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Wiesbaden hatte am 31.12.2025 288.584 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 60 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Wiesbaden
Am Kochbrunnen steigt Dampf auf. Das Wasser kommt hier mit 66 Grad Celsius aus dem Boden, täglich fast 500.000 Liter, und es schmeckt nach Salz und Eisen. Fünfzehn Thermal- und Mineralquellen zählt die Stadt; die kühlste davon, der Faulbrunnen, liegt bei 14 bis 17 Grad und verdankt seinen Namen dem Geruch seiner Schwefelverbindungen.

Diese Quellen sind der Grund, warum es Wiesbaden gibt. Die Innenstadt liegt in einer Talmulde zwischen den Taunushöhen im Norden und dem Rhein im Süden, 117 Meter über dem Meeresspiegel; durch eine schmale Senke nach Süden fließt der Salzbach ab — sein Name sagt, was er mitführt. Plinius der Ältere beschrieb die Quellen um 77 nach Christus, und die römische Siedlung, die daraus entstand, hieß Aquae Mattiacorum. Zum 31. Dezember 2025 zählte Wiesbaden 288.584 Einwohner auf 203,93 Quadratkilometern.
Mit Mainz auf der anderen Rheinseite bildet die Stadt ein länderübergreifendes Doppelzentrum von etwa 500.000 Einwohnern auf rund 300 Quadratkilometern. Die Wasserrechte der südlichen Stadtteile blieben dabei bei Mainz — ein Überbleibsel davon, dass die Grenze zwischen Nassau und Hessen-Darmstadt hier mitten durch die spätere Stadt lief.
Der Name Aquae Mattiacorum taucht 121 nach Christus zum ersten Mal auf; er bezieht sich auf die Mattiaker, einen chattischen Stamm. Die Siedlung war Hauptort der Civitas Mattiacorum in der Provinz Germania superior, und bis heute steht die Widmung Aquis Mattiacis am Kurhaus. Um 828 nannte Einhard, der Biograf Karls des Großen, den Ort Wisibada — Bad in den Wiesen.
Zur Kurstadt im heutigen Sinn wurde Wiesbaden erst als Residenz. 1744 machte das Haus Nassau Schloss Biebrich zur Hauptresidenz, 1806 wurde die Stadt Regierungssitz und Hauptstadt des Herzogtums Nassau; in den folgenden Jahrzehnten entstanden das historische Fünfeck, das alte Kurhaus und das Stadtschloss. Nach dem Deutschen Krieg annektierte Preußen Nassau 1866. Die Residenzfunktion war weg, der Kurbetrieb blieb — und wuchs.

Was dann kam, trug den Beinamen Nizza des Nordens. Kaiser Wilhelm II. kam regelmäßig zur Sommerfrische, weshalb die Stadt auch Kaiserstadt genannt wurde; mit dem Hofstaat kamen Adel, Künstler und wohlhabende Unternehmer. Goethe, Dostojewski, Richard Wagner, Johannes Brahms und Alexej von Jawlensky haben hier wegen der Quellen und der Spielbank Station gemacht. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Wiesbaden den Ruf als Weltkurstadt, und aus dem Vergnügungsbetrieb wurde eine medizinisch ausgerichtete Kur.

Wiesbadens Innenstadt ist ungewöhnlich einheitlich, weil sie in einem kurzen Zeitraum entstanden ist. Fast alle Bauten gehören dem Klassizismus, dem Historismus oder dem Jugendstil an; das Kurhaus von 1907, das Hessische Staatstheater von 1894, die Marktkirche von 1853 bis 1862 und die Ringkirche von 1894 sind die großen Solitäre.

Dazwischen liegen Parks und Wohnquartiere derselben Epoche. Kurpark und Bowling Green, der Warme Damm und die Reisinger-Anlagen ziehen sich durch das Zentrum; im Rheingauviertel, im Feldherren- und im Dichterviertel stehen Bürgerhäuser mit aufwendigen Fassaden an geschwungenen Alleen, die auf den Stadtbaumeister Felix Genzmer zurückgehen.
In der Nachkriegszeit wurde diese Architektur wenig geschätzt, und in der Politik stand zur Debatte, große Teile abzureißen. Erst in den 1970er Jahren drehte sich die Bewertung, und die Epoche wurde kunsthistorisch gewürdigt; heute gilt Wiesbaden als Musterbeispiel des Historismus. 2005 regte der damalige Vorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Gottfried Kiesow, sogar eine Welterbe-Bewerbung als Stadt des Historismus an.
Älteres steht daneben, aber vereinzelt. Das Alte Rathaus entstand von 1609 bis 1610 und ist der am längsten erhaltene Bau der Stadt; die Dreifaltigkeitskirche, der Schönbornsche Hof und das Solmsschlösschen kommen dazu. Auf den Neroberg führt eine mit Wasserballast betriebene Standseilbahn, und über den Rhein spannt sich die Theodor-Heuss-Brücke nach Mainz.
Die politische Rolle der Stadt ist jünger als ihre Bauten. General Dwight D. Eisenhower gründete das Land Groß-Hessen, und am 12. Oktober 1945 bestimmte eine Organisationsverfügung der Militärregierung Wiesbaden zu dessen Hauptstadt. Dabei blieb es nach der Gründung des Landes Hessen am 1. Dezember 1946 — obwohl die hessische Verfassung gar keine Hauptstadt festlegt.
Aus dieser Funktion ist ein Behördenstandort geworden. 1951 zog das Bundeskriminalamt als erste Bundesbehörde hierher, 1956 wurde das Hochhaus für das Statistische Bundesamt am Hauptbahnhof fertig, 1973 kam das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung dazu. Landesamt für Verfassungsschutz, Hessisches Statistisches Landesamt, Hauptstaatsarchiv und Landesamt für Denkmalpflege sitzen ebenfalls in der Stadt. Die Bibliothek des Statistischen Bundesamts gilt als bundesweite Fachbibliothek für Statistik.
Neben den Behörden stehen die Unternehmen. Rund 12.000 Unternehmen haben hier ihren Sitz, 2016 erwirtschaftete die Stadt ein Bruttoinlandsprodukt von 17,144 Milliarden Euro, und 184.300 Erwerbstätige hatten hier ihren Arbeitsort. Der Einpendlerüberschuss betrug 2011 fast 28.000 Arbeitnehmer, die meisten aus dem Rheingau-Taunus-Kreis und aus Mainz; so weit reicht die Anziehung des Arbeitsorts Wiesbaden ins Umland. Zu den ansässigen Unternehmen gehören Abbott, die Kion Group und die Sektkellerei Henkell.





Stand des Portraittextes: 2026-09-19.
Belege der kuratierten Auswahl: SPA, DZT
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Einige Quellen sind bis heute öffentlich zugänglich. Die römisch-irische Kaiser-Friedrich-Therme von 1913 bezieht ihr Wasser aus der Adlerquelle, die mit 64,4 Grad Celsius und 167 Litern pro Minute fließt. Am Bowling Green steht das Kurhaus, das Friedrich von Thiersch von 1905 bis 1907 erbaute und in dem die Spielbank untergebracht ist; dahinter erstreckt sich der etwa 6,5 Hektar große Kurpark nach dem Vorbild englischer Gärten.
Aus dieser Kurgeschichte wollte die Stadt ein Welterbe machen, und das ist eine Geschichte für sich. Ab 2005 gehörte Wiesbaden zu den Städten, die einen Welterbe-Antrag für das europäische Kurwesen vorbereiteten. Kontakte zum belgischen Spa gab es dazu schon 2008. 2012 bewarb sich die Stadt zusätzlich mit einem eigenen Antrag als Weltkurstadt und scheiterte damit. Als die gemeinsame Bewerbergruppe 2016 von 16 auf 11 Orte verkleinert wurde, war Wiesbaden nicht mehr dabei: Die 2021 eingetragenen Bedeutenden Kurstädte Europas umfassen aus Deutschland Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen.






