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Düsseldorf hatte am 31.12.2025 619.444 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 65 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Düsseldorf
Der Name dieser Stadt gehört einem Bach. Die Düssel mündet hier in den Rhein, und an dieser Mündung lag ein Dorf, das erstmals frühestens im Jahr 1135 in einer Schreinskarte auftaucht. Aus dem Dorf an der kleinen Düssel wurde eine Stadt am großen Rhein — und das ist mehr als ein Wortspiel: Praktisch alles, was Düsseldorf ausmacht, hat mit der Verlagerung von Bedeutung zu tun.
Vier Vorgänge erklären diesen Ort. Eine gewonnene Schlacht machte ihn 1288 zur Stadt. Ein Kurfürst machte ihn im Barock zur Residenz mit eigener Gemäldegalerie. Eine Kunstakademie machte ihn im 19. Jahrhundert zur Malerstadt. Und eine britische Entscheidung machte ihn 1946 zur Landeshauptstadt. Dazwischen liegt eine Industrialisierung, die hier vor allem eines hervorbrachte: Verwaltung. Ende 2025 zählte die Stadt 619.444 Einwohner.
Am 5. Juni 1288 fand die Schlacht von Worringen statt. In ihrer Folge verlieh Graf Adolf V. von Berg dem Ort am 14. August 1288 die Stadtrechte — nach Wipperfürth, Lennep und Ratingen die vierte Stadtgründung im Bergischen Land. Die neue Stadt maß 3,8 Hektar, war von Mauer und Graben gesichert und markierte die Westgrenze der Grafschaft Berg. Klein, aber strategisch.
Vom Ende des 14. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war Düsseldorf Regierungssitz: des Herzogtums Berg, dann der vereinigten Herzogtümer Jülich-Berg und Jülich-Kleve-Berg, schließlich des Großherzogtums Berg. Von 1690 bis 1716 residierte hier zudem Johann Wilhelm von der Pfalz, den die Düsseldorfer Jan Wellem nannten. An ihn erinnert bis heute das Reiterdenkmal am Markt. In seiner Regierungszeit entstand um 1705 mit einer kurfürstlichen Gemäldegalerie eine Kunst- und Ausstellungstradition, die international beachtet wurde. Die Sammlung selbst blieb nicht: Sie kam im frühen 19. Jahrhundert nach München und bildet dort den Kernbestand der Alten Pinakothek. Vom Residenzschloss steht nach einem Brand im Jahr 1872 nur noch der Schlossturm am Burgplatz.

Unter französischer Herrschaft wurde die Stadt umgebaut, im wörtlichen wie im rechtlichen Sinn. 1810 führte Napoleon den bergischen Code civil ein, der unter anderem einen Durchbruch zur Gleichstellung der Juden brachte. Zugleich entstanden nach Entwürfen des Landschaftsarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe die Neue Allee — die spätere Königsallee — und der Boulevard Napoléon, aus dem die Heinrich-Heine-Allee wurde; der Hofgarten wurde zum englischen Landschaftsgarten ausgebaut. Die berühmten Straßen dieser Stadt sind also Ergebnisse einer napoleonischen Stadtverschönerung.
Preußisch wurde Düsseldorf 1815, Sitz des Regierungsbezirks 1816, und von 1824 bis 1933 tagte hier das Parlament der Rheinprovinz. Die Industrialisierung kam ab Mitte der 1830er Jahre: Die Mainzer Akte löste 1831 das Kölner Stapelrecht ab, im selben Jahr wurde ein Freihafen eingerichtet, 1838 entstanden die ersten westdeutschen Eisenbahnstrecken. Ab 1850 siedelten sich Stahlwerke an, unter anderem in Oberbilk. Bis 1870 dominierte allerdings noch das Textilgewerbe.
Die entscheidende Rolle fiel der Stadt trotzdem nicht als Produzentin zu, sondern als Kopf. Im Kaiserreich wurde sie zum Schreibtisch des Ruhrgebiets; 1882 überschritt sie die Marke von 100.000 Einwohnern. Genau diese Funktion als wirtschaftliches Entscheidungszentrum gab 1946 den Ausschlag, als die Briten Nordrhein-Westfalen gründeten und Düsseldorf zur Landeshauptstadt bestimmten.
Am 13. Dezember 1797 kam in Düsseldorf Heinrich Heine zur Welt. Sein Geburtshaus an der Bolkerstraße steht noch; es ist heute als Heine Haus ein Denkmal. Heine begrüßte später ausdrücklich den rechtlichen Fortschritt, den der bergische Code civil für die jüdische Bevölkerung brachte — eine Verbindung zwischen der Biografie eines Dichters und der Verwaltungsgeschichte seiner Heimatstadt, wie man sie selten so genau nachweisen kann.
Wie die Stadt später mit ihrem Dichter umging, zeigt ein Datum. Am 11. April 1933 verbrannte die Deutsche Studentenschaft in Düsseldorf unerwünschte Literatur, darunter Bücher Heines. Es war die erste Bücherverbrennung dieser Art im damaligen Deutschen Reich, und sie fand in der Stadt statt, in der Heine geboren wurde.
Literatur und Malerei hingen hier eng zusammen. Nachdem Düsseldorf 1815 seine Hauptstadtfunktionen an Preußen verloren hatte, war seine politische Bedeutung gering — der Rang des geistigen und künstlerischen Lebens dagegen hoch. Das lag an der Neugründung der Kunstakademie im Jahr 1819 und an der aus ihr hervorgehenden Düsseldorfer Malerschule, die von 1819 bis 1918 wirkte und der Stadt den Ruf einer Kunst- und Gartenstadt eintrug. Aus diesem Umfeld stammen der Maler Oswald Achenbach und der Nazarener Peter von Cornelius; das Atelierhaus für junge, noch unverheiratete Maler und Bildhauer steht bis heute.
Im Vormärz und in der Revolution von 1848 wurde die Stadt zu einem Brennpunkt der demokratischen und der Arbeiterbewegung. Zu den Namen, die dafür stehen, gehören Lorenz Cantador, der Dichter Ferdinand Freiligrath, Ferdinand Lassalle und Hugo Wesendonck. Eine Beamtenstadt mit Kunstakademie erwies sich als politisch beweglicher, als ihre Behördendichte vermuten ließ.
Was Düsseldorf heute ausmacht, entstand größtenteils nach 1945. Die Stadt war in weiten Teilen zerstört. Zum Ende der Kampfhandlungen hielten sich noch etwa 235.000 Menschen hier auf; ein halbes Jahr später, zum Jahreswechsel, waren es schon wieder 394.765 Einwohner. Wohnungsnotprogramme schufen bis 1947 rund 70.000 Wohnungen, und 1949 war die Einwohnerzahl fast wieder auf Vorkriegsniveau.
Der Wiederaufbau folgte ab 1950 einem Plan, der dem Leitbild der autogerechten Stadt verpflichtet war: verbreiterte Straßen, zerstörte Gebäude zwei bis drei Geschosse höher wiederaufgebaut, ab Mitte der 1950er Jahre die ersten Hochhäuser. Davon zeugen bis heute der Tausendfüßler und das Horten-Hauptverwaltungsgebäude. Der Rheinturm kam später dazu und prägt seither die Silhouette.
Wirtschaftlich setzte die Stadt auf Verwaltung, Messen und Mode. Weil das Ruhrgebiet und die damalige Bundeshauptstadt Bonn beide in der Nähe lagen, siedelten sich zahlreiche Verbände und Interessenvertretungen aus dem Stahlbereich hier an. 1947 fand die erste Nachkriegsmesse statt; mit dem Marketingverbund Igedo und der Nähe zur Textilindustrie setzte sich Düsseldorf als deutscher Standort des Modehandels durch. Schon 1926 hatte die Ausstellung GeSoLei im eigens dafür gebauten Ehrenhof 7,5 Millionen Besucher angezogen.

Wissenschaft und Kultur kamen in kurzen Abständen dazu, und mit ihnen der Ausbau der Messe. 1965 wurde Düsseldorf Universitätsstadt, 1970 eröffnete das neue Schauspielhaus, 1971 die Neue Messe, 1978 die neue Tonhalle.






Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT_LIT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.
Die heutige Bekanntheit der Stadt beruht auf einer Handvoll Adressen und einer Besonderheit ihrer Bevölkerung: die Altstadt mit ihrer Kneipendichte, der Einkaufsboulevard Königsallee, die Kleidermode, der Karneval — und eine japanische Gemeinde von über 8400 Menschen, deren Wohn- und Geschäftsviertel mitten in der Stadt liegt.






