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Kelheim hatte am 31.12.2025 17.108 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 63 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Kelheim
Kelheim ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Niederbayern und wird von der Befreiungshalle überragt, die auf einem Bergsporn zwischen Donau- und Altmühltal liegt. Kelheim liegt unterhalb des Michelsberges, dort wo die Altmühl in die Donau mündet und der Donaudurchbruch endet. Das Stadtgebiet umfasst 76,68 Quadratkilometer, die Höhe liegt bei 345 Metern. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 17.108 Einwohner.

Die Gemeinde hat 27 Gemeindeteile und 13 Gemarkungen. Städtepartnerschaften pflegt Kelheim mit Ambarès-et-Lagrave seit 1989 und mit Soave seit 2006, Freundschaftsbünde bestehen mit Sulzfeld am Main und Kuźnia Raciborska.
Zwischen dem dritten und ersten vorchristlichen Jahrhundert stand auf dem Michelsberg ein spätkeltisches Oppidum namens Alkimoennis. Aus der Bronzezeit stammen Grab- und Siedlungsfunde von etwa 2000 v. Chr. und ein Urnengräberfeld von etwa 800 v. Chr. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 866, und 879 residierten hier die Kelsgaugrafen.
Im 11. Jahrhundert fiel der Ort an die Wittelsbacher, und im Jahr 1181 verlieh ihm der Bayernherzog Otto I. die Stadtrechte. Ottos Sohn und Nachfolger, Ludwig der Kelheimer, bevorzugte die Stadt als Residenz und soll auch hier zur Welt gekommen sein. Nach seiner Ermordung auf der Kelheimer Brücke im Jahr 1231 verlegten die Wittelsbacher die Residenz nach Landshut. 1476 wurde die alte Burg abgebrochen und an ihrer Stelle ein schlichtes Amtsschloss erbaut.
Im Dreißigjährigen Krieg besetzte das schwedische Heer des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar die Stadt am 3. November 1633. Die Schweden teilten hier ihr Heer in zwei Teile, um Regensburg von beiden Ufern der Donau zu erreichen, und setzten mit einer vorgefundenen Fähre über, auf die zugleich 60 Pferde passten. Bayerische Truppen eroberten die Stadt am 26. Juni 1634 zurück.
Die Reformen des Grafen Montgelas nahmen Kelheim 1803 seine magistratischen Eigenrechte, und erst das bayerische Gemeindeedikt von 1818 brachte wieder Selbstverwaltungsrechte.
1846 wurde in Kelheim der Ludwig-Donau-Main-Kanal eröffnet, dessen Einfahrt und Handelshafen sich hier befanden. Der frühere Ludwigskanal führte über Neumarkt in der Oberpfalz und Nürnberg nach Bamberg und wurde 1950 aufgegeben. Der alte Kanalhafen mit Schleuse, Hafenbecken mit Kran, Lagerhalle und Schleusenhaus wurde 1846 in Betrieb genommen.
Ein Werksteinbetrieb leitete 1850 die Industrialisierung ein, 1882 folgte ein Zweigwerk der Zellstofffabrik Waldhof, 1927 die Parkettfabrik AG, 1935 die Süddeutsche Chemiefaser AG und 1938 die Süd-Chemie AG. Die Bayerische Zellstoff GmbH war 1884 gegründet worden, doch die 1989 begonnene Zellstofffabrik für 530 Millionen D-Mark ging nach mehreren Havarien und einem Verfall des Weltmarktpreises 1993 in die Insolvenz. Auf dem ehemaligen Werkgelände liegt heute das Gewerbegebiet Donau Park, dessen Boden auf rund 66.000 Quadratmetern ausgehoben werden musste.
Heute arbeiten unter anderem die Kelheim Fibres GmbH mit Viskosefasern, die Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn, Heidrive und die PCO AG am Ort. Die Kelheim Fibres GmbH ist seit den 1930er Jahren ein wichtiger Arbeitgeber am Ort. Der Hafen schlug 2012 wasserseitig 542.000 und bahnseitig 103.000 Tonnen Güter um.
Die Befreiungshalle auf dem Michelsberg wurde von Leo von Klenze erbaut. König Ludwig der Erste ließ die Gedenkstätte für die Kämpfer der Befreiungskriege zwischen 1842 und 1863 errichten; begonnen hatte den Bau Friedrich von Gärtner. Die Altstadt bewahrt Teile der Stadtbefestigung aus dem 13. und 14. Jahrhundert mit Donautor, Mittertor und Altmühltor. Das Alte Rathaus am Ludwigsplatz, die frühere Stadtschreiberei, wurde 1598 erbaut, und das Neue Rathaus ist ein 1912 umgestalteter Renaissancebau.

Das Amtsschloss wurde anstelle der 1476 abgebrochenen Burg errichtet, die 1150 erstmals erwähnt worden war, und war seit 1938 Sitz des Landratsamtes. Steine der abgetragenen Burg fanden auch beim Bau des Herzogskastens und des Schleiferturms Verwendung. Der Schleiferturm aus den Jahren 1474 bis 1486 wird fälschlich Römerturm genannt und ist seit 1931 Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Zu Ehren seines 1231 ermordeten Vaters, Ludwigs des Kelheimers, ließ Otto der Erlauchte im 13. Jahrhundert die Ottokapelle errichten.

Die gotische Kirche Mariä Himmelfahrt hat ein um 1420 errichtetes Langhaus und einen Chor, der etwa 40 Jahre später folgte. Der Turm erhielt 1862 seine heutige Form, und 1885 wurde das Langhaus nach Westen verlängert. Evangelisch ist die Matthäuskirche in der Innenstadt, die 1888 errichtet wurde; die Markuskirche in Affecking entstand 1961 nach Plänen von Olaf Andreas Gulbransson. Die Lukaskirche in der Bauernsiedlung, 1962 nach Plänen von Olaf A. Gulbransson errichtet, wurde 2016 entwidmet. Zu den Gotteshäusern der Stadt gehört seit 1985 auch die Moschee der Türkisch-Islamischen Gemeinde.
Personenschiffe verkehren durch den Donaudurchbruch bis Weltenburg; auf dem Main-Donau-Kanal fahren sie nach Riedenburg und Dietfurt. Die Klosterkirche St. Georg in Weltenburg liegt im Donaudurchbruch, den auch das Kloster Weltenburg prägt. Im Sommer verbindet eine kleine Touristenbahn, die Kelheimer Ludwigsbahn, den Schiffsanleger über die Altstadt mit der Befreiungshalle.
Durch das Stadtgebiet führt der Deutsche Limes-Radweg, der dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 Kilometer von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg folgt. Der Altmühltalradweg führt von Rothenburg ob der Tauber über etwa 250 Kilometer nach Kelheim. Ein großes Waldschutzgebiet liegt westlich der Stadt: der Naturwald Buchenwälder in der südlichen Frankenalb. Von 1924 bis 1981 wurden bei Kelheim die Ratisbona-Bergrennen ausgetragen, und seit 1997 findet jährlich ein 24-Stunden-Radrennen statt.
Seit dem Ende des Schienenpersonenverkehrs auf der Strecke Saal–Kelheim im Jahr 1988 ist die Stadt eine der beiden bayerischen Kreisstädte ohne Bahnanschluss. Seit Juli 2020 bietet der Landkreis im Stadtgebiet den On-Demand-Verkehr Kexi an.
Im Jahr 2011 wurde der Fund des Raubsauriers von Kelheim bekannt. Gefunden wurde das fast vollständige Skelett eines Jungtiers in der Gemeinde Painten, beschrieben wurde es 2012 als Sciurumimus albersdoerferi: ein zweibeiniger Raubsaurier aus dem Oberjura, der zumindest als Jungtier ein Federkleid trug.
Das Archäologische Museum im Herzogskasten, 1908 gegründet und seit 1981 in diesem spätgotischen Bau, erhielt 1983 den Europäischen Museums-Sonderpreis des Europarats. Das Orgelmuseum in der ehemaligen Franziskaner-Klosterkirche stellt historische Denkmalorgeln spielbar wieder auf.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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