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Heidelberg hatte am 31.12.2025 156.092 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 59 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Heidelberg
Ein Teil der Stadt liegt noch in der Oberrheinischen Tiefebene; ihr Schwerpunkt liegt links des unteren Neckars, kurz bevor der Fluss den Odenwald verlässt, in einer Talsohle, die sich stromaufwärts immer weiter verengt. Der Fluss zieht hier von Osten nach Westen, am rechten Ufer steigt der Heiligenberg auf, und im Süden setzen Königstuhl und Gaisberg die Grenze. Die amtliche Ortshöhe beträgt 114 m. Zum 31. Dezember 2025 zählte die Stadt 156.092 Einwohner auf 108,89 Quadratkilometern.
In der Nachbargemeinde Mauer förderte 1907 eine Sandgrube den Unterkiefer eines Urmenschen zutage; vom Homo heidelbergensis, dieser ausgestorbenen Hominiden-Art, stammt der Neandertaler ab. Ab etwa 500 vor Christus legten die Kelten auf dem Heiligenberg eine größere befestigte Siedlung an, deren doppelter Ringwall — errichtet gegen die vordringenden Germanen — bis heute im Gelände lesbar ist. Vom 1. bis zum 3. Jahrhundert nach Christus gab es ein römerzeitliches Heidelberg: um 70 entstand im heutigen Neuenheim ein Lager, an dessen Stelle um 90 zwei steinerne Kastelle traten, und den Neckar überquerte erst eine hölzerne, ab circa 200 eine Steinpfeilerbrücke. Regionaler Hauptort war damals das benachbarte Lopodunum, das heutige Ladenburg; rund um das hiesige Militärlager wuchs allerdings ein florierendes Töpfereizentrum heran.

Wo auf dem Gipfel des Heiligenbergs zuvor ein Merkurtempel gestanden hatte, entstand das Michaelskloster, eine Filiale des Klosters Lorsch — und Lorsch focht damals mit dem Bistum Worms um den Vorrang in der Region. Schriftlich genannt wird Heidelberg zum ersten Mal 1196, doch dürfte der Ort schon im 12. Jahrhundert bestanden haben; er gehörte dem Bistum Worms und bestand aus zwei Teilen: oben am Hang des Königsstuhls die Obere Burg auf der Molkenkur, unten bei der Peterskirche ein Burgweiler. Auf dem Jettenbühl kam im 13. Jahrhundert der Vorgängerbau des Heidelberger Schlosses hinzu, und etwa gleichzeitig wurde die Stadt zwischen Königstuhl und Neckar nach Plan angelegt: rechtwinkliges Raster, Marktplatz in der Mitte.
Als Lehen fiel das vormals Wormser Heidelberg 1225 an den Pfalzgrafen bei Rhein, und die Goldene Bulle sprach diesen Pfalzgrafen 1356 die Kurwürde zu, weshalb man ihr Herrschaftsgebiet fortan Kurpfalz nannte. Mit dem Ende der Reiseherrschaft im 14. Jahrhundert setzte sich die Stadt gegen Neustadt an der Haardt durch und wurde Hauptstadt der Kurpfalz. Ruprecht I. rief 1386 die Universität Heidelberg ins Leben, nach Prag und Wien die dritte Hochschule im Heiligen Römischen Reich; sie ist die älteste deutsche Universität. Eine Erweiterung verdoppelte 1392 das Stadtgebiet nahezu, sodass es der heutigen Altstadt entsprach, und unter Ruprecht III., der 1400 römisch-deutscher König wurde, erhielt die Stadt die Heiliggeistkirche.
Endgültig eingeführt wurde die Reformation in der Kurpfalz erst unter Kurfürst Ottheinrich; als dessen Nachfolger Friedrich III. zum Calvinismus überging, kamen Studenten und Gelehrte aus ganz Westeuropa an den Neckar. 1563 kam hier der Heidelberger Katechismus heraus, 1572 die erste vollständige deutsche Übertragung der Institutio Christianae Religionis, also des Hauptwerks von Johannes Calvin. Seiner Frau Elisabeth Stuart, einer englischen Königstochter, wollte Kurfürst Friedrich V. ein standesgemäßes Hofleben verschaffen und ließ dafür das Schloss um den Hortus Palatinus erweitern; politisch geriet er an der Spitze der Protestantischen Union in die Wirren des Dreißigjährigen Kriegs und ging nach seiner Niederlage als Winterkönig in die Geschichte ein.

Als Kurfürst Karl der Zweite 1685 kinderlos starb, erlosch mit ihm die Linie Pfalz-Simmern des Hauses Wittelsbach; aus den Erbansprüchen des französischen Königs Ludwig XIV. erwuchs der Pfälzische Erbfolgekrieg. Französische Truppen nahmen die Stadt in diesem Krieg zweimal ein, 1688 und 1693, und verwüsteten sie jedes Mal vollständig; nach dem Friedensschluss von 1697 erhob man sie barock wieder, auf dem alten mittelalterlichen Grundriss. Eine großzügige Residenz in der Ebene zu bauen, scheiterte am Widerstand der Bürgerschaft, und deshalb verlegte Kurfürst Karl Philipp seinen Hof 1720 nach Mannheim; die Stadt büßte damit ihre Rolle als politisches Machtzentrum ein und verlor mit dem Hofstaat auch wirtschaftlich. Dass die Altstadt heute ein barockes Ensemble auf mittelalterlichem Plan ist und keine fürstliche Repräsentationsarchitektur, geht auf eben diesen Abzug zurück.
Die barocke Altstadt wurde nach den Verwüstungen von 1689 und 1693 auf dem mittelalterlichen Grundriss neu aufgebaut und blieb im Zweiten Weltkrieg verschont. Die Hauptstraße dort misst 1,6 km und zählt zu den längsten Fußgängerzonen Europas; die meisten der bedeutenden Bauwerke stehen ebenfalls in der Altstadt, und im ganzen Stadtgebiet sind etwa 2830 Gebäude denkmalgeschützt.
Begonnen hat das Heidelberger Schloss als Wehrbau an einer strategisch günstigen Stelle über einer Engstelle des Neckartals; später bauten es die Kurfürsten von der Pfalz zu ihrer Residenz aus. Nach den Verwüstungen von 1689 und 1693 im Pfälzischen Erbfolgekrieg stellte man nur Teile wieder her, und 1764 entschied ein Blitzschlag mit anschließendem Brand über das damals eben erst renovierte Haus: es wurde aufgegeben, und aus der Ruine holte man Baumaterial — erst für das neue Sommerschloss in Schwetzingen, später für die Bürger der Stadt. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts entdeckten Literaten die Ruine für sich, als Sinnbild der Vergänglichkeit und, in den Jahren der napoleonischen Kriege, auch als patriotisches Denkmal. 80 Meter über dem Talgrund erhebt sie sich am Nordhang des Königstuhls und beherrscht von dort das Bild der Altstadt.
Karl-Theodor-Brücke heißt die Alte Brücke offiziell; urkundlich erscheint sie zuerst 1284, ihre hölzernen Vorgänger hatte immer wieder der Eisgang zerstört, und ihre heutige Gestalt bekam sie 1788. Nach der Sprengung am Kriegsende stand sie 1947 vollständig rekonstruiert da.
Mitten in der Stadt und nur wenige Schritte unterhalb des Schlosses steht die Heiliggeistkirche, deren Fassade zusammen mit dem Schloss die Silhouette über dem Neckar bestimmt; einst verwahrte sie die Bibliotheca Palatina, doch im Dreißigjährigen Krieg ließ Kurfürst Maximilian I. die Sammlung von Handschriften und frühen Drucken fortschaffen und schenkte sie dem Papst. Die Peterskirche stand vermutlich schon, bevor Heidelberg gegründet wurde; im Spätmittelalter wurde sie Universitätskapelle, und rund 150 Professoren und kurfürstliche Hofleute liegen hier begraben, darunter Marsilius von Inghen, der Gründungsrektor der Universität. Nicht weit davon steht die 1749 fertiggestellte Jesuitenkirche, Wahrzeichen der Gegenreformation in der Stadt, und am Ostrand der Altstadt das Karlstor, ein freistehender Torbogen, an dem sechs Jahre lang gebaut wurde, bis er 1781 fertig war.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Neckarstadt zu einem Hauptort der deutschen Romantik — Landschaft und malerische Schlossruine taten das ihre —, und was Dichter wie Achim von Arnim, Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff und Friedrich Hölderlin hier schufen, ging als Heidelberger Romantik in die Literaturgeschichte ein. Von 1806 bis 1808 brachten Arnim und Brentano in der Stadt unter dem Titel Des Knaben Wunderhorn eine Sammlung deutscher Volkslieder heraus, und um die Maler Karl Philipp Fohr, Carl Rottmann und Ernst Fries bildete sich zur selben Zeit ein Künstlerzirkel.
Gedichte über Heidelberg gibt es viele; bekannt sind Oswald von Wolkensteins Ich rühm dich Heidelberg, mehrere Stücke von Martin Opitz, Friedrich Hölderlins Ode Lange lieb ich dich schon, Clemens Brentanos Lied von eines Studenten Ankunft in Heidelberg, Gottfried Kellers Gedicht auf die Alte Brücke und Joseph Victor von Scheffels Alt-Heidelberg, du feine. Literarisches Gewicht bekam die Stadt außerdem durch eine Begegnung: Im September 1815 sahen sich Johann Wolfgang von Goethe und Marianne von Willemer hier zum letzten Mal, und bei oder kurz nach diesem Treffen entstanden etwa 15 der Gedichte des West-östlichen Divans. Auch Jean Paul und Nikolaus Lenau hielten sich nachweislich in Heidelberg auf, und gelebt und gearbeitet haben hier Alfred Mombert und Hilde Domin.

Scheffels Alt-Heidelberg, du feine, vertont bald ein verbreitetes Studentenlied, und das 1901 uraufgeführte Schauspiel gleichen Namens machten die Stadt zum Sinnbild des Studentenlebens im 19. Jahrhundert.
Im Dezember 2014 nahm die UNESCO Heidelberg als erste deutsche Stadt in ihr Netzwerk der Literaturstädte auf. Dieses literarische Erbe erschließen seit Jahrzehnten die geistesgeschichtlich-literarischen Stadtführungen, die Michael Buselmeier ab 1988 anbot und ab 1999 gemeinsam mit dem früheren Kulturamtsleiter Hans-Martin Mumm leitete. Seit 2015 engagiert sich in Heidelberg ein Freundeskreis für die Gründung eines noch immer fehlenden Literaturhauses — der Titel ist also älter als das Haus, das ihn tragen soll.
Heidelberg war im Krieg voller Lazarette und kam als eine der wenigen deutschen Großstädte fast unbeschädigt durch den Zweiten Weltkrieg; die kleineren Luftangriffe der Jahre 1944 und 1945 hinterließen nur geringe Schäden. Von 9.129 Wohngebäuden wurden 13 völlig zerstört, 32 schwer, 80 mittelgradig und 200 leicht beschädigt. Weshalb die Stadt so glimpflich davonkam, lässt sich nicht sicher sagen: ihr fehlte die Schwerindustrie und damit strategisches Gewicht, und es ist auch nicht auszuschließen, dass die Amerikaner sie schon vor Kriegsende als Sitz ihres Hauptquartiers vorgesehen hatten.
Am 29. März 1945 sprengte die abziehende Wehrmacht unter anderem zwei Pfeiler der Alten Brücke, um den Vormarsch der Alliierten zu bremsen; einen Tag später rückten die amerikanischen Truppen der 63rd Infantry Division ein, ohne nennenswerten Widerstand zu finden. Weil die Stadt heil geblieben war, zogen nach dem Krieg viele Ausgebombte und Vertriebene hierher; Heidelberg kam zur amerikanischen Besatzungszone und wurde Standort hoher Kommandostellen der US-Armee, später auch der NATO. In den Campbell Barracks saß von 1948 bis 2013 das Hauptquartier der United States Army Europe and Africa, dazu das NATO-Landhauptquartier Mitteleuropa; 2010 wohnten rund 16.000 US-Amerikaner in der Stadt, ein Zehntel ihrer Bevölkerung. Als die US-Militärpräsenz in Westeuropa deutlich zurückgefahren wurde, zogen zwischen 2011 und 2015 sämtliche Einheiten aus Heidelberg ab.
Im Januar 1946 nahm die Ruprecht-Karls-Universität als zweite westdeutsche Hochschule nach Göttingen den Lehrbetrieb wieder auf; ab 1951 entstand am westlichen Stadtrand mit dem Neuenheimer Feld ein vollständig neuer Campus, dessen Ausbau Mitte der 1970er Jahre im Wesentlichen abgeschlossen war. Für die wachsende Einwohnerzahl entstanden in den 1960er und 1970er Jahren im Süden zwei völlig neue Wohngebiete, Boxberg und Emmertsgrund; mit der Eingemeindung von Ziegelhausen endete 1975 das Flächenwachstum der Stadt.
Unter Oberbürgermeister Reinhold Zundel wurde die Altstadt saniert, die Hauptstraße zu einer der längsten Fußgängerzonen Europas umgebaut und der Bismarckplatz auf seine heutige Form gebracht. Schloss und Altstadt sollten in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes; beantragt wurde das zweimal, 2005 und 2007, und zweimal abgelehnt.






Stand des Portraittextes: 2026-09-18.
Belege der kuratierten Auswahl: CC, DZT, DZT_MED
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