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Marl, Stadt hatte am 31.12.2025 86.899 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 49 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Marl, Stadt
Marl liegt am Südrand der Haard, dort, wo das Ruhrgebiet ins Münsterland übergeht. Ende 2025 zählte die Stadt 86.899 Einwohner; rund 60 Prozent ihrer 87,76 Quadratkilometer sind Felder, Wald, Wasser und Grünanlagen.
Anders als Recklinghausen oder Herten hat Marl keine gewachsene Mitte. Die Stadt entstand durch das Zusammenwachsen von Dörfern mit den Siedlungen der Bergleute und der Chemiearbeiter, und das Zentrum wurde in den 1960er und 1970er Jahren auf freiem Feld angelegt.
Bundesweit bekannt ist Marl durch das Grimme-Institut und den Fernsehpreis, den es vergibt.
Als Stadt gibt es Marl erst seit der Industrialisierung; Anlass waren die Zechen Brassert und Auguste Victoria sowie das Chemiewerk Hüls. Die Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks „Auguste Victoria“ wurde 1898 gegründet. Ende 1905 nahm Schacht 1 die Förderung auf. Zeitweise fanden rund 11.000 Menschen dort Arbeit.

Die Zeche Brassert gründete man 1905, gefördert wurde seit 1910; in den 1950er Jahren arbeiteten bis zu 5000 Menschen dort. Im Jahr 1972 wurde sie geschlossen. Auguste Victoria hielt bis zum 18. Dezember 2015 durch, nach rund 116 Jahren.
Im März 1912 gab es in Marl einen großen Bergarbeiterstreik. Gefordert wurden unter anderem eine kürzere Schicht und höhere Löhne wegen gestiegener Lebenshaltungskosten.
Zum 1. April 1926 wurden Sinsen, Hüls, Lenkerbeck und Löntrop eingemeindet; Ausschlag gab der Einfluss der Zeche Auguste Victoria. Am 20. April 1936 verlieh der westfälische Oberpräsident Marl die Stadtrechte.
Die Geschichte des Chemieparks beginnt am 9. Mai 1938 mit der Gründung der Chemische Werke Hüls GmbH. Am 29. August 1940 wurden die ersten Buna-Ballen ausgeliefert, ab 1943 legten Luftangriffe die Produktion fast lahm. Seit 1985 setzte das Unternehmen auf Spezialchemie statt Schwer- und Grundstoffindustrie. Heute sind neben Evonik und deren Töchtern 16 weitere Unternehmen angesiedelt, und der Chemiepark beschäftigt rund 10.000 Menschen.
Schon 1922 beauftragte der Gemeinderat den Stadtplaner Philipp Rappaport mit einer Bauplanung. Er rechnete allein wegen des Bergbaus mit einer künftigen Einwohnerzahl von 120.000, plante Wohnviertel mit Grüngürteln und eine neue Stadtmitte. Sein Plan wurde nicht befolgt, aber die 40 Jahre später gebaute Stadtmitte spiegelt ihn in groben Zügen wider.

Das Rathaus der niederländischen Architekten van den Broek und Bakema entstand in den Jahren 1960 bis 1967 im neuen Zentrum. Im Juni 2013 erklärte das Bauministerium des Landes, das Gebäude sei als Denkmal zu erhalten. Darunter liegt das Skulpturenmuseum Der Glaskasten.
Der Hochhauskomplex Goliath mit 153 Wohnungen wurde im August 2006 gesprengt und von vielen Marlern begrüßt. Als Alternative zu Hochhäusern wurde ab 1966 das Konzept der Hügelhäuser entwickelt; vier davon entstanden.

Zum neuen Marl gehört auch eine Schule des Architekten Hans Scharoun. Die Scharounschule an der Westfalenstraße errichtete Hans Scharoun in den Jahren 1964 bis 1970. Im Jahr 2006 sollte sie aus wirtschaftlichen Gründen abgerissen werden, nach einer Informationsveranstaltung des Bundes Deutscher Architekten beschlossen die Politiker einen Aufschub, und die Schule soll Schule bleiben.

Am 17. März 1945 zerstörte ein Luftangriff Schachtanlagen der Zeche Auguste Victoria und angrenzende Wohnhäuser in Hüls. Am 31. März 1945 erreichten US-Truppen den Raum Marl, die Werke wurden kampflos besetzt. Um Beschuss zu vermeiden, lief der Bergmann Karl Breuing den Amerikanern mit einer weißen Fahne entgegen. Heute trägt eine Straße seinen Namen.
Nach dem Krieg bekam Marl eine Rolle, die mit Kohle und Chemie nichts zu tun hat. 1946 wurde die Volkshochschule die insel gegründet, 1955 bezog sie ein eigenes Gebäude. Das Grimme-Institut in Marl vergibt jährlich den Grimme-Preis und würdigt damit seit 1964 Fernsehproduktionen. Seit 1969 nimmt die Marler Gruppe an der Preisträgerauswahl teil, eine Laienjury aus Teilnehmern von Volkshochschulkursen.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: RIK
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