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Berlin hatte am 31.12.2025 3.700.577 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 65 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Berlin
Berlin fängt mit zwei Städten an. Kölln auf der Spreeinsel wird 1237 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, Alt-Berlin am nordöstlichen Ufer 1244, und ein gemeinsames Rathaus bekamen beide erst 1307. Der Name hat dabei mit Bären nichts zu tun: Er geht auf ein altpolabisches Wort für sumpfiges Gelände zurück, und das Wappentier wurde erst nachträglich aus dem Stadtnamen abgeleitet.
Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 3.700.577 Einwohner auf 891,12 Quadratkilometern.
1280 fand in Berlin der erste nachweisbare märkische Landtag statt, und das Landbuch Karls IV. von 1375 führt die Stadt neben Stendal, Prenzlau und Frankfurt an der Oder unter denen mit dem höchsten Steueraufkommen. Ab dem 14. Jahrhundert gehörte Berlin dem Handelsbund der Hanse an, 1518 trat es wieder aus beziehungsweise wurde ausgeschlossen. 1415 belehnte König Sigismund Friedrich I. von Hohenzollern mit der Mark Brandenburg — diese Familie regierte hier bis 1918. 1486 erklärte Kurfürst Johann Cicero Berlin zur Hauptresidenzstadt des Kurfürstentums.
Verheerend wirkte sich der Dreißigjährige Krieg aus: an einem Drittel der Häuser entstanden Schäden, und die Zahl der Einwohner sank auf die Hälfte. Als Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, 1640 die Regierung übernahm, setzte er auf Zuwanderung und auf religiöse Duldung: 50 jüdische Familien aus Österreich fanden 1671 in der Stadt eine neue Heimat, und mit dem Potsdamer Toleranzedikt rief er 1685 die französischen Hugenotten nach Brandenburg. Über 15.000 Franzosen kamen, 6.000 von ihnen ließen sich in Berlin nieder; um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Franzosen.

1701 wurde Berlin durch die Krönung Friedrichs I. zum König in Preußen preußische Hauptstadt; das Edikt vom 17. Januar 1709 legte Berlin, Kölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Residenz zusammen, und die Einwohnerzahl stieg damit auf etwa 55.000. Nach der Niederlage gegen Napoleon 1806 verließ Friedrich Wilhelm III. die Stadt, französische Truppen besetzten sie bis 1808, und unter dem Freiherrn vom Stein brachte 1808 die neue Städteordnung die erste frei gewählte Stadtverordnetenversammlung. 1810 verfügte derselbe König, in Berlin eine öffentliche Kunstsammlung anzulegen, und im selben Jahr wurde die Berliner Universität gegründet, die rasch zum geistigen Mittelpunkt der Stadt wurde.
Mit der Reichsgründung am 18. Januar 1871 wurde Berlin Hauptstadt des Deutschen Reichs und blieb es bis 1945. 1877 überschritt die Stadt die Millionengrenze, 1905 erstmals die Grenze von zwei Millionen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde am 9. November 1918 in Berlin die Republik ausgerufen; 1920 entstand Groß-Berlin, indem sich die bisherige Stadt mit mehreren umliegenden Städten, Landgemeinden und zahlreichen Gutsbezirken vereinigte. Die so vergrößerte Stadt hatte rund vier Millionen Einwohner.
Das NS-Regime zerstörte die jüdische Gemeinde Berlins, die vor 1933 rund 160.000 Mitglieder zählte; von 1941 an wurden rund 50.000 der noch 66.000 in Berlin wohnhaften Juden in Ghettos und Lager deportiert. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt erstmals am 25. August 1940 von britischen Bombern angegriffen; am Ende war fast die Hälfte aller Gebäude zerstört, und von den 226 Brücken der Stadt blieben 98 stehen. Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 wurde Berlin im Juli 1945 in vier Sektoren aufgeteilt. Der Ost-West-Konflikt führte am 13. August 1961 zum Bau der Berliner Mauer, die am 9. November 1989 geöffnet wurde. Am 3. Oktober 1990 wurde Berlin per Einigungsvertrag Bundeshauptstadt.
Das 1791 errichtete Brandenburger Tor trägt eine Quadriga mit der Siegesgöttin Victoria und bildet das westliche Ende des Boulevards Unter den Linden. Hinter der Schloßbrücke folgen auf der Spreeinsel Lustgarten, Museumsinsel, Berliner Dom und das Humboldt Forum, bei dem man drei Fassaden sowie die Kuppel des einstigen Stadtschlosses nachgebaut hat. Am Boulevard stehen fünf Prachtbauten aus dem 18. Jahrhundert: das 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter vollendete Zeughaus, die 1743 im Stil des Palladianismus erbaute Staatsoper, die 1780 errichtete Alte Bibliothek sowie das Kronprinzen- und das Prinzessinnenpalais. Nördlich davon steht das 1894 erbaute Reichstagsgebäude, das der Bundestag seit 1973 nutzt und seit 1999 als Sitz hat; jährlich gehen rund zwei Millionen Menschen durch seine gläserne Kuppel.

Die Museumsinsel geht auf zwei königliche Anweisungen zurück: 1810 verfügte Friedrich Wilhelm III., in Berlin eine öffentliche Kunstsammlung anzulegen, und 1841 bestimmte eine weitere Order den nördlichen Teil der Spreeinsel zu einem Bezirk, der der Kunst und der Altertumswissenschaft geweiht sein sollte. Ihre Baugeschichte beginnt mit dem Alten Museum, das zwischen 1824 und 1828 als erstes öffentlich zugängliches Museum Preußens entstand, und endet 1930 mit dem Pergamonmuseum. 1999 wurde die Museumsinsel in die Welterbeliste aufgenommen.

Berlin trägt mehrere Welterbetitel: die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin seit 1990, die Museumsinsel seit 1999 und die Siedlungen der Berliner Moderne seit 2008. Zum Berliner Anteil der Schlösser und Parks gehören unter anderem Schloss und Park Glienicke, der Böttcherberg mit der Loggia Alexandra, Nikolskoe und die Pfaueninsel. Bei den Siedlungen der Berliner Moderne ging es um Licht, Luft und Sonne statt dunkler Mietskasernen; sechs Siedlungen sind seit 2008 Welterbe, und seit Juli 2026 gehört auch die Waldsiedlung Zehlendorf dazu.
Bis um 1850 siedelten sich außerhalb der Stadtmauern Fabriken an, in denen Zuwanderer als Arbeiter oder Tagelöhner Beschäftigung fanden, und die Zahl der Einwohner verdoppelte sich durch Zuzug aus den östlichen Landesteilen. Unternehmen wie Borsig, Siemens oder die AEG entstanden, und Berlin galt bald als Industriestadt. Damit stieg auch die Berliner Arbeiterbewegung politisch auf.
Um 1920 erlebte die Stadt eine besonders prosperierende Epoche; durch die Eingemeindung der industriereichen Vororte wurde sie in der Statistik zu einer europäischen Industriemetropole. Geblieben ist davon ein zweites Leben der Fabriken: Wo früher geschweißt und geschraubt wurde, zogen Start-ups, Künstlerateliers und Theater ein, und in ehemaligen Umspannwerken sitzen heute Clubs und Restaurants. Das frühere Kabelwerk in Schöneweide zeigt im Industriesalon historische technische Geräte und Fotografien.
Industrie gibt es weiterhin: 333 Betriebe mit rund 79.300 Beschäftigten erwirtschafteten 2017 einen Umsatz von 23,5 Milliarden Euro, am meisten in der Chemie- und Pharmabranche. Siemens, 1847 in Berlin gegründet, betreibt in Siemensstadt einen wichtigen Standort und produziert im Bezirk Mitte Gasturbinen; das 1902 gegründete Mercedes-Benz-Werk in Marienfelde beschäftigt etwa 2500 Menschen, das 1969 eröffnete BMW-Werk in Haselhorst rund 2200. Und seit mehr als 150 Jahren wird in Berlin Schokolade hergestellt.
Am 20. Juni 1991 beschloss der Bundestag nach kontroverser Diskussion, dass Berlin Sitz von Bundesregierung und Bundestag sein soll. 1994 wurde Schloss Bellevue erster Amtssitz des Bundespräsidenten, 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf, und 2001 wurde das neue Bundeskanzleramt eingeweiht. Zum 1. Januar 2001 sank außerdem die Zahl der Bezirke von 23 auf 12. Die überwiegende Zahl der Auslandsvertretungen in Deutschland verlegte in den folgenden Jahren ihren Sitz nach Berlin.
Wirtschaftlich trägt die Stadt heute vor allem die Kreativ- und Informationswirtschaft, und die Kulturszene setzt dabei ständig neue Akzente. Auf einen Umsatz von 25,7 Milliarden Euro kamen 2017 mehr als 41.000 überwiegend kleine und mittelständische Betriebe mit rund 202.000 Beschäftigten — über 15 Prozent dessen, was die Berliner Wirtschaft insgesamt umsetzte. Auch die Mode gehört dazu: Über 2.500 Unternehmen mit mehr als 22.000 Beschäftigten arbeiten in der Branche, deren Leitveranstaltung die Berlin Fashion Week ist.
Was die Stadt im Alltag zusammenhält, ist dabei nicht ihre Gesamtgröße, sondern der Kiez: Die Bezirke sind so verschieden, weil sie bis zur Eingemeindung 1920 eigene Städte und Landgemeinden waren. Sichtbar wird die jüngere Vergangenheit an den Resten der Teilung — am Nordbahnhof an der Bernauer Straße ebenso wie in Lichtenberg, wo auf den Arealen des früheren Ministeriums für Staatssicherheit die Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße und die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen liegen.
Die Liste der in Berlin geborenen Menschen liest sich wie ein Querschnitt durch die Wissenschaftsgeschichte: der Naturforscher Alexander von Humboldt, der Geophysiker Alfred Wegener, der Soziologe Georg Simmel und der Mathematiker Alexander Grothendieck.
Hier geboren wurden der Architekt Walter Gropius, der Maler George Grosz, der Philosoph Walter Benjamin, der Dichter Ludwig Tieck und der Schriftsteller Paul Heyse, außerdem der Außenminister Gustav Stresemann und die Regisseurin Leni Riefenstahl. Auch Friedrich II. von Preußen kam in Berlin zur Welt.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: WH, CC, DZT, DZT_IND
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.

Die Stadt hat aber auch Schichten, die auf keiner Liste stehen. Ab 1862 gab der Hobrecht-Plan vor, wie die Stadt wachsen sollte; die Blockbebauung mit 22 Metern Traufhöhe bestimmt bis heute das Bild vieler Viertel, und wo Zuzug, Bauspekulation und Armut zusammentrafen, entstanden die Mietskasernen mit ihren mehrfach hintereinander gestaffelten, engen Höfen.
Die geteilte Stadt hat nach dem Krieg eigene Stadträume hinterlassen. Am Alexanderplatz steht der 368 Meter hohe Fernsehturm, in der Nähe die gotische Marienkirche und das Rote Rathaus. Die Karl-Marx-Allee wurde im Stil des sozialistischen Klassizismus gebaut; ihre beiden Türme entstanden unter Hermann Henselmann in Anlehnung an die doppelten Kuppeln des Gendarmenmarkts. Und 1987 wurde das Nikolaiviertel in Anlehnung an seine historische Gestalt wiedererrichtet. Der Potsdamer Platz war bis 1940 einer der verkehrsreichsten Plätze Europas; nach der Neubebauung ab 1990 ist er wieder ein belebter Wirtschaftsstandort. Am südlichen Rand der Innenstadt steht mit dem Terminal des Flughafens Tempelhof ein Bau, der heute in der Denkmalliste geführt wird.






