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Würzburg hatte am 31.12.2025 133.753 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 61 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Würzburg
Als kreisfreie Stadt gehört Würzburg zum bayerischen Bezirk Unterfranken, dessen Regierung hier ihren Sitz hat; eingebettet liegt es in einem Talkessel des mittleren Maintals, im sogenannten Maindreieck, ringsum Spessart, Rhön und Steigerwald. Die amtliche Ortshöhe beträgt 177 m, die Stadtfläche 87,66 Quadratkilometer; auf dem Nikolausberg nahe der Frankenwarte wird mit 360 m über NN der höchste Punkt erreicht, die tiefste Stelle liegt mit 166 m am Alten Kranen und am Neuen Hafen. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 133.753 Einwohner.

Ein Abend hat das heutige Würzburg geprägt, der des 16. März 1945, an dem die Kernstadt zu 80 Prozent zerstört wurde und mindestens 4500 Menschen starben. Fast alles, was heute als Wahrzeichen gilt, ist danach zurückgeholt worden: der Wiederaufbau der Stadt wurde am 16. Dezember 1963 für abgeschlossen erklärt, die Residenz aber erst 1987, mit der Vollendung des Spiegelkabinetts.
Eine Urkunde von 704 nennt den Ort zum ersten Mal, und zwar als Befestigungsanlage Virteburh in der Wendung in castello Virteburh. Bereits ab 604 residierte hier ein fränkischer Herzog, dessen Macht sich über die Mainlande und das südliche Thüringen erstreckte; in den Jahren 685 bis 689 sollen die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan am Ort missioniert haben. Für seine Tochter Immina stiftete Herzog Heden um 700 auf dem Marienberg ein Kloster; geführt haben soll sie es bis zu dem Jahr 742, in dem das Bistum Würzburg entstand. Als die Frankenapostel 752 heiliggesprochen wurden, setzten Pilgerfahrten ein — zum ersten Märtyrergrab rechts des Rheins. Ein Zollprivileg erhielten die Bischöfe um 820 von Ludwig dem Frommen, während Markt- und Münzrecht erst 1030 hinzukamen. Hier fand 1127 ein Ritterturnier statt, das erste auf deutschem Boden, und wenig später, um 1130, entstand die steinerne Mainbrücke — technisch eine Meisterleistung jener Jahre. In zweiter Ehe nahm Friedrich Barbarossa am 17. Juni 1156 in der Stadt Beatrix von Burgund zur Frau, die Erbin der Freigrafschaft Burgund. Der Reichstag von 1168 brachte Bischof Herold die Herzogswürde, die Barbarossa ihm dort verlieh; von da an durften sich die hiesigen Bischöfe Fürstbischöfe nennen und den Titel Herzog in Franken tragen. Auf Fürstbischof Johann von Egloffstein geht die Hohe Schule zu Würzburg zurück, die er 1402 ins Leben rief und aus der später die Universität hervorging.
Der Sturm auf die Festung Marienberg im Mai 1525, während des Deutschen Bauernkriegs, scheiterte; anschließend hielt man Tilman Riemenschneider dort gefangen. Tiefe Spuren hinterließ Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn: auf ihn gehen das Juliusspital, die erneuerte Universität und der Umbau der Marienberger Festung zum Renaissanceschloss zurück — zugleich trug sein Ruf als Gegenreformator und Hexenverfolger weit über die Stadt hinaus. In den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts endeten im Hochstift mehr als 260 Menschen unter dem Vorwurf der Hexerei oder Zauberei auf dem Richtplatz. Schwedische Truppen hielten die Stadt von 1631 bis 1634 besetzt; nach dem Westfälischen Frieden von 1648 baute man die Befestigung barock und sternförmig aus.
Viermal wechselte die Bürgerschaft zwischen 1802 und 1814 den Staat, dem sie angehörte, weil das Hochstift aufgelöst wurde: erst Untertanen des Hochstifts, vom 22. November 1802 an solche des Kurfürstentums Pfalzbayern, ab September 1806 des Großherzogtums Würzburg unter Erzherzog Ferdinand von Toskana, und vom 28. Juni 1814 an erneut bayerisch. Ihren Ausgang nahmen die Hep-Hep-Krawalle am 2. August 1819 hier, bevor sie auf den gesamten Deutschen Bund übergriffen. Ein Arbeiter- und Soldatenrat konstituierte sich am 9. November 1918; im April 1919 hielt sich drei Tage lang eine rätekommunistische Herrschaft, die sogenannte Würzburger Räterepublik. Eine NSDAP-Ortsgruppe gründete sich am 6. Dezember 1922; nach der Wiederzulassung der Partei 1925 zog sie im Dezember 1929 mit vier Mandaten in den Stadtrat ein, und nachdem die SPD-Arbeit verboten und die Bayerische Volkspartei aufgelöst worden war, legten die Stadtratsmitglieder am 4. September 1934 einen neuen Eid auf Adolf Hitler ab.
Einst residierten die Fürstbischöfe in der Würzburger Residenz; die dreiflügelige Barockanlage entstand von 1720 bis 1780, beauftragt von Johann Philipp Franz und Friedrich Karl von Schönborn, entworfen von Balthasar Neumann. Roh stand der Bau 1744; die Räume waren erst 1780 ausgestattet. Die UNESCO nahm Residenz, Hofgarten und Residenzplatz 1981 als außergewöhnliches barockes Gesamtkunstwerk in ihre Welterbeliste auf; nach dem Aachener Dom und gemeinsam mit dem Speyerer Dom war das der dritte deutsche Eintrag. Zu ihren Glanzpunkten zählen das Treppenhaus mit dem Deckenfresko, die Hofkirche und der Hofgarten mit Laubengängen, Putten, Terrassen und Brunnen. Das fertige Treppenhaus sah Balthasar Neumann noch; kurz danach starb er.

Was danach mit dem Bau geschah, gehört zur Würzburger Geschichte: als US-Truppen die Stadt am 5. April eingenommen hatten, ließ der amerikanische Monuments Man John Davis Skilton die Ruine zunächst mit Zeltplanen abdecken und dann ein Notdach errichten, das schon am 24. September 1945 über den erhaltenen Gewölben lag. Gerettet waren damit Tiepolos Fresken im Treppenhaus und im Kaisersaal ebenso wie Bossis Stuck im Weißen Saal; die Schäden, die Regenwasser angerichtet hatte, beseitigten Restauratoren bis zum Herbst 2006. Fertig war die Wiederherstellung der Prunkräume 1987, als das Spiegelkabinett vollendet wurde — dessen wandfeste Ausstattung hatte der Angriff vernichtet, und die Verfahren der Arbeit hinter Glas, Verspiegeln, Aufdampfen, Ziselieren von Gold und Hinterglasmalerei, mussten zuvor wiedergewonnen werden.
Auch der Grundriss der Stadt ist jünger, als er wirkt. Solange der Ort als Festung galt — rechts des Mains bis zum 26. September 1856, links davon bis 1867 —, beschränkte sich die Bebauung im Kern auf die Fläche innerhalb des Ringparks und auf das Mainviertel jenseits des Flusses; erst danach ließ sich das Land vor der Stadtmauer besiedeln. Nach Entwürfen Franz Kleinsteubers stand 1930 in der Augustinerstraße das erste Hochhaus der Stadt.
Würzburgs Universität ist zweimal gegründet worden: die Julius-Maximilians-Universität knüpft an die Hohe Schule an, die Fürstbischof Johann von Egloffstein 1402 errichtete, und die zweite Gründung verdankt sie Julius Echter von Mespelbrunn. Neun Jahre nach dieser Wiedergründung, im Jahr 1591, war der Baukomplex der Alten Universität samt Neubaukirche vollendet; die Kirche selbst stand schon seit 1583. Dem Stadtleben geben heute 35.385 Studenten ihr Gepräge.
Der Vorgang, mit dem Würzburg in die Wissenschaftsgeschichte eintrat, liegt im Physikalischen Institut: dort entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen 1895 die später nach ihm benannte Röntgenstrahlung, wofür ihm 1901 der Nobelpreis für Physik zugesprochen wurde. In Würzburg geboren wurde ausserdem Werner Heisenberg, und aus der Stadt stammt auch Philipp Franz von Siebold, dessen Japanforschung bis heute den Grundstock europäischer Sammlungen bildet.
Seit 742 hat hier das gleichnamige Bistum seinen Sitz, womit die Stadt der römisch-katholische Mittelpunkt Mainfrankens ist.
Die Neumünsterkirche über den Gräbern der Landespatrone hat Joseph Greissing gebaut, wobei er ältere Bausubstanz einbezog; zu den großen Kuppelbauten, die die Silhouette der Stadt mitbestimmen, zählt außerdem Stift Haug von Antonio Petrini. Reich ausgestattet zeigen sich die Schönbornkapelle am Dom und das Rokoko der Hofkirche Allerheiligste Dreifaltigkeit in der Residenz; beide stammen von Balthasar Neumann. Tilman Riemenschneiders spätgotische Plastik hatte um 1500 bereits europäischen Rang.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, DZT_BAR
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In der NS-Zeit kam der Stadt bei der sogenannten Aktion T4, in der mehr als 100.000 Psychiatriepatienten und behinderte Menschen ermordet wurden, erhebliches Gewicht zu, und im Mittelpunkt stand dabei Werner Heyde, der an der Universität Psychiatrie und Neurologie lehrte, zugleich die medizinische Abteilung der Euthanasie-Zentrale leitete und als Obergutachter der Aktion fungierte. Die erste Deportation jüdischer Bürger aus der Stadt fand am 27. November 1941 statt, die letzte am 17. Juni 1943. Eines der 92 Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg entstand im Frühjahr 1943 am Ort; im Mai waren dort 28 Häftlinge eingesperrt, später fünfzig.
Der Bombenangriff auf Würzburg und Heidingsfeld dauerte am 16. März 1945 von 21:15 bis 21:42 Uhr und legte 80 Prozent der Kernstadt in Trümmer; mindestens 4500 Menschen kamen um. US-amerikanische Truppen rückten am 4. April ein; einen Tag später, am 5. April, war die Eroberung vollendet. Begonnen 1946 und gestützt auf einen Altstadtplan von 1948 sowie einen Generalverkehrsplan von 1953, galt der Wiederaufbau am 16. Dezember 1963 als vollendet — so erklärte es der Oberbürgermeister in einer Haushaltsrede vor dem Stadtrat.
Die übrigen Wahrzeichen sind älter als der Barock oder liegen außerhalb der Stadt: rund 100 Meter über dem Fluss erhebt sich die Festung Marienberg, in der bis ins 18. Jahrhundert die Regierung des Hochstifts saß, und zu ihren Füßen führt die Alte Mainbrücke über das Wasser, begonnen 1476 und später mit barocken Figuren besetzt. Gegenüber, auf dem Nikolausberg, hat Balthasar Neumann das Käppele errichtet; hinauf führt eine Prozessionstreppe mit 14 Kreuzwegstationen, und im Inneren herrscht überwiegend das späte Rokoko.






