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Recklinghausen hatte am 31.12.2025 114.851 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 51 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Recklinghausen
Recklinghausen liegt im nördlichen Ruhrgebiet und ist Kreisstadt des Kreises Recklinghausen. Ende 2025 zählte die Stadt 114.851 Einwohner, und ihr Kern liegt auf dem Recklinghauser Lößrücken, dem Ostteil des Vestischen Höhenrückens.

Anders als das vom Bergbau geformte Herten oder das erst mit der Industrie entstandene Marl besitzt Recklinghausen eine mittelalterliche Stadtgeschichte und eine Altstadt, die von der Bergbauzeit überformt, aber nie ersetzt wurde.
Heute ist die Stadt vor allem Verwaltungs-, Einkaufs- und Dienstleistungsplatz mit einem Einzugsgebiet von rund 600.000 Menschen, und seit dem Nachkriegsjahr 1947 tragen die Ruhrfestspiele ihren Namen in die Welt.

Im Jahr 1017 taucht Recklinghausen erstmals als „Ricoldinchuson“ auf, in einer Urkunde über einen Gutshof, den Kaiser Heinrich II. der Bischofskirche in Paderborn übereignete. Die Urkunde liegt allerdings nur als Abschrift aus der Mitte des 15. Jahrhunderts vor. Das Vest Recklinghausen gehörte bis 1802 zum Kurfürstentum Köln.
1236 erhielt Recklinghausen die vollen Stadtrechte, und schon 1256 stand ein eigenes Rathaus am Markt. Im Jahr 1316 trat die Stadt der Hanse bei. Zwischen 1344 und 1363 ließ der Kölner Erzbischof eine neue Stadtmauer errichten, von der noch Reste erhalten sind.

1446 verpfändete der Erzbischof die Stadt und das Vest an Johann von Gemen. Erst 1576 löste Erzbischof Salentin von Isenburg das Pfand aus, und mit dem Rezess vom 26. August 1577 verbriefte er der Stadt ihre Freiheiten.
Aus den Jahren 1514 bis 1706 sind 127 Hexenprozesse überliefert; in 104 Fällen standen Frauen vor Gericht. Die letzte verurteilte Frau, Anna Spiekermann, wurde 1706 nach 16 Monaten Haft und Folter mit dem Schwert hingerichtet.
Mit dem Ende des Kurstaats endete auch die alte Stadtgeschichte. Nach der Aufhebung des Kurfürstentums war Recklinghausen mit wenig mehr als 3500 Einwohnern eine kleine Nebenresidenz. Beim Wiener Kongress 1815 wurde das Vest endgültig preußisch.
Von 1864 bis 1869 entstand an der Emscher eine Zeche auf Stadtgebiet, 1873 nahm das Bergwerk „General Blumenthal“ die Förderung auf. Binnen vier Jahrzehnten, von 1870 bis 1910, wuchs die Einwohnerzahl von 5.000 auf 50.000.
Zum 1. April 1901 schied Recklinghausen aus dem Kreis aus und wurde kreisfreie Stadt, bis es 1975 in den vergrößerten Kreis Recklinghausen eingegliedert wurde. Der 1908 errichtete Rathausneubau im Stil der Weser-Renaissance prägt seither den Markt.
Kurz nach dem Krieg war die Stadt Schauplatz einer wirtschaftspolitischen Weichenstellung. Am 28. August 1948 präsentierte Ludwig Erhard, von Konrad Adenauer eingeladen, beim CDU-Parteitag der Britischen Zone die Soziale Marktwirtschaft. Kurz darauf, 1949/50, wurde Recklinghausen mit 100.000 Einwohnern formal Großstadt. 1960 lebten hier 132.000 Menschen, deutlich mehr als heute. Zugleich wuchs in diesen Nachkriegsjahren etwas, das die Stadt bis heute bekannter macht als ihre Zechen: ein Theaterfestival.
Seit 1947 ist die Stadt Austragungsort der Ruhrfestspiele. Die Städtische Kunsthalle eröffnete 1948 und widmet sich seither moderner Kunst; 1956 folgte das Ikonenmuseum.

Auch außerhalb der Festspielwochen spielt die Stadt Theater und Musik. Es gibt Tournee-Gastspiele und das Theater im Depot, und Recklinghausen ist Heimat der Neuen Philharmonie Westfalen, die zum 1. November 1996 aus zwei Orchestern hervorging; getragen wird sie von Gelsenkirchen, Recklinghausen und dem Kreis Unna.





Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: RIK
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