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Bad Harzburg hatte am 31.12.2025 19.503 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 41 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bad Harzburg
Bad Harzburg liegt dort, wo der Harz ins Vorland ausläuft. Südwärts folgt die Bebauung dem Radautal, und an der Stadtgrenze beginnt der Nationalpark Harz; bis zum Brocken sind es rund 13 km.

Bekannt ist der Ort als Soleheilbad, und tatsächlich fing alles mit Salzwasser an. Später kamen die Eisenbahn, ein mondäner Badebetrieb, Erz und Kalkstein, und schließlich die Nachbarschaft zur innerdeutschen Grenze, die den Ort über Jahrzehnte prägte.

Den Grundstein für den späteren Kurbetrieb legte 1569 ein Fund: Unter Herzog Julius wurde eine Solequelle entdeckt und für die Saline Juliushall genutzt. Ab 1831 galt der Ort, damals noch Neustadt, als Kur- und Badeort. 1851 wurde die Saline geschlossen, und der eigentliche Badebetrieb begann.
Die Anreise erleichterte die Bahn, die sehr früh kam: Die staatliche Strecke von Braunschweig war bereits am 31. Oktober 1841 in Betrieb. Bis 1843 zogen noch Pferde die Wagen auf dem Abschnitt bis Vienenburg.

Nach dem Vorbild der großen europäischen Bäder entstanden Hotels, ein Spielcasino, eine Pferderennbahn und zahlreiche Kuranlagen. Am 27. Mai 1892 durfte sich Neustadt-Harzburg erstmals Bad Harzburg nennen. Das Stadtrecht folgte am 1. April 1894.

Um 1900 galt Harzburg als Weltbad. Anders als andere Kurorte blieb es vom Bäder-Antisemitismus weitgehend verschont; Historiker schätzen den Anteil jüdischer Gäste damals auf 10 Prozent.
Nach der Jahrtausendwende schwächelte der Tourismus. Die Stadt richtete sich neu auf junge Familien aus: 2013 lagen die Übernachtungen bei 456.000, 2018 bei 545.000.
Politisch berüchtigt wurde Bad Harzburg 1931. Auf Einladung Alfred Hugenbergs kamen hier DNVP, NSDAP, Stahlhelm und Reichslandbund zusammen und bündelten ihre Opposition gegen die Republik zur sogenannten Harzburger Front. Bis 1932 kam das Bündnis in der Stadt auf etwa zwei Drittel der Wählerstimmen.
Nach dem Krieg rückte der Ort an den Rand: 41 Jahre lang lag er unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. 1948 stammten über 55 % der ansässigen Bevölkerung aus den früheren Ostgebieten, bei sehr hoher Arbeitslosigkeit.
Umso größer war der Andrang danach: Unmittelbar nach dem Mauerfall, am 12. November 1989, besuchten über 300.000 Menschen aus der DDR die Stadt. Die Stadt selbst zählt 19.503 Einwohner, Stand Ende 2025.
Neben dem Kurbetrieb steht ein zweites Erbe. Zwischen 1859 und 1861 entdeckte Wilhelm Castendyck bei Neustadt-Harzburg abbauwürdige Eisenerzvorkommen, und damit erreichte die Industrialisierung den Ort. Die Bergbaugeschichte dauerte bis 1985, als der Kalksteinbruch Langenberg stillgelegt wurde. Im Radautal wird seit 1838 ein Gabbrosteinbruch betrieben.
Die Kehrseite zeigt sich im Boden: Besonders die nordwestliche Feldmark ist stark durch Schwermetalle belastet und steht unter anhaltender Beobachtung.
Verletzlich ist das Radautal bei Starkregen. Das Tief „Alfred“ ließ am 26. Juli 2017 Radau, Bleiche und Stübchenbach über die Ufer treten. Öffentliche Einrichtungen nahmen Schaden, den man auf rund drei Millionen Euro schätzte.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: SPA
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