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Neustadt an der Weinstraße hatte am 31.12.2025 52.882 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 45 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Neustadt an der Weinstraße
Neustadt heißt so, weil es einmal eine neue Stadt war — neu allerdings nur gegenüber den Dörfern, die es später eingemeindet hat. Das Stadtviertel Winzingen trägt eine Ersterwähnung von 774 und ist damit deutlich älter als die Neue Stadt, die erst im frühen 13. Jahrhundert entstand. Schon wenige Jahrzehnte nach dieser Gründung, am 6. April 1275, bekam Neustadt Stadtrechte nach dem Vorbild Speyers.
Bekannt ist die Stadt vor allem durch das Hambacher Fest, dessen Zug hinauf zur Schlossruine sich auf ihrem Marktplatz formierte.
Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 52.882 Einwohner. Die Kernstadt liegt 136 Meter über dem Meeresspiegel zwischen der Haardt und der Rheinebene; der tiefste Punkt der Gemarkung liegt bei 108 m im Ortsteil Geinsheim, der höchste bei 614 Meter am Hohe-Loog-Haus.
Politisch aufgeladen war der Ort schon lange vor 1832. Als sein lutherischer Bruder Ludwig die Heidelberger Universität von Calvinisten säuberte, bot Pfalzgraf Johann Casimir den Vertriebenen hier Asyl und richtete 1578 eine eigene Hochschule ein, die nach ihm Casimirianum hieß. Als Johann Casimir 1583 nach Heidelberg übersiedelte, war die kurze Zeit als Universitätssitz wieder vorbei. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Neustadt mehrfach erobert: 1622 von den Spaniern unter Gonzalo Fernández de Córdoba, 1631 von den Schweden, 1635 von kaiserlichen Truppen; 1639 nahmen französisch-weimarische Soldaten die Stadt gleich zweimal ein, und 1644 kehrten die Franzosen nochmals zurück. Mit jedem Besatzer wechselte auch die Konfession. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg blieb der Ort dann, anders als viele pfälzische Städte, fast ohne Kriegsschäden.
Das Ereignis, für das die Stadt bis heute steht, dauerte vier Tage. Auf dem Hambacher Schloss, das zum heutigen Stadtteil Hambach gehört, kamen vom 27. bis zum 30. Mai 1832 die Teilnehmer des Hambacher Festes zusammen. Am Morgen des 27. Mai formierte sich auf dem Neustadter Marktplatz der Zug hinauf zur Schlossruine, die vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und 200 Meter höher liegt.

Oben sammelten sich 20.000 bis 30.000 Teilnehmer. Sie kamen aus allen Bevölkerungsschichten und aus zahlreichen Nationen, aus 15 deutschen Kleinstaaten ebenso wie aus Frankreich, Polen und England. Die Neustadter hatten den Angereisten am Vorabend schwarz-rot-goldene Kokarden und Liedtexte verkauft; die Weinbauern der Pfalz zogen mit einer Fahne mit, auf der stand, dass sie trauern müssten. Was hier gefordert wurde — nationale Einheit, Freiheit, Volkssouveränität —, führte danach zu Verhaftungen und zum Verbot der schwarz-rot-goldenen Fahnen.
Nach dem Ersten Weltkrieg folgte eine Episode, die kaum jemand erwartet. Die Alliierten beschlossen, in der von einem Arbeiter- und Soldatenrat verwalteten Stadt Besatzungssoldaten aus Siam zu stationieren; sie zogen am 7. Dezember 1918 ein. Das Verhältnis zur örtlichen Bevölkerung war nach anfänglichen Anspannungen gut. Im Juli 1919 lösten französische Soldaten die siamesischen ab.
Der Weinbau ist hier kein Nebenzweig, sondern Flächennutzung. Von den 11.713,5 Hektar Stadtgebiet sind 2216 Hektar Rebfläche, dazu kommen 5020 Hektar Wald und 2300 Hektar sonstige Landwirtschaft. Weinbau und Tourismus zählen dementsprechend zu den wichtigsten Branchen; daneben hat die Hornbach Holding hier ihren Sitz.
Institutionell schlägt sich das in einem Amt nieder. Im Rahmen des Deutschen Weinlesefestes wird in Neustadt seit 1949 die Deutsche Weinkönigin gewählt und gekrönt; das Fest findet traditionell Ende September oder Anfang Oktober statt, und sein Höhepunkt ist ein Winzerfestzug. Die Stadt nimmt das so ernst, dass es seit einigen Jahren Ampelmännchen gibt, welche die Weinkönigin symbolisieren. Den Rest des Jahres füllen die Ortsteile. Von der Mandelblüte im März und April an bis in den Oktober hinein liegt fast an jedem Wochenende irgendwo ein Weinfest; in Hambach heißt es Andergasser Fest, in Mußbach Eselshautfest und in Gimmeldingen Mandelblütenfest. Ende August wird beim Erlebnistag Deutsche Weinstraße die Straße auch in Neustadt für den motorisierten Verkehr gesperrt.
Auch die Denkmalliste ist von diesem Wirtschaftszweig geprägt. Unter Schutz stehen unter anderem die Weingüter Bergdolt und Müller-Catoir, der Herrenhof in Mußbach mit dem Weinbaumuseum Getreidekasten, der Carl-Theodor-Hof und das Weiße Haus. Über der Stadt stehen außerdem die Wolfsburg, die Burg Winzingen samt dem Haardter Schloss und das Hambacher Schloss, das Ziel des Festzugs von 1832.

Museen gibt es dazu mehrere, und sie verteilen sich über die Ortsteile: in Königsbach das Weinstraßenatelier Ludwig Fellner, im Mußbacher Herrenhof das Weinbaumuseum Getreidekasten, in der Kernstadt das Otto-Dill-Museum, das Pfälzische Bibelmuseum und das Stadtmuseum in der Villa Böhm. Für Veranstaltungen steht der Saalbau als Theater- und Konzerthaus zur Verfügung, dazu der restaurierte Herrenhof als Kulturzentrum und der Steinhäuser Hof, in dem der örtliche Jazzclub sitzt.







Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Ein Jahrhundert später stand die Stadt auf der anderen Seite. Seit 1927 war Neustadt Sitz der Gauleitung der NSDAP, und sie behielt diese Funktion faktisch bis 1945. In der Turenne-Kaserne betrieben die Nationalsozialisten vom 10. März 1933 an für mehrere Monate ein frühes Konzentrationslager unter der Bezeichnung Schutzhaft- und Arbeitslager; inhaftiert waren etwa 460 Männer und eine Frau aus mehr als 80 pfälzischen Gemeinden. Veranlasst hat den Zusatz an der Weinstraße der damalige NS-Gauleiter Josef Bürckel; bis zum 12. November 1936 hieß der Ort an der Haardt. Zurückbenannt wurde die Stadt zunächst 1945. 1950 entschied sich der Stadtrat dann einstimmig wieder für den Namen von 1936, nach dem Protokoll aus wirtschaftlichen und propagandistischen Gründen: Haardt, so die Überlegung, habe außerhalb der Pfalz keinen Wiedererkennungswert. Im früheren Gefängnisgebäude dieser Kaserne wurde 2013 eine Gedenkstätte für die NS-Opfer eröffnet.
Der Ausflugsverkehr hat eigene Schienen. Zwischen Neustadt und Elmstein fährt an Sonn- und Feiertagen von April bis Oktober eine Museumsbahn namens Kuckucksbähnel; im historischen Lokschuppen des Hauptbahnhofs sitzt außerdem das Eisenbahnmuseum der Pfalz. 2027 richtet Neustadt die Landesgartenschau aus.






