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Mülheim an der Ruhr hatte am 31.12.2025 171.674 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 48 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Mülheim an der Ruhr
Mülheim an der Ruhr liegt im westlichen Ruhrgebiet, unmittelbar an der Ruhr und zwischen den Nachbarstädten Duisburg und Essen. Ende 2025 zählte die Stadt 171.674 Einwohner; die Ruhr durchquert ihr Gebiet auf einer Länge von 14 Kilometern.

Der Fluss ist der Leitfaden dieser Stadt: Zuerst war er der Weg, auf dem Kohle und Waren verschifft wurden, später wurde das Ruhrtal zum Freiraum mitten in der Stadt.
Über die Hälfte des Stadtgebiets besteht aus Grün und Wald, und im Ruhrtal stehen Schlösser, Wasserkraftwerke und Villen dicht beieinander.

1093 wird Mülheim als Mulinhem erstmals urkundlich erwähnt, als Gerichtsstätte im Ruhrgau. Zwei Siedlungskerne prägen die Stadtgeschichte: Schloss Broich am linken Ufer, der Kirchenhügel am rechten.

Die Industrialisierung begann um 1770 mit dem Ausbau der Ruhr zur Schifffahrtsstraße. Im Jahr 1780 wurde die Ruhr durch die Errichtung einer Schleuse auch oberhalb der Innenstadt schiffbar, und der Kohlehandel wuchs. 1791 gründete Johann Caspar Troost im Luisental eine Spinnerei, aus der später eine Textilfabrik wurde.
Im Jahr 1808 verlieh die Regierung des Großherzogtums Berg Mülheim die Stadtrechte, 1846 folgte das Stadtrecht nach preußischem Recht. Im Jahr 1871 erwarb August Thyssen den Heckhoffshof in Styrum und gründete dort die Firma Thyssen & Co.
Oberbürgermeister Paul Lembke prägte die Stadt von 1904 bis 1928. Im Jahr seines Amtsantritts wuchs die Einwohnerzahl mit der Eingemeindung linksruhrischer Stadtteile von 40.000 auf über 93.000, und wenige Jahre später überschritt Mülheim die Marke von 100.000 Einwohnern. Lembke wollte ein „grünes Mülheim“ und lehnte dichte, vom Bergbau geprägte Bezirke im Norden ab.
Bei der Reichstagswahl am 6. November 1932 erreichte die NSDAP in Mülheim 28,3 Prozent der Stimmen, weniger als im Reichsdurchschnitt. Am 30. September 1938 wurde die Synagoge am Viktoriaplatz per Ratsbeschluss für nur 56.000 Reichsmark an die Stadtsparkasse zwangsverkauft. Wenige Wochen später legte die Mülheimer Feuerwehr selbst Feuer an das Gotteshaus.
In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 1943 griffen 557 Flugzeuge die Stadt an. Der Angriff forderte 530 Tote unter der Stadtbevölkerung. Zerstört oder beschädigt wurden 1630 Gebäude, fast zwei Drittel des Bestands. Etwa 40.000 Einwohner mussten daraufhin evakuiert werden.
Bei Kriegsende lebten nur noch 88.000 Menschen in Mülheim; durch Heimkehrer und Flüchtlinge waren es Ende 1945 schon wieder 125.441. Den Wiederaufbau belasteten zunächst Demontagen, besonders in Eisen und Stahl.
Im Jahr 1964 endete an den Hochöfen der Friedrich-Wilhelms-Hütte der Betrieb mit der letzten Schicht. Damit begann ein langer, schwieriger Strukturwandel. Im Jahr 1966 wurde die Kohleförderung auf der Zeche Rosenblumendelle eingestellt.
Auf dem Gelände der Zeche Humboldt öffnete 1973 das Rhein-Ruhr Zentrum. Für die Landesgartenschau 1992 wurden im Ruhrtal Industriebrachen zu Grünanlagen umgebaut. Auf einer Industriebrache von 245.000 Quadratmetern an der Mellinghofer Straße entstand seit dem Jahr 2000 der Siemens Technopark.
Als Handelsstadt behauptet sich Mülheim bis heute: Aldi Süd hat hier seinen Sitz, früher auch die Tengelmann-Holding, weshalb die Stadt als ein Zentrum des deutschen Lebensmitteleinzelhandels gilt.
Das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung wurde 1912 gegründet. Sein Direktor Karl Ziegler erhielt 1963 den Nobelpreis für Chemie, und 2021 wurde auch Benjamin List für die Entwicklung der asymmetrischen Organokatalyse damit ausgezeichnet.

Die Hochschule Ruhr West mit Hauptstandort in Mülheim wurde im Herbst 2008 beschlossen. Zum Wintersemester 2009 begannen die ersten 250 Studierenden ihr duales Ingenieurstudium. Der Campus in Broich wurde am 6. Juni 2016 offiziell eröffnet.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: RIK
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