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Oldenburg (Oldb) hatte am 31.12.2025 177.055 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Oldenburg (Oldb)
Es fing mit einer Furt an. Auf einem Geestsporn im Ammergau, nahe einer Übergangsstelle über die Hunte, entstand im 7. oder 8. Jahrhundert eine bäuerliche Siedlung im Bereich des heutigen Marktplatzes. Wer von Bremen oder aus Westfalen nach Jever wollte, kam hier leicht über den Fluss — und wer den Übergang hielt, konnte Zoll nehmen oder ihn sperren.
Genau das taten die Grafen von Oldenburg ab dem 12. Jahrhundert. Aus dem Zoll wurde eine Burg, aus der Burg eine Residenz, aus dem Grafenhaus ein Herzogtum und schließlich ein Großherzogtum. Was diese Stadt von den meisten deutschen Landeshauptstädten unterscheidet, ist der Ausgang des Zweiten Weltkriegs: Sie wurde zu 1,4 Prozent zerstört. Und was sie mit wenigen teilt, ist ein politisches Datum, das ihr niemand abnimmt — 1932 holte die NSDAP hier als erstes in einem Land des Deutschen Reichs die absolute Mehrheit der Landtagssitze. Ende 2025 zählte die Stadt 177.055 Einwohner. Wie sie sich entwickelt, zeigen die Kennzahlen dieser Seite.
In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts entstand östlich des Ortes die Ringwallanlage des Heidenwalls; Untersuchungen von 2007 datierten ihre Erbauung auf 1032 und 1042. Urkundlich erwähnt wurde der Ort 1108 als Aldenburg. Im 12. Jahrhundert bauten die Grafen eine Wasserburg, die Verwaltungsmittelpunkt der Grafschaft wurde, und im Umland siedelten sich Angehörige der Verwaltung an. 1294 wurde für Dominikanerinnen das Kloster Blankenburg gegründet, das heute am östlichen Stadtrand liegt.

Das Stadtrecht kam 1345 von Graf Konrad, und es war Bremer Recht. Dazu gehörte eine Befestigung mit einem sehr breiten Graben und fünf Toren, deren Grundriss einem Wappenschild ähnelte: Obristentor im Westen, Haarentor im Nordwesten, Heiliggeisttor im Nordosten, Stautor im Osten und im Süden das Dammtor, ein Doppeltorbau mit zwei Flankenrundtürmen von 1518 und einer Zugbrücke.
Groß wurde das kleine Grafenhaus durch Heirat und Erbfolge. 1448 wurde Graf Christian König von Dänemark, 1450 auch von Norwegen, 1457 zusätzlich zum König von Schweden gewählt und 1460 Herzog von Schleswig und Graf von Holstein. Daheim regierte ab 1603 Graf Anton Günther, der einen Teil der Burg barock umbauen ließ und mit der Zucht von Pferden begann, die bald begehrt waren — gerade Zugpferde für die Artillerie warfen in Kriegszeiten Gewinn ab. Als Tilly mit seinen Truppen aus Wardenburg heranrückte, brachte Anton Günther ihn durch Verhandlung und Bestechung zum Abzug. Die Grafschaft ging mit einem leichten Plus aus dem Dreißigjährigen Krieg hervor, weil die Stadt nie belagert oder geplündert wurde.
Mit Anton Günthers Tod 1667 endete die Eigenständigkeit. Da er keine ehelichen Nachkommen hatte, fiel Oldenburg an den König von Dänemark und wurde von der Deutschen Kanzlei in Kopenhagen verwaltet. Im selben Jahr brach die Pest aus, der ab August 1667 wöchentlich dreißig bis vierzig Menschen zum Opfer fielen. Am 27. Juli 1676 schlugen drei Blitze ein, die Stadt brannte und wurde fast völlig zerstört; die Einwohner waren nicht versichert, bekamen keine Hilfe und zogen fort. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts sank die Einwohnerzahl auf 3000. Als militärischer Vorposten war der Ort Dänemark wichtiger: Auf Befehl der Krone entstanden die heutigen Wallanlagen, gebaut in Zwangsarbeit der Bewohner.
Die Revolution von 1848 verlief hier gemäßigt. Der Stadtrat forderte am 2. März in einer loyal formulierten Adresse an den Großherzog eine landständische Verfassung; die Antwort vom 7. März blieb vage. Erst Druck half: Am 10. März wurden Abordnungen aus Oldenburg und Jever persönlich vorstellig, und am Abend sagte der Großherzog zu, einer Versammlung aus 34 von ihm bestimmten Männern einen Verfassungsentwurf vorzulegen. Im Februar 1849 nahm der konstituierende Landtag die Verfassung an.
Achtzig Jahre später kippte dieselbe Stadt früher als andere. Bei den Wahlen zum Oldenburgischen Landtag 1932 erreichte die NSDAP mit über 48 Prozent der Stimmen als erste in einem Land des Deutschen Reichs die absolute Mehrheit der Sitze; Ministerpräsident wurde Carl Röver, seit Mitte der 1920er Jahre Gauleiter Weser-Ems. Der KPD-Landtagsabgeordnete Johann Gerdes wurde kurz nach der Machtübernahme von der SA angeschossen und starb drei Tage später; ein 2019 verlegter Stolperstein erinnert daran. Anfang Mai 1933 wurde Röver Reichsstatthalter für Bremen und Oldenburg, womit Bremen seine politische Eigenständigkeit verlor.

Der 10. November 1938 hat in dieser Stadt eine eigene Nachgeschichte. Die Synagoge und die jüdische Schule brannten, die jüdischen Oldenburger wurden in der Polizeikaserne am Pferdemarkt — heute die Landesbibliothek — zusammengetrieben, und am Morgen darauf trieb man 43 Männer an den Trümmern der brennenden Synagoge vorbei quer durch die Innenstadt zum Gefängnis. Fast 1000 Männer aus dem Nordwesten und aus Bremen landeten damals im KZ Sachsenhausen. 1982 vollzogen Oldenburger Bürger diesen Weg als Schweigegang nach; seither wird er jedes Jahr am 10. November begangen. Mindestens 74 Sinti aus Stadt und Umgebung wurden ermordet.

Eine Universität bekam Oldenburg spät: 1973, nach der Abschaffung der Pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen, wurde die Carl von Ossietzky Universität gegründet. 2009 trug die Stadt den Titel Stadt der Wissenschaft mit dem Leitbild Übermorgenstadt.
Die Vorgeschichte dieser Hochschule ist älter als sie selbst. Hier geboren wurde Johann Friedrich Herbart, dessen Pädagogik weit über Oldenburg hinaus gewirkt hat; nach ihm ist bis heute eine Gasse in der Innenstadt benannt, die unter Denkmalschutz steht. Ebenfalls in Oldenburg kam Karl Jaspers zur Welt, und mit Helene Lange stammt eine der Wortführerinnen der Frauenbildungsbewegung von hier.
Die Sammlungen der Stadt gehen auf die Herrscher zurück. Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte residiert im Schloss, dessen barocke Teile auf 1615 und 1753 zurückgehen, und verteilt sich zusätzlich auf das Augusteum und das Prinzenpalais; den Grundstock bilden die früher privaten großherzoglichen Sammlungen. Das Landesmuseum Natur und Mensch wurde 1836 als Naturhistorisches Museum vom Großherzog eröffnet. Daneben stehen das Stadtmuseum, das Horst-Janssen-Museum für den Zeichner und Grafiker gleichen Namens, das Haus für Medienkunst aus einer Stiftung von Edith Ruß und seit 2008 ein Computermuseum, das auf rund eintausend Quadratmetern funktionsfähige Geräte der 1970er bis 1990er Jahre zeigt.

Im Stadtbild stehen die Schichten nebeneinander. Der Lappan, ein Glockenturm von 1467, gilt als Wahrzeichen der Stadt. Die Lambertikirche wird 1237 erstmals erwähnt, bekam 1873 ihren Westturm und 1887 eine neugotische Umgestaltung. Dazu kommen das Peter Friedrich Ludwigs Hospital von 1841, seit 1992 Stadtbibliothek und Kulturzentrum. 1967 begann der Umbau der Altstadt, mit dem Oldenburg zu den ersten deutschen Städten mit einer Fußgängerzone gehörte.
Aus der Residenz an der Huntefurt ist eine Universitätsstadt geworden; durch sie fließt die Hunte, und an ihrem Rand beginnt der Küstenkanal.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Die Rückkehr zur Residenz kam über einen Ländertausch. 1773 gelangten die Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst an das Haus Schleswig-Holstein-Gottorf und vier Tage später an Friedrich August, den Fürstbischof von Lübeck, der 1774 und 1777 in den Herzogsstand erhoben wurde. Sein Nachfolger Peter Friedrich Ludwig verlegte den Wohnsitz hierher und baute die Stadt klassizistisch aus: die Häuserzeile an der Huntestraße, das Lehrerseminar, die Infanteriekaserne am Pferdemarkt, das Prinzenpalais. 1786 gründete er eine Ersparungskasse und legte die Finanzierung für ein Krankenhaus, das erst nach seinem Tod gebaut wurde. Den Großherzogstitel nahm erst sein Nachfolger Paul Friedrich August an, unter dem die Hofkapelle als Vorläufer des Staatsorchesters und ein Naturalienkabinett entstanden.
Der Krieg selbst ließ die Stadt fast unversehrt. Luftangriffe richteten nur geringe Schäden an; Oldenburg wurde zu 1,4 Prozent zerstört, insgesamt gingen 130 Häuser verloren. Getroffen wurden 1943 die Landesbibliothek am Damm, das Landgericht und das Museum, im April 1945 Kasernen, der Bahnhofsvorplatz, der Hafen und Wohnviertel; bei einem Angriff auf die Donnerschwee-Kaserne am 17. April 1945 starben 13 Kinder. Nach Kriegsende nahm die Stadt etwa 42.000 Vertriebene auf, überschritt damit die Grenze von 100.000 Einwohnern und wurde Großstadt.






