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Northeim hatte am 31.12.2025 27.174 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 47 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Northeim
Northeim liegt in Südniedersachsen, am südwestlichen Ausläufer des Harzes und einige Kilometer östlich des Sollings. Bis Göttingen sind es 20 Kilometer nach Süden. Am 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 27.174 Einwohner.
Mitten durch die Stadt verläuft der zehnte Grad östlicher Länge; in der Einkaufsstraße Breite Straße markieren weiße Pflastersteine die Linie. Über der Stadt steht auf dem Wieter seit 1883 der Wieterturm, heute ein beliebtes Ausflugsziel.
Als Sitz mächtiger Grafen fing die Geschichte an, als Hansemitglied ging sie weiter, und später bestimmte die Bahn, wohin sich der Ort entwickelte.
Graf Siegfried von Northeim wird 982 in einer Urkunde des Kaisers genannt. Graf Otto von Northeim heiratete um 1050 Richenza von Werl und mehrte damit seinen Besitz beträchtlich. 1061 erhielt Otto das Herzogtum Bayern. 1069 wurde er des Majestätsverbrechens für schuldig befunden und verlor es wieder.
Im Schutz des Klosters Sankt Blasien entstand die Marktsiedlung im Bereich der heutigen Breiten Straße. 1252 erhielt Northeim die Stadtrechte. Zwischen 1252 und 1280 begann der Bau der Stadtmauer, zunächst mit einem 770 Meter langen Abschnitt vom Oberen Tor bis zum Höckelheimer Tor. Der fehlende, über 600 Meter lange Abschnitt vom Mühlentor zum Höckelheimer Tor entstand bis 1304.

1384 trat Northeim der Hanse bei, 1554 schied es wieder aus. 1477 erhielt die Stadt eine Stadtschule, die noch heute als Gymnasium Corvinianum besteht. Der Reformator Anton Corvinus legte der Stadt am 7. März 1539 gemeinsam mit seinem Vikar Jörge Thomas eine evangelische Kirchenordnung vor.

Von 1334 bis zum Brand von 1832 diente die Niederlassung der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg als Rathaus. Bei dem Feuer fielen auch 46 Wohnhäuser und die Apotheke den Flammen zum Opfer. 1842 kaufte die Stadt als Ersatz das Rumannsche Patrizierhaus am Entenmarkt.

1854 ging die Eisenbahnstrecke von Hannover nach Göttingen in Betrieb, und die Stadtmauer wurde nach Süden geöffnet. 1868 erhielt die Stadt einen eigenen Bahnhof, als die Südharzstrecke eröffnet wurde. Mit der Sollingbahn wurde Northeim 1878 zu einem bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt.
Ab 1892 setzte die Industrialisierung ein, vor allem bei Tabak und Zucker. Im selben Jahr veränderte zudem ein Feuer das Stadtbild: Es zerstörte die östliche Häuserzeile am Markt; deshalb stehen dort heute verhältnismäßig viele wilhelminische Steinbauten.

Wie die Nationalsozialisten eine Kleinstadt eroberten, hat der Amerikaner William Sheridan Allen am Beispiel Northeims beschrieben, im Buch „Das haben wir nicht gewollt!“. Die Stadt trägt darin den Decknamen „Thalburg“ und dient als Beispiel für eine durchschnittliche deutsche Kleinstadt. Die NSDAP wurde in dem bürgerlich-konservativen Ort schnell zu einer bestimmenden Macht.
Sichtbar wurde das rasch. Zum 20. April 1933 benannte die Stadt Straßen und Plätze nach NS-Größen um: Der Bürgermeisterwall hieß nun Adolf-Hitler-Wall, der Münsterplatz Platz der SA. Von 1934 bis 1945 war Ernst Girmann von der NSDAP Bürgermeister. Die jüdische Gemeinde, die es vor 1933 gegeben hatte, wurde zerstört und entstand nach dem Krieg nicht wieder.
Die Altstadt blieb im Krieg weitgehend verschont; zerstört wurde vor allem der Bahnhof. Am 10. April rollten US-amerikanische Panzer in die Stadt, und für Northeim war der Krieg beendet. Seit 1993 erinnert am ehemaligen Rathaus am Entenmarkt ein Mahnmal an die ermordeten jüdischen Bürger, und 2007 wurden in der Innenstadt 16 Stolpersteine verlegt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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