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Münster, Stadt hatte am 31.12.2025 306.368 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Münster, Stadt
Die kreisfreie Stadt Münster in Westfalen beherbergt die Verwaltung des Regierungsbezirks, der ihren Namen trägt, in Nordrhein-Westfalen; zwischen 1815 und 1946 war sie Hauptstadt der preußischen Provinz Westfalen, und sie liegt an der Münsterschen Aa, mitten im Münsterland zwischen Ruhrgebiet und Osnabrück. Die amtliche Ortshöhe beträgt 60 m, die Stadtfläche 303,28 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 306.368 Einwohner.
Etwa seit dem 6. Jahrhundert gab es im Bereich des Domplatzes eine kleine sächsische Siedlung namens Mimigernaford; 793 setzte der friesische Missionar Liudger an die Furt über die Münstersche Aa ein Kloster — lateinisch monasterium —, und daher hat die Stadt, die hier heranwuchs, ihren Namen. Zum ersten Bischof von Münster wurde er 805 ernannt, und im selben Zug begannen die Arbeiten am ersten Dom. Aufgrund der wachsenden Einwohnerzahl erhielt Münster 1170 das Stadtrecht, und in diesen Zeitraum fällt der Bau der Stadtbefestigung, deren Stadtmauer etwa vier Kilometer lang war und in der Mitte des 14. Jahrhunderts durch weitere Befestigungsanlagen verstärkt wurde.
Für die Kommunalverfassung waren im späten Mittelalter die Leischaften wichtig: Sie benannten die Kurherren, und diese wirkten bei der Wahl der Ratsherren mit; wählbar in den Rat war bis 1458 allein der Stadtadel, den der Volksmund Erbmänner nannte. Viele Straßen in Münster tragen noch heute Erbmännernamen; die Erbmänner selbst vertraten die Stadt auf Hansetagen, im Landtag des Hochstifts und in der fürstbischöflichen Regierung. Als Mitglied zwischen 1358 und 1454 und ab 1494 als Vorort der Hanse gewann Münster in Westfalen erhebliches Gewicht — davon zeugt etwa der Prinzipalmarkt mit seinen prächtigen Kaufmannshäusern aus jener Epoche, die der Zweite Weltkrieg großenteils zerstörte und die vielfach vereinfacht wiederaufgebaut wurden.
Die dramatische Episode des Täuferreichs von Münster begann 1534; ihren Höhepunkt erreichte sie, als Jan van Leiden im September 1534 das Königreich Zion ausrief und sich selbst zu dessen König machte. Lange hielt dieses Königreich nicht: Am 24. Juni 1535 nahmen Truppen des Bischofs Franz von Waldeck die belagerte Stadt ein. Die Anführer der Täufer wurden gefoltert, hingerichtet und danach zur Abschreckung in drei eisernen Körben an der Lambertikirche aufgehängt; die Originale von 1535 hängen dort bis heute. Dass man sie oft Käfige nennt, ist falsch und geht vor allem auf zweierlei zurück: auf Berichte auswärtiger Autoren und Besucher, die seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert die Herrschaft der Wiedertäufer in negativ besetzten Begriffen schilderten, und auf Fehler beim Übersetzen lateinischer Handschriften über das Täuferreich.
Europäischen Rang hatte, was 1648 in Münster und Osnabrück geschah: Man schloss den Westfälischen Frieden, der den Dreißigjährigen wie den Achtzigjährigen Krieg beendete. Um dieselbe Zeit spitzte sich der Kampf der Stadt um ihre Unabhängigkeit zu und mündete in den Versuch, Münster zur Freien Reichsstadt erheben zu lassen; damit war der Konflikt des Bürgertums mit dem kirchlichen Landesherrn programmiert, und er endete offen im Streit mit Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, der die Stadt 1661 nach acht Monaten Belagerung einnahm und ihr zeitweise sämtliche Rechte nahm.
Als 1801 der letzte Fürstbischof starb, besetzte ein Jahr darauf der preußische General Gebhard Leberecht von Blücher die Stadt; legitimiert wurde das erst 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss, ehe 1806 napoleonische Truppen einrückten und Münster besetzten. Mit der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress kam Münster 1815 offiziell zum Königreich Preußen und wurde Provinzialhauptstadt der neu gegründeten Provinz Westfalen. Britische und amerikanische Bombenangriffe, die der Anweisung zum Flächenbombardement folgten, zerstörten etwa 91 Prozent der Altstadt und 63 Prozent des gesamten Stadtgebiets; Anfang April 1945 besetzten US-Truppen die Stadt.
Die kirchliche Geschichte der Stadt verdient einen eigenen Rückblick, denn sie verlief anders als im übrigen Norden. Bei seinem Treffen mit Karl dem Großen rief Papst Leo der Dritte im Jahre 799 das Bistum Münster ins Leben, dazu die Diözesen Osnabrück, Minden und Paderborn. Das Bistum reichte von der Lippe die Ems entlang bis nach Friesland und gehörte seit 798 als Suffragan zur Kirchenprovinz Köln. Als das Herzogtum Sachsen zerschlagen war, wurde Münster 1120 Hochstift des Reiches; mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 ging dieses Territorium, gegliedert in Ober- und Niederstift, an das protestantische Preußen.
Eine starke katholische Ausprägung ist der Grund dafür, dass die Reformation hier anders als im übrigen nördlichen Deutschland kaum Fuß fassen konnte. Reformatorische Predigten und Gewalt gegen Klöster gab es zwar ab 1524, doch 1543 scheiterte die Einführung der Reformation am Widerstand von Domkapitel und Ritterschaft, und ab 1589 drängten die Jesuiten sie nahezu vollständig zurück. Einige Protestanten lebten dennoch in der Stadt und hatten eigene Gildemeister — bis der Stadtrat 1628 die letzten von ihnen des Ortes verwies.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Protestanten geduldet; 1803 durfte die erste protestantische Kirchengemeinde entstehen, die 1817 allerdings bloß 534 Mitglieder zählte, und 1821 erhielt das heutige Bistum Münster seinen neuen Zuschnitt. Die Stadt wurde 1816 Sitz der Kirchenverwaltung, die innerhalb der unierten Evangelischen Kirche in Preußen für ganz Westfalen zuständig war, und Sitz des Generalsuperintendenten, der die Kirchenprovinz geistlich leitete. Wie sehr die Münsteraner Protestanten historisch am Rand standen, zeigt ein altes Sprichwort der Stadt: Evangelisch, kein Fahrradfahrer und zugereist seien die drei Münsteraner Todsünden.
Zu den herausragenden Gestalten des Widerstands gegen die Nationalsozialisten zählt der örtliche Bischof Clemens August Graf von Galen: Sein Kampf gegen die Willkür der Gestapo gegenüber katholischen Einrichtungen und gegen das menschenverachtende Euthanasieprogramm machte ihn weit über Stadt und Bistum Münster hinaus bekannt und trug ihm den Beinamen Der Löwe von Münster ein.
Die Gegenwart ist konfessionell deutlich gemischter, als diese Geschichte vermuten lässt. Am 31. Dezember 2025 waren 37,0 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch, 16,4 Prozent evangelisch, und 46,6 Prozent gehörten einer sonstigen oder keiner Glaubensgemeinschaft an.
Architektonisch ist Münster eine Stadt der Widersprüche: Wahrgenommen wird sie über die Altstadt rund um den Prinzipalmarkt, während über die gesamte Stadtfläche hinweg Bauten der Nachkriegszeit und der Postmoderne überwiegen. Das Bild der Innenstadt um den Prinzipalmarkt herum — Arkadengang, Giebelhäuser — hat sich seit dem 12. Jahrhundert nahezu unverändert gehalten, obwohl die einzelnen Häuser überwiegend zerstört und neu aufgebaut wurden. Wie sehr das auseinandergeht, führt das Krameramtshaus von 1589 vor, neben dem 1993 der Glas-Beton-Bau der Stadtbibliothek entstand.
Anders als in vielen anderen Städten hielt sich der Wiederaufbau der fast völlig zerstörten Innenstadt an das alte Stadtbild; im Kuhviertel, im Aegidiiviertel, an der Engelenschanze und am Schlossplatz zog man Durchbrüche und legte neue Straßen an. Der Promenadenring blieb jedoch bestehen, und am Domplatz wie am Prinzipalmarkt verzichtete man darauf, die Straßen zu verbreitern, so dass der mittelalterliche Stadtgrundriss dort weitgehend überdauert hat — auch wenn die Bebauung größtenteils aus der Zeit ab den 1950er Jahren stammt. Jenseits der Innenstadt prägen Backsteinwohnhäuser das Bild, zwischen die sich immer häufiger moderne Stahl- oder Glasbauten schieben.

Die historische Kaufmannsstraße des Prinzipalmarkts besteht aus einer Vielzahl aneinander gereihter Giebelhäuser mit einem durchgehenden Bogengang, und nach der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde sie in Anlehnung an das historische Vorbild wieder aufgebaut. Zum Prinzipalmarkt gehört auch das Wahrzeichen der Stadt — das historische Rathaus, dessen originaler Friedenssaal von 1643 bis 1648 die Verhandlungen über den Westfälischen Frieden sah; am 15. Mai 1648 wurde dort der Friede von Münster geschlossen. Mitte 2015 zeichnete die Europäische Kommission das Rathaus — wie auch jenes in Osnabrück — als Stätte des Westfälischen Friedens mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel aus. Auch später war das Rathaus Ort von Friedenspolitik: Am 18. Juni 1990 kamen Hans-Dietrich Genscher und Eduard Schewardnadse im historischen Rathaus von Münster zusammen, um die Zwei-plus-Vier-Gespräche vorzubereiten — jene Gespräche, die den Weg zur Wiedervereinigung öffneten; auf dem Prinzipalmarkt empfingen die Münsteraner die beiden Politiker mit Begeisterung.
Neben den vielen historischen Gebäuden prägen vor allem die zahlreichen Studenten die Kultur der Stadt, und ins Auge fallen die unzähligen Fahrräder — nicht nur auf der innerstädtischen Promenade. Auf 300.000 Einwohner kommen nach Angaben der Stadt rund 500.000 Fahrräder; daher rührt der lokale Beiname Fahrradhauptstadt. Wilhelm Ferdinand Lipper legte 1770 die Promenade an, eine etwa 4,5 Kilometer lange Allee, die sich um die gesamte Altstadt zieht; sie verläuft zum großen Teil auf den früheren Wallanlagen und steht nur Radfahrern und Fußgängern offen.

Im Jahr 2014 überstieg die Einwohnerzahl der Stadt erstmals die Marke von 300.000 Personen, und mit 65.000 Studenten im Jahr 2018 ist Münster eine der großen Universitätsstädte Deutschlands. Aus den einstigen Industriearealen Am Hawerkamp und Hafen im Hansaviertel ist etwas anderes geworden: Galerien, Gastronomie und viel alternatives Leben.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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Viele Bauten in Münster stammen von Johann Conrad Schlaun: das fürstbischöfliche Schloss, das er für Fürstbischof Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels baute, dazu das Haus Rüschhaus, das Stadthaus und der Erbdrostenhof von 1755, den viele für sein Meisterwerk halten. Für die meisten historischen Gebäude und Skulpturen wurde Baumberger Sandstein verwendet. Das Krameramtshaus von 1589 ist eines der Gildehäuser der Stadt; 1648, während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden, quartierten sich hier die Gesandten der Niederländischen Generalstaaten ein.

Als Festungsbauwerk entstand 1528 der Zwinger an der Promenade; nachdem Johann Conrad Schlaun ihn von 1732 bis 1734 umgebaut hatte, diente er bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts als Gefängnis, im Nationalsozialismus von 1938 bis 1944 als Kulturheim der Hitlerjugend und ab 1944 bis Kriegsende als Ort von Haft, Folter und Hinrichtungen durch die Gestapo. Von 1995 bis 1997 wurde der Bau vollständig restauriert; er beherbergt Rebecca Horns Arbeit Das gegenläufige Konzert, mit der die Künstlerin den bis dahin tabuisierten, ummauerten Bau öffnete, und ist seither ein Mahnmal. Der Buddenturm am nördlichen Teil der Promenade ist ein Rest der ehemaligen Stadtbefestigung vor dem Jahre 1200 und wurde nach dem Abriss der Stadtmauer gegen Ende des 18. Jahrhunderts im Jahr 1878 zu einem Wasserturm umgebaut.







