Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Ochsenfurt hatte am 31.12.2025 11.247 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 60 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Ochsenfurt
Ochsenfurt liegt mit der Altstadt am linken Mainufer an der Südspitze des Maindreiecks, südöstlich von Würzburg. Die Stadt gibt dem Würzburg-Ochsenfurter Maintal ihren Namen und ist zugleich wirtschaftliches Zentrum der Agrarregion Ochsenfurter Gau. Die Stadt sitzt auf 187 m und umfasst 63,57 Quadratkilometer.
Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 11.247 Einwohner. In der Kernstadt wohnt mit 7169 Menschen im Dezember 2023 über die Hälfte der Bevölkerung. Der Name gehört zu den nach Furten benannten Orten am Main, zu denen Haßfurt, Schweinfurt, Lengfurt und Frankfurt zählen, und Ochsen waren früher als Zugtiere und Fleischlieferanten wichtig.
Um 1295 ging der Besitz der Stadt vom Tafelgut des Bischofs an das Würzburger Domkapitel über. Seit jener Zeit gehörte Ochsenfurt zum Hochstift Würzburg, das dem Fränkischen Reichskreis angehörte. Wirtschaftliche Bedeutung gewann Ochsenfurt erst mit dem Brückenbau 1512. Das neue Rathaus war bereits 1497 fertiggestellt worden, und die Andreaskirche wurde 1288 geweiht. Im Bauernkrieg kam es 1525 zu Aufständen. Im Jahr 1803 fiel die Stadt zunächst an Bayern, 1806 an das Großherzogtum Würzburg und 1813 wieder an Bayern.

Am 29. März 1945 zogen zahlreiche Frauen zur Kreisleitung und verlangten die Öffnung der Stadttore und die kampflose Übergabe. Trotz angedrohter Erschießungen räumten sie am Nachmittag am Bollwerk alle Barrikaden. Zunächst lockerten Kinder unbemerkt das Erdreich, dann entfernten die Frauen in einer Menschenkette die Steine. Die Stadt ging kampflos über, die Altstadt blieb unzerstört, und am Ostersonntag besetzten die Amerikaner den Ort. Den mutigen Frauen widmete der frühere Bürgermeister Peter Wesselowsky ein Denkmal am Bollwerk.
Die Steinpfeiler der Alten Mainbrücke entstanden zwischen 1200 und 1350, und von 1512 bis 1520 ersetzten Steinbögen den hölzernen Überbau. Am 31. März 1945 sprengte die Wehrmacht den mittleren Bogen, und 1957 stellte man die Brücke nach dem Abtragen von zwei Pfeilern mit einem Betonbalken wieder her. Im September 2006 wurde sie wegen Einsturzgefahr gesperrt, und im April 2007 riss man den Betonträger ab. Ab 2010 baute man die Brücke wieder auf, und Ende Juni 2012 wurde sie mit einem Mittelteil aus Spannbeton eingeweiht. Während des Wiederaufbaus verkehrte unterhalb der Brücke eine Fähre, und das Fährschiff Nixe blieb danach in Ochsenfurt. Die Neue Mainbrücke wurde 1954 für die Bundesstraße 13 gebaut, 2016 wegen starker Schäden abgebrochen und 2019 durch einen Neubau ersetzt.

Die Südzucker AG betreibt in Ochsenfurt eine Zuckerfabrik, die 1953 entstand. Am 28. Juni 1953 löste die Einweihung der neuen Zuckerfabrik den Fall Ochsenfurt aus, einen Konfessionsstreit um die Teilnahme des evangelischen Dekans Wilhelm Schwinn an der Segnung, der in der Presse bundesweit Echo fand. Der Würzburger Bischof Julius Döpfner lehnte eine gemeinsame Zeremonie mit dem Dekan ab, weil wegen der katholischen Mehrheit in der Region allein die katholische Kirche segnen sollte. Nach einer Intervention von Bundespräsident Theodor Heuss schickte Konrad Adenauer einen Vermittler zu Döpfner, und im August 1953 schrieb der Bischof dem Dekan einen Versöhnungsbrief. Von Mitte September bis Anfang Januar liefern jährlich rund 2500 Landwirte aus der Umgebung etwa 1,5 Millionen Tonnen Zuckerrüben an (Stand Oktober 2025). Ein 115 Meter hoher Schornstein gehört zur Fabrik. Am 17. Juni 2017 richtete ein Großbrand auf dem Gelände einen Schaden von mehreren Millionen Euro an und griff von einer Lärmschutzwand aus Strohballen auf Gebäude und einen Fördertunnel über.
Die Kneipp GmbH aus Würzburg unterhält in Hohestadt ihren Verwaltungssitz und einen Teil der Fertigung, und rund 700 Mitarbeiter arbeiten weltweit für sie. Der Maschinenbauer Kinkele mit Sitz in Hohestadt setzte 2008 mit rund 500 Mitarbeitern 76,9 Millionen Euro um. Der Kerzenmaschinenhersteller Herrhammer hat seinen Hauptsitz in Hohestadt. Helmut Knaus gründete 1960 im acht Kilometer entfernten Marktbreit das Wohnwagenunternehmen Knaus, und in Ochsenfurt lief bis 1970 die Fertigung, bevor die gesamte Produktion nach Jandelsbrunn ging. Von regionaler Bedeutung sind die Brauereien Kauzen Bräu und Privatbrauerei Öchsner.
Über den Hafen ist die Stadt an das europäische Wasserstraßennetz angebunden. Ochsenfurt hat über die nahen Autobahnen A 7 und A 3 Anschluss an eine Nord-Süd- und eine Ost-West-Achse. Die nächste Anschlussstelle der A 7 liegt in Marktbreit, die der A 3 etwa zwölf Kilometer nördlich in Eibelstadt. In den 1990er Jahren baute man die stillgelegte Gaubahn nach Weikersheim und die Stichbahn nach Creglingen ab. Radfahrer finden in Ochsenfurt den Main-Radweg, den Main-Tauber-Fränkischen Rad-Achter und den Fränkischen Marienweg.
Große Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit Ringmauer, Zwingermauer und Stadtgraben sind erhalten, darunter drei der ursprünglich vier Stadttore. Am Unteren Tor liegt das Bollwerk mit einer Freilichtschmiede und dem Denkmal der tapferen Frauen, am Oberen Tor sieht man noch die Klauensteine der Fallgitter, und das Klingentor war Gefängnis und wurde Jugendherberge. Der Pulverturm war früher Munitionslager und Gefängnis und dient heute den örtlichen Pfadfindern. Das Neue Rathaus hat eine Monduhr am Lanzentürmchen, das Alte Rathaus einen Pranger.

Zu den Profanbauten zählen das Domkapitelsche Palatium, das Schlösschen als Heimatmuseum und das Greisinghaus als Trachtenmuseum. Weitere Museen sind das Kartäusermuseum im Kloster Tückelhausen, das Triasmuseum in Kleinochsenfurt, ein Schulmuseum und ein Fotomuseum.

Zum Stadtgebiet gehören 16 Gemeindeteile, die früheren Dörfer wurden zwischen 1971 und 1978 eingemeindet. Der Landkreis Ochsenfurt wurde am 1. Juli 1972 aufgelöst, und seither gehört die Stadt zum Landkreis Würzburg. Tückelhausen geht auf ein Kartäuserkloster zurück, das 1803 mit der Säkularisation aufgelöst wurde, und die Mönchszellen wurden zu Wohnungen. Das Dorf hat noch eine klosterähnliche Struktur und ein Kartäuser-Museum. Bei Hopferstadt liegt eine mittelneolithische doppelte Kreisgrabenanlage. In Zeubelried findet am dritten Wochenende im August das Linsenspitzer-Fest statt, das die Feuerwehr und die Musikkapelle Die Zeubelrieder veranstalten.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.





