Kommst du über den Empfehlungslink einer Partnerin oder eines Partners zu uns, möchten wir dessen Kurzkennung 60 Tage lang im Cookie „ll_ref" speichern, damit eine spätere Registrierung richtig zugeordnet werden kann. Für die Nutzung von LageLuchs ist das nicht erforderlich — du kannst ohne Nachteil ablehnen und deine Entscheidung jederzeit über „Cookie-Einstellungen" im Seitenfuß ändern.
Passau hatte am 31.12.2025 53.523 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 55 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Passau
Als kreisfreie Universitätsstadt gehört Passau zum ostbayerischen Regierungsbezirk Niederbayern; es liegt unmittelbar an der österreichischen Grenze, und weil dort Donau, Inn und Ilz zusammenfließen, trägt es auch den Beinamen Dreiflüssestadt. Die amtliche Ortshöhe beträgt 312 m, die Stadtfläche 69,56 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 53.523 Einwohner.
Auf dem Altstadthügel bestand in der La-Tène-Zeit eine erste keltische Siedlung, deren Donauhafen ungefähr dort lag, wo heute das alte Rathaus steht; wo sich der Dom erhebt, errichteten die Römer später das Kastell Batavis als Teil ihrer Limesbefestigung, dessen Name vermutlich auf germanische Söldner vom Stamm der Bataver zurückgeht, die anfangs dort in Garnison lagen — und aus Batavis wiederum ist wahrscheinlich der heutige Ortsname Passau geworden. Am rechten Innufer entstand im ersten nachchristlichen Jahrhundert das Kastell Boiodurum, das zur römischen Provinz Raetia gehörte; seine Aufgaben übernahm später das innaufwärts in der Provinz Noricum errichtete Kastell Boiotro, und als in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts der Sold immer öfter ausblieb, harrte die dortige Garnison nach der Darstellung der Vita Severini länger aus als anderswo.
Die Bajuwaren beziehungsweise die Agilolfingischen Herzöge nahmen das Gebiet im 6. Jahrhundert in Besitz und bauten auf der Halbinsel eine Herzogspfalz. Den Donauhandel zwischen Passau und dem niederösterreichischen Mautern regelte im 10. Jahrhundert die Raffelstettener Zollordnung; zwischen 1078 und 1099 setzte König Heinrich der Vierte im Investiturstreit den Grafen Ulrich als städtischen Vogt der neu geschaffenen Burggrafschaft Passau ein, die jedoch mit dessen Tod endete. Nachweisbar verkehrte Walther von der Vogelweide auch am Hof des Passauer Bischofs und Mäzens Wolfger von Erla, der ihm am 12. November 1203 einen Pelzmantel bezahlte; dieser Posten in den Reiserechnungen des Bischofs gilt als urkundliches Zeugnis über den Dichter außerhalb der Nennungen bei zeitgenössischen Dichterkollegen.
Das Schmiedehandwerk der Stadt hatte in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts Gewicht, und nachdem das Stift Niedernburg 1193 endgültig an den Passauer Bischof gefallen war, konnte dieser 1217 auf Grundlage der Besitzungen der ehemaligen Reichsabtei das Hochstift Passau gründen. Mehrfach lehnte sich die Bürgerschaft gegen die Herrschaft der Fürstbischöfe auf, zuletzt 1367 und 1368, doch scheiterten diese Erhebungen sämtlich; das Bistum wiederum kam zu beträchtlichem Wohlstand und weckte damit bei den Nachbarn Bayern und Österreich immer wieder Begehrlichkeiten. Die Liebfrauen Schiffleut und Salzfertiger-Bruderschaft, eine deutsche Bürgervereinigung, wurde 1306 erstmals urkundlich erwähnt.
Überschwemmungen und große Brände suchten die Stadt mehrfach heim: 1662 legte ein Feuer sie vollständig in Schutt und Asche, italienische Baumeister errichteten Passau danach neu und gaben ihm sein heutiges südländisch anmutendes barockes Aussehen, und 1689 erschien die erste Passauer Zeitung. Der Frieden von Teschen brachte 1779 jene Gebiete des Kurfürstentums Bayern östlich des Inn, die bislang Innbaiern hießen, als Innviertel an Österreich, was auch Passau zu spüren bekam. Mit der Säkularisation im Dezember 1802 hörte Passau auf, ein selbstständiges Fürstentum zu sein: Drei Jahre lang gehörte es zum Kurfürstentum Salzburg, 1805 fiel es an Bayern; von 1806 bis 1839 war es Hauptstadt des Unterdonaukreises, und 1860 ging die Eisenbahnstrecke nach Straubing in Betrieb. Im Jahr 1927 ging das Donaukraftwerk Kachlet ans Netz, und die Bauarbeiten dazu hatten 1922 begonnen.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Stadt zum Ort von Zwangsarbeit und Mord. Seit 1942 befand sich in Passau ein Außenlager des KZ Dachau, dessen Häftlinge beim Bau eines Unterwasserkraftwerks eingesetzt wurden; von November 1942 an war es dem KZ Mauthausen unterstellt, das im März 1944 zusätzlich das Außenlager Passau II einrichtete und im März 1945 das Außenlager Passau III. Im Neuburger Wald südlich der Stadt geschah Ende April 1945 ein Endphaseverbrechen: Auf Befehl des Landshuter SS-Standartenführers Paul Kröger führte man rund 340 sowjetische Kriegsgefangene an den Waldrand, 107 von ihnen fand man später im Wald, durch Genickschüsse ermordet, und in Ingling erinnert seit dem 30. Oktober 2020 eine Stele mit deutschem und russischem Text an dieses Verbrechen. Die Übergabe der Stadt an ein US-Infanterieregiment unter dem Kommando von Stanley Eric Reinhart unterschrieb am 2. Mai 1945 der neu ernannte Bürgermeister Carl Sittler.
Bereits im Jahr 739 war Passau Bischofssitz; aus derselben Zeit stammt die Gründung des Klosters Niedernburg, dem nördlich der Donau ausgedehnte Ländereien im Bayerischen Wald und im Einzugsbereich der Ilz gehörten, womit es den Salzhandel nach Böhmen in der Hand hatte; Äbtissin war dort im 11. Jahrhundert Gisela, eine Schwester Kaiser Heinrichs des Zweiten und Witwe des Königs von Ungarn. Vermutlich in diesem Umfeld ist das Nibelungenlied entstanden, und vermutlich nimmt es Bezug auf ebenjene Gisela — bairische Prinzessin, ungarische Königin und spätere Niedernburger Äbtissin — sowie auf ihren Oheim, Bischof Pilgrim von Passau.
Zur Geschichte des Bistums gehört auch die Verfolgung der Juden. Der Christ Christoph Eysengreißheimer sah sich 1477 dem Vorwurf ausgesetzt, acht gestohlene Hostien an die jüdischen Feinde des Heilands verkauft zu haben, die diese anschließend geschändet haben sollten; die Angeklagten kamen in Haft, wurden gefoltert und nach ihren Geständnissen enthauptet, sofern sie sich zuvor hatten taufen lassen — andernfalls zerfleischte man sie mit glühenden Zangen und verbrannte sie.
Passau ist der Entstehungsort des Ausbunds, eines Gesangbuchs des Protestantismus, das bei den Amischen noch heute benutzt wird; im Verlies der Passauer Burg entstand zwischen 1535 und 1540 seine Kernsammlung, verfasst von inhaftierten Täufern, von denen die meisten nach ihrer Haft den Märtyrertod erlitten. Die gedruckte Erstausgabe von 1564 trägt einen langen Titel, der mit den Worten Etliche schöne Christliche Geseng beginnt und die Umstände benennt: gedichtet und gesungen von den Schweitzer Brüdern in der Gefengkniß zu Passaw im Schloß. Der 1552 in der Stadt geschlossene Passauer Vertrag bereitete der Duldung des lutherischen Bekenntnisses im Augsburger Religionsfrieden den Weg; in ihm erkannte der Kaiser das Luthertum zum ersten Mal förmlich an. Zwischen 1622 und 1633 entstand die Philosophisch-Theologische Hochschule, die von wenigen Unterbrechungen abgesehen bis 1978 fortbestand; 1821 wurde die Stadt wieder Bischofssitz.
Auf einer schmalen Halbinsel, dort wo Inn und Donau zusammenkommen, erstreckt sich die Altstadt; 15 Meter über der Donau erhebt sich auf einer kleineren Anhöhe der Dom St. Stephan, und zu beiden Ufern hin fallen die Gassen streckenweise in steilen Treppen ab. Italienische Baumeister haben dem Stadtbild sein südländisches Flair gegeben, geprägt von Häusern der Inn-Salzach-Bauweise; beiderseits der Flüsse steigt die Landschaft in grünen Hügeln an, im Norden blickt die Veste Oberhaus auf die Stadt herab, im Süden die Wallfahrtskirche Mariahilf.

Der Dom St. Stephan ist Sitz des Passauer Bischofs; an seiner Stelle stand bereits um 450 eine Kirche, urkundlich fassbar wird die Bischofskirche 730, und ab 739 diente sie der Diözese als Kathedrale. Unter Bischof Pilgrim begann ab 982 der Neubau einer dreischiffigen Episkopalkirche, deren Westseite eine Doppelturmfassade trug; zwischen 1280 und 1325 wich sie teilweise einem frühgotischen Dom, und von 1407 bis 1560 kam ein spätgotischer Ostteil hinzu. Der Stadtbrand von 1662 vernichtete den Dom bis auf die Außenmauern des Ostteils; von 1668 bis 1693 baute ihn Carlo Lurago wieder auf, nun barock, und aus dem Innenausbau ragen die Stuckaturen Giovanni Battista Carlones heraus sowie die Gemälde Johann Michael Rottmayrs in den Seitenaltären.

Auf dem Domplatz, dem höchsten Punkt der Altstadt, verdient neben dem Dom vor allem das Lamberg-Palais Beachtung: Dort kam 1552 der Passauer Vertrag zustande; südlich des Doms steht die Alte Residenz, in der heute das Landgericht sitzt. Das Stadttheater hat im früheren fürstbischöflichen Opernhaus sein Domizil: Der Bau von 1645 diente anfangs als Ballhaus, ab 1770 als Hofkomödienhaus, und 1783 ließ ihn Fürstbischof von Auersperg durch Johann Georg Hagenauer zum Opernhaus umgestalten. Ebenfalls auf dem Domplatz steht das Denkmal des bayerischen Königs Max Joseph; es erinnert daran, dass das Fürstentum Passau nach der Säkularisation 1803 im neu geformten Königreich Bayern aufging, und den Entwurf des Monuments, datiert 1824 und errichtet 1826, schreibt man wohl Karl Eichler zu.
Unterhalb der Burganlage Veste Niederhaus mündet von links die Ilz in die Donau und kurz darauf von rechts der Inn; grün ist das Wasser des Inn, der zum Teil aus den Schweizer Zentralalpen kommt, blau jenes der Donau, und schwarz die aus einem Moorgebiet stammende Ilz, sodass die Donau ein längeres Stück flussabwärts drei Farben führt. Weil hier mehrere Flüsse zusammentreffen, kommt es immer wieder zu Hochwasser-Ereignissen, unter denen besonders die historische Innenstadt leidet.
Im Jahr 1954 suchte ein verheerendes Hochwasser die Stadt heim, denn eine ausgeprägte Vb-Wetterlage verursachte einen ergiebigen Landregen in Bayern; auf 12,2 Meter stieg die Donau am 10. Juli 1954, am Inn maß man 10,1 Meter und an der Ilz 12,15 Meter; am härtesten traf es den Stadtteil Ilzstadt, wo mehrere Gebäude tagelang bis zum ersten Stockwerk im Wasser standen. Unter dem Eindruck der massiven Schäden nahm man den Hochwasserschutz der Ilzstadt in Angriff — in Deutschland die erste größere geschlossene Maßnahme dieser Art: Sämtliche gefährdeten Gebäude fielen, und von 60 Anwesen entstanden 28 auf aufgeschüttetem Niveau neu; etwa die Hälfte der Stadtteilbevölkerung musste somit die Wohnunterkunft wechseln.
Die schwersten Überschwemmungen seit fünfhundert Jahren erlebte die Stadt im Mai und Juni 2013, als der Pegel Passau an der Donau die historische Marke von 12,89 m erreichte; zeitweilig fiel die Trinkwasserversorgung aus, und an Schulen wie an der Universität ruhte der Lehrbetrieb. Passauer Universitätsstudenten packten während der Hochwasserkatastrophe und vor allem danach engagiert mit an; ihre selbst gegründete und verwaltete Initiative Passau räumt auf erhielt im Jahr 2013 den Deutschen Bürgerpreis.
Durch die Eingemeindungen der Gemeindegebietsreform wuchs das Stadtgebiet 1972 von 20 auf 70 Quadratkilometer; die Einwohnerzahl legte um 40 Prozent zu, auf fast 50.000. Universitätsstadt ist Passau seit 1978; die Schwerpunkte der Hochschule liegen in Jura, Betriebswirtschaftslehre und Informatik. Rund um das Scharfrichterhaus in der Milchgasse bildete sich in den 1970er-Jahren eine Kleinkunst- und Kabarettistenszene heraus, deren Ruf über die Stadt hinausreichte; seit 1983 wird bei den Passauer Kabarett-Tagen alljährlich das Scharfrichterbeil verliehen. Von 1984 bis 1993 war die Altstadt von Passau für die UNESCO-Tentativliste vorgemerkt, also als möglicher Welterbekandidat geführt.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Das Rathaus am Donauufer stammt aus dem 14. Jahrhundert; sein 38 Meter hoher Turm kam allerdings erst im Jahr 1890 hinzu, und auf dem Rathausplatz davor birgt das Patrizierhaus Wilder Mann das Passauer Glasmuseum, dessen Exponate Böhmisches Glas zeigen. Östlich des Rathausplatzes steht das klassizistische Hauptzollamt, das Friedrich von Gärtner von 1848 bis 1851 errichtete; unweit des Rathauses liegt die ehemalige Jesuitenkirche St. Michael samt dem benachbarten Komplex des einstigen Jesuitenkollegs, und weiter zur Ortspitze hin das frühere Benediktinerinnenkloster Niedernburg. Die sogenannte Ortspitze liegt am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz; die kleeblattförmige Geschützbastion von 1531 sicherte einst die Flusstäler nach Osten hin.
Die Pfarrkirche St. Paul wurde 1050 erstmals urkundlich erwähnt; was heute steht, entstand in den Jahren 1663 bis 1678, und nebenan am Rindermarkt erhebt sich die zweischiffige Spitalkirche von 1380, die zum 1200 gegründeten St.-Johannes-Spital gehört. Auf einem Hügel jenseits der Donau ragt die mächtige Veste Oberhaus auf, in der unter anderem das Oberhausmuseum mit Stadtmuseum untergebracht ist; ein Wehrgang verbindet sie mit der tiefer zwischen Donau und Ilz gelegenen Veste Niederhaus. Wenige hundert Meter donauaufwärts steht Schloss Freudenhain, das der Passauer Fürstbischof Kardinal Joseph Franz Anton Graf von Auersperg von 1785 bis 1792 errichten ließ. Über der Innstadt, auf einem Hügel jenseits des Inn, steht die Wallfahrtskirche Mariahilf; 321 Stufen zählt die Wallfahrtsstiege hinauf. Gegenüber der Altstadt hat sich in der Innstadt das mittelalterliche Severinstor samt Barbakane von 1412 erhalten, sein Torturm wurde 1820 abgetragen, und daneben stehen der runde Peichterturm von 1403 am Beiderbach sowie Reste der Innstadtmauer von 1410, zu der Vierecktürme und ein Zwinger gehören. Auch das Römermuseum liegt in der Innstadt, bei der Ausgrabungsstätte des Römerlagers Boiotro; Erwähnung verdient zudem die Severinskirche, deren Fundamente bis in die Spätantike zurückreichen.






