Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Kleve, Stadt hatte am 31.12.2025 53.094 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 50 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Kleve, Stadt
Der Name dieser Stadt ist eine Geländeform. Er geht auf mittelniederländisch clef zurück, Kliff oder Klippe, und meint den steilen Hang des Burgbergs — eine Endmoräne, die das Eis hier liegen ließ. Auf dieser Kante steht die Schwanenburg, und um sie herum ist alles andere entstanden.
Kleve ist heute eine Kreisstadt am Rand der Republik, mit den Niederlanden vor der Haustür, und zählte Ende 2025 53.094 Einwohner. Das war lange anders: Von hier aus wurde ein Herzogtum regiert, das ungefähr dem heutigen Nordrhein-Westfalen entsprach, und ein Statthalter aus dem Haus Nassau plante hier später Gärten, die man in Potsdam nachbaute. Zwei Bombennächte im Winter 1944/45 haben von der gebauten Stadt fast nichts übrig gelassen. Die Landschaft ringsum aber blieb — und sie ist der Grund, warum Kleve mehr ist als seine Nachkriegsarchitektur.
Am Anfang stand die Schwanenburg. Sie geht auf das 10. Jahrhundert zurück; neben ihr entstand eine Siedlung. Der Name Cleve wurde 1092 zum ersten Mal urkundlich genannt. Die eigentliche Stadt legte dann Graf Dietrich VI. gegenüber der Burg auf dem Heideberg an und verlieh ihr am 25. April 1242 das Stadtrecht. Das Recht, ihren Rat selbst zu wählen, bekam sie gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Die Grafen stiegen auf, überwiegend durch Heiraten. 1417 wurde Graf Adolf II. auf dem Konzil von Konstanz in den Herzogsstand erhoben. Ein Jahrhundert später, mit der Vereinigung von Kleve, Jülich, Berg, Mark und Ravensberg im Jahr 1521, konkurrierte die Stadt mit Düsseldorf um den Rang der herzoglichen Residenz. Wie vermögend das Haus war, lässt sich an den Töchtern ablesen, die von hier aus verheiratet wurden — unter ihnen Sibylle und Magdalena von Jülich-Kleve-Berg. Zwei große Brände, 1368 und 1528, unterbrachen diese Zeit, ohne sie zu beenden.
1609 starb Herzog Johann Wilhelm ohne Kinder, und das Erbe wurde geteilt; 1614 bekam Brandenburg Kleve, Mark und Ravensberg. Damit wurde aus einer rheinischen Residenz eine preußische Außenstelle: Im 17. Jahrhundert galt Kleve neben Berlin und Königsberg als dritte brandenburgische Residenzstadt. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm und seine Frau Luise Henriette von Oranien lebten anfangs lieber hier als in Berlin; ihre ersten beiden Kinder kamen in Kleve zur Welt. Danach ging es abwärts, in Schritten. 1794 nahmen französische Revolutionstruppen die Stadt ein; von 1798 bis 1814 war sie Verwaltungssitz eines französischen Arrondissements. 1815 fiel sie an Preußen zurück, das 1816 einen eigenen Regierungsbezirk Kleve einrichtete — und ihn schon 1822 wieder auflöste und mit Düsseldorf vereinigte. 1820 zog das Oberlandesgericht nach Hamm. Mit den Behörden gingen die Beamten, die Richter und ihre Einkünfte.
Industrie kam spät und ausgewählt. Weil die Stadt vom Kurbetrieb lebte, hielt sie störende Betriebe bewusst fern; erst 1888 siedelten sich in Kellen die Margarinewerke von Van den Bergh an, dazu Keks- und Kakaofabriken. Die zweite Säule war Schuhproduktion, unter anderem die Marke Elefanten. Beides wanderte seit den 1970er Jahren ab.
Wie wenig von der alten Stadt übrig ist, hat einen genauen Zeitpunkt. Am 7. Oktober 1944 warfen 335 britische Bomber ihre Last auf Kleve und töteten 463 Menschen; ein nächtlicher Angriff am 7. Februar 1945 verwüstete die bis dahin weitgehend verschonte Oberstadt. Luftaufnahmen von danach zeigen eine Kraterlandschaft. Altstadt, Schwanenburg und Kirchen waren fast vollständig zerstört, bis zu 80 Prozent der Stadt lagen in Trümmern. Was danach wieder aufgebaut wurde, ist überwiegend Nachkriegsarchitektur — und genau deshalb fallen die Ausnahmen auf. Der Marstall gegenüber der Schwanenburg, 1467 errichtet, kam vergleichsweise unversehrt durch die Angriffe. Das Haus Koekkoek, das sich der niederländische Landschaftsmaler Barend Cornelis Koekkoek um 1848 als Wohn- und Atelierhaus bauen ließ, steht ebenfalls noch und beherbergt heute ein Museum seiner Bilder. Und der Klever Berg mit seinem Aussichtsturm ist geblieben, was er immer war: die Klippe, nach der die Stadt heißt.
Von 1647 bis 1679 war Johann Moritz von Nassau-Siegen Statthalter des Großen Kurfürsten in Kleve. Er hatte zuvor für die niederländische Westindische Kompanie in Brasilien eine Stadt gegründet und in Den Haag ein Wohnhaus bauen lassen, das heute ein Museum ist. In Kleve tat er etwas anderes: Er behandelte die gesamte Umgebung wie einen Entwurf.
Ab 1647 ließ er barocke Gartenanlagen anlegen, entworfen von dem Architekten Jacob van Campen. Der Gedanke dahinter war nicht das abgeschlossene Beet, sondern die Sichtachse. Auf dem Springenberg wurde eine künstliche Erhebung aufgeschüttet, von der zwölf Wege strahlenförmig ausgingen; sie zielten auf bestimmte Bauwerke und Orte, unter anderem auf die Schwanenburg und auf Hochelten jenseits des Rheins. Als Schneisen im Wald sind einige dieser Achsen bis heute erkennbar. Ab 1660 dienten die Anlagen als Vorbild für die Gärten am Potsdamer Stadtschloss.

Zur Anlage gehören ein in den Hang gebautes Amphitheater, das nie als Theater benutzt wurde, und der Prinz-Moritz-Kanal am Fuß des Berges, eine langgestreckte Wasserfläche mit zwei Inselparterres, ebenfalls auf Hochelten ausgerichtet. Im Amphitheater steht heute ein Standbild von Stephan Balkenhol, das an den Statthalter erinnert; sein Vorläufer aus dem 17. Jahrhundert wurde 1794 von französischen Truppen zerstört.

Das 18. Jahrhundert legte eine zweite Schicht darüber. 1782 ließ Julius Ernst von Buggenhagen, Präsident der preußischen Kriegs- und Domänenkammer, die Neue Plantage anlegen; 1793 führte der Freiherr vom Stein die Arbeit fort. Ihre verschlungenen Wege gehören schon zum Landschaftsgarten, die Bepflanzung zum Arboretum. Nach Umgestaltungen durch den Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe liegt der heutige Forstgarten auf 5,6 Hektar. Ein Aha-Graben trennt ihn vom Umland, ohne den Blick zu verstellen — er sollte Vieh fernhalten, nicht Menschen.
Am Springenberg wurde 1741 eine Mineralquelle entdeckt, und aus Kleve wurde Bad Cleve. Mitte des 19. Jahrhunderts, in der besten Zeit der Klever Kur, baute man die Anlagen erheblich aus. Der Kurbetrieb prägte die Stadt auch dort, wo man ihn nicht sieht. Er ist der Grund, warum sich hier bis 1888 kaum Industrie ansiedeln durfte, und er erklärt die Villen an der Tiergartenstraße, die aus Klassizismus und Gründerzeit stammen.
1914 versiegte die Quelle, und der Erste Weltkrieg beendete den Badebetrieb. Bis dahin durfte sich die Stadt Bad nennen. Das Kurhaus überlebte den Zweck, für den es gebaut war: Es diente zwischenzeitlich als Möbellager und ist heute das Museum Kurhaus Kleve, das zeitgenössische Kunst zeigt und den Nachlass des Bildhauers Ewald Mataré verwahrt.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Der jüngste Baustein der Stadt ist eine Hochschule. Seit 2009 ist Kleve Hochschulstadt: Die Hochschule Rhein-Waal nahm damals die Lehre auf und bezog im September 2012 ihren neu gebauten Campus.




