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Sassnitz hatte am 31.12.2025 8.879 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 43 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Sassnitz
Sassnitz liegt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten Rügens, am Küstenhang am Südende der Stubnitz, eines siebeneinhalb Kilometer langen und bis zu vier Kilometer breiten Buchenwalds. Bis zum 2. Februar 1993 schrieb sich die Stadt noch Saßnitz; der Name geht vermutlich auf ein slawisches Wort zurück, das Kiefer bedeutet.
Sassnitz war lange kein Bad, sondern ein Hafen. Viele Jahrhunderte lang war der Ort vor allem ein kleiner Fischerort, und erst um 1890 kamen ein größerer Hafen und der Eisenbahnanschluss hinzu; Stadtrecht erhielt er erst 1957. Aus dem Fischerort wurde ein Fährhafen, und gleich hinter der Stadt beginnt der Nationalpark Jasmund mit seinen Kreidefelsen. Für ihre Region ist Sassnitz ein Grundzentrum mit Teilfunktionen eines Mittelzentrums, nicht zuletzt wegen des Fährhafens mit internationalen Verbindungen. Ende 2025 zählte Sassnitz 8.879 Einwohner.
Zur Gemeinde Saßnitz vereinigte man das Bauern- und Fischerdörfchen Crampas und das Fischerdorf Saßnitz erst 1906. Zuvor hatte sich der Ort schon verändert: 1871 wurde die Straße nach Saßnitz ausgebaut, ab 1878 gab es eine Schiffsverbindung nach Stettin, und 1891 wurde der Ort von Bergen aus an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Adolph von Hansemann modernisierte die Stadt von 1887 bis 1896 auf eigene Kosten und ließ dabei unter anderem den Fischereihafen anlegen.
Seit dem Hafenausbau 1889 gab es von Saßnitz Seeverbindungen nach Rønne auf Bornholm, nach Trelleborg und nach Memel, und 1897 wurde mit dem Seitenraddampfer Freia die Postdampferlinie Saßnitz–Trelleborg eröffnet. Die spätere Eisenbahnfährverbindung nach Schweden hieß Königslinie, auf Schwedisch Kungslinjen. Die Außenmole misst 1450 Meter, ihr Bau begann 1889, fertig wurde sie 1912. Auf der Ostmole ersetzte 1937 ein grün-weißer Leuchtturm das Molenfeuer von 1904.
In der DDR hing die Stadt an der Fischerei. Am Hafen entstand 1949 der VEB Fischkombinat Saßnitz, der bis zu 2200 Arbeiter beschäftigte, und um 1977 zählte die Fangflotte 48 Kutter, 15 Frosttrawler und zwei Kühl- und Transportschiffe; sie brachte jährlich über 60.000 Tonnen Fisch an Land. In Mukran wurde 1984 ein neuer Hafen für Eisenbahnfähren zwischen der DDR und der Sowjetunion gebaut; nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 stellte man den Fährhafen auf Verbindungen im gesamten Ostseeraum um.
Zuletzt rückte der Hafen Mukran in die Energiepolitik. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 wurden Zertifizierung und Inbetriebnahme von Nord Stream 2 ausgesetzt, und im September 2022 beschädigte ein Anschlag die Pipelines schwer. Als Alternative entstand 2023/2024 das LNG-Terminal Mukran, das eine etwa 50 Kilometer lange Leitung mit dem Gasfernleitungsnetz nahe dem Industriehafen Lubmin verbindet.
Nördlich der Stadt beginnt der Nationalpark Jasmund, der seit dem 12. September 1990 besteht und etwa 3070 Hektar groß ist. Er umfasst den mit ursprünglichem Buchenwald bestockten Höhenrücken der Stubnitz und die Kreide-Kliffküste; ein Teil des Buchenwalds gehört zum UNESCO-Welterbe. Das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl wurde 2004 eröffnet, und es zeigt eine Erlebnisausstellung.

Der Königsstuhl, ein Kreidefelsen der Stubbenkammer, liegt 7 Kilometer nördlich von Sassnitz und ist 118 Meter hoch. Rund 300.000 Besucher kommen jedes Jahr, und 2023 wurde am Felsen ein Skywalk eröffnet, dessen Baukosten 11 Millionen Euro betrugen. Zu Fuß führt der etwa 12 Kilometer lange Hochuferweg Jasmund von Sassnitz bis nach Lohme. Eine Holztreppe mit 412 Stufen zum Strand ist seit 2016 wegen der Gefahr weiterer Abbrüche gesperrt.
Die Küste ist in ständiger Bewegung. Die Wissower Klinken wurden am 24. Februar 2005 nach einem großen Uferabbruch weitgehend zerstört; sie werden oft irrtümlich für das Motiv von Caspar David Friedrichs Gemälde Kreidefelsen auf Rügen gehalten. Wie die Kreide früher gewonnen wurde, zeigt das Kreidemuseum Gummanz auf dem Gelände des von 1855 bis 1962 betriebenen Kreidetagebaus, mit Originalgeräten und Bild- und Texttafeln.
Seit Ende Februar 1945 diente Saßnitz Flüchtlingen aus dem Osten zunehmend als Ausweichhafen, weil Swinemünde überlastet war. In der Nacht vom 6. auf den 7. März 1945 erfolgte ein britischer Bombenangriff mit 191 Lancaster-Bombern auf die Stadt und die Schiffe. Dabei wurden 17 Fahrzeuge versenkt, darunter das Lazarettschiff Robert Möhring mit 353 Toten, und insgesamt starben bei dem 20-minütigen Angriff etwa 1200 Menschen. 537 Wohnungen wurden zerstört.
Neben dem Luftkrieg reichte auch das Lagersystem des NS-Staats bis in die Stadt: Vom Frühjahr 1945 bis zum Kriegsende im Mai 1945 bestand in Saßnitz ein Außenlager des KZ Ravensbrück. Die Häftlinge, mehrheitlich Zeugen Jehovas, waren in einer umzäunten, bewachten Baracke von kaum 20 Quadratmetern untergebracht und mussten als Handwerker für ein Forschungsinstitut arbeiten, das Meeresalgen verwerten sollte. Heute erinnern mehrere Stolpersteine an die Häftlinge.
Im Jahr 1957 erhielt Saßnitz das Stadtrecht. Die Fischindustrie baute man aus, doch die Pensionshäuser verfielen zunehmend, denn Urlauber zogen die Sandstrände im Süden und im Norden Rügens vor. Bis in die 1980er Jahre wuchs die Einwohnerzahl stetig, seit 1990 nahm sie wieder deutlich ab.

Ab 1991 sanierte man den historischen Stadtkern mit Mitteln der Städtebauförderung grundlegend, und die Häuser der Bäderarchitektur wurden renoviert und meist einheitlich weiß gestrichen. Der Altstadthafen wurde ab 2000 in die Stadtsanierung einbezogen. 2007 wurde eine 274 Meter lange Hängebrücke für Fußgänger eingeweiht, die das Stadtzentrum mit dem Hafen verbindet; sie wurde mit dem Deutschen Brückenbaupreis 2010 ausgezeichnet.

Die evangelische St.-Johannis-Kirche wurde 1880 begonnen und 1883 eingeweiht. Das Rathaus wurde 1910 als Warmbad und Gemeindehaus eröffnet, und eine Glasbemalung am Hauptportal erinnert an diese frühere Funktion. Das ehemalige Postamt von 1897 dient heute als Stadtbibliothek und Archiv. Der Glasbahnhof im Hafen hat seine Funktion verloren und beherbergt einen Ausstellungssaal und das Museum für Unterwasserarchäologie. Die Kurmuschel am Ende der Kurpromenade ist seit 2025 wieder teilweise begehbar.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: NNL, WH
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Im Dwasiedener Wald stehen die Ruinen von Schloss Dwasieden. Friedrich Hitzig entwarf das Herrenhaus, das zwischen 1873 und 1877 im italienischen Neorenaissance-Stil entstand; 1948 wurde es gesprengt, doch die eingeschossigen Teile der Seitenflügel blieben erhalten.






