LageLuchs · Datenlogik
Warum haben Nachbardörfer bei manchen Kennzahlen denselben Wert?
Weil manche Kennzahlen von den Behörden nur für Kreise veröffentlicht werden, nicht für jede Gemeinde. Fehlt ein eigener Wert, übernimmt die Gemeinde den Wert ihres Kreises — offen gekennzeichnet als „Kreiswert“ mit Jahr. Das ist keine verschwiegene Lücke, sondern die feinste Zahl, die es gibt.
01Manche Daten gibt es nur für Kreise
Von den 38 Kennzahlen des LuchsScores liegen 14 für Gemeinden praktisch nur als Kreiswert vor (gemessen am 19.10.2026 über 10.833 Gemeinden mit Score), darunter Straftaten je 100.000 EW, Pflegeplätze für Ältere, Arbeitslosenquote. Bei den Straftaten je 100.000 EW übernehmen alle 10.833 Gemeinden den Kreiswert — die Polizeiliche Kriminalstatistik wird nur je Kreis veröffentlicht.
02Der Kreiswert gilt für die Gemeinden ohne eigenen Wert
Statt einen Platzhalter (etwa 50) einzutragen, übernimmt jede betroffene Gemeinde den echten Kreiswert desselben Jahres. Gespeichert wird er als eigene Zeile mit dem Vermerk „geschätzt“ und dem Kreis als Herkunft — er lässt sich also jederzeit vom gemessenen Wert unterscheiden. Gemeinden mit eigenem Wert behalten ihn; der Kreiswert überschreibt nie eine echte Gemeindezahl.
Gestrichelte Gemeinden haben für die Kennzahl keinen eigenen Wert und übernehmen den Kreiswert (Beispiel).
03So erkennst du einen Kreiswert
Auf der Regionsseite steht an einem übernommenen Wert der Hinweis „Kreiswert 2024“ (mit dem Jahr des Werts; bei einem Landeswert „Landeswert …“). Fährt man darüber, steht dort: auf Kreisebene erhoben und auf diese Gemeinde übertragen — für die Gemeinde selbst liegt keine eigene Messung vor.
Im LuchsScore zählt ein übernommener Wert wie ein eigener — die Gemeinde wird mit dem Kreiswert eingeordnet. Anders als eigene Zählwerte kleiner Gemeinden wird er nicht zum Kreismittel hin geschrumpft: Er beruht schon auf der großen Basis des Kreises. Beim DatenVertrauen zählt er nie für „hoch“.
04Der umgekehrte Weg: ein Kreiswert aus den Gemeinden
Manche Quellen liefern nur Gemeindezahlen. Dann bildet LageLuchs den Kreiswert selbst — nach festen Regeln:
- Die Kreiszahl der Quelle geht vor. Veröffentlicht die Quelle eine eigene Zahl für den Kreis, wird sie benutzt und nicht durch einen selbst gebildeten Wert ersetzt.
- Durchschnitte nur bei 95 % Abdeckung. Ein einwohnergewichteter Durchschnitt (etwa eine Quote) entsteht nur, wenn die Gemeinden mit Wert mindestens 95 % der Einwohner des Kreises stellen. Eine einzelne kleine Gemeinde ohne Wert lässt den Kreis nicht grau; fehlt eine große Stadt, gibt es keinen Kreiswert.
- Summen nur vollständig. Eine Summe (etwa Zu- minus Fortzüge) entsteht nur, wenn jede Gemeinde des Kreises einen Wert für genau dieses Jahr hat — sonst beschriebe sie nur einen Teil des Kreises.
Dieselben Regeln gelten für Landeswerte aus Kreisen. Jeder so gebildete Wert trägt in seiner Fundstelle die Rechenregel und die Gemeinden, aus denen er entstanden ist. Wie aus Gemeinde-Scores ein Kreis- Score wird, ist eine andere Frage — sie beantwortet der Hierarchische Rollup.
05Warum kein neutraler Platzhalter?
Ein fester Platzhalter wie 50 würde Gemeinden, die tatsächlich schlechter oder besser als ihr Kreis sind, willkürlich in die Mitte setzen. Der echte Kreiswert ist die beste verfügbare Näherung — gekennzeichnet, nicht verschwiegen. Wie der Score mit ganz fehlenden Dimensionen umgeht, erklärt Fehlende Daten.