Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Landau in der Pfalz hatte am 31.12.2025 48.280 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 55 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Landau in der Pfalz
Wer in Landau vom Rathausplatz in die Marktstraße einbiegt, geht geradeaus. Rechte Winkel, gleichmäßige Bauquadrate, ein regelmäßiger Marktplatz — das wirkt geplant, und das ist es auch, nur nicht von den Landauern. Landau wurde von 1688 bis 1691 von Vauban zur Festung ausgebaut, und dabei brannte die mittelalterliche Stadt in weiten Teilen nieder. Beim Neubau entstanden gerade Straßen, rechtwinkelige Bauquadrate und der Marktplatz, der heute noch das Zentrum bildet.

Zwei Jahrhunderte lang bestimmte die Festung den Alltag. Wer in die Stadt wollte, musste durch eines der Tore, und nach Sonnenuntergang ging das nicht mehr. Wer draußen wohnte, lebte im Schussfeld. Das Deutsche Tor im Norden und das Französische Tor im Süden stehen bis heute als Reste dieser Anlage, und das Fort am Rand der Innenstadt ist heute Zoo, Campus und Park zugleich.

Landau ist deshalb eine Stadt, deren Grundriss von außen bestimmt wurde und die daraus etwas Eigenes gemacht hat. Zum 31. Dezember 2025 zählte sie 48.280 Einwohner; die Kernstadt liegt 142 Meter über dem Meeresspiegel dort, wo die Rheinebene an die Weinstraße stößt. Zur Gemarkung gehören zwei Waldexklaven im Pfälzerwald, die mehrere Kilometer westlich beginnen und mit dem Siedlungsgebiet nichts mehr zu tun haben.
Um 1260 legte Graf Emich IV. von Leiningen-Landeck den Ort an, und zwar als eine der Ebene vorgelagerte Befestigung, die seine Burg Landeck am Rand des Pfälzerwalds decken sollte. 1274 erhielt der Ort von König Rudolf I. von Habsburg die Stadtrechte, 1291 den Status einer Reichsstadt. Der Aufstieg blieb brüchig. 1324 wurde Landau an den Bischof von Speyer verpfändet, und erst 1511 löste Kaiser Maximilian I. die Stadt wieder aus. 1521 trat sie der Dekapolis bei, dem elsässischen Zehnstädtebund — eine Zugehörigkeit, die erklärt, warum Landau später nach Westen fiel und nicht nach Osten.
Seit dem Westfälischen Frieden von 1648 gehörte die Stadt mit kurzen Unterbrechungen zum Königreich Frankreich und lag als Enklave im Reichsgebiet; der Friede von Nimwegen bestätigte die Abtretung endgültig. Danach kam Vauban, und mit ihm der Grundriss, den die Innenstadt bis heute trägt. Im Spanischen Erbfolgekrieg wechselte die Festung mehrfach den Besitzer, jedes Mal nach aufwändiger Belagerung. 1702 lösten kaiserliche Truppen die Franzosen ab, 1703 gewannen diese Landau nach der Schlacht am Speyerbach zurück, 1704 war die Stadt wieder kaiserlich. Am 20. August 1713 nahmen die Franzosen sie erneut. Im Frieden von Rastatt war der Heimfall Landaus an Frankreich 1714 der wesentlichste Gewinn Ludwigs XIV.
Französisch blieb die Stadt weit über die Revolution hinaus. Erst nach dem Zweiten Pariser Frieden kam das Gebiet nördlich der Lauter 1815 unter österreichische Hoheit, und im April 1816 trat Österreich die gesamte Pfalz in einem Staatsvertrag an das Königreich Bayern ab. Nach dem Krieg 1870/71 war Landau nicht mehr Grenzstadt, die Festung wurde geschleift, und neue Straßenzüge entstanden.
Was der folgende Wohlstand aus der Stadt machte, steht noch an den Ringstraßen: Landau wurde zum Zentrum des pfälzischen Weinhandels, und entlang der neu angelegten Ringe entstanden repräsentative Bürgerhäuser aus Sandstein, dazu Bauten des Historismus und des Jugendstils. Die Jugendstil-Festhalle wurde von 1905 bis 1907 errichtet. Die evangelische Stiftskirche, 1333 geweiht, gehört zu den wenigen Gebäuden, die den Stadtbrand von 1689 überstanden haben.

Statt auf Industrie setzte Landau auf das bayerische Militär. Es entstanden umfangreiche Kasernenanlagen für Feldartillerie- und Infanterie-Regimenter, und die Stadt lebte von ihrer Garnison. Seit dem 1. Januar 1910 war Landau kreisunmittelbare Stadt; zum 1. April 1940 fiel dieser Status mit der Eingliederung in den Landkreis wieder weg.
Der Zweite Weltkrieg traf Landau hart. Die Stadt war 35-mal Ziel alliierter Luftangriffe, der schwerste erfolgte am Schwarzen Freitag, dem 16. März 1945. Auf Landau fielen insgesamt 1.045 Tonnen Bomben, 40 Prozent der Stadt wurden zerstört, und 586 Menschen kamen dabei ums Leben.
Nach dem Krieg war Landau erneut französische Garnisonsstadt, diesmal als Teil der Besatzungszone. Am 23. März 1949 wurde es wieder kreisfreie Stadt und veranstaltete im selben Jahr die Südwestdeutsche Gartenschau, aus der sich später die Bundesgartenschau entwickelte. Die Hochschule kam spät: 1990 wurde die Erziehungswissenschaftliche Hochschule Rheinland-Pfalz in eine Universität umgewandelt, und seither ist Landau eine Universitätsstadt. 1999 zogen die letzten französischen Soldaten ab.
Was sie zurückließen, war viel. In Landau hatte Frankreich 34 Liegenschaften militärisch genutzt, und den überwiegenden Teil davon räumte es von 1997 bis 1999, und auf einmal lag die Planungshoheit über 100 Hektar bebautes Gelände bei der Stadt, dazu über 231 Hektar unbebautes; leer standen drei Kasernen und rund 860 Wohneinheiten. Auf einem dieser Gelände fand 2015 die Landesgartenschau statt, und im Wohnpark am Ebenberg entsteht dort ein Wohngebiet für etwa 2200 Einwohner.
Wie eng das Militärische und das Bürgerliche hier ineinanderliegen, zeigt der Zoo. Sein Gründungsdatum ist der 24. Juli 1904, und sein Gelände erstreckt sich entlang der historischen französischen Fortanlagen; im selben Fort sitzen heute ein Campus der Universität und eine Realschule. Das Haus der Jugend wurde 1983 in der Roten Kaserne eröffnet, einem früheren Gebäude der französischen Streitkräfte. 2024 feierte die Stadt ihr 750-jähriges Stadtjubiläum.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Die jüdische Gemeinde Landaus bestand mit Unterbrechungen seit dem Mittelalter. Ein jüdischer Bewohner wird schon 1273 genannt. Geduldet wurden jüdische Familien vor allem dann, wenn die Stadt Geld brauchte und sie die sogenannte Judensteuer zahlen ließ; brachen Krankheiten aus, machte man sie verantwortlich und wies sie aus. Seit 1517 bestand trotzdem ohne Unterbrechung eine jüdische Niederlassung, und Landau war Sitz eines Bezirksrabbinats. Nach der Reichsgründung 1871 zogen weitere jüdische Familien zu. Um 1900 gehörten der Gemeinde 821 Menschen an.
Am 5. September 1884 wurde eine große Synagoge eingeweiht, für die die Stadt das Grundstück geschenkt hatte. Beim Novemberpogrom brannten SA-Leute sie am 10. November 1938 nieder, in den Tagen danach wurde sie gesprengt; Tora-Rolle und Ewiges Licht hatten Landauer Bürger zuvor in Sicherheit gebracht. Steine der Synagoge stecken heute in der Stützmauer am Savoyenpark. Von den 596 Jüdinnen und Juden, die 1933 in Landau lebten, kamen nach den Deportationen mindestens 158 ums Leben.

Heute erinnert das Frank-Loebsche Haus, seit 1987 Dokumentations- und Erinnerungsstätte, an die Geschichte des Landauer Judentums und an die Verfolgung pfälzischer Juden, Sinti und Roma.






