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Karlsruhe hatte am 31.12.2025 309.247 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 57 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Karlsruhe
Kein Quadratmeter der Stadt liegt links des Rheins, und weit überwiegend gehört sie zur Oberrheinischen Tiefebene; erst im Osten, beim Turmberg und den Höhen daneben, greift das Gebiet auf den Saum des Hügellands über, wo der südliche Kraichgau in den Nordschwarzwald übergeht. Im Westen bildet der Rhein die Stadtgrenze, und zwei kleine Zuflüsse queren das Gebiet nach Nordwesten: die Alb aus dem Schwarzwald und die Pfinz aus dem Kraichgau. Die amtliche Ortshöhe beträgt 121 m. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 309.247 Einwohner auf 173,42 Quadratkilometern.
Rund um die Stelle, an der 1715 im Hardtwald die Planstadt entstand, gab es längst Siedlungen: mehrere Dörfer und dazu Durlach und Mühlburg, zwei Städte, die heute als Stadtteile dazugehören und deren Geschichte weit vor die der Kernstadt zurückreicht. Durlach erscheint 1196 zum ersten Mal urkundlich als Stadt, und Aufschwung in Wirtschaft und Kultur brachte ihm das Jahr 1565, als Markgraf Karl der Zweite die Residenz von Pforzheim dorthin verlegte.

Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach gab die mittelalterliche Enge Durlachs auf und setzte dagegen eine Stadt, die in ihrem Zuschnitt wie in ihrer Haltung offen sein sollte — eine der späten großen Stadtgründungen Europas auf dem Reißbrett. Eine Legende erzählt, der Markgraf sei bei einem Ritt zur Jagd im Hardtwald eingeschlummert und habe von einem prächtigen Schloss geträumt, das wie eine Sonne mitten in seiner künftigen Residenz stand, während die Straßen ringsum ihre Strahlen bildeten. Überliefert ist nicht, was ihn wirklich bewog: die Sternanlage, in der man auch ein städtebauliches Sinnbild des Absolutismus sieht, folgt der Bauform eines Jagdsterns und machte den Hardtwald als Revier zugänglich, und der Turm war anfangs Jagd- und Lustschloss. Am 17. Juni 1715 legte Karl Wilhelm den Grundstein des Schlossturms und gründete damit die Residenz, die seinen Namen trägt; Residenz der Markgrafschaft Baden-Durlach wurde Karlsruhe allerdings erst 1718.

Der Grundriss von damals liegt noch immer unter der Stadt: mitten in einem Kreis steht das Schloss, und von ihm gehen nach Süden Straßen in die Bebauung, nach Norden Alleen in den Hardtwald — zusammen 32 Achsen, genau so viele Striche, wie die Windrose kennt. Bebaut war anfangs nur das südliche Viertel dieses Vollkreises, bis zur heutigen Kaiserstraße hin; weil dieses Viertel wie ein aufgeklappter Fächer aussieht, heißt Karlsruhe die Fächerstadt. Weder ein Rathaus noch ein Marktplatz war in der Planung vorgesehen, die sich ganz auf den Fürsten hin ordnete.
Damit eine geplante Stadt auch Bewohner bekommt, braucht es mehr als einen Grundriss. Karl Wilhelm warb deshalb mit Rechten: sein Privilegienbrief vom 24. September 1715 fasste zusammen, wie er sich eine Modellstadt dachte, und trug schon deutliche Züge eines für die Zeit sehr weit gedachten Staats- und Menschenbildes — was er den Zuziehenden zusagte, die Freiheit der Person, Freiheiten im Erwerb, Gleichheit vor dem Recht und Mitsprache in der Politik, erstritten sich die Völker Europas in den Umwälzungen der folgenden Jahrhunderte erst noch als allgemeines Menschenrecht. Gebaut haben die Stadt dann Zuwanderer aus Frankreich, Polen, Italien, der Schweiz und aus vielen deutschen Ländern; Johannes Sembach, ihr erster Bürgermeister, war Straßburger. Als sich Baden-Durlach 1771 wieder mit der Markgrafschaft Baden-Baden vereinigte, wurde Karlsruhe Residenz der ganzen Markgrafschaft Baden, und ab 1806 residierten hier die badischen Großherzöge.
Eine für ihre Zeit ungewöhnlich liberale Verfassung gab Großherzog Carl dem Land 1818 in Karlsruhe, und 1822 bekam die Stadt ein Haus, das eigens als Parlament gebaut wurde — das erste seiner Art in Deutschland, heute die Erinnerungsstätte Ständehaus. In der Badischen Ständeversammlung saß auch Friedrich Hecker, der 1848 zu den Anführern der Badischen Revolution zählte. Großherzog Leopold verließ im Mai 1849 die Stadt in Richtung Koblenz; bis preußische Truppen die Aufständischen im Juli in Rastatt niederwarfen, war Baden faktisch eine Republik.

1863/64 bekam Karlsruhe ein Verwaltungsgericht, das erste in Deutschland: von da an ließen sich verbriefte Bürgerrechte einklagen, wenn der Staat sie verletzte — ein Schritt auf dem langen Weg vom Untertan zum Bürger. Schon 1862 und damit früher als in anderen Ländern schlug sich die vielzitierte badische Liberalität in der bürgerlichen Gleichstellung der Juden nieder, und am 16. September 1893 öffnete hier das heutige Fichte-Gymnasium als erstes deutsches Mädchengymnasium. Mit der Novemberrevolution 1918 endete die Rolle als Residenz; Karlsruhe wurde Hauptstadt des Freistaates Baden.
Die Bundesrepublik machte Karlsruhe dann zur Residenz des Rechts: den Anfang setzte 1950 der Bundesgerichtshof, am 28. September 1951 kam das Bundesverfassungsgericht hinzu, das mit dem FDP-Politiker Hermann Höpker-Aschoff seinen ersten Präsidenten bekam. Damit beherbergt die Stadt zugleich ein Verfassungsorgan und die Spitze der ordentlichen Gerichtsbarkeit, und Wendungen wie bis nach Karlsruhe gehen oder Karlsruhe hat das Gesetz kassiert haben aus dem Ortsnamen ein Wort für diese Gerichte gemacht. Seinen ersten Amtssitz bezog das Bundesverfassungsgericht 1951 im Prinz-Max-Palais, 1969 wechselte es in einen Pavillonbau, den Paul Baumgarten dort errichtete, wo bis zum Zweiten Weltkrieg das später ausgebrannte Theater am Schlossplatz gestanden hatte, und der Bundesgerichtshof sitzt seit 1950 im Erbgroßherzoglichen Palais am Südrand der westlichen Innenstadt.
Weil die Kernstadt jung ist, fehlt ihr das gewachsene historische Bild, das andere Städte mitbringen: nördlich der heutigen Kaiserstraße wurde die Innenstadt in den Jahren nach 1715 am Reißbrett entworfen und als Planhauptstadt ausgeführt. In der Mitte stehen Schlossturm, Schlossgarten und Schlossplatz; bürgerliche Häuser durften ursprünglich erst südlich des Zirkels entstehen, und wie hoch gebaut werden durfte, war eng geregelt, damit das Bild der Stadt einheitlich blieb. Das Badische Landesmuseum im Schloss empfing 1921 zum ersten Mal Besucher; nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es ab 1953 wieder aufgebaut und war drei Jahre später erneut begehbar, und zu den Stücken, um die sich seine Sammlung legt, gehört die Türkenbeute des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden.
Das Gesicht der Stadt, die sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Süden über die Kaiserstraße hinaus schob, gab ihr der Klassizist Friedrich Weinbrenner; viele seiner Bauten stehen bis heute in der Innenstadt. Auf der zur Via Triumphalis ausgebauten Mittelachse von Nord nach Süd liegt der Marktplatz mit evangelischer Stadtkirche und Rathaus, eine der markantesten klassizistischen Platzanlagen Europas, die man nach den Kriegszerstörungen ab 1950 weitgehend wiederherstellte. Zwischen 1808 und 1814 entstand außerdem die Pfarrkirche St. Stephan.

Mit der Industrialisierung wuchs die Stadt ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über ihren Plan hinaus: Südstadt und Südweststadt bekamen ein Straßenraster, das den Fächer nicht mehr aufnahm, und in Rüppurr begann 1911 der genossenschaftliche Bau der Gartenstadt Karlsruhe. 1928 schrieb die Stadt einen Wettbewerb für den ihr gehörenden Südteil des Dammerstock-Geländes aus; gewonnen hat ihn Walter Gropius, der kurz zuvor die Leitung des Bauhauses abgegeben hatte, mit einem Entwurf in Zeilenbauweise — so sollte jede Wohnung gleich viel Tageslicht bekommen. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 stoppte das Vorhaben nach dem ersten Bauabschnitt mit 228 Wohnungen; als Zeugnis des Neuen Bauens in Deutschland zählt die Siedlung trotzdem.
Für die Jahre zwischen 1940 und 1945 sind 135 Angriffe aus der Luft und mit Artillerie belegt, 13 davon mit über 100 Bombern; 1754 Menschen kamen dabei um, 3508 trugen Verletzungen davon, und je nachdem, wie man rechnet, lag die Zerstörung der Stadt bei 24 bis 38 Prozent. Danach füllten zunächst schmucklose Betonbauten die Lücken; Waldstadt und Oberreut entstanden ab den 1950er Jahren als Stadtteile für das Auto, die Kriegsstraße wurde zur mehrspurigen Schnellstraße quer durch die Mitte, und umgekehrt verschwand der Verkehr in den 1970er und 1980er Jahren Abschnitt für Abschnitt aus der Kaiserstraße, die zur Fußgängerzone wurde. Als sich amerikanische und französische Truppenteile in den 1990er Jahren zurückzogen, bestimmten Brachen und Konversionsflächen die Stadtgestaltung, und nahe der Innenstadt konnten neue Wohngebiete entstehen.
Den Grundstein der Universität legte Großherzog Ludwig der Erste 1825 mit dem Polytechnikum; seit 2009 trägt die Hochschule den Namen Karlsruher Institut für Technologie, entstanden am 1. Oktober 2009 aus der Verbindung von Universität und Forschungszentrum. Auf welche Namen die Hörsäle dieser Schule zurückblicken, liest sich wie ein Register der Physik und Chemie: Heinrich Hertz wies hier als Professor die elektromagnetischen Wellen nach; Ferdinand Braun, der die Kathodenstrahlröhre erfand und den Physiknobelpreis erhielt, lehrte von 1883 bis 1887 in der Stadt; Fritz Haber, ebenfalls Nobelpreisträger, brachte als Professor der Technischen Hochschule die Ammoniaksynthese zustande; und Ferdinand Redtenbacher legte am selben Haus die wissenschaftliche Grundlage des Maschinenbaus. Aus Karlsruhe stammt zudem Karl Freiherr von Drais, und vom 3. bis zum 5. September 1860 kam in der Stadt der Karlsruher Kongress zusammen, der erste internationale Fachkongress, den eine naturwissenschaftliche Disziplin abhielt.
Am 2. August 1984 gingen im Rechenzentrum der hiesigen Universität die ersten echten E-Mails Deutschlands ein und hinaus: Werner Zorn, Internetpionier aus Karlsruhe, schickte eine Antwort auf den förmlichen Willkommensgruß des CSNET aus den USA, einer Plattform, über die Wissenschaftler herstellerunabhängig miteinander kommunizieren konnten. Die erste Informatik-Fakultät Deutschlands entstand ebenfalls hier, und als die Exzellenzinitiative 2006 zum ersten Mal drei Universitäten den Titel Elite-Universität zusprach, war Karlsruhe darunter; die Hochschule trug ihn bis 2012 und erneut ab 2019.
Aus der Verbindung von Technik und Kunst ist in Karlsruhe eine eigene Sparte geworden, die Medienkunst. 1997 öffnete das Zentrum für Kunst und Medien, das sich als Ort versteht, an dem Kunst, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft aufeinandertreffen; zu ihm gehören neben Forschungsabteilungen das Medienmuseum und das Museum für Neue Kunst, und in seinem Hallenbau, früher eine Munitionsfabrik, sitzt außerdem das Kunstmuseum Karlsruhe. In das UNESCO-Netzwerk der Kreativstädte rückte Karlsruhe 2019 als Stadt der Medienkunst ein.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: CC, DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Dass der Name der Stadt heute in Nachrichtensendungen als Kurzform für ein Gericht steht, ist die zweite Karriere einer Residenz, die ihre erste 1918 verloren hatte. Am 12. und 13. Januar 1980 gründete sich im Kongresszentrum der Stadt die Bundespartei Die Grünen.
Dass hier die obersten Strafverfolger des Bundes sitzen, hat die Stadt auch zum Tatort gemacht. Am 7. April 1977 erschossen Terroristen der Roten Armee Fraktion Generalbundesanwalt Siegfried Buback auf der Fahrt von seiner Wohnung in Neureut zum Bundesgerichtshof, zusammen mit seinem Fahrer Wolfgang Göbel und Georg Wurster, dem Leiter der Fahrbereitschaft der Bundesanwaltschaft. Buback hatte zuvor die Fahndung nach führenden Mitgliedern der ersten RAF-Generation verantwortet.






