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Bonn hatte am 31.12.2025 323.587 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 64 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Bonn
Bonn liegt an der Stelle, an der das Rheintal aufhört, eng zu sein. Südlich der Stadt drängt sich der Strom noch zwischen Eifelrand und Siebengebirge hindurch, nördlich öffnet sich die Kölner Bucht. Die Innenstadt liegt dabei nur rund 60 Meter über dem Meeresspiegel, und das Stadtgebiet von 141,06 Quadratkilometern verteilt sich auf beide Ufer. Ende 2025 zählte die Stadt 323.587 Einwohner.
Vier Städte stecken in dieser einen. Die erste war ein römischer Militärplatz, die zweite eine Residenz geistlicher Fürsten, die dritte eine preußische Universitätsstadt, die vierte ein provisorischer Regierungssitz, der vierzig Jahre hielt. Dazwischen wurde hier ein Komponist geboren, dessen Name heute auf Konzerthäusern, Straßenschildern und Hotelfassaden steht. Keine dieser Schichten hat die vorige gelöscht — sie liegen nebeneinander, oft im Abstand weniger Straßenzüge.
Am Anfang stand das Militär. Am Rhein entstand ein römisches Legionslager, und rund um das Lager siedelten Händler und Handwerker in einer offenen Vorstadt. Älter noch sind Spuren auf den Höhen über dem Tal, etwa der Ringwall Venne, der heute als Bodendenkmal geschützt ist.
Nach dem Ende der römischen Herrschaft blieb wenig. Erst in fränkischer Zeit wuchs im Bereich der späteren Münsterkirche wieder ein geistliches Zentrum heran, aus dem das Kollegiatstift St. Cassius hervorging; daneben entstand am heutigen Markt eine Siedlung der Händler. Als Stadt erscheint der Ort in einer Urkunde aus dem Jahr 1211, und 1243 gilt als Jahr der vollen Stadtrechte.
Der Aufstieg zur Residenz begann mit einer verlorenen Schlacht. Nach dem Ausgang der Schlacht bei Worringen im Jahr 1288 verloren die Kölner Erzbischöfe die Herrschaft über ihre eigene Bischofsstadt und wichen auf ihre Landbesitzungen aus; Bonn wurde einer ihrer Wohnsitze und schließlich ihre Residenz. Von 1597 bis 1794 war die Stadt Haupt- und Residenzstadt des Kurfürstentums Köln. Aus dieser Zeit stammen die langen Achsen, die den Stadtgrundriss bis heute ordnen, und Bauten weit außerhalb der Mauern wie das Jagdschloss Herzogsfreude im Kottenforst.
Am 8. Oktober 1794 rückten französische Truppen ein; damit endeten Residenz und kurfürstliche Hochschule zugleich. Der Wiener Kongress schlug die Stadt 1815 Preußen zu. Der neue Landesherr gründete am 18. Oktober 1818 eine Universität und brachte damit Professoren, Studenten und Beamte in eine Stadt, die gerade ihren Hof verloren hatte. Die leerstehenden Schlösser der Kurfürsten wurden zu Hörsälen und Instituten — ein Gebäudetausch, der den Charakter des Ortes für ein Jahrhundert festlegte.
Verschont blieb Bonn im Zweiten Weltkrieg nicht. Am 18. Oktober 1944 zerstörte ein alliierter Luftangriff die Innenstadt zu weiten Teilen. Als am 9. März 1945 amerikanische Truppen einrückten, lag der Zerstörungsgrad der Gebäude bei 30 Prozent. Dass diese Zahl deutlich unter der vieler Nachbarstädte liegt, ist einer der Gründe, warum wenige Jahre später ausgerechnet hier ein Parlament einziehen konnte.
In der Bonngasse kam 1770 Ludwig van Beethoven zur Welt. Sein Vater Johann van Beethoven stammte ebenfalls aus der Stadt und sang in der kurfürstlichen Hofkapelle; der Sohn wuchs also in einen Betrieb hinein, der vom Hof bezahlt wurde. Getauft wurde er in der Remigiuskirche, und das Becken dafür steht heute in der Kirche an der Brüdergasse.

Als junger Mann ging Beethoven nach Wien und kehrte nicht zurück. Geblieben ist er trotzdem, weil die Stadt ihn nie losließ: Das Geburtshaus wurde 1893 als Museum eröffnet und bewahrt unter anderem einen Teil des Autographen der neunten Sinfonie. Auf dem Münsterplatz steht ein Denkmal für den Komponisten, und das städtische Orchester trägt seinen Namen.

Bonn war keine Stadt eines einzelnen Musikers. Ferdinand Ries, ebenfalls hier geboren, war Beethovens Schüler und später sein Sekretär und Biograf. Robert und Clara Schumann verbrachten die letzten Jahre Robert Schumanns im Stadtteil Endenich, und auf dem Alten Friedhof erinnert ein Denkmal an das Paar; dort liegt auch das Grab von Beethovens Mutter.
Aus dieser Häufung ist ein Wirtschaftszweig geworden. Das Beethovenfest zieht sich jeden Herbst über Wochen und bringt Konzerte in Sälen, Kirchen und Orten des Umlands zusammen. Seine Geschichte beginnt 1845 mit einem dreitägigen Musikfest zum 75. Geburtstag des Komponisten, dirigiert von Franz Liszt und Louis Spohr.
In den Jahren 1948 und 1949 tagte in Bonn der Parlamentarische Rat und arbeitete das Grundgesetz aus; im selben Zug wurde die Stadt erster Parlaments- und Regierungssitz der Bundesrepublik. Die Entscheidung fiel gegen Frankfurt am Main und war ausdrücklich vorläufig gemeint. Von 1949 bis 1990 war Bonn dann vorläufige Bundeshauptstadt und blieb bis 1999 Regierungssitz.
Die Stadt wurde für diese Aufgabe umgebaut. Ein neues Viertel entstand zwischen der alten Innenstadt und Bad Godesberg, und am 1. August 1969 wurden Bonn, Bad Godesberg, das rechtsrheinische Beuel und Gemeinden des Landkreises zu einer neuen Stadt zusammengeschlossen. Wer heute durch die südlichen Stadtteile geht, läuft durch diese Jahre: die HICOG-Siedlung Plittersdorf, gebaut für die Bediensteten der amerikanischen Hohen Kommission, das Kanzler-Teehaus im Park des Palais Schaumburg, die Skulptur Large Two Forms von Henry Moore vor dem früheren Kanzleramt. Auch das Grün stammt aus der Hauptstadtzeit: Für die Bundesgartenschau 1979 entstand südlich des Regierungsviertels aus Rheinwiesen der Landschaftspark Rheinaue.

Dann kam der Abschied. Nach der Wiedervereinigung 1990 fasste der Bundestag 1991 den Bonn/Berlin-Beschluss; Parlament und Regierung zogen 1999 und 2000 nach Berlin, im Gegenzug wurden Bundesbehörden nach Bonn verlegt. Für eine Stadt, deren halbe Wirtschaft an Ministerien, Botschaften und Verbänden hing, war das kein Verwaltungsvorgang, sondern eine Existenzfrage.
Die Antwort darauf steht heute zu einem großen Teil in denselben Häusern. Bonn ist seit 1951 Standort der Vereinten Nationen, und in das frühere Abgeordnetenhochhaus zogen UN-Organisationen ein; daneben wuchsen zwei Konzernzentralen und eine dichte Landschaft aus Bundesbehörden und Forschungseinrichtungen.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT
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