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Monschau hatte am 31.12.2025 12.303 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 44 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Monschau
Monschau ist eine Eifelstadt an der Rur, gelegen in Nordrhein-Westfalen und Teil der Städteregion Aachen; eingebettet ist sie in die Berghänge des Naturparks Hohes Venn-Eifel, mitten in der Rureifel, die ihren Namen dem Fluss Rur verdankt. Die amtliche Ortshöhe beträgt 517 m, die Stadtfläche 94,6 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 12.303 Einwohner.
Im Jahr 1198 wurde Monschau zum ersten Mal als Mons Ioci erwähnt; woher der Name stammt, lässt sich nicht sicher sagen, und in den Urkunden wechseln die Schreibungen ständig: 1225 de Munioy, 1226 Monjoje, 1248 de Monsyoge, 1279 de Munzoyge, 1364 zu Moynschawe, 1429 zu Monschauwe. Bis 1918 hieß die Stadt Montjoie, und am 9. August 1918 wurde der Name durch kaiserlichen Erlass Wilhelms des Zweiten in Monschau geändert. Die Namensänderung wird heute als übermäßiger Kulturpatriotismus angesehen; von den zahlreichen kriegspolitisch bedingten Ortsnamensänderungen ist sie bestehen geblieben.
Vermutlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichteten die Herzöge von Limburg die Burg Monschau, damals Castrum in Munioie, die im 14. Jahrhundert weiter wuchs; sie thront über dem Rurtal an der Mündung des Laufenbachs in die Rur, und in ihren renovierten Mauern ist heute die ältere der beiden Jugendherbergen der Stadt untergebracht. Im Jahr 1351 ließen die Burgherren am Rurufer, unmittelbar an das alte Stadttor angelehnt, ein Burghaus aufführen: Wohnung für den Revierförster und den Wachleiter der Burg, später unter dem Namen Haus zum Turm bekannt. Im Jahr 1352 erhielt Montjoie Stadtrechte, und die Herrschaft Montjoie ging nach dem Tod von Johann dem Dritten von Schönforst-Montjoie 1433 an das Herzogtum Jülich über.
Im Jahr 1596 wurde in Montjoie eine Leprakolonie eingerichtet; im Dreißigjährigen Krieg wuchs die Einwohnerschaft dann kräftig, weil viele deutschsprachige protestantische Flüchtlinge und Tuchmacher zuzogen. Im Jahr 1654 entstand vor der Stadtmauer ein Rathaus; 1710 kamen die Ursulinen nach Monschau und bezogen das zwischen 1715 und 1718 gebaute Ursulinenkloster in der Laufenstraße, 1712 zogen die Minoriten nach. Französische Revolutionstruppen besetzten den Ort; 1794 wurde Monschau Kantonssitz, 1816 dann Sitz des preußischen Kreises Montjoie, und von 1816 bis 1971 war die Stadt Kreisstadt des damaligen Kreises Monschau, der zusammen mit dem Regierungsbezirk Aachen am 1. Januar 1972 durch das Aachen-Gesetz aufgelöst wurde.

Im September 1944 wurde Monschau schnell durch amerikanisches Militär eingenommen, weshalb die Stadt im Unterschied zu den teilweise schwer umkämpften Orten des Umlandes weitgehend von schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verschont blieb. Ein Kriegsgefangenenlager, in dem überwiegend sowjetische Gefangene saßen, bestand im Zweiten Weltkrieg auch in Monschau; etwa 162 Tote wurden um 1960 auf die Sowjetische Kriegsgräberstätte Simmerath-Rurberg umgebettet.
Eine Episode der Nachkriegszeit hat es bis in die Literatur geschafft. Im Jahr 1962 brach in Monschau und im Umland eine der letzten Pockenepidemien Deutschlands aus; eingeschleppt wurde die Krankheit von einem Mitarbeiter eines Maschinenbauunternehmens, der auf Montage in Indien tätig gewesen war, und der Ausbruch forderte eine Tote sowie vier sehr schwer und 33 mittelschwer Erkrankte. Der 2021 erschienene Roman Monschau von Steffen Kopetzky spielt vor dem Hintergrund dieses Pockenfalls.
Die Feintuchherstellung in Monschau geht auf Arnold Schmitz zurück, einen protestantischen Tuchmacher, den gegen Ende des 16. Jahrhunderts die Begleitumstände der Aachener Religionsunruhen aus seiner Heimatstadt vertrieben hatten; im sogenannten Schmitzenhof an der Rur fertigte er die ersten Feintuche des Ortes. Anders als die groben Tuche, die bis dahin in Heimarbeit im Umland entstanden, verlangten sie Wolle von höherer Güte, die man von auswärts beziehen musste — dafür ließ sie sich in ganz Europa absetzen und warf für die Fabrikanten hohe Gewinne ab.
Johann Heinrich Scheibler, ein protestantischer Pfarrersohn aus dem Bergischen Land, brachte die Textilindustrie der Stadt im 18. Jahrhundert auf ihren Höhepunkt; sichtbar geblieben ist von dieser Blütezeit vor allem das Rote Haus, das die Fabrikantenfamilie Scheibler um 1760 errichten ließ. Der Bau beherrscht den Ort und vereint Wohnhaus, Kontor, Lager und Fabrikation unter einem Dach, dort, wo der Laufenbach in die Rur fließt; ihre Wolle bezogen die Scheiblers von spanischen Merinoschafen über Antwerpen und Rotterdam.

Dass die Textilindustrie im 19. Jahrhundert einbrach, hatte zwei Gründe: die Zollpolitik Preußens und den späten Anschluss der Stadt an die Eisenbahn. Als letzter Textilbetrieb hielt sich die Streichgarnspinnerei Rheinische Wollwerke Monschau auf Burgau, die 1982 schloss.
Nach dem Ende der Tuchindustrie mussten Gebäude und Betriebe neue Aufgaben finden. Die Senfmühle Monschau entstand am Laufenbach als Laufentaler Mühle und diente zunächst der Textilverarbeitung; seit 1952 gehört sie der Familie Breuer, die dort vor allem Senf herstellt.
Monschau besitzt über 330 denkmalgeschützte Bauwerke, sodass immer nur eine Auswahl genannt werden kann. Die Evangelische Stadtkirche Monschau wurde ab 1787 von Wilhelm Hellwig als rechteckiger Bruchsteinbau erbaut und 1810 fertiggestellt; ihre barocke Schweifhaube auf dem Kirchturm kam von der lutherischen Kirche im heute kölnischen Mülheim am Rhein, die 1784 ein Eisgang zerstört hatte. Oben auf der Turmspitze sitzt kein Wetterhahn, sondern ein Schwan — das Sinnbild Martin Luthers, im Rheinland eine Seltenheit.

Das Rote Haus der Tuchfabrikantenfamilie Scheibler dient heute als Museum; es ist ein Doppelhaus, fertiggestellt 1768, links das Wohnhaus mit dem Namen Zum goldenen, rechts das Kontorhaus Zum Pelikan, und als Glanzstück der Ausstattung gilt die Holztreppe, die im Wohnhaus über drei Etagen führt. Für das Ehepaar Troistorff entstand 1783 das Haus Troistorff als repräsentatives Stadthaus — lange schrieb man es dem Aachener Architekten Jakob Couven zu, was sich aber als unwahrscheinlich erwiesen hat; seit 2009 gehört es der Städteregion Aachen, die es für Empfänge, Tagungen, Hochzeiten oder Ausstellungen nutzt.
Die Pfarrkirche St. Mariä Geburt im Stil des Bauernbarock wurde 1649 bis 1650 als ein in rohem Bruchsteinmauerwerk errichteter Saalbau mit einem leicht geschweiften Satteldach erbaut und hat anstelle eines Turms einen Dachreiter mit einem Spitzhelm. Die katholische Hauptpfarrkirche, die Aukirche St. Mariä Empfängnis, errichteten Minoriten zwischen 1725 und 1751 als Kirche ihres Monschauer Klosters und fügten sie an das kurz zuvor entstandene Aukloster an, wobei die Loretokapelle als erstes Kirchlein der Minoriten in die neue Aukirche integriert wurde.
Das Stadtbild hat zeitweise auch die öffentliche Kunst erweitert. Im Jahr 1971 verhüllten Christo und Jeanne-Claude die Haller-Ruine und Teile der Monschauer Burg — angeregt hatten das der Kunstkreis Monschau und der Journalist Willi Bongard; unter dem Titel CHRISTO projekt monSCHAU zählt die Aktion zu den frühen großen Open-Air-Verhüllungen des Künstlerpaars. Für die Ausstellung Umwelt-Akzente in Monschau schuf Alf Lechner 1970 die Skulptur Verformung 14, 17-1; im August 2011 kehrte die Plastik zur Retrospektive Umwelt-Akzente zurück.
Seit 1996 darf sich Monschau Luftkurort nennen, und vor allem in den warmen Monaten strömen Touristen in die verwinkelte Kulisse: Die mittelalterliche Stadtanlage, durch die sich das Flüsschen Rur zieht, wird von schieferverkleideten Häusern und Fachwerkbauten geprägt, in denen Cafés, Gaststätten sowie Kunsthandwerks- und Souvenirläden sitzen, und die Stadt ist Mitglied im Arbeitskreis Historische Stadtkerne Nordrhein-Westfalens.
Weit über die Umgebung hinaus bekannt sind zwei Veranstaltungen: die Monschau Klassik auf der Burg und der Weihnachtsmarkt, zu dem Jahr für Jahr Zehntausende kommen. An zwei Frühjahrsterminen treffen sich Kanuten in Monschau zu internationalen Wettkämpfen, einem Slalom und einem Wildwasserrennen; die Termine liegen im Frühjahr, weil die Rur nur dann genug Wasser für die Rennen führt. Überregional bekannt ist außerdem der Monschau-Marathon über 760 Höhenmeter, der immer im August stattfindet, und von 1948 bis 1952 fand in Monschau das innerstädtische Burgringrennen statt.
Die einst bedeutende Vennbahn, die bis 2001 noch als Museumsbahn fuhr und unter anderem in Monschau, Konzen und Kalterherberg Bahnhöfe hatte, ist stillgelegt; 2010 baute man die Strecke für den Vennbahnradweg ab und um, und der frühere Monschauer Bahnhof liegt heute im Gemeindegebiet von Weismes. Quer durch das Stadtgebiet zieht sich die Vennbahntrasse, die zu Belgien gehört und Mützenich, Ruitzhof und Rückschlag zu deutschen Exklaven inmitten belgischen Gebiets macht.
Die Altstadt von Monschau wurde mehrmals als Kulisse für Filmaufnahmen genutzt. Zu den dort gedrehten Produktionen gehören der von Wolfgang Petersen inszenierte Fernseh-Zweiteiler Die Stadt im Tal aus dem Jahr 1974, der Film Brennendes Schweigen nach dem Roman Eifel-Schnee von Jacques Berndorf aus dem Jahr 2001 und die Krimiserie Schimanski mit Götz George in der Titelrolle im Jahr 2005.
Im Jahr 2014 diente die Monschauer Altstadt als Kulisse für den Actionfilm Collide, der im August 2016 in die Kinos kam; seit 2015 entsteht dort die Degeto-Reihe Die Eifelpraxis.
Netflix brachte 2020 die dreiteilige Miniserie ÜberWeihnachten heraus, deren Handlung überwiegend in Monschau angesiedelt ist; 2021 wurde dann die Miniserie Ferdinand von Schirach – Glauben größtenteils hier gedreht, wobei die Stadt darin die fiktive Kleinstadt Ottern darstellt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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