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Mannheim hatte am 31.12.2025 319.536 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 52 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Mannheim
Mannheim liegt an der Mündung des Neckars in den Rhein; die hufeisenförmige Innenstadt zwischen den beiden Flüssen ist kein gewachsenes Gebilde, sondern ein Raster, das man um 1600 zusammen mit der Friedrichsburg auf das Papier legte — daher die Mannheimer Quadrate. Die amtliche Ortshöhe beträgt 97 m. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 319.536 Einwohner auf 144,97 Quadratkilometern.
Ein 1929 im Stadtteil Seckenheim ergrabener Ziegelofen, der vom Jahr 74 nach Christus bis ins frühe zweite Jahrhundert in Betrieb stand, belegt die Besiedlung in römischer Zeit; als Dorf Mannenheim — Heim des Manno — steht der Ort 766 zum ersten Mal im Lorscher Codex. An das Haus Wittelsbach, genauer an den Pfalzgrafen bei Rhein, fiel Mannheim 1284, und Gewicht in der Region bekam der Platz durch die Burg Eichelsheim, 1349 auf dem heutigen Lindenhof erbaut: sie kassierte von den Rheinschiffern einen Obolus, und 1415 saß dort im Auftrag Kaiser Sigismunds der abgesetzte Gegenpapst Johannes der Dreiundzwanzigste gefangen. 1462 schlug Kurfürst Friedrich von der Pfalz bei Seckenheim das Heer seiner verbündeten Gegner — den Markgrafen von Baden, den Bischof von Metz und den Grafen von Württemberg — und sicherte der Pfalz damit den Vorrang am mittleren Oberrhein; 1566 war Mannheim mit rund 700 Einwohnern eines der großen Dörfer im Oberamt Heidelberg. Den Grundstein der Festung Friedrichsburg legte Kurfürst Friedrich der Vierte von der Pfalz am 17. März 1606, und am 24. Januar 1607 bekam Mannheim die Stadtprivilegien; der damals entworfene Plan eines gitterförmigen Straßennetzes für die Bürgerstadt neben der Festung hat sich erhalten.

Im Dreißigjährigen Krieg stand Mannheim auf Seiten der Protestantischen Union und wurde 1622 zum ersten Mal von Truppen zerstört; Kämpfe und Seuchen ließen die Einwohnerzahl, 1618 noch bei etwa 1200 Einwohnern, dramatisch einbrechen. Als Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz 1649 in sein Land zurückkam, fand er es vom Krieg entvölkert und wirtschaftlich am Boden; er betrieb den Wiederaufbau Mannheims mit Nachdruck, denn der Ort war wegen seiner Lage an der Neckarmündung als Handels- und Gewerbemittelpunkt der Kurpfalz vorgesehen.
Französische Truppen eroberten die Stadt 1688 im Pfälzischen Erbfolgekrieg, zerstörten sie im März 1689 vollständig und vertrieben ihre Bewohner; den Wiederaufbau trieb danach vor allem Kurfürst Johann Wilhelm voran, der noch vor dem Friedensvertrag 1697 eine Proklamation erließ: die Stadt solle wieder errichtet werden, und die Geflüchteten mögen zurückkehren.
Seinen Hof brachte Kurfürst Carl Philipp 1720 von Heidelberg hierher und ließ das Mannheimer Schloss bauen, das 1760 zusammen mit der Jesuitenkirche fertig wurde; als Residenzstadt der Kurpfalz erlebte die inzwischen 25.000 Einwohner zählende Stadt eine glanzvolle Zeit, die aber nur 58 Jahre währte. Denn 1778 zog Kurfürst Carl Theodor seine Residenz nach München, weil er dort sein bayerisches Erbe antreten musste, und Mannheim begann wirtschaftlich wie kulturell auszubluten; 1803 verlor es mit dem Reichsdeputationshauptschluss endgültig seine politische Stellung und kam an Baden, wo es geografisch an den nordwestlichen Rand geriet.
Die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs legten Mannheim fast vollständig in Trümmer; nur etwa ein Drittel der heutigen Bausubstanz stammt aus der Zeit davor, und von 1940 bis 1945 lief ein umfassendes Bunkerbauprogramm, das vielen Mannheimern das Leben rettete. US-Truppen besetzten die Stadt Ende März 1945 — anderswo in Deutschland ging der Krieg noch bis zum 8. Mai weiter, bis zur Bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht.
Das Hufeisen der Innenstadt zwischen Rhein und Neckar ist kein Ergebnis langsamen Wachstums: Um 1600, beim Bau der Friedrichsburg, wurde es als Gitter entworfen und angelegt, und der Plan dieses Netzes geht auf Kurfürst Friedrich den Vierten von der Pfalz zurück. Vor der Schlossfront läuft die Bismarckstraße und schließt die Enden der Ringstraßenabschnitte kurz; was dazwischen liegt, ist rechtwinklig durchzogen.

Zwei breiter angelegte Hauptachsen durchziehen die Innenstadt: die Kurpfalzstraße, allgemein Breite Straße genannt, führt von Nordosten nach Südwesten, vom Schloss bis ans Neckartor, und stößt am Paradeplatz auf die Planken, die Haupteinkaufsstraße, die von Osten nach Westen verläuft. Namen tragen die Straßen der Innenstadt in aller Regel nicht; benannt werden stattdessen die Quadrate zwischen ihnen, mit einem Buchstaben und einer Zahl.
Hinter der Anordnung stand zunächst die Festungstechnik: Wäre Feind in die Festung eingedrungen, hätte man ihn mit Kanonen quer durch die Stadt beschießen können. Zugleich rücken die Quadrate und vor allem die Breite Straße das — erst später gebaute — neue Schloss in den Blick, weshalb man die so erzeugte städtebauliche Dominanz der Residenz als Bild der absolutistischen Herrschaftsform deutet. Idealstadt-Prinzipien dieser Art setzten auch andere Residenzen des absolutistischen Barock um, Erlangen etwa, Glückstadt oder Karlsruhe.
Im Osten der Innenstadt, mitten auf dem Friedrichsplatz, steht als Wahrzeichen der 60 Meter hohe Wasserturm, 1889 im Neubarock errichtet und bekrönt von einer 3,50 Meter großen Amphitrite; den Platz ringsum gestaltete Bruno Schmitz bis 1903 im Jugendstil, mit Brunnen, Wasserspielen, Laubgängen und Grünanlagen.
Als Johann Stamitz um 1750 die Mannheimer Schule begründete, war sie erst ein Kreis von Musikern am kurpfälzischen Hof; später meinte der Name eine ganze Kompositionsschule, die sich vom Orchestersatz unter der Herrschaft des Generalbasses — bis dahin prägend für die europäische Tradition — und vom spätbarocken Pathos abkehrte und einen leichteren, anmutigeren Stil entwickelte, in dem die Harmonik der Melodie folgte. Zu den in Mannheim geborenen Musikern dieser Zeit gehört Carl Stamitz.
Mannheimer Manieren heißen die musikalischen Effekte und Figuren dieser Schule; ein Beispiel ist die Mannheimer Rakete, die sich auch bei Mozart und Beethoven findet — so bereitete die Mannheimer Schule die Wiener Klassik wesentlich mit vor. Sie selbst und die Hofmusik des Kurfürsten Karl Theodor brachten Wolfgang Amadeus Mozart dazu, monatelang in der Stadt zu bleiben; beruflich Fuß fassen konnte er dort allerdings nicht.
Das 1952 gegründete Kurpfälzische Kammerorchester hält die Tradition der Mannheimer Schule lebendig, spielt daneben aber ebenso Wiener Schule und Wiener Klassik; die Mannheimer Bläserphilharmonie ist aus dem 1987 gegründeten Sinfonischen Jugendblasorchester Mannheim hervorgegangen, und den Konzertchor der Stadt Mannheim gibt es seit 2002.
Auch in der Populärmusik hat sich die Stadt inzwischen einen Namen gemacht; die Popakademie Baden-Württemberg ist eine Einrichtung dieser Art in Deutschland, und zu den erfolgreichen Mannheimer Musikern zählen Joy Fleming, Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims, Laith Al-Deen sowie der Trompeter und Jazzclubbetreiber Thomas Siffling. Den UNESCO-Titel Stadt der Musik bekam Mannheim im November 2014; nach Darstellung der UNESCO-Kommission gehören deutschlandweit acht Städte dem Netzwerk der Creative Cities an, Hannover und Mannheim seit 2014 als Stadt der Musik.

Als Wiege des Drum and Bass in Deutschland gilt ebenfalls Mannheim: Der hiesige Milk-Club widmete sich ausschließlich dieser Musik, Größen der britischen Szene traten hier zuerst auf, und 1992 kürte ihn das Groove-Magazine zum Club des Jahres. Arabische und fernöstliche Instrumente lernt man an der Orientalischen Musikakademie Mannheim im multikulturellen Stadtteil Jungbusch, die außerdem regelmäßig folkloristische Konzerte veranstaltet.
1828 ging der Rheinhafen in Betrieb, 1840 die erste badische Eisenbahnstrecke von Mannheim nach Basel; mit dem wirtschaftlichen Aufstieg des Bürgertums setzte allmählich eine neue Blütezeit ein, und die Infrastruktur folgte der wachsenden Bevölkerung: Gasbeleuchtung ab 1851, ab 1870 Kanalisation und eine bessere Wasserversorgung. Ein Mittelpunkt der politischen und revolutionären Bewegung war die Stadt in der Märzrevolution von 1848. Die Revidierte Rheinschiffahrtsakte vom 17. Oktober 1868 wurde in Mannheim unterzeichnet; sämtliche deutschen Staaten und Frankreich sprachen sich darin für eine zollfreie Rheinschifffahrt aus, weshalb der Vertrag heute auch Mannheimer Akte heißt. Die Stromversorgung sicherte ab 1922 das Großkraftwerk Mannheim.
1865 rief Friedrich Engelhorn die Badische Anilin- und Soda-Fabrik ins Leben, die später allerdings nach Ludwigshafen umzog; die 1909 von Karl Lanz und Johann Schütte gegründete Firma Schütte-Lanz baute insgesamt 22 Luftschiffe und war Hauptkonkurrent der Zeppelin-Werke. Einen Schweröl-Traktor brachte die Heinrich Lanz AG nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Bulldog heraus, 1921 folgte der Lanz Bulldog; den Vorkammer-Dieselmotor, den Prosper L’Orange bei den Motorenwerken Mannheim erfunden hatte, entwickelten Benz und Cie 1923 zum kompakten Fahrzeug-Dieselmotor weiter. Um 1930 kamen Mannheim und die Schwesterstadt Ludwigshafen, aus der alten Mannheimer Rheinschanze hervorgegangen, zusammen auf 385.000 Einwohner.
Neben der Industrie steht eine lange Reihe von Erfindungen. Schon im 18. Jahrhundert legte man hier unter Johann Jakob Hemmer zum ersten Mal Normen für die weltweite Erfassung von Wetterdaten fest — dazu gehören die Messzeitpunkte, die als Mannheimer Stunden bekannt sind. 1817 baute Karl von Drais hier das erste Zweirad; vorausgegangen war das Jahr ohne Sommer 1816, ausgelöst vom Ausbruch des Tambora-Vulkans, mit Hungersnot und Pferdesterben als Folge. Werner von Siemens stellte 1880 in Mannheim den ersten elektrischen Aufzug vor; 1886 fuhr das erste Automobil von Carl Benz durch die Straßen, und im selben Jahr meldete Benz seinen Motorwagen Nummer 1 zum Patent an.
Den automatischen Leitungsschutzschalter erfand 1924 Hugo Stotz, 1929 baute der Mannheimer Julius Hatry ein Raketenflugzeug, und 1971 setzte Werner Teich erstmals Umrichter in Lokomotiven ein. Nicht alles davon war Technik im engeren Sinn: 1887 kam Heinrich Schlincks Palmin als Mannheimer Cocosbutter in den Handel, und 1969 dachte sich Dario Fontanella das Spaghettieis aus.





Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: CC, DZT
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