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Lügde hatte am 31.12.2025 9.080 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 41 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Lügde
Lügde liegt im Weserbergland östlich der Emmer, die durch das Tal verläuft. Die Stadt umfasst 88,64 Quadratkilometer und liegt auf 105 m Höhe. Zur Stadt zählt der Köterberg, der 496 m erreicht. Zum 31. Dezember 2025 zählte Lügde 9.080 Einwohner.
Seit dem 24. Juli 2012 darf sich Lügde amtlich „Stadt der Osterräder“ nennen. Am 1. Januar 1970 schloss sich die Stadt mit Harzberg und acht weiteren Gemeinden aus zwei Kreisen zur heutigen Stadt zusammen.
Alt sind der Ort und seine Geschichte, klein ist er geblieben: Wer hier lebt, wohnt in einer Fachwerkaltstadt, die nach einem Brand neu entstand, mit dem Wald vor der Tür und der niedersächsischen Kurstadt Bad Pyrmont als nächstem Nachbarn.
Karl der Große feierte 784 in Lügde Weihnachten; die Fränkischen Reichsannalen halten den Ort damit schriftlich fest. Am 25. Mai 1036 schenkte der Paderborner Bischof Meinwerk dem neu gegründeten Kloster Busdorf den Zehnt des Herrenhofes „Lugete“. Als sicher gilt, dass Lügde spätestens 1246 Stadtrechte besaß, denn in dieser Zeit entstanden der noch heute erhaltene Stadtgrundriss und große Teile der Befestigung mit Stadtmauer, Wallgraben und Wehrtürmen.

Die Hälfte der Stadt fiel 1255 an den Erzbischof von Köln, weil die Grafen von Waldeck und Pyrmont sie abtreten mussten; das Stadtwappen erinnert daran. Im Jahr 1583 traten die Bewohner zur Reformation über, mussten 1624 aber nach heftigen Auseinandersetzungen wieder zum katholischen Glauben zurückkehren. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges war ein Drittel der Stadt zerstört.
Am 14. März 1668 einigten sich der Paderborner Fürstbischof und die Grafen von Waldeck über die Grafschaft Pyrmont. Die Grafen bekamen den Brunnen und die Nachbardörfer und begründeten Bad Pyrmont; Lügde blieb beim Hochstift Paderborn und wurde als Amt Lügde eine katholische Enklave inmitten protestantischen Gebiets.

Beim Großbrand von 1797 verbrannten binnen weniger Stunden 243 der 315 Häuser. Über 200 Häuser entstanden in den folgenden drei Jahren im gleichen Stil neu.
Lügde nennt sich selbst Stadt der Osterräder. Der Brauch besteht darin, zu Ostern wassergetränkte Eichenräder, mit Stroh ausgestopft und brennend, an einem der umliegenden Berge herunterrollen zu lassen. Sechs Räder aus Eichenholz, jeweils etwa 1,7 m im Durchmesser und rund 270 kg schwer, rollen jedes Jahr vom Osterberg. Einige Tage vorher kommen die Räder zum Wässern in die Emmer, am Berg werden sie mit etwa 120 kg Stroh gefüllt.
Der Brauch wird bis heute gepflegt, obwohl ihn 1743 der Vikar von Wiedenbrück und 1781 der Paderborner Fürstbischof Wilhelm Anton verbieten wollten. Als sich 1933 die Nationalsozialisten für den Brauch interessierten und ihn für sich vereinnahmen wollten, errichteten Bürger 1935 an der Ablaufstelle ein zehn Meter hohes weißes Holzkreuz als Protest. Seit 2018 führt die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit den Brauch.

Die Bebauung innerhalb der Stadtmauern entstand nach dem letzten Stadtbrand im Jahr 1797 und besteht vornehmlich aus Fachwerk-Dielenhäusern. Südlich der Stadt steht St. Kilian, eine romanische Gewölbebasilika in Kreuzform. Nachdem die alte Pfarrkirche 1797 abgebrannt war, wurde die neue St.-Marien-Kirche gebaut; für sie fielen 164.283 Mark an, zwei Drittel trug die Stadt, ein Drittel die Pfarrgemeinde.
Vor der Kirche im Ortsteil Elbrinxen steht eine 1000-jährige Linde, deren Stamm zwölf Meter Umfang hat. Als das Kloster Bruchhagen nach Falkenhagen verlegt wurde, entstand dort 1247 ein Zisterzienserkloster. Erhalten sind Klosterkirche mit Kreuzgang, Kapitelsaal, Refektorium und Dormitorium; das Dormitorium entstand 1509.
1734 wurde in Lügde ein Franziskanerkloster gegründet und ab 1749 errichtet, doch 1812 hob Jérôme Bonaparte es auf. Heute befinden sich in dem Gebäude ein Kindergarten und eine Seniorentagesstätte.

Die Wirtschaft ist mittelständisch und vielfältig geprägt, Großunternehmen sind nicht ansässig. 1992 schlossen die Betriebe der Tabakverarbeitung, und weitere Firmen gaben auf. Ein bedeutender Arbeitgeber ist die Schwering & Hasse Elektrodraht GmbH, die im Jahr etwa 50.000 Tonnen Kupferlackdraht herstellt.
Früh kam die Schiene in die Stadt. Die Bahnstrecke Hannover–Altenbeken wurde 1872 eröffnet, und seit 1892 hat Lügde eine eigene Station. Der Haltepunkt Lügde liegt an der Bahnstrecke Hannover–Altenbeken und wird im Stundentakt von der S-Bahn-Linie 5 bedient. Durch die Altstadt rollten täglich 13.000 Fahrzeuge. Eine Umgehungsstraße mit dem Emmerauentunnel, der das Stadtbild bewahren sollte, wurde im Oktober 2010 eröffnet.






Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: IKE
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