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Merseburg hatte am 31.12.2025 34.491 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 44 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Merseburg
Kulturgeschichtlich reicht Merseburg weit zurück: Die Stadt bewahrt die Merseburger Zaubersprüche aus dem 9. und 10. Jahrhundert.

Der überwiegende Teil der Stadt liegt am linken Saaleufer, und dort mündet die Geisel. Sie ist Verwaltungssitz des Saalekreises und liegt im Ballungsraum der Großstädte Leipzig und Halle. Unmittelbar an die Stadt grenzen die Chemiestandorte Schkopau und Leuna. Am 31. Dezember 2025 zählte sie 34.491 Einwohner.
Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus den Jahren 881 bis 899 und nennt den Ort im Hersfelder Zehntverzeichnis als mersiburc civitas. Nach 919 baute König Heinrich der Erste den Ort zu einer Pfalz aus. Er verstärkte die Befestigungen auf dem Burgberg und siedelte in der Vorburg eine Truppe aus verschonten Dieben und Räubern an, die sogenannte Merseburger Schar. Im Jahr 955 gelobte König Otto nach dem Sieg über die Ungarn auf dem Lechfeld, ein Bistum zu gründen. Im Jahr 968 entstand das Bistum Merseburg als Suffraganbistum des neuen Erzbistums Magdeburg.
Das Bistum wurde 981 schon wieder aufgelöst und erst 1004 von König Heinrich dem Zweiten erneut gegründet. Auch Leipzig gehörte zum Bistum, weshalb der Bischof als Kanzler der Leipziger Universität fungierte. Am Ende des Mittelalters gehörten rund 310 Pfarr- und Filialkirchen zum Hochstift, und im Lauf der Jahre residierten hier 43 Bischöfe. Bereits im 9. Jahrhundert gab es in der Stadt eine jüdische Gemeinde.
Im Jahr 1188 bestätigte eine Urkunde Kaiser Friedrich Barbarossas den Markt östlich der Saale, und die erste Saalebrücke bestand schon. In den Jahren 1218/19 schützte eine Stadtmauer den Markt am linken Saaleufer. Eine bürgerliche Selbstverwaltung wird 1289 erstmals erwähnt. Der erste von sechs schweren Stadtbränden zerstörte 1323 große Teile der Stadt. Gegen den Widerstand der Bischöfe schloss sich Merseburg 1428 mit anderen Städten der Hanse an, in der es bis mindestens 1604 blieb. Bereits 1473 gab es in Merseburg eine Druckerei.
Im Laufe der Reformationszeit und der beginnenden Bauernkriege verfassten Bürger und Bauern die 16 Merseburger Artikel gegen die stetig neuen Dienste und Abgaben. Am 3. Mai 1525 musste Bischof Adolf nach Leipzig fliehen, und am 10. Juni 1525 wurden vier Bürger und vier Bauern auf dem Markt enthauptet. Am 1. Juli 1543 hielt Laurentius Reynhard die erste evangelische Predigt in der Stadtkirche, und Anfang August 1545 predigte Martin Luther dreimal im Dom. Als der letzte katholische Bischof Michael Helding 1561 starb, war die Reformation endgültig durchgesetzt.
Die Herzöge von Sachsen-Merseburg residierten hier von 1656 bis 1738; von 1815 bis 1933 war die Stadt Sitz eines preußischen Regierungsbezirks.
Ab 1015 entstand der Dom St. Johannes der Täufer und Laurentius als Ersatz für eine ältere Johanneskirche. Am 1. Oktober 1021 wurde er in Anwesenheit von Kaiser Heinrich und seiner Gemahlin Kunigunde geweiht. Im 11. Jahrhundert wurde auf dem Domhügel außerdem ein Bischofspalast errichtet. Größere Umbauten am Dom fanden 1510 und 1537 statt.
Um 1470 wurde das dreiflügelige Schloss im spätgotischen Stil neu errichtet, und den vierten Flügel bildet der Dom. Bischof Thilo von Trotha, der von 1466 bis 1514 amtierte, ließ die Anlage im 15. Jahrhundert neu gestalten. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ostflügel des Schlosses fast vollständig zerstört. Im Schloss zeigt das Kulturhistorische Museum Funde von der Jungsteinzeit bis zu den Elbslawen.
Nach der Sage bezichtigte Bischof Thilo von Trotha einen Diener zu Unrecht des Diebstahls an einem goldenen Siegelring und ließ ihn hinrichten. Als der Ring später in einem Rabennest lag, ließ er im Schlosshof ein Vogelbauer errichten, in dem seither ein Kolkrabe lebt. Im Juni 2006 wurde der Käfig zu einer fast neun Meter langen und vier Meter breiten Voliere vergrößert. Die Obere Wasserkunst ist ein barocker Wasserturm, den Johann Michael Hoppenhaupt 1738 erbaute.
Im Jahr 1841 wurden in der Domstiftsbibliothek die Merseburger Zaubersprüche entdeckt. Im Zauberspruchgewölbe unterhalb der Schatzkammer kann man ein Faksimile der Zaubersprüche sehen. Der Domschatz wurde 2008 durch den Umbau der Südklausur neu präsentiert; zu sehen sind unter anderem die Merseburger Bibel des 13. Jahrhunderts und ein romanischer Tragaltar. Am 10. Juli 2006 wurde das Europäische Romanik Zentrum als Verein gegründet, und seit Mai 2008 sitzt es in der Südklausur des Domes.

Im September ziehen die Merseburger Orgeltage viele Musikliebhaber in den Dom. Domorganist Hans-Günther Wauer begründete sie 1963, und seit 1994 veranstaltet sie der Freundeskreis Musik und Denkmalpflege unter Leitung von Michael Schönheit. Im Mittelpunkt steht die Romantik-Großorgel, die Friedrich Ladegast von 1853 bis 1855 schuf und die besonders mit dem Namen Franz Liszts verbunden ist.
Im Jahr 1846 erhielt Merseburg Bahnanschluss an die Strecke Halle-Naumburg. 1916 begann südlich der Stadt der Bau der Ammoniakwerke Merseburg, aus denen später das Leunawerk wurde. 1936/37 entstanden die Buna-Werke im Nachbarort Schkopau. Im Jahr 1935 wurde westlich der Stadt ein Militärflugplatz in Betrieb genommen.
Im Jahr 1954 wurde die Technische Hochschule Leuna-Merseburg gegründet. Die Hochschule Merseburg, die aus ihr hervorging, wurde am 1. April 1992 gegründet und hat etwa 3000 Studierende.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Merseburg mehrfach bombardiert, und große Teile der Innenstadt wurden fast vollständig zerstört. Von 1952 bis 1990 war die Stadt Kreisstadt im DDR-Bezirk Halle. Am 17. Juni 1953 kam es auch in Merseburg zu spontanen Arbeiterprotesten. Die Wende von 1989 beendete den Abriss ganzer Straßenzüge, den seit 1968 die sogenannte sozialistische Rekonstruktion ausgelöst hatte; große Teile der Altstadt gingen dabei verloren.

Erste freie Wahlen seit 1933 gab es 1990, und zugleich leitete man ein umfassendes Sanierungskonzept für die Altstadt ein. Im Jahr 2004 wurde Merseburg mit dem Konzept Neue Milieus – neue Chancen in die Internationale Bauausstellung Stadtumbau 2010 aufgenommen. Seit 2007 ist die Stadt Verwaltungssitz des Saalekreises. Am 23. Dezember 1997 benannte sich die Stadt von Merseburg (Saale) in Merseburg um. Vom 13. bis 15. Juni 2008 fand in Merseburg der Sachsen-Anhalt-Tag zusammen mit dem Schlossfest statt, und mehr als 200.000 Menschen besuchten das Landesfest.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: MOTW, ROMANIK
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