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Marktbreit hatte am 31.12.2025 3.764 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 57 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Marktbreit
Marktbreit liegt am linken Ufer des Mains im Maindreieck. Die Stadt sitzt auf 191 m und umfasst 20,16 Quadratkilometer. Seit dem 1. Mai 1978 gehört Gnodstadt dazu, das vier Kilometer entfernt liegt und damals rund 700 Menschen zählte. Das Klima im Maindreieck ist warm und trocken und begünstigt Wein, Obst und Gemüse. Mehrmals überschwemmte der Main die Stadt, was Hochwassermarken am Rathaus und am Barockpalais Zur Groe dokumentieren. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 3.764 Einwohner.
Ein Luftbild des Archäologen Otto Braasch brachte 1985 das Römerlager auf dem Kapellenberg ans Licht, ein Lager für zwei Legionen aus augusteischer Zeit mitten im germanischen Siedlungsgebiet. Heute erinnert ein Römerrundweg mit acht Informationstafeln daran, sichtbare Spuren gibt es nach der Zuschüttung der Grabungsfläche nicht mehr. Erstmals erwähnt wird der Ort 1266 in einer Urkunde des Grafen zu Castell als Unter- oder Niedernbreit. Der Name Marktbreit taucht schon 1567 auf, und 1557 verlieh König Ferdinand dem Ortsherrn Georg Ludwig von Seinsheim das Marktrecht.
Es folgte eine Blütezeit mit Handel für Tabak, Wein, Textilien und Korn. Im Jahr 1618 zählte man 268 Haushalte, doch 1634 wurde der Ort geplündert und von einer Pestepidemie getroffen, die 800 Menschenleben forderte. Seit 1643 herrschte die mit den Seinsheimern verwandte Familie Schwarzenberg, unter der sich Marktbreit zu einem Handelsort am Main entwickelte, wovon der Alte Kranen am Hafen zeugt. Marktbreit profitierte von seiner Lage am Main, denn von hier ist der Weg zur Donau besonders kurz. Der Frachtkran stammt von 1773/74 und diente dem Umschlag der Waren zwischen Fluss und Land. Auf seiner Ostseite schützt ein angemauerter Eisbrecher vor Eisgang und Hochwasser.
Im Jahr 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern, gehörte danach wenige Jahre zum Großherzogtum Würzburg und fiel 1814 endgültig an Bayern. Das Stadtrecht bekam Marktbreit 1819. Als die Eisenbahn Franken erschloss, verlor die Mainschifffahrt an Bedeutung, und viele Kaufleute verließen die Stadt.
Ortsansässige Juden besaßen dieselben Handelsrechte wie die christlichen Großhändler, was eine Besonderheit war. Die Familie Wertheimer ließ 1717 die Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde erbauen. Im Jahr 1933 zählte die jüdische Bevölkerung 127 Menschen.

Unter der NS-Herrschaft wurden die jüdischen Einwohner 1938 massiv angegriffen. Der spätere Gauleiter von Unterfranken, Otto Hellmuth, war zuvor Zahnarzt in Marktbreit. Am 10. November 1938, in der Reichspogromnacht, zerstörte man die Inneneinrichtung, doch Fassade und Portal blieben stehen und wurden später renoviert. Eine Gedenktafel nennt die Namen der 90 ermordeten Mitbürger, und nur eine jüdische Frau kehrte nach der NS-Zeit zurück. Eine zweite Tafel an der Synagoge erinnert an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Juden aus Marktbreit. In den Jahren 2004 und 2009 verlegte der Künstler Gunter Demnig insgesamt elf Stolpersteine.
Die historische Altstadt steht als Ensemble unter Schutz. Das Renaissance-Rathaus mit angeschlossenem Stadttor wurde zwischen 1579 und 1581 von Hans Keesebrod für Georg Ludwig von Seinsheim erbaut. Das Seinsheimsche Schloss mit hohen Renaissancegiebeln entstand ab 1585 als Residenz der Frau Georg Ludwigs. Die evangelische Kirche Sankt Nikolai hat ein Langhaus von 1438, und ihr Turmaufbau stammt von 1587 und 1703. Die katholische Kirche Sankt Ludwig entstand 1846 in romanisierenden Formen.

Das Haus Wertheimer baute 1718/19 der Würzburger Baumeister Joseph Greissing für Emanuel Wertheimer, den Bruder des Wiener Oberhoffaktors Samson Wertheimer, und als freie Nachschöpfung entstand 1725 das Haus zur Groe. Das Gasthaus Löwen am Marktplatz wurde erstmals 1450 urkundlich erwähnt und war früher die Fürstlich Schwarzenbergische Herberge. Ein Lagerhaus von 1754 wurde 1945 zerstört, 1951 wieder aufgebaut und 2003 restauriert. Von vier Toren der Stadtmauer blieb das 1600 erbaute Maintor, das 1945 zerstört und 1946/47 erneuert wurde.
Am 14. Juni 1864 wurde im Haus in der Ochsenfurter Straße Alois Alzheimer geboren, und seit 1995 besteht dort eine Gedenk- und Tagungsstätte mit vier Ausstellungsräumen, die nach Anmeldung zugänglich ist. Die frühere Moritzkapelle auf dem Römerberg war im Mittelalter ein Wallfahrtsziel der Marktbreiter. Die neu errichtete Kapelle dient heute als Gedenkstätte für die Gefallenen der Weltkriege im Landkreis Kitzingen. Das Museum Malerwinkelhaus zeigt die Lebensbedingungen von Frauen verschiedener Schichten und erläutert den Aufbau römischer Kohorten und Centurien.
Die Weinberge liegen im Nordosten, und der Wein wird seit den 1970er Jahren als Marktbreiter Sonnenberg vermarktet. Marktbreit war einst eine bedeutende Weinhandelsstadt, in der man die Bedingungen des Qualitätsweinbaus erstmals niederschrieb. Heute spielt der Weinbau wirtschaftlich nur noch eine untergeordnete Rolle, und die Weinberge werden überwiegend von auswärtigen Winzern bewirtschaftet. Das Marktbreiter Weinfest findet Ende Juli in der Stadtmitte statt.
Die Muschelkalkböden um Marktbreit eignen sich für den Weinbau ebenso wie die Lage im Maindreieck. Zusätzlich erschwerten Schädlinge wie die Reblaus den Anbau. Zur Erholung trugen Dünger, bessere Anbaumethoden, Genossenschaften und die Flurbereinigung der 1970er Jahre bei.
Für das Umland war Marktbreit bis in die 1980er Jahre ein Unterzentrum, und inzwischen ist der Einzelhandel in der Innenstadt stark zurückgegangen. Marktbreit ist Sitz des Gaszubehörherstellers GOK Regler- und Armaturen-Gesellschaft. Über die Mainbrücke Segnitz ist Marktbreit mit dem gegenüberliegenden Segnitz verbunden, wo früher eine Fähre verkehrte. Der Bahnhof liegt an der Strecke zwischen Treuchtlingen und Würzburg, und die Autobahn A 7 ist mit der Ausfahrt 104 direkt erreichbar.
Marktbreit ist eine Schulstadt mit Grundschule, Mittelschule, einer Realschule, die seit 1845 besteht, und einem Gymnasium.

Zur Überlieferung der Stadt gehören auch Sagen. Ihr Stadtpatron ist der heilige Georg, und der Sage nach hauste ein Lindwurm im Stadtgraben. Auch ein Wassermann soll im Main leben und Kinder, die zu nah ans Wasser gehen, in die Tiefe ziehen.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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