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Xanten hatte am 31.12.2025 21.121 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 45 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Xanten
Xanten zählt als mittlere kreisangehörige Stadt zum Kreis Wesel, gelegen am unteren Niederrhein in Nordrhein-Westfalen; die Stadt liegt in der niederrheinischen Tiefebene 32 km nordwestlich von Duisburg, und im Nordosten wird das Stadtgebiet durch den Rhein begrenzt. Die amtliche Ortshöhe beträgt 24 m, die Stadtfläche 72,43 Quadratkilometer. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 21.121 Einwohner.
Dieses Porträt hat einen ungewöhnlichen Ausgangspunkt: Die mittelalterliche Stadt Xanten entstand nicht auf dem Gebiet der römischen Colonia, sondern über deren Friedhof, und aus den Ruinen der Colonia nahm man sich die Steine. Das Gebiet der Colonia selbst wurde nicht überbaut — und liegt deshalb bis heute offen.
In den Jahren 13 und 12 vor Christus legten die Römer auf dem Fürstenberg bei Birten das Legionslager Vetera an. Von dort aus sollten Feldzüge in das rechtsrheinische Germanien geführt werden; bis der Bataveraufstand es im Jahr 70 nach Christus vernichtete, lagen dort 8000 bis 10.000 Legionäre, und nach der Zerstörung entstand in unmittelbarer Nähe ein zweites Lager. Vetera lag am Niedergermanischen Limes — dort grenzte die römische Provinz Germania inferior an das unerobert gebliebene Germanien; dieser Abschnitt war kein Wall mit Palisade, sondern eine Flussgrenze, die mit einer Kette von Kastellen gesichert war. Der Niedergermanische Limes ist ein Bodendenkmal und wurde am 27. Juli 2021 auf der Sitzung des UNESCO-Komitees im chinesischen Fuzhou als Weltkulturerbe ausgezeichnet.
Als erste Zivilbevölkerung im Xantener Raum sind namentlich die Sugambrer fassbar, die man im Jahr 8 vor Christus auf die linke Rheinseite umsiedelte. Ihre Siedlung ein Stück nordwestlich des Lagers wuchs später zu einer Stadt heran, in der 10.000 bis 15.000 Menschen lebten: romanisierte Gallier und Germanen sowie ausgediente Legionäre. Kaiser Marcus Ulpius Traianus verlieh ihr um 110 nach Christus den Rang einer Colonia und den Namen Colonia Ulpia Traiana. Die Stadt war etwa 73 Hektar groß, und an ihrer Ostseite lag an einem heute verlandeten Seitenarm des Rheins ihr bislang nicht ausgegrabener Hafen.
Im Jahr 275 legten Franken Ulpia Traiana nahezu vollständig in Schutt. Auf ihrem Areal wuchs um 310 mit Tricensimae eine neue Stadt heran — kleiner als die alte, dafür stärker befestigt und leichter zu halten. Als die Übergriffe germanischer Stämme zu Beginn des fünften Jahrhunderts zunahmen, gab man die Siedlung endgültig auf; die jüngste römische Münze, die auf dem Gelände der antiken Stadt gefunden wurde, datiert auf die Zeit um 426.
Mit dem Ende der Römer begann eine zweite, mittelalterliche Geschichte, und sie spielte an einem anderen Ort. Die mittelalterliche Stadt entstand daneben. Im Stadtzentrum wurde in der zweiten Hälfte des achten Jahrhunderts ein Stift zu Ehren Viktors angelegt, und zwar an einer karolingischen Kirche, für die es ab dem Jahr 752 Belege gibt; südlich davon bildete sich erst danach der Stadtkern heraus, in dem vor allem fränkische und friesische Händler siedelten. Der Name des Stiftes ging auf diesen Kern über: aus Sanctos war schon 967 Xanctum geworden, 1144 dann Xantum. Xanten litt unter den Raubzügen der Wikinger, die 863 auf der Bislicher Insel überwinterten, die karolingische Kirche zerstörten und 880 die Ortschaft Birten brandschatzten.
Erzbischof Heinrich von Molenark stattete Xanten am 15. Juli 1228 mit Stadtrechten aus, einen Tag nachdem Rees sie erhalten hatte; ihm ging es vor allem darum, seinen Gebietsanspruch gegen die Grafen von Kleve zu untermauern. Befestigt wurde die Stadt aber erst ab 1389: ein nahezu rechteckiges Gelände von knapp 25 Hektar, umgeben von einer Mauer, die bis zu acht Meter hoch aufragte, dazu vier Doppeltore sowie 18 Türme und Kleintore; die Bauzeit betrug etwa 60 Jahre. Während der Linner Fehde verlor Erzbischof Friedrich der Dritte 1392 den nördlichen Teil Xantens an Adolf den Ersten von Kleve, und von der Teilung der Stadt zeugt das 1392 erbaute Mitteltor. Mit Beginn der Soester Fehde 1444 fiel auch der südliche Teil an die Herzöge von Kleve. Danach schrumpfte die Einwohnerschaft: 5000 zu Beginn des 16. Jahrhunderts, gegen Ende des 18. Jahrhunderts nur noch rund 2000. Weil der Rhein, an dessen Ufer die Stadt bis dahin lag, seinen Lauf verlagerte, wurde die Ortschaft Birten mehrfach zerstört und dem Xantener Handel die Grundlage entzogen.
Die römisch-katholische Pfarr- und ehemalige Stiftskirche St. Viktor in Xanten wird wegen ihrer Bedeutung und Größe landläufig als Xantener Dom bezeichnet; ihre Türme sind 72 und 74 Meter hoch. Ihren Namen verdankt sie dem Märtyrer Viktor von Xanten, den man im vierten Jahrhundert im Amphitheater von Vetera beim heutigen Birten hingerichtet haben soll. Bei modernen Ausgrabungen ließ sich eine cella memoriae des vierten Jahrhunderts nachweisen; gebaut wurde sie allerdings nicht für Viktor, sondern für zwei dort entdeckte männliche Bestattete, die später in der Krypta beigesetzt wurden.
Im sechsten Jahrhundert ließ Bischof Everigisil von Köln dort, wo ein Heiliger verehrt wurde, ein Oratorium aus Stein aufführen, das sich sicher als christliches Bauwerk ansprechen lässt; für das Jahr 752 ist dann eine karolingische Kirche mit rechteckigem Chor bezeugt. Den Grundstein für den heutigen Bau legten Friedrich und Konrad von Hochstaden im Jahr 1263; 281 Jahre zog sich die Arbeit hin, bis sie 1544 mit der Weihe der Heilig-Geist-Kapelle abgeschlossen war. Geplant war ein dreischiffiges Langhaus mit Querschiff; herausgekommen ist ein gotisches Langhaus mit fünf Schiffen, und so steht der Dom seither da. Der auf der Nordseite gelegene Kreuzgang mit seinen Spitzbogenarkaden entstand um 1445. Im Jahr 1937 verlieh Papst Pius der Elfte der Kirche den Titel einer Basilica minor.
Um den Dom herum lag ein dichtes Netz geistlicher Häuser: Als Bestandteil eines niederrheinischen Netzwerkes erscheint Xanten im Jahr 1122, und kurz darauf entstand das Kloster Hagenbusch, eines von sieben bis zur Säkularisation im Stadtgebiet bestehenden Klöstern; die Grafen von Kleve besaßen Vogtrechte über das Stift und über das 1116 gegründete Kloster Fürstenberg. Franziskanerinnen hatten schon 1402 das Agnetenkloster Xanten ins Leben gerufen; zwischen 1430 und 1441 wurde dann der Ortsteil Marienbaum zu einem Wallfahrtsort am Niederrhein, und 1460 siedelten sich dort Birgitten an, deren Abteikirche St. Mariä Himmelfahrt heute als Pfarrkirche dient. 1609 kam das Jesuitenkloster Xanten hinzu, und 1628 zogen Kartäuser mit ihrem Kloster von Wesel hierher.
Im Jahre 1572 entstand in Xanten eine evangelische Gemeinde; ihr gehörten bis weit ins 20. Jahrhundert nur knapp fünf Prozent der Einwohner an, und erst zum Beginn des 21. Jahrhunderts erreichte ihr Anteil 20 Prozent. Als Xanten nach dem Jülich-Klevischen Erbfolgestreit durch den Vertrag von Xanten an die brandenburgischen Kurfürsten überging, stellte man die evangelische Kirche der katholischen gleich; daraufhin entstand 1647 am Großen Markt ein Kirchenbau, den man 1662 um einen Turm ergänzte.

Was heute in Xanten steht, steht meist, weil es nach dem Krieg wiederhergestellt wurde. Als sich im Februar 1945 alliierte Truppen näherten, verließ der Bürgermeister die Stadt, und mit ihm floh beinahe die gesamte Stadtverwaltung. Bei den Bombenangriffen am 10. und 13. Februar 1945 starb auch Johann Schüller, der Dombaumeister von Xanten; beim Angriff am 13. Februar kamen allein zehn Mitglieder einer einzelnen Familie um. Am 21. Februar fiel St. Viktor in Trümmer und der Nordturm stürzte ein; weitere Opfer forderte ein Bombenangriff am 25. Februar.
Am 8. März 1945 wurde Xanten durch kanadische Truppen eingenommen; im Gefecht mit den verteidigenden Fallschirmjägern der Wehrmacht verloren sie nach eigenen Angaben 400 Soldaten. Die Stadt war zu diesem Zeitpunkt bereits zu 85 Prozent zerstört; sie wurde daraufhin von britischen Truppen besetzt, und die Bevölkerung wurde in Vorbereitung auf die Rheinüberquerung bei Wesel nach Bedburg-Hau evakuiert. Artillerie vom rechten Rheinufer verwüstete Xanten in dieser Zeit zusätzlich. Mit der Rheinüberquerung und der Einnahme Wesels, die der Operation Plunder am 23. und 24. März 1945 glückte, endete der Zweite Weltkrieg für Xanten. Von 5030 Einwohnern im November 1939 waren rund 2500 übrig.
Bis 1966 zogen sich der Wiederaufbau der Stadt und die originalgetreue Rekonstruktion von St. Viktor hin, die überhaupt erst der Archäologe und Denkmalschützer Walter Bader möglich machte. Flüchtlinge aus den Ostgebieten ließen die Bevölkerung in diesen Jahren um beinahe 40 Prozent wachsen. Zum 1. Juli 1969 wurde Birten eingemeindet, dazu die bis dahin selbstständigen Gemeinden Marienbaum und Wardt; das Stadtgebiet wuchs damit von 8 km² auf 72 km², die Einwohnerzahl stieg von rund 7.000 auf 16.000.
Die Ruinen der Colonia Ulpia Traiana weckten im 19. Jahrhundert die Neugier der Archäologie: Von 1819 bis 1844 und noch einmal im frühen 20. Jahrhundert wurde hier gegraben, und in denselben Jahren nahm man auch die früheren römischen Militärplätze von Vetera unter die Lupe. Möglich war das nur, weil die mittelalterliche Stadt nicht auf dem Gebiet der Colonia, sondern über deren Friedhof entstanden war und das Coloniagebiet deshalb nicht überbaut wurde.
Aus dieser Lage entstand 1977 der Archäologische Park Xanten, in dem die römische Colonia zum Teil wiederaufgebaut und für Besucher erschlossen wurde; Träger ist der Landschaftsverband Rheinland, der die Gründung des Parks 1973 beschlossen hatte. Gegraben wird im Park fortlaufend, damit die Bodendenkmäler erfasst und erforscht werden können, und dafür wurde eine Sommerakademie eingerichtet, die Studierenden die Praxis archäologischer Arbeit vermittelt. Damit Besucher sich ein Bild vom Aussehen der Colonia machen können, wurden einzelne römische Gebäude mitsamt Innenausstattung rekonstruiert oder in Teilen nachgebaut, darunter Teile der Stadtmauer, der sogenannte Hafentempel, die römische Herberge und das Amphitheater. Die Struktur der planmäßig errichteten Colonia war ein Schachbrettmuster, das die Wege und Alleen im Park erkennbar machen. Lange Zeit befand sich das Regionalmuseum Xanten in der Innenstadt; es wurde schließlich in den Schutzbau der Thermen integriert und 2008 in LVR-RömerMuseum Xanten umbenannt.
Gleich daneben liegt eine zweite, ganz andere heutige Nutzung der Landschaft. Zwischen Park und Rhein entstanden aus zwei Baggerseen die Xantener Nordsee und die Xantener Südsee, die über einen schmalen Kanal verbunden sind und das Freizeitzentrum Xanten bilden.

Ein eigenes Thema ist der Umgang der Stadt mit einer Sage, die sie selbst korrigiert hat. Im Nibelungenlied wird Santen als angeblicher Geburtsort des Helden Siegfried erwähnt, und Xanten ist als Römer-, Dom- und Siegfriedstadt bekannt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Geschichte der Stadt als Geburtsort Siegfrieds zunehmend im Sinne der völkischen Ideologie instrumentalisiert — und eben deshalb wurde in der Nachkriegszeit die angedachte Errichtung eines Siegfried-Denkmals verworfen. Der Name der Kriemhildmühle, eines als Mühle genutzten Rundturms der nördlichen Befestigung, ist von derselben Sage geblieben.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
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