen Grundgesetz. Der industrielle Aufschwung, den andere thüringische Städte nach dem Bahnanschluss erlebten, blieb in Weimar aus, obwohl die Stadt 1846 Anschluss an die Strecke Halle–Erfurt erhielt. Weimar blieb Verwaltungs- und Residenzstadt. Am 9. November 1918 verzichtete Wilhelm Ernst für sich und seine Nachkommen auf den Thron des Großherzogtums, und am 1. Mai 1920 wurde Weimar Hauptstadt des neu gegründeten Landes Thüringen — ein Rang, den die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst behielt, bis am 7. Juli 1948 Erfurt zur Landeshauptstadt Thüringens erklärt wurde.
Weimar wurde zu einem Brennpunkt europäischer Geistesströmungen, und die Ankunftsdaten liegen erstaunlich eng: den Anfang machte 1772 der Dichter Christoph Martin Wieland, 1775 zog Johann Wolfgang von Goethe zu, ein Jahr darauf Johann Gottfried Herder, 1799 schließlich Friedrich Schiller; mit Goethes Tod im Jahr 1832 endete die Weimarer Klassik. Das Ensemble, das aus dieser Epoche erhalten ist, umfasst elf Denkmäler; am 2. Dezember 1998 nahm die UNESCO es unter dem Titel Klassisches Weimar in ihre Liste auf und verwies zur Begründung darauf, welchen kunsthistorischen Rang die öffentlichen und privaten Bauten samt ihren Parklandschaften aus der Blütezeit dieser Stadt besitzen.

Der Ort, an dem diese Epoche am dichtesten greifbar ist, ist eine Bibliothek: Herzog Wilhelm Ernst legte 1691 den Grundstein der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, indem er die 1.400 Bände seiner eigenen Sammlung für das Publikum öffnete; dreißig Jahre später waren daraus schon 11.000 Exemplare geworden. Bis 1766 war sie im Residenzschloss untergebracht; dann bezog sie das Grüne Schloss, und den Namen, den sie heute führt, bekam sie erst 1991 — nach Anna Amalia, in deren Regierungszeit jener Umzug fiel.
Herzog Carl August übertrug 1797 die Oberaufsicht über die Bibliothek an Goethe und an dessen Kollegen Christian Gottlob Voigt. Goethe leitete sie bis zu seinem Tode 1832 als Bibliothekar fünfunddreißig Jahre lang; in dieser Zeit wuchs der Bestand auf das Doppelte, nämlich auf 80.000 Bände. Das führte zu Platzmangel: zwischen 1821 und 1825 baute man unter der Leitung von Clemens Wenzeslaus Coudray den benachbarten Turm zum Bibliotheksturm um und setzte ihm ein Stockwerk auf.
Am Abend des 2. September 2004 stand der Dachstuhl des Hauptgebäudes in Flammen; die Feuerwehr brachte den Brand im zweiten Geschoss des Rokokosaales zum Stehen, und woran es gelegen hatte, blieb im Abschlussgutachten des Bundeskriminalamtes offen — die Staatsanwaltschaft hielt einen Schwelbrand an einem schadhaften Elektrokabel für wahrscheinlich. Während des Brandes wurden etwa 28.000 Bücher in Sicherheit gebracht, unter ihnen die Lutherbibel von 1534; verloren gingen 50.000 Bände und dazu 35 Gemälde des 16. bis 18. Jahrhunderts. Die Bibliothek gehört seit 1998 als Teil des Ensembles Klassisches Weimar zum Welterbe der UNESCO.
Das Staatliche Bauhaus war eine 1919 von Walter Gropius in Weimar ins Leben gerufene Kunstschule; sie ging aus zwei Häusern hervor, die man zusammenlegte — der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst und der Großherzoglich-Sächsischen Kunstgewerbeschule, die Henry van de Velde 1907 begründet hatte. Van de Velde hatte Gropius als seinen Nachfolger empfohlen, und gearbeitet wurde am Bauhaus zunächst in genau jenen Schulgebäuden, die van de Velde entworfen hatte. Im Jahr 1925 erfolgte der Umzug nach Dessau, 1932 der nach Berlin, und 1933 wurde die Schule unter dem Druck der Nationalsozialisten geschlossen.
Der Anlass des Wegzugs lag in Weimar selbst: noch bevor die Nationalsozialisten an die Macht kamen, fochten die Kulturschaffenden der Stadt ihre Streitigkeiten in Zeitschriften aus, und vor allem der Zwist zwischen dem freigeistigen Kreis um Harry Graf Kessler und dem völkisch-nationalistischen Kreis um Adolf Bartels ließ die Stadt nicht zur Ruhe kommen. Dies führte 1925 zum Umzug des Bauhauses von Weimar nach Dessau. Was in Weimar blieb, ist gleichwohl Welterbe: Das Musterhaus am Horn, das Kunstschulgebäude und der Hauptbau der Bauhaus-Universität gehören zur Stätte Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau.
Nach der Machtübernahme bekam die Stadt eine zweite Bauschicht: als Gauhauptstadt sollte Weimar nach Plänen des Architekten Hermann Giesler umfassend neu gestaltet werden, und ein Teil davon wurde auch gebaut; Gauleiter Fritz Sauckel ließ für ein Gauforum den Asbach-Grünzug teilweise und das Asbach-Viadukt ganz beseitigen. Dessen Bauten stehen bis heute und werden weitergenutzt: das Haus der Gliederungen der NSDAP ab 1936 als Haus 3 des Thüringer Landesverwaltungsamtes, die Halle der Volksgemeinschaft ab 1937 als Einkaufszentrum, das Gebäude der Deutschen Arbeitsfront von 1937 als Haus 2 desselben Amtes. Wer heute in Weimar einkauft, tut das in einer Halle, die für Aufmärsche gebaut wurde.

Im Jahre 1919 fand im Deutschen Nationaltheater in Weimar die Nationalversammlung zusammen, um eine Verfassung zu geben; sie hatte sich gebildet, nachdem die Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen worden war, und blieb bis zum September 1919 hier, weil man der politisch aufgeheizten Reichshauptstadt Berlin aus dem Weg gehen wollte. Nach diesem Tagungsort trägt das parlamentarische Deutschland der Jahre 1919 bis 1933 bis heute den Namen Weimarer Republik. Die Republik wurde in dieser Stadt auch verteidigt. Während des Kapp-Putsches beteiligten sich hunderte Weimarer Arbeiter an einem Generalstreik; als sie am 15. März 1920 im Volkshaus zu einer Kundgebung zusammenkamen, eröffneten putschende Reichswehrsoldaten das Feuer auf die Versammelten, und neun Demonstranten starben. Nachdem der Putsch niedergeschlagen war, errichtete der Direktor des Bauhauses, Walter Gropius, im Auftrag des örtlichen Gewerkschaftskartells ein Denkmal zu Ehren der Toten, die seither die Märzgefallenen genannt werden; es wurde am 1. Mai 1922 eingeweiht.
Gleichzeitig entwickelte sich Weimar zwischen den Kriegen zu einer Hochburg konservativer und nationalistischer Kräfte. Der zweite Parteitag der NSDAP — zugleich ihr erster nach der Neugründung vom Februar 1925 — wurde am 3. und 4. Juli 1926 in dieser Stadt abgehalten; während einer Sondertagung zu Jugendfragen trug Julius Streicher den Vorschlag vor, die Großdeutsche Jugendbewegung in Hitlerjugend umzubenennen, und so geschah es. Für die Nationalsozialisten war Weimar von doppelter symbolischer Bedeutung: hier war die verhasste Republik gegründet worden, und hier lag zugleich ein Kernort deutscher Kulturtradition. Hitler selbst besuchte Weimar über 40 Mal.
Im Sommer 1937 wurde mit dem Bau des Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg angefangen. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 als Ort der Haft und der Zwangsarbeit geführt; durch das Lager gingen in dieser Zeit rund 277.800 Menschen aus 50 Ländern, und wie viele von ihnen starben, wird auf etwa 56.000 geschätzt. Bei der Annäherung der 3. US-Armee am 11. April 1945 nahmen die Häftlinge das Lager von der abziehenden SS in die eigene Hand: sie nahmen 125 Bewacher fest, öffneten die Tore und zogen die weiße Fahne auf. Das amerikanische Stadtkommando ordnete danach einen Pflichtbesuch von eintausend Einwohnern in dem befreiten Lager an.
Schon in den Wochen vor der Befreiung hatten Bombenangriffe die Stadt selbst getroffen. Die Bombenangriffe vom 9. und 27. Februar sowie vom 10. März 1945 zogen die Innenstadt schwer in Mitleidenschaft: 965 Tonnen Bomben wurden abgeworfen, insgesamt 1254 Einwohner und 600 Buchenwald-Häftlinge starben, 325 Gebäude wurden zerstört und weitere 210 schwer beschädigt. Betroffen waren unter anderem die Herderkirche, das Wittumspalais, das Landesmuseum und das Nationaltheater; in Mitleidenschaft gezogen wurden auch Goethehaus, Schillerhaus, Residenzschloss und Goethes Gartenhaus. Diese Gebäude wurden größtenteils wieder aufgebaut, nicht wenige bereits kurz nach dem Krieg.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT_GOETHE, DZT_BAU
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Damit war die Geschichte des Ortes nicht zu Ende. Am 12. August 1945 wurde auf dem Gelände das Speziallager Nr. 2 eröffnet, betrieben von der sowjetischen Geheimpolizei NKWD; von den 28.000 Menschen, die dort bis zur Auflösung im Februar 1950 festgehalten wurden, starben rund 7.000. Auf demselben Gelände entstand 1958 die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald; ab 1991 wurde sie neu gestaltet.
Nach der Wiedervereinigung knüpfte die Stadt wieder an ihre Kulturtradition an: Im Jahr 1999 war Weimar Kulturhauptstadt Europas.






