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Mainz hatte am 31.12.2025 223.888 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 62 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Mainz
Mainz ist die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz und liegt am Rhein; zusammen mit dem hessischen Wiesbaden gegenüber bildet sie ein länderübergreifendes Doppelzentrum, in dem rund 500.000 Einwohner auf 301,67 Quadratkilometern leben. Die amtliche Ortshöhe beträgt 94 m. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 223.888 Einwohner auf 97,73 Quadratkilometern.
Keltisch sind die ersten dauerhaften Ansiedelungen auf Mainzer Stadtgebiet; von ihnen und von der zugehörigen keltischen Gottheit Mogon leiteten die Römer, die nach dem Gallischen Krieg an den Rhein kamen, den Namen Mogontiacum für ihr neues Legionslager ab. Um 38 vor Christus, so nahm man lange an, sei dieses Lager entstanden; neuere Forschungen datieren die Gründung des Lagers und damit der Stadt jedoch später, auf die Jahre um 13 bis 12 vor Christus, und schreiben sie Drusus zu. Ihre 2000-Jahr-Feier beging die Stadt 1962 — gestützt auf die damalige, ausdrücklich als unbelegt bezeichnete Annahme, die Römer hätten unter Agrippa schon 38 vor Christus ein Militärlager dort angelegt, wo Rhein und Main zusammenfließen.
Kaum war das Doppellegionslager gegründet, legten sich einzelne Ansiedelungen um es herum — es lag im Bereich des heutigen Kästrichs, und die beiden Legionen brauchten Handwerker und Gewerbetreibende, um einsatzfähig zu bleiben; von diesen Siedlungen nahm die städtische Entwicklung ihren Ausgang. Rund 500 Jahre lang blieb der Ort Teil des Imperium Romanum: ab etwa 89 nach Christus Hauptstadt der Provinz Germania superior, vom 4. Jahrhundert an der Germania prima; wirtschaftlich wie strategisch zählte vor allem die große Rheinbrücke, in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts wurde die erste Stadtmauer gebaut, und spätestens ab der Mitte des vierten Jahrhunderts leitete ein Bischof die christliche Gemeinde der Stadt. Vandalen, Alanen und Sueben nahmen die Stadt um 406 ein und plünderten sie; während der Völkerwanderung zerfiel Westrom, danach ging es mit Mainz allmählich aufwärts, und spätestens um 480 stand es endgültig unter fränkischer Herrschaft.
Als Erzbischof Arnold von Selenhofen 1160 ermordet worden war, nahm man die eben erst erteilten Bürgerprivilegien zurück, und auf Befehl Kaiser Friedrich Barbarossas fielen die Stadtmauern; trotzdem lud Barbarossa 1184 die Elite des Reiches zur Schwertleite seiner Söhne zu einem Hoftag in die Stadt und kam 1188 erneut, um auf dem Hoftag Jesu Christi zum Dritten Kreuzzug aufzubrechen. Im Mainzer Dom krönte Siegfried der Zweite von Eppstein 1212 den Stauferkaiser Friedrich zum König; 1235 kehrte dieser für einen Reichstag zurück, auf dem am 15. August der Mainzer Landfriede erlassen wurde.
Für ihre Unterstützung im Streit zwischen Staufern und deren Gegnern belohnte Erzbischof Siegfried der Dritte von Eppstein die Bürger 1244 mit einem umfassenden Stadtprivileg: fortan führte er die Stadt nur noch dem Namen nach, während Selbstverwaltung, Gerichtsbarkeit und die Entscheidung über neue Steuern an die Bürgerschaft und ihren 24-köpfigen Stadtrat fielen. Als Höhepunkt der Stadtgeschichte gilt die Zeit als Freie Stadt bis 1462, wofür die Gründung des Rheinischen Städtebundes 1254 ein deutliches Zeugnis ist; ab 1328 ließen Konflikte mit dem Erzbischof das freie Bürgertum absinken, und 1462 nahm Adolf der Zweite die Stadt ein, ließ sich sämtliche Privilegien aushändigen und beendete damit die Freie Stadt.
Universitätsstadt ist Mainz seit 1477; nachdem die Universität Ende des 18. Jahrhunderts aufgehoben worden war, nahm die neue Johannes Gutenberg-Universität Mainz am 15. Mai 1946 den Lehrbetrieb wieder auf.
Von Mainz aus trieb Erzbischof Bonifatius ab der Mitte des achten Jahrhunderts die Christianisierung des Ostens voran, vor allem die der Sachsen; 782 wurde die Stadt zum Erzbistum erhoben, im 9. und 10. Jahrhundert kam ihr der Titel Aurea Moguntia zu, und ihre Erzbischöfe stiegen zu Reichserzkanzlern, Landesherren des kurmainzischen Territoriums und Königswählern auf. Als erstes Bildungszentrum diente das Stift St. Alban vor der Stadt; seinen Ruf als Klosterschule verdankt es dem Alkuin-Schüler und Mainzer Erzbischof Rabanus Maurus.
Zeitweise war Erzbischof Willigis als Reichsverweser der bestimmende Mann im Reich, und den Mainzer Dom ließ er als Zeichen seiner Macht bauen, zwischen 975 und 1009; schon am Tag der Weihe brannte der Bau weitgehend nieder, wurde danach jeweils größer wieder aufgerichtet und fing auch 1081 und 1137 Feuer. Die St.-Johannis-Kirche steht westlich davon, vermutlich über dem ersten Dom, und war wohl selbst einmal Domkirche des Bistums; Erzbischof Hatto weihte sie 910, und gemeinsam mit dem Dom und der östlich vorgelagerten, 1793 zerstörten Liebfrauenkirche bildete sie eine zusammenhängende Einheit, mit den umliegenden Plätzen die erzbischöfliche Pfalz.
Zunächst standen die Aussichten der 1517 begonnenen Reformation hier gut: der Buchdruck verbreitete die reformatorischen Schriften rasch, und Erzbischof und Kardinal Albrecht von Brandenburg gab sich ihren Ideen gegenüber anfangs aufgeschlossen; durchsetzen konnte sie sich am Ende nicht — zweimal wählte das Domkapitel knapp katholische Erzbischöfe, und außer Garnisonsgemeinden durfte sich bis 1802 keine evangelische Gemeinde bilden.
Neben der Bischofsstadt stand über Jahrhunderte eine zweite Glaubensgeschichte. Woher die Jüdische Gemeinde Magenza kam, ist nicht restlos geklärt; vieles spricht dafür, dass die Juden mit den Römern in die Stadt kamen, bewiesen ist es nicht, und die erste sichere Aufzeichnung — eine hebräische Überlieferung rabbinischer Rechtsgutachten aus der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts — setzt eine bereits blühende jüdische Gemeinde voraus. Bis zu den Pestpogromen um das Jahr 1350 bildete die Mainzer Gemeinde mit Spira und Worms die SchUM-Städte, die für das aschkenasische Judentum europaweit Gewicht bekamen.
In jeder Synagoge wird am jüdischen Neujahrsfest das Unetaneh tokef gesprochen, das der 1096 erschlagenen Mainzer Juden gedenkt; 1435 vertrieb man die Juden für Jahrhunderte aus der Stadt. Grabsteine aus dem 11. Jahrhundert stehen auf dem Judensand, dem jüdischen Friedhof der Stadt; seit dem 27. Juli 2021 zählt er als Teil der Stätten jüdischer Kultur in den SchUM-Städten zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Als Medienstadt gilt Mainz wegen Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks und wegen der starken Medienpräsenz. Um 1450 erfand Gutenberg in der Stadt den Buchdruck mit beweglichen Lettern.

Einblick in diese Drucktechnik gibt das Gutenberg-Museum, ein Museum für Druckkunst; zwei der 49 erhaltenen Gutenbergbibeln stehen dort, dazu zahlreiche Stücke zur Geschichte des mechanischen Drucks, der Typographie und der Drucktechnik überhaupt.

Weil die Stadt so eng mit Gutenbergs Wirken verbunden ist, kümmert sie sich kulturell intensiv um Literatur und Druckkunst; die nach dem Zweiten Weltkrieg gestiftete Mainzer Johannisnacht füllt ihr Programm mit zahlreichen Aktivitäten rund um die Literatur und das Andenken Gutenbergs. 1984 stifteten die Fernsehsender ZDF und 3sat gemeinsam mit der Stadt den Literaturpreis Mainzer Stadtschreiber; namhafte Autorinnen und Autoren werden für ein Jahr ernannt und wohnen im Stadtschreiberdomizil des Gutenberg-Museums — unter ihnen Monika Maron, Peter Härtling, Sarah Kirsch, Urs Widmer, Horst Bienek und Hanns-Josef Ortheil. Aus Mainz stammt auch die Schriftstellerin Anna Seghers.
Ab der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts trat an die Stelle der mittelalterlichen Stadtbefestigung eine modernere Festungsanlage, die am Ende die ganze Stadt umschloss; außerhalb durfte nichts aus Stein gebaut werden, damit anrückende Truppen keine Deckung fanden, so dass nur die Freiflächen innerhalb der Mauern bebaut werden konnten — das begrenzte das Wachstum bis ins zwanzigste Jahrhundert stark. Mehr als 30.000 Einwohner hatte die Stadt bis zum Ende der Festung fast nie; erst mit der Bebauung der letzten freien Räume innerhalb der Festung ab den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts und mit der Verschiebung des Rheinufers nach Nordosten in den achtziger Jahren stieg die Einwohnerzahl der Altstadt nennenswert.
Gebaut wurde deshalb innerhalb der Mauern, und dort stehen die Zeugnisse aller Epochen. Durch alle Bauepochen der Romanik führten Erzbischof Bardo, Kaiser Heinrich der Vierte, Erzbischof Konrad von Wittelsbach und Erzbischof Siegfried der Dritte von Eppstein den Dom weiter; zu Beginn der Gotik kamen auch dort gotische Elemente hinzu, und unter anderen arbeitete der als Naumburger Meister bekannt gewordene Künstler an dem Bau. Auf Willigis geht auch die Stiftskirche St. Stephan zurück, die allerdings bald einem gotischen Bau wich und deren Fenster Marc Chagall Ende des zwanzigsten Jahrhunderts gestaltete; gotisch sind ebenso die Pfarrkirchen St. Emmeran und St. Quintin sowie die Antoniterkapelle, und die im Zweiten Weltkrieg zerstörte gotische Kirche St. Christoph dient der Stadt heute als Kriegsmahnmal.
Stilistisch zur Deutschen Renaissance zählt das Kurfürstliche Schloss; aus derselben Epoche stammen der Ältere Dalberger Hof und das Haus Zum Römischen Kaiser, in dem heute das Gutenberg-Museum untergebracht ist. Die Reihe schließen der Marktbrunnen, den Erzbischof Albrecht 1526 stiftete, das Alte Zeughaus von 1604 und die Domus Universitatis, ab 1615 nahe dem heutigen Gutenbergplatz errichtet.

Einen beispiellosen Bauboom brachte der Barock, vor allem unter dem Episkopat Lothar Franz’ von Schönborn; seine Ergebnisse prägen das Stadtbild bis heute: am Schillerplatz, an der Großen Bleiche, in der Klarastraße und am Rhein stehen etliche Adelshöfe des Mainzer Stiftsadels, angefangen beim Schönborner Hof, der ab 1668 am Schillerplatz entstand — ein früher Barockbau, dessen Dekor noch Renaissanceelemente trägt. Es folgten weitere Höfe, darunter von 1747 bis 1752 der Osteiner Hof, ferner ab 1730 das Deutschhaus, in dem heute der Landtag sitzt, und daneben das Neue Zeughaus, heute Staatskanzlei.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: DZT, DZT_ROM, DZT_LIT
Die Kennzahlen zu diesem Ort — LuchsScore, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Immobilien — stehen mit Jahrgang und Herkunft auf der Datenseite.

Mit dem Gartenfeld, der Neustadt, wuchs die Stadt ab 1872 und erlebte in der Gründerzeit Bauboom und Bevölkerungszuwachs, den der Börsenkrach von 1873 vorerst bremste; möglich wurde die Erweiterung nicht zuletzt, weil die Festung nach dem Deutsch-Französischen Krieg an Bedeutung verlor, und ab 1886 ging das Bauen in der Neustadt weiter.






