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Hamm, Stadt hatte am 31.12.2025 179.108 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 41 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Hamm, Stadt
Auf einer Länge von 31,665 km fließt die Lippe von Osten nach Westen durch das Stadtgebiet, und in der Stadt endet der Datteln-Hamm-Kanal. Am Kanal liegt seit 1914 der Stadthafen, dazu kommen der Kanalendhafen Uentrop und der Hafen des Gersteinwerks.
Die Stadt hat mehrere Leben gehabt: als Gründung eines märkischen Grafen, als Gerichtsort, als Kohle- und Stahlstandort und heute als Stadt, die den Wandel der letzten Jahrzehnte verarbeitet.
Zum 31. Dezember 2025 zählte Hamm 179.108 Einwohner. Seine heutige Ausdehnung erhielt die Stadt mit der kommunalen Neuordnung, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat.
Hamm ist eine Planstadt: Graf Adolf der Erste von der Mark gründete sie 1226 und verlieh ihr Stadtrechte. Sie stand am Anfang einer Reihe von Stadtgründungen der Grafen, mit denen die Grafschaft Mark militärisch und wirtschaftlich gefestigt werden sollte.
In den folgenden Jahrhunderten diente Hamm als Gerichtssitz mit Appellationsfunktion für die märkischen Städte, und das begründet die bis heute fortdauernde Gerichtstradition. Nach dem Frieden mit Frankreich 1815 ging der Regierungssitz für die frühere Grafschaft Mark an Arnsberg; als Ausgleich bekam Hamm das Oberlandesgericht, das zuvor in Kleve tagte. Am Oberlandesgericht sind auch die Generalstaatsanwaltschaft und der Anwaltsgerichtshof des Landes ansässig, und zusammen mit den niedergelassenen Anwälten prägen die Gerichte die Stadt.

Vor der Industrie trafen die Stadt zwei Ereignisse von außen. Im Jahre 1741 brannte Hamm: Ein großer Stadtbrand vernichtete das gotische Rathaus und 346 Häuser, danach wurden viele Bürgerhäuser in Stein wiederaufgebaut. Nach der Französischen Revolution machten die künftigen französischen Könige Ludwig der Achtzehnte und Karl der Zehnte Hamm mehrere Monate lang zum Sitz ihrer Exilregierung.
Die Industrialisierung begann mit der Eisenbahn: 1847 wurde der Bahnhof eröffnet; er entwickelte sich zum Motor der Hammer Wirtschaft und zog die Metallindustrie an, die neben die alten Brauereien trat.
Nach der Machtübernahme der NSDAP gab es in Hamm wiederholt Razzien gegen Sozialdemokraten und Kommunisten und erste Übergriffe gegen die jüdische Gemeinde. Deren Synagoge von 1868 wurde beim Novemberpogrom 1938 geschändet, verwüstet und ausgeplündert; niedergebrannt wurde sie nur deshalb nicht, weil die dichte Altstadt mitgebrannt hätte. Die Stadt brach sie ab und stellte der jüdischen Gemeinde die Kosten in Rechnung. Die meisten Gemeindemitglieder, die nicht ins Ausland fliehen konnten, wurden in die Vernichtungslager deportiert.
Im Zweiten Weltkrieg traf es gerade das, was Hamm groß gemacht hatte: Bis Kriegsende wurden der Rangierbahnhof und Industrieanlagen wie die Westfälische Drahtindustrie zu 60 Prozent zerstört. Die Großangriffe des Jahres 1944 kosteten 1029 Menschen das Leben, darunter 233 Internierte und Kriegsgefangene, und das Stadtarchiv ging wie schon beim Stadtbrand von 1741 verloren. Anfang April 1945 besetzten US-Truppen die Stadt.
An die Synagoge erinnerte danach lange nichts: Rund 50 Jahre lang lag an ihrer Stelle ein Parkplatz mit einer öffentlichen Toilette. Seit Dezember 2003 zeigt dort ein Mahnmal ihre Umrisse.
Probebohrungen führten 1876 bei Mark auf Sole; sie begründete das Kurbad Hamm, an das der Stadtteilname Bad Hamm noch erinnert. Als die Solequelle versiegte, wurde das Bad 1960 aufgegeben; auf dem Gelände stehen heute Reha-Einrichtungen.
Länger als das Bad hielt der Bergbau, doch 1976 erreichte sein Niedergang auch Hamm; die Schließung der Zeche Sachsen und die Sprengung ihrer Fördertürme brachte eine Welle der Arbeitslosigkeit, die sich 1990 mit dem Ende der Förderung auf der Zeche Radbod verschärfte. Bis Ende September 2010 förderte das Bergwerk Ost noch, und damit endete die 109-jährige Geschichte des Steinkohlenbergbaus in Hamm.
Während die Zechen noch förderten, entstand in Hamm ein Versuch mit ganz anderer Energie. In Uentrop begann 1971 der Bau des Thorium-Hochtemperaturreaktors THTR-300, der 1983 in Betrieb ging. Aus Kostengründen wurde schon 1986 die Stilllegung beschlossen, nachdem am 4. Mai 1986 ein Unfall und weitere Störfälle das Vertrauen zerstört hatten. Der Betrieb endete am 1. September 1989, und am 10. Oktober 1991 wurde der Trockenkühlturm gesprengt.
1984 fand in Hamm eine Landesgartenschau statt, für die auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Maximilian der Maximilianpark entstand. Sein Glaselefant, aus der Kohlenwäsche der Zeche gebaut, gilt neben der Pauluskirche als Wahrzeichen der Stadt.

Der Hindutempel Sri Kamadchi Ampal in Uentrop wurde am 7. Juli 2002 eingeweiht und zieht Jahr für Jahr Tausende gläubige Hindus aus ganz Europa an.






Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: RIK
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