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Mittelherwigsdorf hatte am 31.12.2025 3.462 Einwohner, der LuchsScore liegt bei 39 von 100.
Zahlen und Kennzahlen zu Mittelherwigsdorf
Mittelherwigsdorf ist ein Waldhufendorf von 7,5 Kilometern Länge, das etwa 3 Kilometer nordwestlich von Zittau am Rietschebach und an der Mandau liegt. Bogenförmig reihen sich Oberherwigsdorf, das Mitteldorf und die Scheibe aneinander; nordöstlich davon liegen die Ortsteile Oberseifersdorf und Eckartsberg.
Die Gemeinde im Landkreis Görlitz gehört zur südlichen Oberlausitz. Zittau umschließt sie vom Nordosten bis Süden, im Westen grenzt Oderwitz an. Am 31. Dezember 2025 zählte die Gemeinde 3.462 Einwohner. Zwischen Oderwitz und Zittau führt die Bundesstraße 96 mitten durch das Mitteldorf, der Ort liegt also an der Verbindung beider Nachbarn.
Zum ersten Mal erwähnt wurde der Ort 1312 als „Heruici villa“. Ursprünglich bestand er aus drei Teilen mit jeweils eigenen Ortsrichtern: Oberherwigsdorf, das 1410 noch Bettelsdorf hieß, dem Rittersitz Scheibe, der bereits 1359 auftaucht, und dem eigentlichen Kirchort Herwigsdorf. Oberherwigsdorf kam 1974 durch Eingemeindung hinzu, also lange vor dem Zusammenschluss von 1994.
Im 15. Jahrhundert brachten die Cölestinermönche vom Oybin den Ort in ihren Besitz. Die Reformation zwang sie, ihn nach und nach an die Stadt Zittau zu verkaufen.
Bis dahin lebte man überwiegend von der Landwirtschaft. Danach setzte sich das Weberhandwerk durch, und aus dieser Zeit stammt das Ortsbild mit vielen dicht gebauten Umgebindehäusern. Zu seinen Söhnen zählen der Botaniker Heinrich Moritz Willkomm und der Mathematiker Alwin Reinhold Korselt.
Obwohl Mittelherwigsdorf seit 1848 an der Strecke Zittau–Löbau lag, entstand im 19. Jahrhundert keine nennenswerte Industrie. Der ländliche Charakter blieb erhalten. Heute hält der Haltepunkt Mittelherwigsdorf an der Strecke Zittau–Löbau und an der Strecke Mittelherwigsdorf–Varnsdorf–Eibau.
Dort, am Bahnhof, sitzt auch die Kulturfabrik Meda mit einem Filmtheater; sie veranstaltet regelmäßig Workshops und betreibt gemeinsam mit dem Internationalen Hochschulinstitut Zittau eine Forschungs-Pflanzenkläranlage. Für Musik und weitere Veranstaltungen steht außerdem der Traumpalast zur Verfügung, der ebenfalls im Ort liegt.
In der DDR-Zeit bekam der Ort eine eigene Rolle als Ferienziel: Das Erdölverarbeitungswerk Schwedt errichtete hier ein Ferienlager für die Kinder seiner Beschäftigten.
Im Jahr 1994 schlossen sich die bis dahin eigenständigen Gemeinden Mittelherwigsdorf, Oberseifersdorf und Eckartsberg mit Radgendorf zur heutigen Gemeinde zusammen. Sitz der Verwaltung ist das Gemeindeamt im Hauptort, zu dem die Ortsteile Eckartsberg, Oberseifersdorf und Radgendorf gehören.
Im früher eigenständigen Eckartsberg gibt es außerdem ein Dorfmuseum im Riedelschen Gut. Zu den Freizeitangeboten zählen das Naherholungsgebiet Sandbüschel, wo seit 1959 die Sandbüschelfeste stattfinden, und ein rund 3 Kilometer langer Barfußpfad, der 2013 neu hergerichtet wurde. Anfang und Ende des Pfades liegen am Sportzentrum im Ortsteil Scheibe.

Stand des Portraittextes: 2026-09-20.
Belege der kuratierten Auswahl: FW
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