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Dortmund hatte am 31.12.2025 600.880 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 52 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Dortmund
Auf dem Dach eines Industriehochhauses von 1926 steht ein neun Meter hoher goldener Buchstabe. Das U war das Firmenzeichen einer Brauerei, es leuchtet seit 1968, und unter ihm wurde bis vor wenigen Jahrzehnten Bier gebraut. Heute ist das Gebäude ein Zentrum für Kunst und Kreativwirtschaft, und das Museum Ostwall hängt seine Sammlung in zwei seiner acht Etagen. Kürzer lässt sich die jüngere Geschichte dieser Stadt kaum fassen.
Die Stadt liegt am östlichen Ende des Ruhrgebiets, dort wo der Hellweg von Westen kommend nach Osten weiterführt, und zählte Ende 2025 600.880 Einwohner. Emscher und Ruhr begrenzen sie im Norden und Süden. Vor der Kohle war Dortmund etwas anderes als seine Nachbarstädte: eine freie Reichsstadt mit eigenem Recht, eigenem Gericht und eigenem Bier.
Die Anfänge liegen bei einem karolingischen Reichshof, der Ort erscheint 882 in den Quellen. 1152 hielt König Friedrich Barbarossa hier einen Hoftag ab; Handwerker und Händler zogen um die Königspfalz, und bis 1200 hatte die Stadtmitte mit 82 Hektar bereits ihre spätere Ausdehnung erreicht. Dann brannte alles ab: Ein Großbrand, wahrscheinlich gelegt, zerstörte 1232 den dicht bebauten Kern samt Archiv — weshalb aus der Zeit davor keine Urkunde erhalten ist.
Die verlorenen Privilegien erneuerte 1236 Kaiser Friedrich II., und dabei fiel zum ersten Mal die Bezeichnung, die Dortmund für Jahrhunderte prägen sollte: civitas nostra Tremoniensis imperialis, unsere Reichsstadt Tremonia. 1293 kam das Braurecht dazu. Was daraus wurde, ist an einer Fußnote der englischen Geschichte abzulesen: 1339 verpfändete König Eduard III. die englische Königskrone an ein Konsortium unter Führung Dortmunder Kaufleute.
Der Abstieg folgte auf dem Fuß. 1389 überstand die Stadt die Große Dortmunder Fehde, in der sich der Kölner Erzbischof mit dem märkischen Grafen gegen sie verbündet hatte; der Sieg kostete sie jedoch ihre wirtschaftliche Kraft, der Dreißigjährige Krieg tat den Rest. Bis 1793 war die Einwohnerzahl auf 4500 gefallen, und aus der Handelsmetropole war ein Ackerbürgerstädtchen geworden. 1803 verlor Dortmund den Status einer freien Reichsstadt, 1815 kam es an die preußische Provinz Westfalen.

Die zweite Gründung der Stadt fand im 19. Jahrhundert statt, und sie fand außerhalb der alten Mauern statt. Ab 1858 legte der Stadtbaumeister nördlich des neuen Hauptbahnhofs ein rechtwinkliges Straßennetz mit Schmuckplätzen an: Nordmarkt, Steinplatz, Borsigplatz. Dieses Arbeiterviertel, die Nordstadt, entstand zwischen 1858 und 1913 und wird heute überwiegend von Zugewanderten bewohnt. Mit der Eingemeindung von Hörde 1928 lag das Stadtgebiet schließlich zu größeren Teilen auf dem Boden der früheren Grafschaft Mark als auf dem der Reichsstadt.
Drei Güter haben Dortmunds Industriezeit getragen, und keines hat seine frühere Größe behalten. Bedeutende Konzerne waren Hoesch, die Dortmunder Union und die Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb; Mitte des 20. Jahrhunderts arbeiteten auf dem heutigen Stadtgebiet noch mehr als 15 Kohlebergwerke. Das letzte stellte 1987 den Betrieb ein.

Das Bier hielt länger, aber nicht viel. Bergmann, Borussia, Actien, Union, Kronen, Hansa, Ritter, Stifts und Thier wuchsen nach dem Ersten Weltkrieg zu Großbrauereien heran und beherrschten fast fünfzig Jahre lang den deutschen Markt; Anfang der 1960er Jahre zählten sie rund 6000 Beschäftigte. Übrig geblieben ist nur noch eine Braustätte unter dem Dach der Dortmunder Actien-Brauerei. Das Dortmunder Export, ein herbes untergäriges Bier, hat den Namen der Stadt trotzdem weiter getragen als jedes Hochofenerzeugnis.
Beim Stahl beendete eine Fusion die Hochofenzeit. Die wirtschaftlich gesunde Hoesch AG wurde 1992 von Krupp übernommen; 1997 entstand daraus mit Thyssen die ThyssenKrupp Stahl AG, die ihre Stahlsparte an der geografisch günstigeren Rheinschiene bündelte. Die flüssigen Phasen der Eisen- und Stahlerzeugung in Dortmund wurden in den Folgejahren stillgelegt. Das war das Ende der Hochöfen, nicht der Verarbeitung: Auf der Westfalenhütte wird bis heute produziert — ein Walzwerk mit Blechverarbeitung und rund 1000 Beschäftigten; das übrige Gelände von etwa 15 Quadratkilometern steht der Stadtentwicklung zur Verfügung, und Logistikunternehmen haben sich bereits angesiedelt.
Die Zahl, die den Umbruch am schärfsten fasst, ist eine Beschäftigtenzahl: Von 1960 bis 1994 fiel die Zahl der Industriebeschäftigten von 127.000 auf 37.000. Der Ersatz kam aus Verwaltung, Banken und Versicherungen — und aus einer Entscheidung, die vorher getroffen worden war: Ende 1968 wurde die Universität Dortmund gegründet, 1984 kam in ihrer Nähe eines der ersten deutschen Technologiezentren dazu, und ab 1988 siedelten sich im angrenzenden Technologiepark Unternehmen an.
Die Kokerei Hansa von 1928 gehört seit 1995 der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur; seit 1998 stehen die meisten Anlagenteile unter Denkmalschutz, und ehemalige Beschäftigte führen durch die Anlage. Im Süden erinnern auf dem Gelände von Phoenix-West zwei erhaltene Hochöfen, ein Gasometer und die sanierte Gebläsehalle an das, was hier stand.
Der spektakulärste Umbau liegt ein Stück weiter östlich. Unter der Hörder Burg, wo der Fabrikant Hermann Diedrich Piepenstock 1852 ein Puddel- und Walzwerk errichtet hatte, ist der Phoenix-See entstanden. Wo ein Stahlwerk lag, liegt heute ein Gewässer mit Uferbebauung — kein Museum, sondern ein Wohn- und Bürostandort.
Erinnerungsarbeit läuft parallel. Das Hoesch-Museum im früheren Portierhaus I der Westfalenhütte wurde 2005 wiedereröffnet und erzählt die Geschichte des Unternehmens von 1871 bis zum Niedergang; das Brauerei-Museum sitzt seit 2006 im Maschinenhaus der ehemaligen Hansa-Brauerei. Zwischen beiden liegt der Hoeschpark, 1937 vom Reichsarbeitsdienst neben der Westfalenhütte angelegt.
Auch der Fußball hängt hier an Stahlwerk und Arbeitersiedlung. Am Borsigplatz, mitten in der Nordstadt, wurde der Ballspielverein Borussia gegründet; sein erstes Stadion, die Weiße Wiese, lag an der Westfalenhütte und bot 1924 Platz für 18.000 Zuschauer. 1937 enteigneten die Nationalsozialisten das Gelände — im selben Jahr, in dem der Reichsarbeitsdienst nebenan den Hoeschpark anlegte. Ein Arbeiterviertel, ein Stahlwerk, ein Fußballverein — dieselbe Adresse.

So liegen Alt und Neu in Dortmund dicht beieinander: der Borsigplatz, an dem ein Verein aus der Arbeitersiedlung entstand, der Phoenix-See auf dem Boden eines Stahlwerks und der Technologiepark neben der Universität, in dem die Stadt den Ersatz für Kohle und Stahl sucht. Ob dieser Umbau trägt, entscheidet keine einzelne Zahl; die Kennzahlen dieser Seite zeigen nur, wo er gerade steht.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_IND, RIK
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