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Frankfurt (Oder) hatte am 31.12.2025 56.586 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 37 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Frankfurt (Oder)
Frankfurt (Oder) ist eine kreisfreie Mittelstadt im Osten des Landes Brandenburg, die am Westufer der Oder liegt und die Grenze zu Polen bildet. Zum 31. Dezember 2025 zählte sie 56.586 Einwohner. Die Oder begrenzt die Stadt im Osten, am gegenüberliegenden Ufer liegt Słubice, das 1945 aus dem früheren Frankfurter Stadtteil Dammvorstadt entstand.
Die Stadt liegt auf einer Höhe von 22 bis 56 Metern über NHN, die Stadtmitte auf etwa 27 Metern. Höchste Erhebung sind die Hirschberge mit 135 Metern. Der Helenesee mit 250 Hektar und 56,63 Metern Tiefe liegt inmitten von Kiefernwäldern, und im Stadtgebiet gibt es 98 Seen und Teiche.
Seit 1999 trägt die Stadt den Zusatz Kleiststadt, nach ihrem Sohn, dem Dichter Heinrich von Kleist.
Nach 1200 siedelten sich Kaufleute auf einer Talsandinsel an, wo die Oder schmal ist und mehrere Fernhandelsstraßen kreuzten. 1225 erhielt die Siedlung von Herzog Heinrich I. von Schlesien das Markt- und Niederlagsrecht, und wohlhabende Fernhändler aus Nordwestdeutschland und Flandern zogen zu. Die Gründungsurkunde stammt vom Samstag, dem 12. Juli 1253, ausgestellt von Markgraf Johann I.; als Recht galt das Berliner Stadtrecht, eine Ableitung des Magdeburger Rechts. Der Name erschien damals als Vrankenforde. Sein Ursprung ist nicht sicher, denn Franken konnte für deutsche Kaufleute stehen, und Furt bezeichnet eine seichte Stelle im Fluss. Im Wappen führt die Stadt seit dem Siegel von 1294 einen roten Hahn, ein redendes Zeichen: gallus ist lateinisch der Hahn, und die galli sind im mittelalterlichen Latein die Franken.
Spätestens 1430 gehörte Frankfurt der Hanse an, denn nur Mitglieder durften an den Lübecker Tagfahrten teilnehmen. Am 6. April 1432 legten Hussiten die Gubener Vorstadt und das Kartäuserkloster in Asche; den Angriff auf die Stadt selbst am 13. April 1432 wehrte man ab. Der Fisch am Südgiebel des Rathauses trägt die Jahreszahl 1454; er deutet vermutlich auf das Recht der Höhung in den Heringsfässern.
Der Dreißigjährige Krieg war ein Einschnitt. Im Sommer 1631 griff der schwedische König Gustav Adolf die Stadt an, sie wurde gestürmt und geplündert. Die Einwohnerzahl fiel von 13.000 im Jahr 1625 auf nur 2.366 im Jahr 1653, ein Verlust von 82 Prozent. 1668 übertrug Matthäus Gottfried Purmann in Frankfurt Blut von einem Lamm auf einen Menschen, und die Transfusion gelang.
Am 28. April 1785 brach beim Frühjahrshochwasser der Damm, und die Dammvorstadt wurde überschwemmt. Am 22. Oktober 1842 wurde die Bahnlinie Berlin–Frankfurt eingeweiht, 1870 folgte die Strecke nach Posen mit der 444 Meter langen Eisenbahnbrücke, und 1895 die erste steinerne Oderbrücke. Vom 16. bis 24. Juni 1924 zog die Ostmarkschau, kurz Ogela, fast 100.000 Menschen an.
Jüdisches Leben ist hier seit dem Mittelalter belegt: Spätestens ab 1294 lebten Juden in der Stadt, 1491/1492 wurden bei einem Pogrom alle getötet, 1561 entstand eine neue Synagoge, und 1697 bis 1699 wurde hier zum ersten Mal in Deutschland der Talmud gedruckt.
1933 zählte die Gemeinde etwa 800 Mitglieder; die Synagoge von 1822 wurde 1938 in der Pogromnacht zerstört. Viele der Gemeindemitglieder waren nach dem Ersten Weltkrieg aus Posen und Westpreußen zugezogen, weil sie sich als Deutsche fühlten. In der Pogromnacht wurden außerdem jüdische Geschäfte geplündert und Familienväter in das KZ Sachsenhausen verschleppt. 1944 lebten nach erzwungener Ausreise und Deportationen nur noch 62 Juden in der Stadt. Seit 2006 erinnern Stolpersteine an die Frankfurter Opfer des Nationalsozialismus, bis Ende 2022 waren es mehr als 180.
Seit 1998 besteht wieder eine jüdische Gemeinde, die 2017 mehr als 240 Mitglieder hatte. Möglich wurde das durch die Einwanderung von Juden aus der früheren Sowjetunion; 2011 wurde im Stadtteil Südring ein neuer jüdischer Friedhof eingeweiht.
Ende Januar 1506 begann der Lehrbetrieb der Brandenburgischen Universität Frankfurt, die feierliche Eröffnung fand am 26. April im Beisein von Kurfürst Joachim I. statt. Im ersten Jahr kamen 950 Akademiker, unter ihnen der junge Ulrich von Hutten. Am 20. Januar 1518 disputierte man an der Universität über Luthers Thesen vor 300 Ordensbrüdern; die Antwortthesen des Johannes Tetzel hatte Konrad Wimpina verfasst. Nach 1648 erholte sich auch die Universität, 250 Studenten waren in jenem Jahr immatrikuliert.

Anfang Februar 1811 erreichte Frankfurt die endgültige Nachricht von der Verlegung der Universität nach Breslau, weil im Jahr zuvor Wilhelm von Humboldt die Berliner Universität eröffnet hatte. Am 10. August war das Abschiedsfest der Studenten. Als Ersatz wurde die Stadt zum 1. Januar 1816 Sitz der Regierung des neuen Regierungsbezirks und eines Oberlandesgerichts.
Am 15. Juli 1991 wurde die Europa-Universität Viadrina neu gegründet, und seither ist Frankfurt wieder Universitätsstadt.
Bis 1945 war die Dammvorstadt ein Frankfurter Stadtteil auf dem Ostufer. Nach dem Potsdamer Abkommen wurde Frankfurt zur Grenzstadt; in nur zwei Tagen räumte man die Dammvorstadt, die unter polnische Verwaltung kam. Dort entstand die polnische Nachbarstadt Słubice. Die Einwohnerzahl halbierte sich, von 83.000 im Jahr 1939 auf 42.000 im Dezember 1945.

Mit der Auflösung der DDR-Länder wurde Frankfurt 1952 Bezirksstadt, 1957 kam die Autobahnbrücke über die Oder, und in den 1950er und 1960er Jahren wurde das Zentrum unter weitgehender Aufgabe des alten Grundrisses neu gebaut. Bis auf einzelne Gebäude wie das Rathaus blieb wenig Historisches. Das Neubauviertel wuchs in Plattenbauweise.
Am 1. November 1989 folgten 35.000 Menschen einem Aufruf des Neuen Forums zum Protestmarsch gegen die SED. Im September 1994 verließ der letzte sowjetische Soldat die Stadt. 2001 begann der größere Abriss von DDR-Wohnhäusern; bis einschließlich 2005 verlor die Stadt dadurch 3.500 weitgehend leerstehende Wohnungen.

Die Einwohnerzahl erreichte 1988 mit 88.000 ihren historischen Höchststand und ist seitdem um etwa ein Drittel gesunken. Ende 2023 hatten 3.821 Einwohner von 59.169 einen polnischen Pass.
Seit dem 9. Dezember 2012 verbindet die Buslinie 983 Frankfurt mit Słubice. In beiden Städten findet seit 2004 das Festival transVOCALE statt, und das deutsch-polnische Theaterfestival Unithea, das Studierende der Viadrina organisieren, besteht seit mehr als 20 Jahren.
Das Kleist-Museum wurde 1969 in der ehemaligen Garnisonsschule eingerichtet. Seine Dauerausstellung umfasst vier Räume, in denen etwa 250 Dokumente einen Überblick über Leben und Werk des Dichters geben. In der Stadt erinnert außerdem ein Denkmal an Kleist.
Das Kleist Forum, 2001 gegründet, bietet ein weit gefächertes Programm vom Musiktheater bis zu deutsch-polnischen Musikfesttagen. Musikalisch war die Stadt früh: 1535 gründete Jodocus Willich mit dem convivium musicum die erste bürgerliche Musiziergemeinschaft Deutschlands.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
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