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Pforzheim hatte am 31.12.2025 134.422 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 54 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Pforzheim
Pforzheim liegt dort, wo Nagold und Würm in die Enz münden, am Nordrand des Schwarzwalds, rund 25 Kilometer südöstlich von Karlsruhe. Die Lage ist der Ursprung des Namens: Die römische Siedlung an der Enzfurt hieß Portus, also Hafen oder Stapelplatz. Auf 98,07 Quadratkilometern leben heute 134.422 Einwohner.
Zwei Daten prägen die Stadt bis in ihren Grundriss. Das eine ist 1767: Damals wurde im Waisenhaus eine Uhrenfabrik eingerichtet, aus der die Schmuck- und Uhrenindustrie hervorging, der Pforzheim den Beinamen Goldstadt verdankt. Das andere ist der 23. Februar 1945, an dem britische Bomber die Stadt in gut zwanzig Minuten fast vollständig zerstörten. Was man heute sieht, ist überwiegend Wiederaufbau der 1950er Jahre.
Die Siedlung geht auf eine römische Gründung um 90 nach Christus an einer Furt durch die Enz zurück. Der Leugenstein von Friolzheim aus dem Jahr 245 nennt den Namen portus. Die Lage war kein Zufall: Hier querte die Fernhandels- und Heerstraße zwischen Oberrhein und Neckarland den Fluss, kurz nachdem sich Nagold und Enz vereinigt hatten. 259 und 260 eroberten Franken und Alamannen die rechtsrheinischen Gebiete; die Siedlung Portus wurde dem Erdboden gleichgemacht.
Der mittelalterliche Ort tritt 1067 in einer Urkunde König Heinrichs IV. ins Licht; um 1080 erhielt die Siedlung das Marktrecht. Im 12. Jahrhundert stand der Alten Stadt ein neuer Siedlungskern gegenüber, die Neustadt unterhalb eines Burgbergs — des heutigen Schlossbergs. 1220 wählten die badischen Markgrafen Pforzheim zur Residenz, und das Gewicht verschob sich endgültig zur Neustadt. 1240 ist ein Pforzheimer Bürgermeister erstmals urkundlich bezeugt.

Die Stadt lebte von Holzhandel und Flößerei, von Gerberei, Tuch- und Zeugmacherei. 1501 erließ Markgraf Christoph I. eine Ordnung für die Flößer und Schiffer; über Enz, Nagold und Würm kamen Stämme aus dem Schwarzwald, die in der Pforzheimer Au zu Großflößen für Neckar und Rhein umgebunden wurden. 1535 wurde die Stadt Residenz des Markgrafen Ernst I., 1565 wanderte die Residenz nach Durlach ab; die Schlosskirche blieb Grablege der Markgrafen. 1556 führte Karl II. die Reformation ein.
Dann kam eine lange Reihe von Katastrophen. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges, 1645, legten bayerische Truppen die Alte Stadt in Asche. Beim Wiederaufbau verzichtete man auf Befestigungen, und der Ort sank zum dorfähnlichen Weiler herab. Zwischen 1689 und 1697 wurde Pforzheim im Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen dreimal geplündert und niedergebrannt, die Fürstengruft in der Schlosskirche verwüstet. Aus dieser Zeit stammt auch das Landeswaisenhaus, das 1718 im Gebäude des ehemaligen Dominikanerinnenklosters eröffnet wurde.
Der Beginn der Pforzheimer Industrie ist eine Sozialmaßnahme gewesen. 1767 ließ Markgraf Karl Friedrich mit Unterstützung eines Schweizer Unternehmers im Waisenhaus eine Uhrenfabrik einrichten, um die Waisenkinder zu beschäftigen; wenig später kam die Fertigung von Schmuckwaren dazu. Das Unternehmen wuchs schnell und exportierte bald in alle Welt. Die Uhrenproduktion verschwand zunächst wieder und kehrte erst ab 1920 mit Armbanduhren zurück.
Um 1800 zählte man in der Stadt 900 Fabriken mit 26.000 Beschäftigten, von denen viele aus dem Umland einpendelten — sie hießen im Ort die Rassler. Im 19. Jahrhundert bildeten Textil-, Metall- und Schmuckwarenfabriken das industrielle Zentrum des Großherzogtums Baden. 1836 entwickelte der Goldschmied und Mechaniker Ferdinand Oechsle, der zuvor Kabinettmeister in einer Pforzheimer Goldwarenfabrik gewesen war, hier die Mostwaage, mit der bis heute das Mostgewicht in Grad Oechsle gemessen wird. Schon 1810 hatte er eine eigene mechanische Werkstätte gegründet, in der er vor allem Brücken- und Präzisionswaagen herstellte.
Die Eisenbahn kam vergleichsweise spät und beendete ein älteres Gewerbe. Von 1861 bis 1863 entstand die Strecke Karlsruhe–Mühlacker, 1868 und 1874 folgten Enztal- und Nagoldtalbahn in die beiden Schwarzwaldtäler. Damit war das Ende der Flößerei eingeleitet.
Ende des 20. Jahrhunderts verlor die Herstellung von Schmuck und Uhren dann stark an Bedeutung — die Stadt trägt den Beinamen bis heute, die Branche schrumpfte.
In der NS-Zeit wurde die jüdische Gemeinde der Stadt vernichtet. Ihre 1893 errichtete Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 geschändet und schwer beschädigt; die Gemeinde musste die Abrisskosten selbst tragen. Am 22. Oktober 1940 wurden 186 in der Stadt verbliebene Juden deportiert. Nur wenige Überlebende kehrten nach dem Krieg in die Stadt zurück. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete die feinmechanische Industrie der Stadt für die Rüstung. 1944 waren in 101 Betrieben 18.622 Arbeitskräfte tätig, davon mindestens 10.000 in der Rüstungsproduktion; Unternehmen griffen dabei auf Zwangsarbeiter zurück. Aus Pforzheim kamen in manchen Bereichen der Bordfunkgeräte bis zu 50 % der Teile.

Am 23. Februar 1945 flogen 379 britische Bomber einen Angriff auf Pforzheim, der 22 Minuten dauerte. In der eng bebauten Altstadt entstand ein Feuersturm. Mindestens 17.600 Menschen kamen ums Leben, und das Stadtzentrum wurde zu 98 Prozent zerstört. Das war fast ein Drittel der anwesenden Bevölkerung.
Der Wiederaufbau begann früh und war Programm. Die Planung wurde 1946 von der Bürgerschaft fast einstimmig verabschiedet; das heutige Stadtbild ist von der am Funktionalismus orientierten Architektur der 1950er Jahre geprägt. Hauptbahnhof, Amtsgericht und das 1961 eingeweihte Reuchlinhaus stehen beispielhaft dafür, ebenso die 1968 eingeweihte Evangelische Stadtkirche. Ältere Bauten haben sich vor allem in Nord- und Südstadt gehalten, etwa in der Zähringerallee und der Nebeniusstraße.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
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Auch das kulturelle Gedächtnis wurde neu gebaut. Das Reuchlinhaus ist nach dem in Pforzheim geborenen Humanisten Johannes Reuchlin benannt und beherbergt ein internationales Schmuckmuseum; 1955 stiftete die Stadt den Reuchlin-Preis, der erstmals zum 500. Geburtstag des Gelehrten vergeben wurde.

Auch nach dem Krieg blieb die Stadt nicht von Katastrophen verschont. Am 10. Juli 1968 traf ein Tornado der Stärke F4 die Stadt: zwei Tote, über 200 Verletzte, 2300 beschädigte Häuser.






